Wenn sich alljährlich ein gelber Teppich über den Rasen legt, könnte der Kriechende Hahnenfuß der Webmeister sein. Viele kleine Blüten treibt diese Pflanze, und sie sind durchaus schön anzusehen. Doch die geschenkte Wiese kann kaum jemand ungetrübt genießen. Zu groß ist der Kummer über den schwindenden Rasen. Der durchsetzungsstarke Hahnenfuß ringt den grünen Grasbüscheln immer mehr Fläche ab. Weg damit!

Natürliches Verbreitungsgebiet

Niemand hat sie gesät, niemand hat sie gepflanzt und dennoch ist sie einfach da. Wie einem Zauberhut entsprungen erscheinen sie plötzlich in unsere Gärten. Die Neuankömmlinge werden meist nicht bemerkt, geschweige denn beachtet. Bis uns die Butterblumen ihre zauberhaften Blüten entgegen strecken! Jetzt sind die ungebetenen Gäste nicht mehr zu übersehen. Doch wo kommt der kriechende Hahnenfuß überhaupt her.
  • das Kraut
    liebt Wasser
  • wächst auf feuchte Wiesen
  • auch am Rande von Gartenteichen
Um eine wild wachsende Butterblume zu entdecken, muss niemand weit gehen. Sie gehört zum hiesigen Landschaftsbild fest dazu. Und so kommt es, dass sie sich gelegentlich auch in kultivierte Gärten verirrt. Die Invasionsgefahr lauert quasi um die Ecke.

Mit dem Unkraut Freundschaft schließen?

"Es gibt kein Unkraut, sondern nur Wildkraut", sagte mal eine alte und weise Gärtnerin. Recht hat sie, denn so ein schön blühendes Gewächs sollte man mit so einem hässlichen Wort nicht beleidigen. Was kann die Butterblume dafür, dass sie im heimischen Rasen nicht willkommen ist?
  • auf einer feuchten Wiese wird sie gern bewundert
  • ihr leuchtendes Gelb sorgt für sommerliche Stimmung
Was den Kriechenden Hahnenfuß in den meisten Augen zu einem Unkraut macht, ist sein enormer Eroberungsdrang.
  • gibt sich nicht mit einem bescheidenen Platz zufrieden
  • vertreibt nach und nach alles, was um ihn herum wächst
  • macht auch vor den geliebten Pflanzen nicht halt
  • entzieht ihnen benötigte Nährstoffe
  • besonders gern verdrängt er das Rasengrün
Tipp: Entscheiden Sie selbst, welche Rolle die Butterblume in Ihren Garten spielen darf. Denn nicht alles, was als Unkraut bezeichnet wird, muss zwingend weg. Zumindest nicht restlos. Ein paar Blüten dürfen stehen bleiben und das Herz erfreuen.

Mit Samen und Ausläufern auf Siegeszug

kriechender HahnenfußDas Wissen um die Vermehrung liefert den Ansatz für die Bekämpfung. Die gelbe Butterblume beherrscht die schnelle und flächendeckende Vermehrung ausgezeichnet. Gleich zwei Wege hält sie sich dafür frei. Zum einem bildet sie nach der Blüte Samen, zum anderen schickt sie Ausläufer in die nähere Umgebung aus.
  • aus Blüten entstehen Nussfrüchte
  • darin reifen die Samen
  • Wind und Vögel helfen bei der Aussaat
  • Ausläufer kriechen voran
  • sie bilden neue Wurzeln, die in die Erde eindringen
  • bis zu 50 cm tief hinein
  • schon ist ein neues Pflänzchen geboren
Wenn diesen beiden Vermehrungsarten der Butterblume nicht vehement das Werk gelegt wird, ist der Garten recht bald fest in ihrer Hand, um nicht zu sagen in ihrer Wurzel.

Rasenmäher gegen Samenreife

Erst werden die Blüten gebildet, später folgen die Samen. Das dauert seine Zeit, die der Gärtner für sich nutzen kann. Mit einem Rasenmäher kann er diesen Kreislauf wirksam unterbrechen.
Wenn die gelben Blumen regelmäßig und in kurzen Zeitintervallen abgemäht werden, kann sich kein Samen mehr bilden. Damit wird zumindest diese Art der Verbreitung gestoppt. Ganz neben bei ist auch der grüne Rasen gemäht. Doch es bleiben immer noch die Mutterpflanzen und die zahlreichen Ausläufer, die sich nicht so einfach bekämpfen lassen. Der Rasenmäher schneidet zwar alle Blüten ab, die Wurzel bleibt jedoch unbeschädigt und treibt schnell und zuverlässig wieder aus.

Raus mit der Wurzel

Solange noch ein kleines Wurzelstück in der Erde steckt, gibt sich die Butterblume nicht geschlagen. Auch ein Teilstück treibt neu aus und lässt das Wildkraut wieder auferstehen. Deswegen muss die Pflanze komplett aus dem Erdreich geholt werden. Doch das ist leichter gesagt als getan.
  • das Wurzelwerk ist kräftig
  • es reicht tief in den Boden hinein
  • beim Ausreißen mit der Hand bleiben Reste übrig
  • die Pflanze ist zwar optisch verschwunden aber nicht besiegt
Das Ausreißen mit der Hand ist so uneffektiv, dass es gar nicht zu empfehlen ist. Es muss dringend ein Hilfsmittel her, dass die Wurzel in Gänze erfasst und restlos ans Licht holt. Zwei Gartengeräte leisten diesbezüglich wertvolle Dienste:
  • Hacke legt die Wurzel frei
  • ein Ausstecher ist ideal für den Rasen
Diese beiden Geräte erleichtern die Arbeit enorm und sparen zudem Zeit. Bei einer großen Menge von Butterblumen wird auch jede Minute gebraucht. Sobald sich eine neue Butterblume blicken lässt, sollte sie sofort ausgestochen werden. Je länger sie ungestört wachsen darf, umso kräftiger wird sie.

Tipp: Jede entfernte Butterblume hinterlässt eine Lücke im Rasen. Verfüllen Sie die Löcher mit frischer Erde und säen Sie darauf neuen Rasensamen ein.

Neuer Rasen, neues Glück

Das Ausstechen ist eine mühsame Arbeit und nicht immer wird sie mit Erfolg belohnt. Manchmal ist Kriechender Hahnenfuß einfach nicht zu vertreiben. Wenn schon zu viele Exemplare im Rasen thronen, haben sie bereits ein undurchdringliches Geflecht aus Wurzeln gebildet. Hier kommt der Gartenbesitzer allein mit Ausstechen nicht weiter. Er muss sich geschlagen geben und mit der gelben Wiese anfreunden. Oder eine radikale Lösung wählen. Der Kriechende Hahnenfuß ist danach garantiert weg, der grüne Rasen aber auch. Die Rede ist vom Abtragen der obersten Erdschicht mitsamt allem was auf ihr wächst.
  • komplette Grasnarbe entfernen
  • neuen Mutterboden verteilen
  • erneut Rasen säen
Das Abtragen der Erde dauert lange und ist sehr anstrengend. Inwieweit ein Hobbygärtner diesen Aufwand in Eigenregie betreiben möchte, bleibt ihm überlassen. Derartige Arbeiten können natürlich auch fachmännisch von Gartenbaufirmen erledigt werden. Die Eigenarbeit wird eingespart, dafür flattert eine hohe Rechnung ins Haus.

Tipp: Der neue Rasen ist frei von Butterblumen und anderen Wildkräutern. Für so manchen Gartenbesitzer ist das ein herrlicher Anblick. Doch wie lange bleibt das so? Jetzt heißt es achtsam sein und sofort reagieren, sollte sich der Kriechende Hahnenfuß erneut darin verirren.

Chemie, aber bitte mit Bedacht

Die meisten Gartenbesitzer versuchen der Umwelt zuliebe auf Chemie weitestgehend zu verzichten. Ein großflächiger Einsatz derartiger Mittel hilft nicht nur, sondern hinterlässt gleichzeitig Rückstände, die der übrigen Natur nicht gut tun. Auch bei der Bekämpfung der Butterblume kann ein chemisches
Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt werden. Die Handhabung ist aufwendig, da das Mittel den Kriechenden Hahnenfuß gezielt erreichen muss.
  • das Unkrautvernichtungsmittel gehört direkt auf das Wildkraut
  • muss mit einem Handpinsel aufgetragen werden
  • oder mit einer Handspritze gezielt versprüht werden
kriechender HahnenfußDie chemische Bekämpfung ist ungeeignet, wenn von der Butterblume bereits große Rasenflächen erobert wurden. Einzelne Exemplare dagegen lassen sich auf diese Art einfach unschädlich machen.

Saurer Boden macht es der Butterblume schwer

Auch ein sogenanntes Unkraut stellt Ansprüche an seinen Wohnort. Werden diese erfüllt, dann lässt es sich nieder. Findet es den Rasen hingegen ungemütlich, ist sein Vermehrungsdrang gezähmt. Der Kriechende Hahnenfuß füllt sich auf saure Böden wohl. Wer dafür sorgt, dass der PH-Wert seines Bodens steigt, hat schon einen wichtigen Schritt zur Vorbeugung getan.
  • zuerst den pH-Wert messen
  • sauerer Boden hat einen Wert unter 6,5
  • die Ausbringung von Kalk neutralisiert den Boden
  • das Wildkraut hat es dann schwerer zu gedeihen

Was sonst noch hilft

Bei der Pflege des Rasens kann zusätzlich Folgendes beachtet werden, damit der Kriechende Hahnenfuß keine optimalen Lebensbedingungen vorfindet:
  • den Boden nicht ständig feucht halten
  • auf Düngung mit Gülle verzichten
Tipp: Reste von der Butterblume dürfen keinesfalls kompostiert werden. Samen können darin überleben und Wurzelteile erneut anwurzeln. Damit ist eine erneute Ausbreitung mit der nächsten Kompostverteilung auf den Weg gebracht.