In jedem Haus ist der eine oder andere Käfer zu finden. Meist handelt es sich dabei um Käfer, die gezielt die Vorräte des Menschen suchen, die ihnen als Nahrungsquelle dienen. Sie leben oft ausschließlich in Innenräumen und können sich rasch zu einem Problem entwickeln. Nur einige Ausnahmen gibt es, denn auch Nützlinge wie der Marienkäfer nutzen Innenräume zur Überwinterung.

Überwinterungsgäste im Haus

Warme Innenräume dienen vielen Insekten als Unterschlupf zur Überwinterung. Nicht immer handelt es sich dabei um nützliche Insekten und gelegentlich auch um Schädlinge. Diese müssen nicht zwingend am bzw. im Haus Schäden anrichten, können sich aber aufgrund ihrer Rückzugsorte so besser vermehren, und wenn es warm ist, umso größeren Schaden anrichten.

Amerikanische Kiefernwanze (Leptoglossus occidentalis)

Amerikanische Kiefernwanze (Leptoglossus occidentalis)Die Amerikanische Kiefernwanze ist zwar ein Forstschädling, sie ist jedoch häufig in Innenräumen zu finden, vor allem wenn der Dachstuhl aus Nadelholz gefertigt ist. In Gefahr sind Dachstühle durch die Kiefernwanzen zwar nicht, dafür allerdings verschiedene Nadelbäume, die ihr als Nahrungsquelle dienen, sobald es wieder wärmer wird.

Erkennungsmerkmale:

  • verbreiterte Unterschenkel
  • 15 - 20 mm lang
  • viergliedrige Antennen
  • rötlichbraun mit schwarzen bzw. weißen Farbanteilen
  • typische Zickzacklinie auf den Vorderflügeln
  • nach Apfel oder Zitrone riechendes Abwehrsekret

Teppichkäfer (Anthrenus/Anthrenocerus)

Teppichkäfer - Speckäfer - LarveTeppichkäfer gibt es mehrere Arten, die teilweise eingeschleppt wurden. Typisch für die Käfer ist die

Zeichnung der Flügeldecken mit Zickzacklinien. Eigentlich ernährt sich der Käfer von Nektar und Pollen, die Larven überwintern allerdings in Innenräumen, die kühl sind. Dort ernähren sie sich dann unter anderem von unterschiedlichen tierischen Produkten wie Wollstoffe oder Daunenkissen. Da viele Teppiche früher aus Schafwolle und für sie ein gefundenes Fressen waren, bescherte es ihnen auch den Namen Teppichkäfer.

Marienkäfer (Coccinella)

MarienkäferIm Herbst verirren sich nicht selten auch die Marienkäfer ins Haus. Sie nisten sich häufig im Bereich von Türrahmen in großen Mengen ein.

Erkennungsmerkmale:

  • zwischen 2 und 24 Punkte
  • gelbe, orange, rote oder schwarze Färbung
  • bis 12 mm lang
  • ovale Körperform
  • lange Fühler mit keulenförmigen Verdickungen am Ende

Innenräume sind für den Marienkäfer nur ein Notquartier und meist nicht geeignet. Durch den Anstieg der Temperaturen mit der Heizperiode werden sie zu früh aus der Überwinterung geholt und sie finden in Innenräume meist keine geeignete Nahrung. Marienkäfer sollten daher an frostfreie Orte mit konstanten Temperaturen um 10°C umgesiedelt werden.

Tipp: Zum Umsiedeln fixieren Sie einen Nylonstrumpf mit einem Gummiband am Ende des Staubsaugerrohrs. Anschließend können die Käfer vorsichtig auf niedrigster Stufe in den Strumpf gesaugt und an einem geeigneten Ort wieder ausgesetzt werden.

Käfer an Lebensmitteln

Besonders problematisch sind Käfer, die sich von Nahrungsmitteln ernähren. Sie bleiben oft lange unentdeckt, was ihnen die Chance gibt, sich ungestört zu vermehren. Damit verbunden ist oft auch eine gesundheitliche Gefahr. Einige Schädlinge an Lebensmitteln können als Zwischenwirt fungieren. Über den Kontakt mit Lebensmitteln oder durch ihre Ausscheidungen

können sie Bakterien, Keime und Viren übertragen und über den Kot Wurmeier ausscheiden, die den Mensch als Wirt nutzen.

Aus diesem Grund sind bestimmte Käfer in Lebensmitteln meldepflichtig. Gemeldet wird ein Befall dem zuständigen Gesundheitsamt. In privaten Räumlichkeiten ist der jeweilige Eigentümer für die Bekämpfung zuständig und trägt auch die Kosten dafür. Wird ein Befall von Dritten an das Amt gemeldet, kann es passieren, dass eine Bekämpfung auf eigne Kosten von der zuständigen Behörde angeordnet wird.

Amerikanischer Reismehlkäfer (Tribolium confusum)

Amerikanischer Reismehlkäfer (Tribolium confusum)Der amerikanische Reismehlkäfer ist ein rund vier Millimeter langer brauner Käfer, der ursprünglich aus Amerika kommt. Er wurde ursprünglich mit Getreide nach Europa eingeschleppt und befällt, was sein Name nicht vermuten lässt, nicht nur Reis. Er ist in allen Getreidearten zu finden und gehört zu jenen Käfern, die im Haus als besonders gefährlich gelten. Die Käfer können sogenannte Chinone beim Kontakt mit Lebensmitteln hinterlassen, denen eine krebserregende Wirkung zugesprochen wird.

Tipp: Lebensmittel, die vom Amerikanischen Reismehlkäfer befallen wurden, umgehend entsorgen und auch nicht als Tierfutter verwenden.

Behaarter Baumschwammkäfer (Typhaea stercorea)

Behaarter Baumschwammkäfer (Typhaea stercorea)Der Behaarte Baumschwammkäfer ist eigentlich ein Sekundärschädling, der erst dann auftaucht, wenn Lebensmittel bereits anderweitig geschädigt sind. Der Baumschwammkäfer bevorzugt Lebensmittel, die von Schimmelpilzen befallen sind, von denen er sich wiederum ernährt. Er ist ein indirekter Überträger von Salmonellen, weshalb betroffene Lebensmittel sofort vernichtet werden sollten.

Speckkäfer (Dermestes)

Speckkäfer DermestesSpeckkäfer gehören in Deutschland zu den häufigsten Käfern im Haus. Es gibt zahlreiche Arten, einige davon auch eingeschleppt durch Lebensmitteltransporte. Typisch für den Speckkäfer ist, dass er vorwiegend tierische Erzeugnisse wie Fleisch- und Wurstwaren aber auch andere Lebensmittel stehen auf seinem Speiseplan.

Übersicht an gefährdeten Lebensmitteln

  • Speck
  • Schinken
  • Käse
  • getrocknete Teigwaren mit Ei
  • Trockenfleisch
  • Trockenfisch inklusive Futtermittel wie Fischmehl
  • trockenes Hunde- und Katzenfutter

Speisebohnenkäfer (Acanthoscelides obtectus)

Speisebohnenkäfer (Acanthoscelides obtectus)

Der Speisebohnenkäfer gehört zu den wenigen Lebensmittelschädlingen, die sich auf eine bestimmte Nahrungsgruppe spezialisiert haben: Bohnen. In seltenen Fällen befallen sie zwar auch Kichererbsen oder Sojabohnen, das ist jedoch eher eine Ausnahme.

Küchenschabe

Die Küchenschabe ist der am häufigsten verbreitete meldepflichtige Hygieneschädling in Betrieben mit Lebensmittelverarbeitung, tritt aber immer häufiger auch in privaten Räumen auf, denn es reichen ihr schon kleine Mengen an Lebensmitteln, die unverpackt etwa unter einen Schrank rutschen. Zudem begünstigen die immer wärmer werdenden Temperaturen ihre Ausbreitung.

Kakerlaken - KüchenschabeAls Küchenschabe werden in der Regel drei verschiedene Schabenarten bezeichnet:

  • Deutsche Schabe (Blattella germanica)
  • Gemeine Küchenschabe (Blatta orientalis)
  • Amerikanische Großschabe (Periplaneta americana)

Lebensraum Bausubstanz und Einrichtung

Wände und Balken bieten ebenfalls einen Lebensraum für einige Käfer. Doch ist es in diesem Fall meist ein ernst zu nehmendes Alarmsignal, denn sie würden sie nicht einnisten, wenn die Bausubstanz nicht bereits vorgeschädigt ist, etwa durch Feuchtigkeit oder Schimmel.

Balkenrüssler (Stereocorynes truncorum)

Balkenrüssler (Stereocorynes truncorum)Der Balkenrüssler ist ein bis drei Millimeter langer Käfer, der einen typisch nach unten verlängerten Kopf hat, der wie ein Rüssel aussieht. Er ist ein Sekundärschädling, der sich in verbautem Holz ansiedelt, das durch Pilzbefall geschädigt ist.

Möbelschabe (Supella longipalpa)

Die Möbelschabe ist leicht zu erkennen, denn sie ist rund 1 cm lang und hat eine dunkelbraune Farbe mit zwei helleren Querstreifen. Die Möbelschabe ist im deutschen Infektionsschutzgesetz angeführt, da sie als gesundheitsschädlich gilt und Krankheiten auf Menschen übertragen kann. Sie befällt nicht nur Möbel, sondern dringt auch in elektrische Geräte wie PCs ein und kann dort Fehlfunktionen verursachen.

Hausbock (Hylotrupes bajulus)

Holzwurm - HausbockDer Hausbock ist besser bekannt unter dem Namen Holzwurm, denn er besiedelt bevorzugt Nadelholz, das nicht imprägniert ist. Daher sind vor allem Dachbalken in Gefahr, da er massive Schäden anrichten kann.

Erkennungsmerkmale

  • braunschwarze Färbung
  • 16 - 25 mm lang
  • Larve weiß bis beige
  • typisches raspelndes Fraßgeräusch der Larven
  • charakteristische Löcher am Holz (evtl. Holzmehl am Boden)