Koriander-Anbau, Coriandrum sativum - Pflanzen und Pflege

Koriander erinnert mit seiner Farbe und Blattform an PetersilieDer Coriandrum sativum - auch Echter Koriander genannt - ist in den Küchen verschiedenster Kulturen beliebt und wird oft zur Verfeinerung des Geschmacks genutzt. Die Pflanze bietet nicht nur schmackhafte Blätter, sondern auch im Aroma kraftvolle Samen, die besonders in der ostasiatischen sowie orientalischen Küche eingesetzt wird. Die Pflege der Pflanze ist verhältnismäßig anspruchslos und erfordert lediglich ein gewisses Vorwissen über Standort und Düngemethoden. Wenn während der Keim- und Jungpflanzen-Phase alle Tipps eingehalten werden, wird

die Ernte ergiebig und lohnend.

Substrat und Boden

Die Saat der Koriander-Pflanze erfordert keine spezifischen Vorgaben. Auch ein lehm- oder sandhaltiger Nährboden genügt der Saat. Da die Pflanze relativ anspruchslos ist, ist auch eine Mehrfachverwendung desselben Nährbodens über mehrere Jahre hintereinander möglich, was dem Hobbygärtner Arbeit und Geld erspart.

Aussaat

Da der echte Koriander leichten Frost verträgt, kann die Aussaat der Samen recht früh erfolgen. Für eine optimale Ernte empfiehlt sich die Aussaat zwischen Mitte und Ende März - allerspätestens Anfang April. Der Coriandrum sativum ist ein Dunkelkeimer, das heißt, die Samen sollten in 1-2 cm Tiefe ausgesät werden. Die Samen sollten in Reihen angeordnet werden, die jeweils einen ca. 20-25 cm großen Abstand voneinander haben.

Pflege während der Keimphase

Damit die Keime des Korianders ideal sprießen, sollten die Temperaturen des Standortes während der Keimphase zwischen 5 °C und 25 °C betragen. Die Keimphase beträgt knapp zwei bis drei Wochen. Danach sollten die Sprösslinge zum größten Teil durch die Erde dringen. Während der Keimphase benötigen die Samen die höchste Wasserzufuhr. Es sollte auf eine regelmäßige, reichhaltige Wasserzufuhr geachtet werden, ohne dabei Staunässe herbeizuführen.

Standort

Der Standort für den Koriander sollte die ideale Feuchtigkeit bieten. Wenngleich es sich bei der Pflanze um ein eher anspruchsloses Projekt handelt, sollte dennoch Trockenheit unter allen Umständen vermieden werden. Diese kann schnell zu einem Trockenstress führen, welcher dann eine verfrühte Streckung der Triebe herbeiführt. Deshalb ist ein sonniger bis halbschattiger Standort  für den echten Koriander empfehlenswert. Idealer Weise scheint die Sonne an dem Standort zu den  Morgenstunden. In den Nachmittagsstunden sollte es dann eher schattig sein.

Korianderblatt mit seinen typischen KonturenIm Treibhaus

Für viele Hobbygärtner wird auch das Gärtnern in Gewächshäusern immer attraktiver. Im Gewächshaus lässt sich der Coriandrum sativum früher aussäen und dementsprechend früher ernten. Hier kann man auch überlegen, ob man die Samen anstatt direkt in dem Nährboden lieber in einer Topfkultur anlegt. Für eine frühe Ernte empfiehlt sich eine Presskultur, die jedoch ein gewisses Maß an Geschick und Anspruch voraussetzt. Im Falle einer Aussaat im Treibhaus sollte gegebenenfalls ein Sonnenprotektor eingesetzt werden. In jedem Fall sollte auch bei einer Aussaat im Treibhaus auf eine ausreichende Wasserzufuhr geachtet werden.

Allgemeine Pflege

Wie bereits oft erwähnt, handelt es sich beim Coriandrum sativum um eine äußerst pflegeleichte Pflanze. Dennoch sollten einige Hinweise zur Pflege beachtet werden, um eine erfolgreiche Ernte im Spätsommer einzufahren. Besonders im Jungstadium der Pflanze sollte eine hohe Frequenz der Wassergabe eingehalten werden. Später, wenn die Pflanze über die wesentliche Keim- und Sprießphase hinausgewachsen ist, sollte zwar weiterhin regelmäßig, aber insgesamt weniger Wasser zugeführt werden. Koriander ist

sehr schwach im Konkurrenzkampf mit Unkraut, deswegen sollte jegliches Unkraut nach Möglichkeit umgehend entfernt werden. Tipp: Um das lästige Unkrautjäten zu minimieren, hilft eine dünne Mulchschicht zwischen den Jungpflanzen.

Sollten schwache Keimlinge entdeckt werden, sind diese ebenfalls schnellstmöglich zu entfernen, da diese sonst den anderen Sprösslingen wichtige Nährstoffe entziehen. Allgemein sollten des Weiteren die folgenden Dünge-Tipps beachtet werden.

Düngen

Ein sehr beliebtes und wirksames Düngemittel zur Förderung des Wachstums und der Pflanzenqualität ist Kompost. Diesen in dünnen Schichten entlang der Saat-Reihen verteilen und auf gleichmäßige Dicke achten. Ebenfalls sehr effektiv ist Flüssigdünger - allerdings ist dieser in Maßen zu genießen. Vor der Aussaat können einige Maßnahmen getroffen werden, die das Wachstum der Pflanze erheblich verbessern. Am besten sollte der Boden vor der Aussaat umgegraben und mit einer 5 bis 8 cm dicken Dung- oder Mulchschicht angereichert werden. Algenkalk im Boden
stärkt die Pilz- und Insektenabwehr und fördert den Nährboden.

Ernte

Die Ernte der Koriander-Blättchen und -Samen erfolgt für gewöhnlich ca. 24 Wochen nach Aussaat, d.h. im Spätsommer zwischen Ende Juli und Anfang August. Idealer Weise wird die Ernte von oben nach unten durchgeführt, also sollten die obersten Blätter als erstes gepflückt werden. Wird dieser Hinweis nicht beachtet, kommt es Koriander kann etwa ein halbes Jahr nach der Aussaat geerntet werdenhöchstwahrscheinlich zu einer erneuten Blütenbildung, was die Entwicklung neuer Triebe verhindert. Die Samenstände werden üblicher Weise schon kurz vor der Vollreife geerntet. Die beste Zeit zur Samenernte ist der frühe Morgen. Den Rest des Tages sollten die geernteten Samen auf einem Papier trocknen. Im Laufe dieses Tages lösen sich die Samen von selbst und können in einem trockenen Baumwollsäckchen zu Ende reifen.

Koriandersamen

Wer gezielt die Samen des Korianders ernten will, beginnt im Monat April mit dem Vorziehen der Pflanzen im Haus. Wenn man die Setzlinge dann im Freiland auspflanzen will, wählt man einen recht sonnigen, windgeschützten und warmen Standort. Der Abstand der einzelnen Pflanzen soll für diesen Zweck circa 20 cm betragen.

Bis auf gelegentliches Hacken zur Unkrautbeseitigung und zum Lockern der Erde stellen die Korianderpflanzen keine weiteren Ansprüche. Das Kraut mit den reich verzweigten Trieben wird etwa 70 bis 90 cm hoch werden und im Hochsommer werden einständige, weiße bis zart rosa Blütendolden entstehen. Aus diesen Blüten entwickeln sich anschließend die Samen des Korianders. Sie verfügen über reichlich ätherisches Öl. Wenn sich die Samenkörner braun verfärben, ist es Zeit zur Ernte. Zögerlich darf man auch hier nicht sein, denn sonst fallen die Samen aus.

Die Erntezeit liegt meist im August bis September:
  • Man schneidet die Samenstände ab,
  • hängt sie dann zum Nachtrocknen auf oder
  • man lässt die Samen an einem trockenen Ort in einem luftigen Baumwollbeutel ausreifen.
Krankheiten

Eine der häufigsten Erkrankungen bei der Koriander-Pflanze bildet die Doldenwolke bzw. der Doldenbrand. Dieser wird durch einen Pilz erzeugt, die die Blätter stark welken lässt und die Pflanze schließlich abtötet. Gerade bei der Vorbeugung der Doldenwolke ist die Einhaltung einer nicht zu hohen Feuchtigkeit ausschlaggebend, da diese die Bildung des Pilzes stark fördert. Da augenblicklich kein Gegenmittel gegen den Pilz bekannt ist, sollten alle befallenen Pflanzen umgehend und restlos entfernt werden. Im Folgejahr sollte unter allen Umständen ein neuer Boden angelegt werden, um eine erneute Bildung des Pilzes zu verhindern. Natürlich ist auch der echte Mehltau eine ernste Bedrohung für die Pflanze. Hier ist ebenfalls auf eine mäßige Feuchtigkeit des Nährbodens zu achten. Im besten Fall sollte nicht abends gegossen werden, da sonst die Erde über Nacht sehr feucht bleibt und Mehltau fördert. Sollte dennoch der echte  Mehltau auftreten, lässt sich mit ...
  • Backpulver
  • Spülmittel
  • Speiseöl
  • Wasser
... ein effektiver Anti-Mehltau Sprühmittel herstellen.

Koriander kann in der Küche vielseitig verwendet werdenHäufig gestellte Fragen
  • Kann man Koriander noch essen, wenn dieser von Mehltau befallen ist? - Ja, allerdings sollte der Mehltau vor dem Verzehr gründlich mit Wasser abgespült werden.
  • Wie kann man Flüssigdünger für die Pflanze zu Hause herstellen? - Man vermische stärkehaltiges Wasser, Kaffeesatz, Eier- und Zwiebelschalen, Löwenzahn und Brenneseln und warte zwei Wochen.Koriander (Coriandrum sativum) stammt aus dem Orient, deshalb nennt man die sehr alte Kulturpflanze auch manchmal „indische Petersilie“. Zusammen mit Kümmel und Bockshornklee kam Koriander vom indischen Subkontinet auch auf unsere heimischen Kräuterbeete.
Wissenswertes zu Koriander in Kürze

Pflanzen
  • Wer die frischen Blättchen des Korianders verwenden will und weniger Wert auf die Samen der Gewürzpflanze legt, zieht sie sich am besten selbst aus Samen oder setzt junge Pflanzen aus der gut sortierten Gärtnerei.
  • Ab Mitte Mai, nachdem sich der Boden erwärmt hat, können die Samen ausgesät werden. Schon jetzt kann ein Pflanzenabstand von etwa 5 cm einkalkuliert werden. Man kann die Jungpflanzen aber auch später vereinzeln.
  • Nach etwa 3 Wochen wird der im Freiland ausgebrachte Koriander keimen. Da jeweils 2 Samen enthalten sind, können auch 2 Keimlinge aus einem Korn wachsen. Den jeweils kleineren und schwächeren Keimling soll man entfernen.
  • Noch früher lassen sich Korianderpflanzen im schützenden Haus vorziehen oder im Blumentopf aussäen. Dann verkürzt sich die Keimzeit auf 2 Wochen.
Mit dem Verpflanzen in das freie Gartenland sollte anschließend nicht übermäßig lange gewartet werden. Der schnell und recht lang ausgebildeten Wurzeln wegen reagiert die junge Korianderpflanze womöglich empfindlich. Wer Koriander im Blumentopf ziehen will, sollte die Kräutererde vorher mit etwas Sand mischen. Später gehören die Kräutertöpfe am besten auf den Balkon oder die Terrasse, weil Koriander stark und herb riecht.
  • Trocken werden sollten die Jungpflanzen nicht. Sehr sonnige Standorte müssen gegebenenfalls zusätzlich beschattet werden.
  • Sind die Pflanzen größer, vertragen sie durchaus auch trockenere Phasen.
  • Staunässe ist Gift für sie – egal, ob sie im Freiland oder im Blumentopf kultiviert werden.
Verwendung
  • Sowohl das Kraut als auch die Samen des Korianders können verwendet werden, um Suppen, Fleisch- und Fischgerichte, Salate, Kohl und Sauerkraut raffiniert zu würzen.
  • Darüber hinaus ist Koriander klassischer Bestandteil von Lebkuchen- und Brotgewürz sowie indischer Currymischungen.
  • Frische Blätter haben ein zitrusartiges Aroma und bereichern traditionell neben den indischen Gerichten auch die klassische arabische, mexikanische und chinesische Küche.
  • Koriandersamen verfügt über lindernde und heilende Wirkung gegen Völlegefühl und Blähungen. Im Mix mit Kardamom und Kümmel erhält man einen wohltuenden Verdauungstee.
  • Nicht unerwähnt bleiben soll der Zierwert der schönen Blütendolden des Korianders im Gartenbeet genauso wie im Blumenstrauß. Allerdings liebt nicht jeder den herben Koriandergeruch.