Was sind Algizide? - Bekämpfung von Algen

Was sind Algizide? - Bekämpfung von Algen Ärgernis für Teichfreunde: Grüne Algen im WasserEs ist ein bekanntes Problem: nach feuchten Tagen beginnt ein unerwünschter Algenwuchs zwischen Pflastersteinen und auf anderen erdigen Wegen. Auch an Hauswänden können sich Algen festsetzen oder in kleinen Teichanlagen Schaden anrichten. Nicht nur ästhetisch werden sie dann zu einem Problem, die Stabilität der betroffenen Stellen muss darunter leiden.

Diese Algen sind meist nicht mehr wegzubekommen, nicht nur, dass sie kaum herauszukratzen sind, sie

vermehren sich auch noch. Zusätzlich produzieren sie organische Stoffe, die das Pilz- und Bakterienwachstum fördern, welche für Krankheiten von Pflanzen verantwortlich sind. Mit Algiziden kann man diese lästigen Algen erfolgreich bekämpfen.

Wirkstoffe und Anwendungsbereiche

Algizide gehören zu den Bioziden und können gefahrlos überall angewandt werden. Die Wirkstoffe der Herbizide sind zumeist:
  • Simazin (zu kaufen unter dem Handelsnamen Simazin oder Ydrazin),
  • Atrazin (oder Wonuk),
  • Desmetryn (auch Tpousyn),
  • Dichlorophen,
  • Kupfersulfat,
  • Kupferoxychlorid (genannt Spritz Cupral),
  • Benzalkoniumchlorid,
  • Pelargonsäure
  • und Cybutryn.
Früher wurde auch DCMU eingesetzt. Es ist jedoch seit 1997 nur eingeschränkt zur Verwendung zugelassen und sollte nach Möglichkeit aufgrund vermuteter Gesundheitsschädlichkeit gemieden werden. 

Je nach Anwendungsbereich sollten unterschiedliche Algenvernichter eingesetzt werden. So werden im Garten vorwiegend Produkte mit dem Wirkstoff Pelargonsäure verwendet, während bezalkoniumchloridhaltige Herbizide eher im Schwimmbad benutzt werden. Es existieren sowohl vorbeugende Algizide als auch solche, die im Nachhinein Algen abtöten. Sie beugen dem Wachstum neuer Algen vor. Je nach Produkt können die Algizide chlorfrei oder chlorhaltig sein. Chlorhaltige Produkte sollten eher im Schwimmbecken, nicht aber im Gartengebrauch eingesetzt werden, da diese stark oxidierend sind und daher toxisch wirken.

Umweltfreundlichkeit

Früher gab es biologisch schwer abbaubare Algizide, die in das Trinkwasser gelangt sind und so Lebensmittel verunreinigt haben. Diese teilweise quecksilberhaltigen Produkte sind seit längerer Zeit nicht mehr in Deutschland zugelassen. Heute sind die meisten umweltfreundlich und nicht gesundheitsschädlich. Da sie aber biologisch abbaubar sind, müssen sie immer wieder erneut eingesetzt werden, weil sie sonst ihre Wirkung verlieren.

Anwendung von Algiziden

Die Anwendung ist nicht bei allen Produkten auf dieselbe Weise
durchzuführen. Für gewöhnlich findet man Anwendungshinweise auf den Packungen. Im Notfall kann man sich beim örtlichen Botaniker erkundigen. Normalerweise wird einfach eine festgelegte Menge des Produktes auf die zu behandelnde Stelle aufgetragen bzw. in das Wasser geschüttet. Dieser Vorgang wird zumeist einmal pro Woche durchgeführt. Die regelmäßige Wiederholung ist wichtig, da sich sonst erneut Algenkulturen ausbilden können.

Bei vielen Produkten ist eine Befreiung der Stelle von den Algen im Vorhinein empfehlenswert bzw. notwendig. Es gibt auch die Möglichkeit, professionell Algen entfernen zu lassen, diesen Dienst bieten einige botanische Fachhandel, allerdings ist das nicht zwingend notwendig und kann auf die Dauer kostspielig werden.

Alternative Mittel

Algizide müssen nicht immer auf teurer chemischer Basis sein. Je nach Anwendungsbereich können auch Haushaltsmittel als entsprechende Herbizide eingesetzt werden:
  • So kann man Grapefruitkernextrakt, erhältlich im Reformhaus, ebenso wie einige Haushaltsreiniger auf Chlorbasis (hier wieder Vorsicht mit der toxischen Wirkung!) oder die zahnreinigenden Corega Tabs für die Behandlung der Algenkulturen verwenden.
  • Auch konzentrierte Salzsäure oder verdünntes Wasserstoffperoxid töten die unerwünschten Algen ab. Hierbei sollte man jedoch sehr vorsichtig sein, Schutzbrille, Schutzhandschuhe und ein

    ruhiger Umgang sind notwendig.
Auch gegen Algen auf Steinplatten gibt es AlgizideFür alle aufgelisteten Alternativ-Mittel gilt, dass man sie im Nachhinein immer mit fließendem Wasser abspülen sollte.

Kosten von Algiziden

Die Kosten für die chemischen handelsüblichen Algizide pendeln sich meist im Bereich von 30 Euro pro Liter ein. Ein Liter sollte für dreißig bis vierzig Liter zu behandelndes Wasser ausreichen - je nach Intensität des Algenbefalls. Es gibt jedoch auch sehr kostengünstige Algenverhüter, die pro fünf Liter um die zwölf Euro kosten. Grundsätzlich sind Algenvernichter kostspieliger als Algenverhüter.

Für welches Algenvernichtungsmittel man sich letztendlich entscheidet, bleibt einem selbst überlassen. Man sollte jedoch unter allen Umständen etwas gegen einen Algenbefall unternehmen, da dieser sich sonst verbreitet und Schaden anrichtet.

Wissenswertes zu Algiziden in Kürze
  • Algizide gehören zu den Bioziden und wirken gegen Algen. Sie finden überwiegend in Schwimmbädern, am Bau in Fassadenanstrichen und Dämmmaterialien, in Kühltürmen oder in Antifoulinganstrichen von Schiffsrümpfen Anwendung. Des Weiteren kommen Algizide zur Algenbekämpfung in Wasserreservoirs und Brunnen, in Wassertanks, Wasserkaskaden, in Wärmeaustauschern und Kühltürmen zum Einsatz.
  • Algizide besitzen eine algenabtötende Wirkung und bekämpfen gleichzeitig das Wachstum neuer Algen. Die meisten Algizide sind frei von Chloriden und Sauerstoffabspaltern und sind nicht korrosiv. Des Weiteren sind sie biologisch gut abbaubar, hautfreundlich und umweltschonend.

  • Die Anwendung der handelsüblichen Algizide ist recht einfach. Auf den Packungen sind jeweils Hinweise gegeben, in welchem Verhältnis das Algizid eingesetzt werden sollte. In der Regel ist eine wöchentlich Zugabe auseichend, um das Wasser algenfrei zu halten. Vor der Benutzung sollte das zu behandelnde System gründlich gereinigt und alle vorhandenen Ablagerungen entfernt werden.
  • Kommt es trotz einer gründlichen Säuberung und einer vorschriftgemäßen Dosierung zu einem erneuten Algenwuchs, sollte eine erneute Dosierung wie bei der ersten Anwendung erfolgen.