Egal, ob Meisen, Rotkehlchen oder Stare - um Eier legen, brüten und ihre Jungen aufziehen zu können, benötigen Vögel einen sicheren Nistplatz. In unserer modernen Kulturlandschaft werden diese aber immer seltener. Von Menschen gemachten und aufgehängten Nistkästen kommt deshalb eine große Bedeutung für den Fortbestand der Tiere zu. Damit das allerdings klappt, müssen beim Aufhängen unbedingt ein paar Punkte beachtet werden.

Nistkasten

Unter einem Nistkasten versteht man eine künstlich geschaffene Konstruktion, die Vögeln einen gesicherten Hohlraum bietet, in dem sie ein Nest bauen und ihren Nachwuchs großziehen können.
Nistkasten ist jedoch nicht gleich Nistkasten.

Soll heißen: Nicht jede Form eignet sich auch für jede Vogelart. Allerdings lässt mit einer Form, die dem klassischen Starenkasten folgt, für die meisten bei uns vorkommenden Vogelarten ein sicherer Brutraum bauen. Dabei kommt der Größe und vor allem dem Durchmesser des Einfluglochs freilich eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. Die Tiere müssen schließlich genügend Platz für ein Nest haben und überhaupt erst in den Kasten gelangen können.

Als Faustregel gilt: Umso größer die Vogelart, desto größer müssen auch der Nistkasten und das Einflugloch sein.

Tipp: Bevor man an den Bau oder den Kauf eines Nistkastens geht, beobachtet man am besten, welche Vogelarten im Garten häufig vorkommen und trifft dann erst eine Entscheidung.

Standort

Der ideale Standort für einen Nistkasten muss vor allem zwei Voraussetzungen erfüllen: Er sollte unbedingt Sicherheit vor Fressfeinden bieten und geschützt vor den Widrigkeiten des Wetters sein. Die gefährlichsten Fressfeinde für Vögel sind Katzen und Marder. Vor allem durch Katzen kommen jedes Jahr Hunderttausende von Vögeln zu Tode. Es ist daher entscheidend, einen Nistkasten außerhalb der Reichweite dieser Tiere zu platzieren.

Das Problem dabei: Katzen sind exzellente Kletterer, die locker auch einen Baum erklimmen können. Dennoch ist ein Nistkasten, der in einer Höhe von zwei bis Fünf Metern hängt in der Regel ausreichend vor dem Zugriff einer Katze geschützt. Ganz ähnlich verhält es sich mit Mardern. Grundsätzlich eignen sich folgende Objekte, um daran Nistkästen zu befestigen:
  • Bäume
  • frei stehende Pfähle und Masten
  • Außenwände von Häusern, Garagen
    und Schuppen
  • Dachvorsprünge
Neben dem Schutz vor Fressfeinden, spielt bei der Standortwahl auch der Wetterschutz eine große Rolle. Es sollte auf gar keinen Fall über das Einflugloch in den Kasten regnen können. Außerdem sollte er vor zu starkem Wind geschützt sein.

Himmelsrichtung

NistkastenDer zentrale Aspekt, um einen Nist- bzw. Starenkasten zuverlässig vor den Unwägbarkeiten des Wetters zu schützen, ist die Himmelsrichtung, in die er ausgerichtet wird. Er sollte nach Möglichkeit unbedingt an einer windgeschützten Stelle angebracht werden - und zwar so, dass die Einflugöffnung nach Norden, Nordosten oder Osten zeigt. Auf gar keinen Fall sollte sie nach Süden weisen, da dies zu einer starken Erwärmung im Inneren des Kastens durch die Sonne führen kann. Die Himmelsrichtung bzw. die Ausrichtung des Einfluglochs gilt von den Meisen über die Rotkehlchen bis hin zu den Staren für alle Vogelarten.

Zeitpunkt

Einen neuen Nistkasten hängt man am besten schon im Herbst oder Spätherbst des Vorjahres auf. Zwar wird ihn kein Vogel zu diesem Zeitpunkt nutzen, jedoch wird er bis zum Frühjahr mögliche Eigengerüche, die die Tiere irritieren könnten, loswerden. Spätestens im Februar sollten Nistkästen dann unbedingt an ihrem Platz sein.

Aufhängen

Grundsätzlich bieten sich zwei Methoden an, um Nistkästen sicher aufhängen zu können. Da ist zum einen die klassische Hängung, bei der der Kasten an einem Nagel, einem Haken der auch einfach nur einem Ast aufgehängt wird.

Tipp: Wer einen Nistkasten mittels eines Nagels an einem Baum aufhängen möchte, sollte dafür unbedingt einen Nagel aus Aluminium verwenden. Dadurch lassen sich gravierende Schädigungen des Baums verhindern.

Die zweite Methode, um Nistkästen aufzuhängen basiert auf Scharnieren oder Schlingen. Scharniere kommen häufig zum Einsatz, wenn der Kasten an eine Wand angebracht werden soll. Drahtschlingen wiederum eigenen sich perfekt für die Montage an Bäumen und anderen runden Objekten. Bei Bäumen sollte die Schlinge allerdings ummantelt werden, um zu verhindern, dass der Draht in die empfindliche Rinde schneidet und so den Baum beschädigt. Als Ummantelung kann beispielsweise ein alter Gartenschlauch dienen. Wichtig ist auch, die Schlinge bzw. die Schlingen wirklich festzuziehen, um zu gewährleisten, dass der Nistkasten auch an seinem Platz verbleibt und nicht abrutscht.

Abstand

Möchte man mehrere
Nistkästen gleichzeitig aufhängen, tut man gut daran, zwischen ihnen ausreichend Abstand zu halten. Auch wenn uns Vögel als sehr friedliebende Lebewesen erscheinen, geht es unter ihnen mitunter nicht ohne Konflikte ab. Vor allem dann, wenn die Tiere brüten reagieren sie auf Artgenossen und vor allem andere Vogelarten mitunter feindlich. Sie verteidigen dabei ihr Territorium, in dessen Mittelpunkt nun mal das Nest liegt. Der Abstand zwischen zwei Nistkästen sollte daher mindestens drei Meter betragen. Besser ist allerdings eine Entfernung von zehn Metern.

Reinigung

Vögel sind zwar problemlos in der Lage, ein Nest in einem Nistkasten zu bauen. Sie können das Nest aber nachdem die Jungtiere flügge sind nicht mehr entfernen. Genau das aber ist notwendig, um den Kasten von Kot- und Futterresten zu befreien. Nachdem sichergestellt ist, dass er nicht mehr genutzt wird, muss ein Nist- oder Starenkasten komplett ausgeräumt und gereinigt werden. Die Reinigung erfolgt dabei ausschließlich mit warmen Wasser und einer Bürste. Reinigungsmittel sollten nicht zum Einsatz kommen. Ohne diese Reinigung besteht einerseits die Gefahr, dass sich Krankheitskeime bilden. Andererseits kann es auch sein, dass die Tiere einen verschmutzten Kasten im kommenden Jahr einfach nicht annehmen wollen.