Brotkäfer tragen den wissenschaftlichen Namen Stegobium paniceum und gehören zu den Kulturfolgern. Sie können ganzjährig in Häusern und Wohnungen auftreten. Ihre Bekämpfung erfordert Hygiene und Gründlichkeit.

Fallen aufstellen

Das Ausbringen einer Falle verschafft einen ersten Überblick darüber, wie stark der Befall ist. Die Modelle wirken unterschiedlich und empfehlen sich für eine erste Bestandsaufnahme. Während Pheromonfallen mit Lockstoffen funktionieren, welche die Aufmerksamkeit von männlichen Käfern erwecken, halten Klebefallen alle krabbelnden Insekten bei Kontakt fest. Da Lockstofffallen artspezifisch wirken, ist eine eindeutige Bestimmung des Käferbefalls im Voraus notwendig. UV-Lichtfallen helfen in dunklen Kellerräumen, in denen Lichtquellen fehlen. Die ausgewachsenen Käfer schwärmen zum Licht in der Lampe und bleiben auf Klebeflächen hängen. So wenden Sie die Fallen an:

  • in jede Ecke des Raums eine Pheromonfalle aufstellen
  • eine 28 cm hohe UV-Lichtfalle mit 9 Watt UV-Lichtröhre reicht für einen 15 qm großen Raum
  • eine Klebefalle an jedem Fenster anbringen

Lockstoffe verströmen ihren Duft für etwa sechs Wochen. Solche Fallen sind für den Menschen geruchsneutral und wirken geschlechtsspezifisch. Die Lebensdauer von UV-Lichtröhren hängt vom Produkt ab und liegt bei rund 9.000 Stunden. Sie sind ausschließlich für den Einsatz in Innenräumen konzipiert, denn sie arbeiten nicht selektiv. Klebefallen werden nach Bedarf ausgewechselt, sobald die Fläche nicht mehr haftet. Auch sie fangen Insekten aller

Art.

Hinweis: Brotkäfer ernähren sich von trockenen Nahrungsmitteln wie Knäckebrot, Nudeln, Trockenobst oder Hundekuchen. Auf ihrem Speiseplan stehen außerdem organische Materialien, sodass sie auch Baustoffe angreifen.

Kieselgur einsetzen

Das Pulver besteht aus fossilem Plankton, welches durch Diatomeen entstand. Diese Kieselalgen aus Urzeiten waren durch einen Schalenpanzer geschützt, dessen kieselsäurehaltige Struktur das Geheimnis in der Schädlingsbekämpfung darstellt. Bei Kontakt zerstören die scharfkantigen Kristalle die schützende Außenschicht der Insekten. Das poröse Pulver wirkt außerdem flüssigkeitsabsorbierend und entzieht den Schädlingen Flüssigkeit, sodass diese austrocknen. Kieselgur kann trocken ausgebracht, oder als flüssige Lösung versprüht werden:

  • vor der Ausbringung Mundschutz anlegen
  • Pulver dick in sämtliche Ritzen streuen, in denen Befall vermutet wird
  • ein gleichmäßig heller Belag sollte auf allen behandelten Flächen sichtbar sein
  • zur Herstellung einer Lösung Kieselgur im Verhältnis 1:6 mit Wasser mischen
  • Mittel in einen Druckzerstäuber füllen und unzugängliche Bereiche besprühen
  • Rückstände und tote Insekten nach 24 Stunden aufsaugen
  • Prozedur bei Bedarf mehrmals wiederholen

Nützlinge ausbringen

Einige Insekten haben sich auf eine parasitäre Lebensweise spezialisiert. Die Weibchen von Schlupf- und Erzlagerwespen spüren Schädlinge auf, um ausgewachsene Käfer oder Larven zu lähmen. Anschließend legen sie ihre Eier mit einem Legebohrer in die Beute, oder platzieren diese auf den

gelähmten Wirt. Die daraus schlüpfenden Maden saugen die Schädlinge aus, bis diese sterben. Sobald die Nützlinge ausgewachsen sind, suchen sie sich den Weg ins Freie. Raubwanzen injizieren ihrer Beute ein lähmendes Gift, um ihren eigenen Nahrungsbedarf zu decken. Die Insekten haben je nach Art unterschiedliche Ansprüche, die beim Ausbringen berücksichtigt werden sollten:
  • Kärtchen mit Eiern werden in befallene Räume gelegt
  • Larven schlüpfen innerhalb von drei Wochen in Abhängigkeit von der Temperatur
  • Lagererzwespe (Lariophagus distinguendus) benötigt mindestens 18 Grad und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit
  • Schlupfwespe (Anisopteromalus calandrae) kann auch bei mehr als 30 Grad eingesetzt werden
  • ausgewachsene Raubwanzen (Xylocoris flavipes) bei mindestens 20 Grad und 40 Prozent Luftfeuchtigkeit aus den Röhrchen entlassen
  • empfehlenswert sind drei Wiederholungen im Abstand von jeweils drei Wochen

Kontaktinsektizide verwenden

In Innenräumen hat sich der Einsatz von natürlichen Kontaktmitteln bewährt. Pyrethrum ist ein Extrakt, welches aus der Chrysantheme gewonnen wird. Bei Lichteinfall zerfällt der giftige Wirkstoff und wird unschädlich, sodass sich solche Produkte als anwenderfreundlich erweisen. Kommen die Schädlinge in Kontakt mit dem Stoff, erleiden diese Nervenschädigungen wie Koordinationsstörungen und Lähmung, bis es schließlich zur vollständigen Bewegungsunfähigkeit und zum Tod kommt. Obwohl es sich um ein natürliches Bekämpfungsmittel handelt, sollten Sie bei der Anwendung auf Ihre Gesundheit achten:

  • nur in gut belüfteten Räumen anwenden
  • beim Ausbringen Mundschutz tragen
  • nicht mit Lebensmitteln in Kontakt bringen
  • direkt in befallene Ritzen und Spalte sprühen
  • Bereiche gründlich absaugen und feucht auswischen
  • bei Bedarf nach etwa einer Woche wiederholen

Thermisch behandeln

Befallene Lebensmittel sollten nicht mehr verzehrt werden, auch wenn Brotkäfer keine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Larven verunreinigen die Nahrung durch Kot und Gespinste. Eine Entsorgung stoppt den Vermehrungskreislauf, sofern Sie die Produkte nicht im Hausmüll in der Küche zwischenlagern. Möchten Sie die Hygieneschädlinge loswerden, entsorgen Sie die Produkte direkt in der Mülltonne. Nahrungsmittel, die in der Nähe vom Befallsherd lagern und

augenscheinlich keine Eier, Larven oder Insekten aufweisen, sollten vorsichtshalber durch die Einwirkung von Hitze oder Kälte unschädlich gemacht werden:
  • für eine halbe Stunde in den Backofen stellen und bei 60 Grad behandeln
  • über Nacht im Tiefkühler bei etwa 18 Grad lagern

Reinigung nicht vergessen

Nach der Entsorgung aller betroffenen Nahrungsmittel erfolgt die gründliche Reinigung sämtlicher Schrankfächer. In Ritzen und Zwischenräumen hinter Regalböden sammeln sich nicht nur Krümel, die als neue Nahrungsquelle für die nächste Generation dienen. Hier verstecken sich Eier und Larven, die einen erneuten Befall auslösen. Um diesen Entwicklungszyklus zu unterbrechen, sollten Sie auf eine gründliche Hygiene achten:

  • Ritzen mit einer schmalen Düse aussaugen
  • Schränke mit Essigwasser auswischen und trocknen lassen
  • Föhn mit höchster Stufe für fünf bis zehn Minuten direkt auf unzugängliche Spalten richten

Brotkäfer - Stegobium paniceum

SigaStegobium paniceum up, bearbeitet von Hausgarten, CC BY-SA 3.0

Erneuten Befall verhindern

Sind die Käfer einmal im Haus, erfordert ein erfolgreiches Bekämpfen viel Geduld. Brotkäfer können rund vier Tage ohne Nahrung überleben. Pro Jahr produziert der Kulturfolger bis zu drei Generationen, wobei die Lebensdauer eines Insekts bei zwei bis drei Monaten liegt. Wenn Sie den Schädling dauerhaft loswerden möchten, sollten Sie einige vorbeugende Maßnahmen ergreifen:

  • Insektengitter vor die Fenster hängen
  • nur Lebensmittel mit unbeschädigten Verpackungen kaufen
  • trockene Lebensmittel in Plastikdosen mit Gummidichtung aufbewahren
  • Temperatur in Speisekammern und Vorratsräumen in Kellern auf unter zehn Grad senken

Tipp: Wählen Sie widerstandsfähige Verpackungen. Versuche zeigten, dass Brotkäfer Polyester mit einer Stärke von 0,05 Millimeter oder 0,03 starkes Polypropylen nicht durchbohren können.