Die Rötelmaus und andere kleine Nagetiere übertragen das auch für den Menschen gefährliche Hantavirus. Die Infektion erfolgt über das Einatmen des Mäusekots, weshalb beim Entfernen bestimmte Vorsichtsmaßnahmen notwendig sind.

Was ist das Hantavirus?

Es gibt nicht nur ein Hantavirus, sondern viele verschiedene. Die Erreger sind weit verbreitet und können durch tierische Ausscheidungen auf den Menschen übertragen werden. Eine Infektion löst eine grippeähnliche Erkrankung aus, in deren Verlauf die Nieren versagen können. Vor allem die Rötelmaus, aber auch andere kleine Nager tragen die Viren in sich und scheiden sie mit ihrem Kot aus. Dort bleiben sie selbst auf getrocknetem Mäusekot noch längere Zeit infektiös. Die Tiere selbst erkranken nicht daran. Für eine Infektion ist ein direkter Kontakt mit infizierten Mäusen übrigens nicht notwendig: Das Einatmen von infektiösem Mäusekot über aufgewirbeltem Staub reicht aus.

Gefährliche Infektionsorte

Besonders gefährdet sind Sie an diesen Orten:

  • in Laubwäldern, vor allem in Buchen- und Eichenwäldern, z. B. bei Waldarbeiten
  • bei Arbeiten auf dem Feld oder im Garten
  • in Schuppen, Gartenhäuschen oder Ställen
  • auf Dachböden und in Kellern
  • bei Aufenthalten in stark mit
    Nagern befallenen Gebieten (v. a. Süd- und Mitteldeutschland)

Mäusekot richtig entfernen

Insbesondere bei der Reinigung von möglicherweise mit Mäusen befallenen Ställen oder Schuppen sollten Sie vorsichtig vorgehen und die folgenden Sicherheitsmaßnahmen befolgen.

1. Stoßlüften

Die erste Maßnahme vor jeder Reinigungsaktion ist das gründliche Durchlüften. Öffnen Sie Türen und Fenster vollständig und kippen Sie sie nicht nur - es muss richtig Durchzug geschaffen werden, damit ein Luftaustausch stattfinden kann. So befördern Sie schon einen Teil der gefährlichen Hantaviren - sowie auch andere Krankheitserreger - nach draußen. Wichtig ist auch, dass Sie sich während der mindestens 30 Minuten andauernden Lüftungsaktion nicht im Raum befinden.

2. Schutzausrüstung

Das Hantavirus wird hauptsächlich über die Atemwegsorgane, aber auch durch Hautkontakt übertragen. Daher ist es wichtig, diese Infektionswege durch eine geeignete Schutzausrüstung zu unterbinden. Tragen Sie während der Reinigungsaktion

  • hochgeschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen
  • Einweghandschuhe, die nach Gebrauch entsorgt werden
  • einen eng anliegenden Mund-Nasen-Schutz

Hinweis: Als Mund-Nasen-Schutz ist

eine Alltagsmaske wenig geeignet, weil sie die Viren nicht abhält. Wählen Sie stattdessen eine FFP2- oder FFP3-Maske, die einen 80- oder sogar 99-prozentigen Schutz bieten.

Mäuse-Kot - Losung der Maus

3. Mäusekot befeuchten

Da die Viren eingeatmet werden, wenn (trockener) Mäusekot durch Bewegungen oder Luftzug aufgewirbelt wird, sollten Sie die Staubbildung durch ein Befeuchten unterbinden. Diese Staubentwicklung ist besonders bei Arbeiten mit dem Besen oder einem Staubsauger sehr hoch und kann deshalb das Infektionsrisiko um ein Vielfaches erhöhen. Befeuchten Sie den Mäusekot wie folgt:

  • Füllen Sie Wasser in eine Sprühflasche
  • Geben Sie einige Tropfen Reinigungsmittel hinzu
  • Hierzu eignet sich etwa ein handelsüblicher Essigreiniger
  • Schütteln Sie die Mischung kräftig
  • Sprühen Sie die Lösung auf den zu entfernenden Schmutz

4. Keinen Staubsauger verwenden

Entfernen Sie den Schmutz nicht mit dem Staubsauger, da dieser den Kotstaub mitsamt den Viren über die Abluft weiter im Raum verteilt. Stattdessen gehen Sie am besten mit Schaufel und Kehrbesen zu Werke, fegen sämtlichen Dreck auf und füllen diesen anschließend in eine Plastiktüte. Diese wird fest verschlossen mit dem Hausmüll entsorgt. Werfen Sie sie dabei nicht erst in den Hausmüll, sondern gleich in die Mülltonne.

Hinweis: Handelt es sich nur um wenige Mäuseköttel, können Sie diese auch mit einem festen Küchentuch aufnehmen. Allerdings sollten Sie das Tuch anschließend ebenfalls entsorgen.

5. Nachreinigung

Anschließend erfolgt eine gründliche, feuchte Nachreinigung der betroffenen Flächen. Dies dient nicht nur dem Schutz vor Viren und anderen Krankheitserregern, sondern auch der restlosen Entfernung von Kot- und Urinspuren sowie eventuell aufgetretener

unangenehmer Gerüche. Für diesen Zweck eignen sich ein Essigreiniger (diesmal unverdünnt aufgetragen) oder ein handelsübliches Desinfektionsmittel sehr gut.

Alternativ können Sie auch Natron verwenden:

  • dicke Schicht Natron (z. B. Kaisernatron) aufbringen
  • alternativ Maisstärke verwenden
  • mittels einer mit Wasser gefüllten Sprühflasche anfeuchten
  • einen Tag lang einwirken lassen
  • Pulver entfernen und feucht nachwischen

Hinweis: Nach der Reinigungsaktion sollten Sie die Kleidung bei mindestens 60 Grad Celsius waschen und sich selbst gründlich die Hände waschen. Besser ist es jedoch, ebenfalls duschen zu gehen und dabei das Haarewaschen nicht zu vergessen.

Vorbeugung

Am besten schützen Sie sich und Ihre Angehörigen jedoch vor dem Hantavirus, wenn Sie einen Mäusebefall von vornherein verhindern bzw. einen solchen sogleich bekämpfen. Hierzu eignen sich (Schlag-)Fallen, das Auslegen von Giftködern und, bei starkem Auftreten, auch ein erfahrener Schädlingsbekämpfer. Achtung ist vor allem geboten, wenn Sie in der Nähe eines mit vielen Buchen oder Eichen bewachsenen Waldstücks oder Parks leben, da der Hauptüberträger des Virus, die Rötelmaus, in dieser Umgebung besonders häufig vorkommt. Um sie und andere Nagetiere von Ihrem Zuhause fernzuhalten, sind diese Vorsichtsmaßnahmen sinnvoll:

  • Lebensmittel niemals offen, sondern stets luftdicht verschlossen lagern
  • dasselbe gilt für Futtermittel, vor allem für Getreide und Mais
  • über Nacht kein Tierfutter stehen lassen (z. B. Hühnerfutter)
  • Abfall nur gut verschlossen in Mülltonnen entsorgen
  • keine Nahrungsreste auf dem Komposthaufen
  • Unterschlupfmöglichkeiten (z. B. Laub-, Holz- und Steinhaufen) beseitigen
  • keinen Sperrmüll über längere Zeit stehen lassen
  • mögliche Schlupflöcher in Gebäuden verschließen