Palmkätzchen - Pflege, Schneiden und Vermehren

Die unter Naturschutz stehenden Palmkätzchen sind ein Muss für jeden Hobbygärtner, denn werden diese im eigenen Garten kultiviert, kann die Art erhalten bleiben. Bekannt wurden die Sträucher mit den weichen Samenständen, die an ein Katzenfell erinnern, vor allem in den früheren Jahren, als sie noch in Mengen am Waldesrand oder Böschungen zu finden waren. Doch heute hat der Zierstrauch eher Seltenheitswert. Ein Grund mehr, die pflegeleichten Pflanzen, die den nahenden Frühling ankündigen, im Garten oder auf der Terrasse zu kultivieren.

Standort

Aufgrund ihres früheren Wildwuchses in der freien Natur kann erkannt werden, dass die Palmkätzchen keine Besonderheiten

an ihren Standort wünschen. Genügend Sonne und Helligkeit benötigen sie allerdings trotzdem. Daher sieht der ideale Standort wie folgt aus:
  • sonnig bis halbschattig
  • gerne auch an einem mittigen Platz im Garten auf dem Rasen
  • werden häufig als Sichtschutz an einem Zaun genutzt
  • vertragen viel Wasser, daher auch zur Teichumrandung geeignet
  • in einem genügend großen Kübel auf der Terrasse
Tipp: Da die Palmkätzchen nur zwischen 80 cm und 1,50 Meter groß werden, sind sie für jeden Platz im Garten und auf der Terrasse ideal geeignet.

Substrat & Boden

Auch an den Boden stellt das Palmkätzchen keine großen Ansprüche. Dieser sollte jedoch wasserspeichernd sein, damit immer genügend Feuchtigkeit vorhanden ist. Daher ist eine lehmige Gartenerde der perfekte Boden für das Palmkätzchen. Dies ist in den meisten Gärten die vorhandene Erde, sollte zu wenig Lehm enthalten sein und die Erde zu trocken und krümelig, kann Lehm untergemischt werden. Allzu kalkhaltig sollte der Boden jedoch nicht sein.

Gießen & Düngen

Das Palmkätzchen bevorzugt viel Feuchtigkeit. Daher muss regelmäßig gegossen werden, der Boden sollte immer feucht gehalten werden. Dies ist vor allem in einem heißen Sommer sowie auch in einer längeren Trockenperiode im Winter zu beachten. Gerade auch im Kübel kultivierte Sträucher sollten bei der Wassergabe nicht vernachlässigt werden, da hier die Erde aufgrund von Sonneneinstrahlung oder Wärme schneller austrocknen kann. So sollte beim Gießen und Düngen auf folgendes geachtet werden:
  • kalkarmes Wasser nutzen
  • aufgefangenes Regenwasser ist hier ideal
  • Langzeitdünger für Grünpflanzen und Sträucher nutzen
  • zweimal im Jahr Kompost unterheben
  • schön früh im Spätwinter mit der ersten Düngung beginnen

Pflanzen

Die anmutigen Palmkätzchen sind das ganze Jahr über im Handel erhältlich und können daher auch jederzeit gepflanzt werden. Da es sich um eine sehr robuste Pflanze handelt, die auch in der Natur ohne viel Pflege gut überleben kann, wächst sie nach dem Pflanzen auch schnell an, wenn ihr die passende Umgebung geboten wird. Wurde der perfekte Standort ermittelt, kann es an die Pflanzung gehen, bei der wie folgt vorgegangen werden sollte:
  • genügend großes Loch ausheben
  • um Staunässe zu vermeiden, auf dem Boden eine Drainage anlegen
  • hierzu Steine, Kies oder Tonscherben nutzen
  • Pflanze vorsichtig aufsetzen
  • Wurzelballen sollte vorher in einem Eimer gut gewässert werden
  • die vorbereitete Erde rundherum auffüllen
  • leicht andrücken
  • gießen
Tipp: Die flauschigen und weichen Palmkätzchen sind nicht nur für das Auge des Betrachters ein Highlight in jedem Garten, die sehr früh im Jahr blühenden Blüten laden auch die ersten Insekten zur Nahrungsaufnahme ein.

Im Kübel Pflanzen

Wenn kein Garten oder ausreichend Platz für einen Strauch im Beet vorhanden ist, kann das Palmkätzchen auch problemlos in einem Kübel kultiviert werden. Ein Tontopf ist hierfür die beste Lösung, denn dieser speichert Feuchtigkeit, die der Strauch wünscht. Daher ist hier auch eine gute Blumenerde für Kübelpflanzen wichtig, die Wasser gut speichert, aber auch abgibt. So sollte bei einer Pflanzung in einem Kübel wie folgt vorgegangen werden:
  • trotz dem Wunsch nach viel

    Feuchtigkeit, Staunässe vermeiden
  • Drainage über dem Abflussloch anlegen
  • hierfür werden Kiesel oder Steine über das Loch gelegt
  • alles mit Pflanzenvlies abdecken
  • so kann Erde die Drainage nicht verstopfen
  • Kübelpflanzenerde mit wenig Lehm anreichern
  • einen Teil der Erde in den Kübel geben
  • Wurzelballen der Pflanze in einem Eimer mit Wasser wässern
  • Palmkätzchen dem Wasser entnehmen und vorsichtig einsetzen
  • restliche Erde aufschütten
  • leicht andrücken
  • mäßig angießen
  • halbe Stunde nach dem Gießen überschüssiges Wasser aus dem Unterteller entfernen
Tipp: Wer einen Steckling von einem Palmkätzchen besitzt, kann diesen auch direkt im Kübel zur Bewurzelung einsetzen. In der Regel entwickelt sich hieraus nach kurzer Zeit ein neuer Strauch.

Umtopfen

Wird das Palmkätzchen in einem Kübel kultiviert, dann muss hier regelmäßig umgetopft werden, denn der Strauch benötigt immer genügend Platz. Daher sollte dem Zierstrauch auch alle zwei, drei Jahre ein neuer, größerer Topf gegönnt werden. Ein weiterer Vorteil des Umtopfens ist hierbei vor allem, dass die im Kübel befindliche Erde erneuert werden kann. Wird kein größerer Topf benötigt, kann auch nur das Substrat vollständig ausgetauscht werden und die Pflanze in den alten, vorhandenen Kübel mit frischer Erde wieder eingesetzt werden. Wird die Pflanze dem alten Topf vorsichtig entnommen, kann sie bis zum Einsetzen in einem Eimer frisches Wasser aufnehmen. Beim Umtopfen wird ansonsten wie bei der Pflanzung im Kübel vorgegangen.

Vermehrung durch Stecklinge

Palmkätzchen lassen sich ganz
einfach vermehren. Hobbygärtner, die bereits den ein oder anderen Strauch im Garten stehen haben, können hierfür die beim Schnitt angefallenen Äste nutzen oder aber speziell für die Vermehrung den ein oder anderen Zweig abschneiden. Da die Palmkätzchen unter Naturschutz stehen, ist es allerdings verboten, Zweige von wildwachsenden Pflanzen zu brechen oder zu schneiden. Einige Hobbygärtner tun dies aber trotz allem, da sie die Zweige für die Vermehrung und somit für den Erhalt der anmutigen Pflanze nutzen möchten. Wer die Zweige jedoch einfach nur zu Hause in die Vase stellen möchte, sollte hierfür nur solche von eigenen Pflanzen nutzen. Bei der Vermehrung kann dann wie folgt vorgegangen werden:
  • den Schnitt im Frühjahr nicht entsorgen
  • hiervon schöne, gerade Zweige verwerten
  • diese können als Stecklinge verwendet werden
  • einfach die Zweige direkt in die Erde stecken
  • etwa 10 - 15 cm tief
  • bereits nach wenigen Tagen bilden sich Wurzeln
  • hierzu können kleine Töpfe genutzt werden
  • nach einigen Wochen an vorgesehen Standort verpflanzen
  • in der Regel gelingt die Bewurzelung aber auch direkt am gewünschten Standort
  • Stecklinge regelmäßig gießen, damit Wurzeln gebildet werden können
Tipp: Jeder Gärtner sollte sich diese frühe Schönheit in den Garten holen, denn nach einem langen Winter gehören die Palmkätzchen zu den ersten Pflanzen, die nun blühen. Durch ihre Blüte haben sie auch ihren Namen erhalten, sie sehen aus wie Katzenfell und blühen meist zur Osterzeit.

Vermehrung durch Samen

Natürlich können Palmkätzchen sich in der Regel auch selber durch Samen vermehren. Eine Aussaat für den Hobbygärtner bietet sich allerdings nicht an, da die Vermehrung über die Stecklinge so denkbar einfach ist. Doch natürlich können die Samen, die sich in den Blüten bilden, auch gesammelt werden und zur Aussaat vorbereitet werden. Hierbei wird wie folgt vorgegangen:
  • Samen sollten nicht gelagert werden
  • diese vom Baum absammeln
  • sofort in lockere und feuchte Erde geben
  • hierzu einen kleinen Topf mit Anzuchterde nutzen
  • die Erde immer feucht halten
  • bereits nach 24 Stunden sollten die ersten Keimlinge erkennbar sein
  • sind die kleinen Pflänzchen zu sehen, diese pikieren
  • dass heißt, jede Pflanze sollte ihren eigenen Topf zum Heranwachsen erhalten
  • sind die neuen Palmkätzchen genügend groß und haben Wurzeln, ins Freiland setzen
  • alternativ können diese auch in einem größeren Kübel kultiviert werden
  • nach vier Jahren sind auch diese neuen Pflanzen wieder fruchtbar
Tipp: Wer noch keinen dieser dekorativen Sträucher im Garten hat, um die Samen zu nutzen, kann diese auch in der Natur von hier freistehenden Palmkätzchen absammeln.

Schneiden

Palmkätzchen werden in der Regel nach der frühen Blüte im Frühjahr geschnitten. Dieser Schnitt ist unbedingt zu empfehlen, und zwar regelmäßig jährlich, da sich der Strauch ansonsten nicht richtig entwickelt und die Blüte im Folgejahr, wenn kein Schnitt erfolgte, nur mäßig bis gar nicht erfolgt. Die Pflanze kann radikal zurückgeschnitten werden, so dass hier nur noch kleine Reste von Zweigen zu sehen sind. Da es sich beim dem Strauch jedoch um einen sehr schnell wachsenden handelt, ist dieser Zustand nicht von langer Dauer. Zudem erhält der Hobbygärtner auf diese Weise viele neue Stecklinge für weitere Sträucher. Beim Schnitt der Palmkätzchen sollte daher wie folgt vorgegangen werden:
  • scharfe Gartenschere nutzen
  • diese vorab desinfizieren
  • Zweige weit einkürzen
  • nur noch etwa faustgroße Verdickung an einer Gabelung sollte zu sehen sein
  • im Kübel kultivierte Pflanzen regelmäßig drehen
  • so wachsen diese nach dem Schnitt gleichmäßig gegen das Licht
  • der neu wachsende Strauch wird so rundherum dicht und gerade

Überwintern

Palmkätzchen gehören zu den winterharten Sträuchern. Daher benötigen sie keine speziellen Maßnahmen für den Winter, sofern sie in einem Gartenbeet kultiviert sind. Pflanzen im Kübel sollten dennoch an den Wurzeln geschützt werden. Hierzu wird der Kübel auf eine Styroporplatte gesetzt und rundherum mit Pflanzenvlies oder zur besseren Ansicht mit Jute umwickelt. Auf die Oberfläche der Erde kommt zudem eine Lage Mulch oder Laub. Dies schützt gleichzeitig auch vor Austrocknung der Erde. Alternativ, bei genügend Platz im Gartenbeet können die Palmkätzchen auch zusammen mit dem Topf, oder auch aus dem Topf entnommen, in einem Gartenbeet für die Überwinterung eingepflanzt werden. Auch im Winter muss die Wasserversorgung sichergestellt sein. So müssen die im Kübel verbliebenen Pflanzen regelmäßig gegossen werden, die Sträucher im Beet allerdings nur bei längeren Trockenkälteperioden.

Pflegefehler, Krankheiten oder Schädlinge

Ein Pflegefehler kann durchaus sein, wenn zu wenig gegossen wird, das Palmkätzchen nicht genügend Feuchtigkeit in der Erde findet. Dann lassen die Sträucher gerne ihre Zweige hängen. Doch sobald dieser Fehler behoben wird, richten sie sich auch wieder auf und treiben neu aus. Zudem kann dem Strauch Weidenrost zusetzen. Hierbei ist es vor allem wichtig, dass alle abgefallenen Blätter weggeräumt werden und befallene Blätter, die sich noch am Strauch befinden, sofort entfernt werden. Bei Weidenrost handelt es sich um eine Pilzkrankheit, die sich durch leuchtend orange Punkte auf den Blättern bemerkbar macht. Vorgebeugt werden kann hiergegen mit Pflanzenstärkungsmitteln und der guten Versorgung von Nährstoffen. Eine regelmäßige Düngergabe in Verbindung mit einem Fungizid schafft hier so meist Abhilfe, wenn ein Befall festgestellt wurde.

Tipp: Entfernte, befallene Blätter sowie das zusammengerechte Laub vom Boden nicht auf dem Kompost entsorgen, denn so kann sich der Pilz weiterentwickeln und kommt unter Umständen bei der nächsten Düngergabe auch mit anderen Pflanzen in Verbindung. Den Abfall daher im Haus- oder Grünschnittmüll entsorgen.

Fazit

Palmkätzchen sind wunderschöne Frühblüher und somit die ersten Boten im Frühling, die auch den Insekten direkt nach dem Winter eine Nahrungsquelle bieten. Zudem erinnern sie viele Hobbygärtner an ihre Kindheit, als die anmutigen Sträuchern noch an den Wegesrändern wuchsen und das nahende Osterfest mit ihren pelzigen Blüten ankündigten. Die Sträucher sind sehr pflegeleicht, schnell vermehrbar und winterhart, und somit auch für den Hobbygärtner mit wenig Zeit für Pflege der passende Strauch im Gartenbeet oder im Kübel auf Terrasse und Balkon.