Ein Schädling kommt leider selten allein. Indem Blattläuse sich von der Wirtspflanze ernähren und Honigtau ausscheiden, locken sie zu allem Übel Ameisen an. Der Lavendula kennt dieses Problem jedoch nicht. Sein Aroma wirkt abstoßend auf die Tiere. Somit ist es möglich, mit dem lilafarbenen Gewächs auch andere Pflanzen vor einem Befall zu bewahren. In diesem Ratgeber findet der Gärtner hilfreiche Tricks von Beetumrandungen bis Lavendelöl, um Schädlinge natürlich zu bekämpfen.

Die Art des Lavendels ist entscheidend

Die Pflanze Lavendula vertreibt mit ihrem Duft tatsächlich Schädlinge wie Ameisen, Blattläuse oder Flöhe. Allerdings hängt die Wirkung von der Intensität des Geruchs ab. Diesbezüglich gilt, je strenger der Duft, umso effektiver wirkt Lavendula. Dementsprechend weisen die neuen Züchtungen meistens den typischen, sehr ausgeprägten Lavendelduft aus, um Parasiten gezielt fernzuhalten. Auf natürliche Weise kommen drei Arten der Pflanze vor, die sich in weitere Sektionen unterteilen. Da die meisten von ihnen nicht winterhart sind und sich aus diesem Grunde hierzulande nicht kultivieren lassen, sind für den deutschen Gärtner nur wenige Arten von Interesse. Dazu gehören in aufsteigender Reihenfolge der Duft Intensität:

Der Wollige Lavendel

(Lavandula lanata), Sektion I
  • besitzt silbrige, behaarte Blätter
  • nicht winterhart
  • dezenter Duft

Der Echte Lavendel (Lavandula augustifolia), Sektion I

  • sehr häufig in Hausgärten anzutreffen
  • eher kleinwüchsig
  • blüht rosa, weiß, dunkel violett oder bläulich
  • dient der Öl Gewinnung (gilt als das teuerste Lavendelöl, da es den reinsten Duft aufweist)
  • duftet zart und mild

Der Schmetterlingslavendel (Lavandula pedunculata), der Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas L.) und der Grüne Lavendel (Lavandula viridis), Sektion III

  • nur bis zu -5°C winterhart, daher nur für den Kübel bestimmt
  • blühen violett
  • duften süß und leicht nach Kampfer

Der Französische Lavendel / Zahnlavendel (Lavandula dentata), Sektion II

  • besitzt gezahnte Blätter
  • durchgehend blau gefärbte Blüten
  • vor allem für den Kübel geeignet
  • eher seltene Sorte
  • sehr aromatischer, harziger Duft

Der Speiklavendel (Lavandula latifolia/Lavandula spica) Sektion

I
  • besitzt lange Blütenstiele
  • bildet zahlreiche Verzweigungen
  • dient der Ölgewinnung (Speiköl, sehr ertragreich)
  • nur als Kübelpflanze kultivierbar, da frostempfindlich
  • riecht sehr streng nach Kampfer

Hinweis: Beim Kauf eines Lavendels, der dazu dienen soll, Ungeziefer in die Flucht zu schlagen, richtet sich der Gärtner am besten nach der Blütenfarbe. Violett blühende Sorten weisen in der Regel ein stärkeres, wirkungsvolleres Aroma auf. Darüber hinaus ist auch der Standort entscheidend. In der Sonne duften die Pflanzen mehr als im Halbschatten.

Ungeziefer im Garten bekämpfen

Lavendula im Garten zu kultivieren ist demnach die wohl natürlichste Methode, um Läuse, Flöhe und Ameisenplagen zu vertreiben. Besonders empfehlenswert ist eine Mischkultur, bei der die Pflanzen gegenseitig voneinander profitieren. Lavendula ist dank seiner ansprechenden Blüte eine dekorative Beeteinfassung und macht sich ebenfalls gut als Bodendecker in Bauerngärten. Allerdings sollte der Gärtner beachten, dass sich nicht jedes Gewächs in der Nähe des violetten Krauts wohlfühlt. Lavendula beansprucht einen trockenen Boden und viel Sonne. Die beliebte Kombination mit Rosen ist daher umstritten. Zudem ist wichtig, dass Lavendula an einem vollsonnigen Standort steht, damit er seine ätherischen Öle vollständig ausbildet. Erfahrungsberichten zu Folge ist es schon vorgekommen, dass Blattläuse von einer Rose auf das Kraut übergesiedelt sind, weil seine Duftstoffe zu schwach ausgeprägt waren. Um Schädlingen effektiv vorzubeugen, sollte der Gärtner daher möglichst intensive Sorten wie den Speiklavendel wählen.

Tipp: Bei unpassenden Pflanznachbarn oder einfach um etwas Abwechslung in das blühende Violett zu bringen, kann der Gärtner auch auf stark duftende Kräuter wie Bohnenkraut, Salbei, Thymian, Oregano oder Minze

zurückgreifen.

Ungeziefer im Haus bekämpfen

Da die Honigtau produzierenden Läuse Ameisen anlocken, gilt es in erster Linie die Pflanzenschädlinge zu bekämpfen. Das Ameisenproblem löst sich folglich in der Regel von selbst. Was aber, wenn zum Beispiel Lebensmittelgerüche die Insekten anziehen? Ameisenstraßen im Haus sind nicht nur lästig, sondern auch unhygienisch. Im Beet oder auf der Terrasse ist der intensiv duftende Speiklavendel die erste Wahl. Da er jedoch kaum an den lieblichen Lavendelduft erinnert, sondern sehr streng riecht, ist er in der Wohnung eher fehl am Platz.

AmeisenFür geschlossene Räume empfiehlt sich daher die Anwendung von Lavendelöl. Hochwertige Essenzen sind in nahezu allen Drogeriemärkten oder Reformhäusern erhältlich. Der Gärtner gibt ein paar Tropfen in Wasser, füllt die Flüssigkeit in eine Sprühflasche und besprüht damit Möbel oder Stoffe. Besonders an der Fensterbank sollte er den Duft auftragen, damit die Insekten gar nicht erst in die Wohnung gelangen. Wer eine Lavendelpflanze im Garten besitzt, kann den Duftstoff aber auch selber herstellen:

Lavendelessenz herstellen

  • trockene Lavendelblüten ernten (eine Handvoll reicht bereits aus)
  • mit kochendem Wasser übergießen
  • ein paar Stunden ziehen lassen
  • abseihen und Sud abfangen

Tipp: Die Flüssigkeit kann der Gärtner auch ins Gießwasser geben und sowohl in geschlossenen Räumen als auch draußen zum Bewässern der Pflanzen verwenden.

Vorrausschauend gärtnern und doppelt profitieren

Der Gärtner muss die Stiele des Lavendels nicht unbedingt zu Öl verarbeiten. Ebenso besteht die Möglichkeit die trocknen Stängel zum Mulchen von Rosenbeeten zu verwenden. Das beugt nicht nur einem Blattlausbefall vor, unter günstigen Voraussetzungen sät sich Lavendula sogar von alleine aus.