Chlor wird für die Aufbereitung von Trinkwasser und zur Desinfektion von Pools verwendet. Auch im privaten Bereich findet Chlor Anwendung, denn damit lassen sich Schwimmbecken effektiv und bequem von Bakterien befreien. Doch wegen der hochtoxischen Eigenschaften gerät das Element immer wieder in kritische Diskussionen. Zur Bewässerung im Garten kann Poolwasser dennoch genutzt werden, sofern einige Aspekte berücksichtigt werden.

Chlor in der Natur

Chlor ist ein chemisches Element, dessen Anion vergleichsweise häufig in der Natur vorkommt. Dieses Anion wird auch als Chlorid bezeichnet und existiert in salzhaltigen Verbindungen. Pflanzen bilden in geringen Mengen solche chlororganischen Verbindungen. Teilweise werden diese über die Wurzeln aufgenommen. Die Konzentration an Chlorid liegt bei gesunden Pflanzen im Durchschnitt zwischen zwei und 20 Milligramm. Kommt es zur Übersättigung, kann es zu Vergiftungen kommen. Pflanzen haben unterschiedlich hohe Empfindlichkeiten gegenüber dem Chlorgehalt:

  • chlortolerant: Tulpen, Narzissen, Rosen, Rote Bete, Rhabarber
  • bedingt chlortolerant: Tomaten, Kohlrabi, Kartoffeln, Gurken, Spinat
  • nicht chlortolerant: Einjährige, Koniferen, Salat, Beerensträucher, Obstgehölze

Hinweis: Tropische Pflanzen in Wintergärten und

Gewächshäusern vertragen kein chlorhaltiges Wasser.

Auf den Gehalt kommt es an

Poolwasser kann durchaus zum Gießen von Rasenflächen oder Beeten genutzt werden, sofern der Chlorgehalt einen bestimmten Grenzwert nicht überschreitet. Wenn Sie das Wasser direkt aus Ihrem Schwimmbecken verwenden möchten, sollten Sie vorher den Chlorgehalt bestimmen. Hierfür gibt es spezielle Testgeräte, die allerdings teuer sind.

Tipp: Eine Faustregel besagt, dass es etwa 48 Stunden dauert, bis der Grenzwert einer empfohlenen Menge an Entkeimungsmittel unterschritten wurde. Chlor baut sich in sieben bis zehn Tagen vollständig ab und kann anschließend zum Gießen verwendet werden.

Gesetzliche Vorschriften

In Deutschland herrscht eine Obergrenze von 0,3 mg/l Chlor, welches im Wasser enthalten sein darf. Dieser Grenzwert ist vergleichsweise niedrig angesetzt und bezieht sich sowohl auf Trinkwasser als auch auf Nutzwasser im Pool. Liegt der Chlorgehalt unter diesem Wert, gilt das Wasser als unschädlich und kann problemlos im Garten genutzt werden. Wasser mit einer höheren Chlorkonzentration muss über die Kanalisation entsorgt werden. Es können je nach Region unterschiedliche Vorschriften existieren, über die Sie sich vorher informieren sollten.

Lagerung

Sie können das Wasser aus

dem Pool zwischenlagern, bevor Sie es für die Gartenbewässerung nutzen. Wenn Sie das Wasser in eine Zisterne leiten, ist Vorsicht geboten. Hier sammelt sich das Regenwasser an, sodass sich innerhalb kurzer Zeit Bakterien ansiedeln. Es entsteht ein Selbstreinigungssystem, welches durch die Einleitung von chlorhaltigem Wasser geschädigt wird. Chlor tötet die Bakterien ab und beeinträchtigt die Funktionsweise der Zisterne. Leiten Sie das Wasser daher in eine Regentonne, die nur für das Poolwasser genutzt wird. Nach ein bis zwei Wochen sollte das Wasser frei von Chlorverbindungen sein.

Welches Chlorwasser geeignet ist

Poolwasser zum gießen verwendenEs gibt verschiedene Möglichkeiten, um das Poolwasser frei von Bakterien zu halten. Jede Methode wirkt unterschiedlich schnell. Entsprechend variieren auch die Zeiten, in denen sich das Chlor im Wasser abgebaut hat. Wenn Sie das Wasser aus dem Schwimmbecken zum Gießen nutzen möchten, sollten Sie eine schnell wirkende Methode bevorzugen.

Chlortabletten

Die Zersetzung der Tabs erfolgt gleichmäßig und benötigt etwas Zeit. Wasserbewegungen beschleunigen den Prozess. Da der Chlorgehalt mit Tabletten nicht exakt dosiert werden kann, sind Chlortabletten weniger gut für kleine Becken geeignet. Es kann schnell dazu kommen, dass der Grenzwert überschritten wird. Wenn Sie das Poolwasser im Garten verwenden möchten, sollten Sie für etwa acht Tage auf die Zugabe von Tabletten verzichten.

Chlorgranulat

Diese lose Form ermöglicht eine genaue Dosierung, sodass der Grenzwert exakt eingehalten werden kann. Granulat löst sich schneller auf als Tabletten, sodass sich das Chlor im Wasser auch wieder schneller abbaut.

Flüssigchlor

Chlor in flüssiger Form ermöglicht ähnlich wie das Granulat eine genaue Dosierung. Sobald es ins Wasser gelangt, zeigt es seine antibakterielle Wirkung ohne

dass es sich vorher zersetzen muss. Abbauprozesse finden sofort statt, sodass das Wasser schneller bereit ist für die Wiederverwendung im Garten.

Stoßchlorung

Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich eine Behandlung des Wassers mit einer sehr hohen Chlorkonzentration. Eine Stoßchlorung wird dann durchgeführt, wenn das Wasser stark verschmutzt ist. Im privaten Umfeld sollte diese Methode nicht durchgeführt werden, da sie gesundheitliche Schäden hervorrufen kann. Das Wasser schädigt auch die Umwelt und sollte nur nach entsprechend langer Lagerung im Garten genutzt werden.

Richtig gießen

Es klingt verlockend, einfach den Stöpsel aus dem Becken zu ziehen und dem Wasser freien Lauf zu lassen. Doch diese Methode birgt einige negative Begleiteffekte, die schnell großen Ärger hervorrufen können:

  • Nachbargrundstücke können überflutet werden
  • Gefahr von Staunässe im Substrat
  • Hanglagen und verdichtete Böden verhindern die Versickerung
  • Wasseransammlungen im Keller möglich

Grundsätzlich sollte nur so viel Poolwasser direkt in den Garten geleitet werden, wie die Grundfläche aufnehmen kann. Unter Umständen kann der Prozess mehrere Tage in Anspruch nehmen. Eine Tauchpumpe erleichtert Ihnen die Arbeit. Hängen Sie das Gerät in den Pool und legen Sie den Schlauch auf die freie Fläche. Auf diese Weise werden kontinuierlich kleine Mengen Wasser abgepumpt, die sich auf der Rasenfläche verteilen. Sie können das Wasser auch für die Bewässerung von Blumenkästen und Kübeln nutzen. Ein Pool mit abgestandenem Wasser eignet sich als hervorragender Wasserspeicher, in den Sie bei Bedarf die Gießkanne eintauchen und Wasser entnehmen können.

Tipp: Je nach Pooltyp sollten Sie das Wasser nie vollständig ablassen, denn es schützt vor allem das Fundament von freistehenden Stahlwandpools vor Frostschäden und gibt diesem Stabilität. Kunststoffpools müssen Sie vor dem Winter komplett entleeren.