Berberitze - Pflege, Schneiden als Hecke

Berberitze als Hecke oder Strauch
Berberitzen sind beliebte Sträucher für naturnahe Hecken. Mit ihren hübschen Blüten und Beerenfrüchten und ihren warmen Herbstfarben bieten sie das gesamte Jahr hindurch einen schönen Anblick.

Die Gattung Berberitze umfasst ungefähr 450 laubabwerfenden und immergrüne Sträucher mit büschelig stehenden Blättern und kleinen Hängeblüten, die einzeln oder in großen Blütenständen zu finden sind. Viele Arten haben kräftige Dornen. Die meisten arten stammen aus dem asiatischen Raum, und wenige sind in Südamerika heimisch. Etwa ein Dutzend Arten und viele Zuchtformen sind beliebte Gartensträucher.
Berberitze- Arten werden unter den

Namen Berberitze oder Sauerdorn geführt. Der Name Berberis rührt von dem arabischen Wort berberys her und bedeutet Beeren. Berberis gehören zur Familie der Familie der Berberidacea oder Sauerdorngewächse, verwandte Gattungen sind Mahonia und Epimedium.
Die dicksten Zweige des auch bei uns heimischen B. vulgaris liefern ein hochwertiges Holz, das für handwerkliche Arbeiten benutzt wird. Darüber hinaus gewinnt man aus der Pflanze einen gelben Farbstoff zum Färben von Leder und Wolle.

Im Garten dienen Berberitzen ausschließlich dem Schmuck. Die Beeren sind ungiftig, jedoch nicht zum Verzehr zu empfehlen. In manchen Regionen Frankreichs gewinnt man aus den Beeren von B. vulgaris ein schmackhaftes Gelee.

Arten und Sortenauswahl
Berberitzen treiben leuchtendgelbe oder orangefarbene Frühlingsblüten, grüne, goldene, bronzefarbene oder purpurrote, oft stechpalmenähnliche, kleine Blättchen und im Spätsommer oder Winter rote oder blauviolette Beerenfrüchte.
Die Höhe und Breite der Berberitzen variieren von 30- 210cm. Die Wuchsform ist ebenfalls sehr unterschiedlich- es gibt aufrechte, runde sowie kriechende Formen.

Immergrüne Arten tragen das ganze Jahr hindurch ihre glänzenden dunkelgrünen Blätter, während viele Laubabwerfende Formen wegen ihrer prächtigen Herbstfarben- meist Rot oder Orange- geschätzt werden. Die Blattunterseiten vieler Berberitzenarten sind silbrig behaart oder auch bläulich. Die Blätter sind meist nur ungefähr 3cm lang und am Rand häufig mit spitzen stacheln besetzt. Nur einige arten, wie etwa B. gagnepainii, besitzen schmale, bis zu 10cm lange Blätter. Die Dornen an den hölzernen Trieben der meisten Berberitzen  sind 2- 4cm lang, sehr spitz und erscheinen meist in Dreiergruppen. Die 5-20cm großen Blüten stehen einzeln oder in 2,5 - 7,5cm großen Blütenständen.

Der richtige Standort
Berberitzen gedeihen auf den meisten durchlässigen Böden- unter sauren, neutralen oder alkalischen Bedingungen, selbst auf flachgründigen Kalkböden. Lediglich staunasse Böden sind ungeeignet. Vor dem Pflanzen sollte daher bei zu feuchten Standorten die Dränage verbessert werden. Trockenzeiten von kurzer Dauer überstehen die Sträucher dagegen meist problemlos, so
dass man sie auch nahe einer Mauer setzen kann. Laubabwerfende Arten benötigen vollsonnige Standorte, damit sich ihr buntes Herbstlaub und die Beerenfrüchte gut entfalten können, immergrüne Arten gedeihen hingegen auch im Halbschatten zufrieden stellend. Die Berberitzenarten und - sorten sind mehrheitlich extrem winterhart und können daher auch in unseren Breitengraden überall gepflanzt werden. Sie sind zudem relativ resistent gegen Salzluft und hohe Luftverschmutzung, so dass sie sich selbst in Küstengebieten und Großstädten wohl fühlen.

Pflanzung
In Töpfen gezogene Jungpflanzen können das ganze Jahr hindurch ins Freiland gepflanzt werden, sofern kein Frost herrscht bzw. zu erwarten ist. Am besten pflanzt man Laubabwerfende Arten zwischen Herbstmitte und Spätherbst, immergrüne Arten von Frühherbst bis Herbstmitte oder im Frühjahr.
Der Boden im Pflanzloch sollte vor der

Pflanzung mit einem Spaten voll gut verrottetem Gartenkompost oder Stallmist angereichert werden. Alle Pflanzen werden stets so tief in den Boden gesetzt, wie sie in der Baumschule standen. Die Setzlinge werden gut angedrückt und reichlich gewässert, da Jungpflanzen nie völlig austrocknen dürfen.

Pflege
Wenn die Pflanzen gut angewachsen sind, benötigen sie nur noch wenig Pflege. Selbst ein regelmäßiger Schnitt ist nicht notwendig, lediglich zu große oder sperrig gewachsene Sträucher erhalten einen leichten Formschnitt. Immergrüne Arten schneidet man sofort nach der Blüte, Laubabwerfende im Spätwinter. Beim Schneiden empfiehlt sich das Tragen von Arbeitshandschuhen, da die spitzen Dornen sehr schmerzhafte Wunden verursachen können. In einigen Fällen besteht auch durch mikroskopisch kleine Pilze oder Bakterien auf den Dornen die Gefahr von Hautinfektionen.

Vermehrung
Berberitzen können aus den Samen reifer Beeren gezogen werden. Die Jungsträucher weisen bei dieser Art Vermehrung jedoch nicht immer die gleichen Merkmale wie die Elternpflanze auf. Dies ist besonders dann der fall, wenn in Ihrem Garten oder in der Nachbarschaft noch andere Berberitzenformen wachsen, da die Pflanzen von Insekten bestäubt werden und so Kreuzungen entstehen.
Die Samen werden im Spätherbst direkt in ein Vermehrungsbeet im Freiland, in Töpfe oder ins Frühbeet gesät.
Zuverlässiger als die Vermehrung mit Samen ist die durch etwa 7,5 cm lange Stecklinge von Seitentrieben im Spätsommer oder Frühherbst, am besten wurzeln Anstecklinge.

Schädlinge und Krankheiten
Berberitzen werden zwar nur selten von Schädlingen befallen, doch leider sind einige Arten Träger für eine ansteckende Rostkrankheit, so dass in ländlichen Regionen der USA Berberis- Sträucher von den Landwirtschaftsbehörden bereits gezielt vernichtet wurden.
Berberitzen werden manchmal von Hallimasch befallen. Da es kein Mittel gibt, müssen die Pflanzen sofort vernichtet werden. Dieser parasitäre Pilz wird meist bis zur Bildung der ersten honigfarbenen Fruchtkörper an der Stammbasis nicht bemerkt. Danach wachsen lange, schwarze Fäden in den umliegenden Boden ein.

Beliebte Arten und Sorten
Reiche Blütenpracht; B. darwinii - goldorangefarbene Blüten; immergrün, bis zu 2,1m, offene Wuchsform
Schönes Sommerlaub; B. thunbergii Aurea - Blätter golden; bis zu 1m, buschig
Schönes Herbstlaub; B. thunbergii- Sorten - meist leuchtende Rottöne; 0,3 - 2,1 m; unterschiedliche Wuchsform
Schöne Beerenfrüchte; B. darwinii - pururblaue Beeren; bis zu 2,1m, offene Wuchsform