Ein Maulwurf ist ein nützliches Tier. Er lockert die Erde auf und der Regen wird so besser aufgenommen. Dabei ist er nett und lässt die Wurzeln unserer Pflanzen in Ruhe. Seine Hügel bestehen aus feinster Erde, perfekt für den Blumentopf. Er vertilgt Schnecken, Stechmücken und anderes Ungeziefer. Sie können dem nichts abgewinnen? Na schön, dann sperren Sie ihn einfach aus.

Der Maulwurf steht unter besonderem Schutz

Ein Maulwurf buddelt etwa drei Jahre lang in seinem Gebiet, dann neigt sich seine Lebenszeit dem Ende zu. Wer die regelmäßig aufgeworfenen Maulwurfshügel nicht so lange ertragen möchte, muss etwas dagegen unternehmen. Doch hier ist Vorsicht geboten! Maulwürfe dürfen weder gefangen noch getötet werden. Davor schützen ihn sowohl das Bundesnaturschutzgesetz (§ 44) als auch die Bundesartenschutzverordnung (§ 1 Satz 1).
Gesetze beachten
Aber wie lässt sich das Problem mit den Maulwurfshügeln lösen, wenn der Maulwurf
am Leben gelassen werden muss? Es gibt nur zwei denkbare Möglichkeiten, seine störenden Hügel loszuwerden:
  • Sie bringen ihn dazu, Ihr Grundstück zu verlassen/nicht zu betreten.
  • Sie hindern ihn daran, Hügel aufzuwerfen.
Hinweis: Wer gegen die Gesetze verstößt und Maulwürfe jagt oder tötet riskiert eine hohe Geldstrafe.

Verschiedene Bekämpfungsmethoden

Es kursieren verschiedene Ratschläge, wie ein Maulwurf vertrieben werden kann. Zum Beispiel mit Geruchsdrops, Schallgerät, Wasserflutungen u. Ä. Das kostet Geld, führt aber erfahrungsgemäß nicht oder nicht dauerhaft zum Erfolg. Ein Geruch verfliegt nach kurzer Zeit, bei störenden Geräuschen und Schallwellen tritt schnell der Gewöhnungseffekt ein. Wasser ist nicht abschreckend genug, Maulwürfe sind gute Schwimmer.

Das Fazit: Der Maulwurf bleibt oder kehrt schon bald zurück und mit ihm seine Hügel, die das eigentliche Problem darstellen.

Anders sieht es aus mit Maulwurfgitter und Maulwurfsperre. Sie versprechen eine Lösung, die von langer Dauer ist. Eine Maulwurfsperre macht die Grenzen des eigenen Grundstücks für Maulwürfe unpassierbar. Das Maulwurfgitter wird unterm Rasen verlegt und verhindert, dass der Maulwurf seine Hügel aufwirft.
Wenn Ihr Garten bereits bepflanzt ist, muss der Aufwand für den nachträglichen Einbau einer Barriere genau abgewogen werden. Die Entscheidung für ein horizontales Maulwurfgitter bedeutet nämlich, dass der Garten anschließend neu angelegt werden muss.

Horizontales Maulwurfgitter

Mit einem Maulwurfgitter, das horizontal unterm Rasen verlegt wird, wird der Maulwurf nicht vom Grundstück vertrieben. Er kann weiterhin seine unterirdischen Gänge buddeln. Allerdings kann er dort, wo das Gitter liegt, nicht mehr an die Erdoberfläche gelangen, um die Erde abzulegen. Dieser Bereich bleibt frei von Maulwurfshügel.

Anforderungen an das Gitter/Netz

Der Boden, auf dem der Rasen wächst, bildet ein eigenes kleines Ökosystem. Das Maulwurfgitter, oder auch Maulwurfnetz genannt, darf dieses Ökosystem nicht gravierend durcheinanderbringen oder stören. Es muss Folgendes sicherstellen:
  • die Graswurzeln müssen ungehindert weiter wachsen können
  • das Gitter darf nicht verstopfen, damit sich keine Staunässe bildet
  • Regenwürmer sollen durchschlüpfen und ihre nützliche Arbeit verrichten können
Das Gitter muss zudem vom Material so beschaffen sein, dass es von langer Lebensdauer ist und vom Maulwurf nicht zerbissen werden kann.

Geeignetes Material

Die Verlegung eines Maulwurfgitters ist eine aufwendige Angelegenheit. Im Idealfall sollte es daher jahrzehntelang halten. Es darf in der feuchten Erde werden spröde werden noch rosten. Hochwertige Gitter werden aus dem Kunststoff Polyethylen mit hoher Dichte hergestellt, dem sogenannten PE-HD.
  • das Gitter ist widerstandsfähig
  • unempfindlich gegen Fette, Alkohol und Säuren
  • knotenfrei
Knotenfrei bedeutet, die Gittermaschen sind ohne Knotenpunkte
hergestellt. Das ist wichtig, weil der Maulwurf die Knotenpunkte verschieben und so das Loch vergrößern könnte.

Optimale Maschenweite

MaulwurfDie richtige Maschenweite zu finden, ist wichtiger als vielleicht zunächst gedacht. Sind die Maschen zu groß, kann der Maulwurf seine Schnauze durchschieben und das Gitter zerbeißen. Dann ist das Gitter vollkommen zwecklos. Sind die Maschen zu klein, wird zwar der Maulwurf abgehalten, allerdings entstehen dafür andere Nachteile. Regenwürmer kommen nicht durch. Die Wurzeln können nicht gut wachsen und verstopfen das Gitter, in der Folge staut sich die Nässe. Als ideale Maschenweite gilt die Größe von 11 mm x 11 mm.

Erforderliches Gewicht

Der Maulwurf gräbt unermüdlich seine Gänge, dabei schafft er pro Stunde mehrere Meter. Die überschüssige Erde bringt er an die Oberfläche. Damit er daran gehindert wird, muss er auf etwas stoßen, was für ihn schwer und unüberwindbar ist. Damit der Maulwurf das Gitter nicht nach oben drücken kann, sollte dieses ein bestimmtes Gewicht haben. 500 Gramm pro Quadratmeter sind ausreichend. Zusammen mit der darüber liegenden Erde ist es schwer genug, um den Maulwurf zuverlässig am Bau der oberirdischen Hügel zu hindern.

Notwendiges Material und Werkzeug

Sie können das Verlegen einer horizontalen Maulwurfsperre in professionelle Hände geben. Eine Gartenbaufirma richtet solche Sperren ein und liefert das notwendige Material gleich mit. Wer jedoch handwerkliches Geschick besitzt und etwas Zeit erübrigen kann, kann das Maulwurfgitter selbst verlegen. Dadurch lässt sich einiges an Geld einsparen. Sie benötigen dann folgendes Material:
  • geeignetes, qualitativ hochwertiges Gitter/Netz
  • stabile Kabelbinder
  • Teppichmesser
  • Stahlnägel/-krampen
  • Drahtbügel
  • Nirosta Schellen
  • Mutterboden und Steine
Maulwurfgitter horizontal verlegen Schritt für Schritt

1. Messen Sie die Fläche aus und besorgen Sie passendes Gitter in ausreichender Menge.

2. Sorgen Sie für einen glatten Untergrund. Glatt ist dabei nicht gleichbedeutend mit flach. Maulwurfgitter kann auch auf hügeligem Gelände verlegt werden.

3. Rollen Sie das Gitter auf dem glatten Boden aus und schneiden Sie es mit dem Teppichmesser zu. An der Grenze muss das Gitter bis zur Erdoberfläche hochgezogen werden.

4. Rollen Sie die nächsten Bahnen aus und schneiden Sie sie passend zu. Die einzelnen Bahnen müssen sich etwa 15 cm überlappen.

5. Fixieren Sie beim Verlegen die Gitter im Abstand von einem halben Meter mit Kabelbindern, Steinen oder Stahlkrampen, damit sie nicht verrutschen können.

6. Befinden sich mitten im Garten ein Fahnenmast, Wäschespinne oder soll später ein Sprinkler eingebaut werden, muss das Gitter drum herum gut befestigt werden, damit der Maulwurf nicht durchschlüpfen kann.

7. Verteilen Sie den Mutterboden auf das Gitter etwa 5 cm hoch. Arbeiten Sie sich vom Rand aus, ohne das Gitter direkt zu betreten. Das Gitter darf dabei nicht verschoben werden.

Tipp: Das Gitter, welches an Hauswände angrenzt, sollte 20 cm nach unten geklappt und verlegt werden. Schneiden Sie es daher nicht zu knapp zu.

Vertikale Maulwurfsperre

MaulwurfshügelDie vertikale Maulwurfsperre an der Grundstücksgrenze nimmt nicht so viel Raum ein, wie das horizontale Maulwurfgitter, daher muss es nicht so viele Anforderungen erfüllen.

Material

Auch die vertikale Maulwurfsperre ist über Jahre hinweg der Witterung ausgesetzt. Kälte, Wärme und Feuchtigkeit dürfen nicht an ihr nagen, ebenso wenig der Maulwurf. Der Kunststoff Polyethylen mit der Bezeichnung PE-HD ist dafür ebenfalls gut geeignet. Dabei steht HD für "High Density", was hohe Dichte bedeutet. Die Maschen des Gitters müssen zudem knotenfrei geformt sein. Knoten könnte der Maulwurf verschieben, dadurch das Loch ausweiten und durchschlüpfen.

Maschenweite

Da das Gitter vertikal verlegt wird, ist muss auf das
Wachstum der Graswurzeln keine besondere Rücksicht genommen werden. Die Maschenweite darf ruhig kleiner als 11 mm x 11 mm ausfallen. Eine engere Maschenwahl hätte sogar den Vorteil, dass die Sperre an der Rasenkante zusätzlich auch als Wurzelsperre dienen kann.

Gewicht

Das Gewicht der Maulwurfsperre ist ein entscheidender Faktor für dessen Stabilität. Genau wie beim horizontalen Maulwurfgitter sollte das Gewicht 500 Gramm pro Quadratmeter betragen. Dann reicht die Kraft des Maulwurfs nicht aus, es zu verschieben.

Notwendiges Material und Werkzeug

Wenn Sie keine Gartenbaufirma mit der Errichtung der Sperre beauftragen und sie lieber selbst bauen möchten, benötigen Sie zuvor ein geeignetes Gitter und Werkzeug.
  • qualitativ hochwertiges Gitter, das sich für die senkrechte Nutzung eignet (mind. 50 cm hoch)
  • Spaten und Schaufel
  • Bretter und Nägel
  • ggf. starken Kunststoffkleber

Maulwurfsperre errichten Schritt für Schritt

MaulwurfDie meisten Maulwurfsperren werden als Rolle mit einer Tiefe von 50 cm verkauft, weil Maulwürfe selten tiefer graben.

1. Graben Sie entlang der Grenze einen Graben, der etwa 2 cm tiefer ist als die Maulwurfsperre. Die obere Kante der Sperre sollte also knapp 2 cm unter der Erdoberfläche liegen.

2. Rollen Sie die erste Gitterrolle im Graben aus.

3. Rollen Sie weitere Gitterrollen aus, so, dass sie miteinander etwa 15 cm überlappen. Das Gitter darf keine Wellen aufwerfen.

4. Fixieren Sie die überlappenden Enden, damit diese nicht verrutschen und sich dadurch ein Loch auftun kann, durch das der Maulwurf später hindurchschlüpfen kann.

5. Verfüllen Sie den Graben wieder mit Erde auf. Die Erde übt Druck auf die Sperre aus, verleiht ihr so Stabilität und hält sie am Platz.

Tipp: Die Gitterenden zweier Bahnen können Sie gut mit einem Kunststoffkleber verbinden. Oder Sie legen ein Brett in den Graben und nageln die Gitterenden überlappend dran.