Spatzen sind die weltweit verbreitetste Singvogelart. Sie haben sich der Lebensweise des Menschen angepasst und bevölkern die Wohngebiete. Was kann man tun, wenn

Steckbrief: Spatz

  • Haussperling (Passer domesticus)
  • Größe: 16 Zentimeter
  • Merkmal: großer Kopf, kräftiger Schnabel
  • Männliche Tiere: braune Streifen an den Kopfseiten, schwarze Kehle, graue Oberseite des Kopfes
  • Weibliche Tiere: mattbraun
  • Nahrung: Körner, Samen, Jungvögel werden mit Insekten gefüttert

Kein Platz für Spatzen

Hausspatzen sind da, wo Menschen leben. Sie haben sich in den vergangenen Jahrhunderten als sogenannte Kulturfolger der menschlichen Lebensweise angepasst. In Scheunen und Ställen, unter weit überstehenden Schindel- oder Schilfdächern fanden sie bisher ausreichend Nistmöglichkeiten. Ihr Speisezettel war immer gefüllt, denn in der bäuerlichen Landwirtschaft fanden sie genug Nahrung. Seit einigen Jahrzehnten hat sich das Leben der Menschen deutlich verändert. Große Städte verdrängten die ländlichen Strukturen, moderne Häuser bieten nur noch wenig Möglichkeiten zum Nestbau.

Spatz - Haussperling

Fast unbemerkt hat die Spatzenpopulation durch die Industrialisierung der Landwirtschaft Anfang des 20. Jahrhunderts deutlich

abgenommen. Doch Spatzen sind anpassungsfähig. Wenn Spatzen unter dem Dach brüten, freuen sich die Kinder über den tschilpenden Besuch. Hauseigentümer befürchten jedoch Schäden und Verschmutzungen am Haus. Was kann man tun? Ist eine sanfte Vertreibung oder gar eine Umsetzung des Spatzennests möglich?

Hausspatzen benötigen Gebäude für ihren Nestbau. Sie bauen ihre Nester in drei bis zehn Metern Höhe:

  • unter die Dachziegel
  • in Hohlräume zwischen Dachlatten
  • hinter die Regenrinne

Die kreativen Vögel nutzen zum Nestbau auch

  • Spechtlöcher in wärmegedämmten Fassaden
  • Räume hinter Firmenschildern
  • Hohlräume an Leuchtreklamen

Schäden durch das Spatzennest

Die Befürchtungen der Hausbesitzer sind nicht unbegründet. Ein Spatzennest am Haus kann zu Schäden an der Bausubstanz führen. Der Spatz kommt selten allein. Die Vögel leben in Kolonien und bauen ihre Nester möglichst in geringem Abstand. Wenn ein Spatzenpaar einen Nistplatz an Ihrem Haus gefunden hat, werden weitere Spatzen dem Vorbild folgen.

Es entstehen Schäden am Haus:

  • Verschmutzungen durch Vogelkot
  • Lautstärke tschilpender Spatzen in Fensternähe
  • Beschädigung der Fassade

Vorbeugende Maßnahmen

Wer sein Haus vor Beschädigungen schützen will, kann

dem Nestbau mit unseren Tipps vorbeugen.
  1. Verschließen Sie Schadstellen am Haus. Achten Sie besonders auf Stellen unter dem Dachvorsprung.

  2. Lassen Sie den Zustand des Daches regelmäßig von Experten kontrollieren. Dabei werden lose Dachziegel und lockere Dachlatten erkannt, die Gelegenheit zum Nestbau bieten.

  3. Lassen Sie keine Lebensmittelreste oder Futterschälchen auf Ihrem Grundstück stehen.

Spatzennest entfernen?

Ein Spatzennest zu entfernen ist keine gute Idee! Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet die Zerstörung von Fortpflanzungs- und Brutstätten wildlebender Tiere. Die Untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises beantwortet Ihre Fragen und erteilt gegebenenfalls Ausnahmegenehmigungen.

Spatz und Taube

Ausnahmegenehmigungen sind möglich, bei:

  • mehreren Spatzennestern am Haus
  • Gefährdungen spielender Kinder
  • Bewohnern mit Allergien
  • Gefahr erheblicher Gebäudeschäden

Achtung: Wer ohne Erlaubnis ein Spatzennest entfernt bzw. das Gelege zerstört oder Jungvögel tötet, wird mit einem Bußgeld bestraft.

Spatzen sanft vertreiben

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Hausspatzen am Nestbau unter dem Dach zu hindern.

1. Vogelattrappen

Spatzen stehen auf dem Speiseplan von Raubvögeln. Bussarde, Eulen und Eichelhäher stellen eine Gefahr für die kleinen Singvögel dar. Vogelattrappen auf dem Dach können helfen, die Hausspatzen zu vertreiben. Achten Sie darauf, die Attrappe immer mal umzusetzen. Ansonsten erkennen die Vögel den Trick und bauen ihr Nest ganz einfach daneben.

2. Geräusche

Abgespielte Vogelstimmen verschiedener Raubvögel können helfen, die Attraktivität des Gebäudes für Spatzen zu verringern.

3. Reflektierende Scheiben

Der Spatz reagiert empfindlich auf reflektierende Scheiben und

Bänder. Wer diese als Vogelschreck im Handel erhältlichen Hilfsmittel in der Nähe geeigneter Brutstätten anbringt, ist zunächst sicher vor den unerwünschten Besuchern. Doch der Schutz währt nicht lange. Spatzen erkennen bald, dass von den blinkenden Scheiben keine Gefahr ausgeht und ignorieren sie.

4. Ultraschall

Die Abwehr von Tieren im Garten mit Ultraschallgeräten ist eine beliebte Methode. Sie wird gegen Katzen, Marder, Waschbären aber auch gegen Spatzen eingesetzt. Ob sich die Investition in diese Geräte wirklich lohnt, ist fraglich.

5. Windspiele

Windspiele werden als Schmuck aber auch zur Vertreibung von Vögeln gern im Garten aufgestellt. Sie sind in verschiedenen Variationen erhältlich.

6. Spikes

Spikes am Dach kommen zur Vogelabwehr zum Einsatz. Die mit Metall- oder Kunststoffspitzen versehenen Streifen werden am Dach aufgeklebt, genagelt oder genietet. Sie werden hauptsächlich zur Vertreibung von Tauben eingesetzt, spezielle Ausführungen helfen gegen die Ansiedlung von Schwalben oder Spatzen. 

Zusammenleben

Spatz - Haussperling

Bevor Sie Ihre Kraft darauf verwenden, Spatzen zu vertreiben, prüfen Sie die Möglichkeiten für ein friedliches Zusammenleben. Ist der vom Spatzenpärchen gewählte Brutplatz wirklich störend? Bringen Sie ein Kotbrett zum Schutz der Fassade an. Die kleinen Vögel sind faszinierend. Genießen Sie die Beobachtung der Spatzen bei der Aufzucht ihrer Jungen. Erleben Sie die Rufe der hungrigen Jungvögel und ihren ersten Flug. Vielleicht ist allein dieses Erlebnis Entschädigung genug für die Beeinträchtigungen?

Wussten Sie es?

Wissen Sie, woher die Bezeichnung "Dreckspatz" kommt?

Grund dafür ist die Liebe des kleinen Vogels zum Staubbad. Viele Menschen kennen das Bild des kleinen Spatzen, der sich auf dem staubigen Feldweg im Dreck badet. Dieses Bad hilft den Vögeln, Ungeziefer aus dem Gefieder zu vertreiben.