Enzianbaum - Pflanzen, Pflege und Überwintern

EnzianbaumDer Enzianbaum hat viele Bezeichnungen und wird von Pflanzenliebhabern auch Blauer Kartoffelstrauch, Kartoffelbaum oder Blauer Nachtschatten genannt. Selbst die botanische Bezeichnung Solanum rantonnetii wurde auf Lycianthes rantonnetii geändert. Geblieben ist jedoch die herrlich blühende Pflanze mit ihren deutlich an Enzian (s. Bild) erinnernden Blüten.

Der Enzianbaum kann auch als Enzianstrauch heranwachsen, dann hat er nicht frühzeitig den Schnitt zu einem Hochstämmchen bekommen.

Enzianbaum pflanzen

Der Enzianbaum kommt aus der Familie der Nachtschattengewächse, einer Familie, der rund 100 Gattungen

angehören und deren Zahl weit über 2.700 Arten zählt. Der Enzianbaum steht als Zierpflanze in so manchem Garten oder auf einer Terrasse als Kübelpflanze. Im Garten kann der Baum Höhen bis zu vier Metern erreichen, im Kübel auf der Terrasse aber deutlich weniger. Im Grunde genommen ist der Enzianbaum ein Strauch, der bis zu zwei Meter hoch werden kann. Er hat schlanke Äste und anfangs mit flaumigen Haaren bewachsene Zweige. Die Blätter des Enzianbaums sind recht dünn und haben eine scharfe Spitze. Der Rand ist entweder glatt oder leicht gewellt. Die größeren Blätter haben eine Größe von 5-7 cm, können aber auch doppelt so groß werden.

Achtung: Wie alle Nachtschattengewächse ist auch der Enzianbaum an allen Pflanzenteilen giftig!

Die Blüten sind natürlich das herausragende Merkmal. Sie wachsen in den Achseln der Blätter in Büscheln bis zu fünf Blüten. Sie sitzen an Blütenstielen mit einer Länge von 3-4 cm. Der Blütenkelch hat eine Größe von 2-3 mm, die Ränder sind eingeschnitten und bildet so bis zu fünf „Zähne“. Die blauen bis violetten Blüten haben immer eine gelbe Mitte mit Staubfäden und Staubbeuteln. Der Enzianbaum bildet rote herzförmige Beeren als Früchte aus, die zwischen 20 und 35 mm groß sind.

Geeigneter Standort für Enzianbäume

Der Enzianbaum stammt aus Südamerika und beeindruckt hierzulande wegen der vielen blauen Blüten. Er kann entweder direkt in den Gartenboden eingepflanzt werden oder als Kübelpflanze auf der Terrasse beeindrucken. Er passt mit seiner Blütenpracht zwischen mediterrane Pflanzen, aber auch in einen exotisch gestalteten Garten.

Pflege des Enzianbaums

EnzianbaumDer Boden sollte nährstoffreich sein, humos und feucht. Er liebt einen sonnigen Standort und ein warmes, geschütztes Plätzchen. Schatten und die dabei oft zu findende Nässe des Bodens mag der Enzianbaum gar nicht. Auch kalkhaltige Böden sind nicht gut für die Entwicklung des Baumes, Vorsicht deshalb auch mit kalkhaltigem Wasser. Wasser bekommt der Enzianbaum in regelmäßig verabreichten kleinen Portionen. Er sollte zwischendurch auch ruhig einmal etwas trockener stehen, aber nicht ganz austrocknen. Aber auch nasse Füße sind nicht das, was der Enzianbaum liebt. Wenn der Enzianbaum in den Topf gesetzt wird, sollte die Blumenerde entsprechend aufbereitet werden. Wenn man einen
Komposthaufen im Garten hat, kann eine Schaufel davon in die normale Blumenerde gemischt werden. Im Frühling ist die beste Zeit, um zu groß gewordene Pflanzen umzutopfen.

Der Enzianbaum gilt als eine anspruchsvolle Pflanze und sollte aus diesem Grund nicht unbedingt vom unerfahrenen Blumenfreund angeschafft werden. Auch Menschen, die sich aus Zeitgründen wenig um ihre Pflanze kümmern können, weichen besser auf andere, weniger

anspruchsvolle Gewächse aus. Einen Enzianbaum hat man zwar schnell gekauft und er steht während des Sommers ja auch gerne auf Terrasse oder an einem sonnigen Platz im Garten. Was aber ist nach der Blühzeit im Garten? Schon der Winterplatz kann zu einem Problem werden und es ist gerade bei dieser Pflanze sehr ungewiss, ob die Blüten im nächsten Jahr wieder neu austreiben.

Tipp: Erde des Enzianbaums ab und zu trocken werden lassen, ohne staubtrocken zu werden.

Dünger und Rückschnitt

Da der Enzianbaum viele Nährstoffe benötigt, um all seine Blüten entwickeln zu können, sollte er reichlich mit Dünger versorgt werden. Dieser Dünger kann in Form von Blaukorn, aber auch als guter Flüssigdünger für Kübel- bzw. Blühpflanzen verabreicht werden. In der Blühphase zwischen Frühjahr und Herbst ist eine zweimal wöchentliche Gabe mit Dünger notwendig. Wenn der Enzianbaum im unteren Bereich Blätter verliert, deutet dies auf einen Nährstoffmangel hin.

Vor dem Frühjahrsaustrieb kann der Enzianbaum zurückgeschnitten werden. Dadurch wird sein Wuchs kompakter, auch ins Kraut schießende Triebe werden auf diese Weise gebändigt. Sie sollten auch geschnitten werden, selbst wenn dabei eine Blüte geopfert werden muss. Nach dem Rückschnitt werden umso mehr Blüten gebildet, was dann wieder entschädigt. Trotzdem sollte der Trieb nicht zu sehr gekürzt werden, da ansonsten nur der Neuaustrieb von  Blättern, aber nicht von Blüten gefördert wird. Vor dem Einräumen in das Winterquartier sollte der Enzianbaum nicht mehr zurückgeschnitten werden, es sei denn, dass er ansonsten nicht genügend Platz hätte.

Schädlingsvorsorge und Überwinterung

Der Enzianbaum kann von Blattläusen befallen werden, von Spinnmilben und auch von weißen Fliegen. Besonders während der Überwinterung befallen solche Tierchen schnell die ins Haus geholten Pflanzen. Oft werden sie von anderen Pflanzen in der Nachbarschaft übertragen, manchmal haben sie sich auch in die Blumenerde eingenistet und lauern dort auf einen günstigen Moment. Bei der regelmäßigen  Kontrolle sollte es jedoch auffallen, wenn solche Schädlinge an der Pflanze vorhanden sind, dann können rechtzeitig Maßnahmen eingeleitet werden.

EnzianstrauchDer Enzianbaum ist sehr frostempfindlich und sollte vor dem ersten Frost eingeräumt werden. Er kann in einem Kalthaus, aber auch in der Wohnung überwintern. Die Temperaturen dürfen nicht unter 7 °C sinken, sollten kühl, aber nicht kalt sein.  Ideal sind 10 bis 12 °C. Da die Pflanze immergrün ist, sollte sie hell stehen. Das Pflanzsubstrat darf nicht austrocknen, aber auch nicht ständig feucht sein. Wird der Baum dunkel überwintert, wirft er alle Blätter ab. Man muss die Pflanze fast ganz trocken halten, aber auch nicht vollständig austrocknen lassen. Nach der dunklen Überwinterung blüht die Pflanze sehr spät, oft erst ab August.

Wissenswertes zum Enzianbäumchen in Kürze
  • Der Enzianbaum benötigt den sonnigsten Standort, den Sie ihm bieten können. Er sollte schön warm, aber auch geschützt sein.
  • Das Pflanzsubstrat kann sauer oder neutral, sollte aber auf jedem Fall kalkfrei sein.
  • Besonders während der Vegetationsperiode braucht der Enzianbaum viel Wasser. Wichtig ist, dass gleichmäßig gegossen wird.
  • Bereits auf gelegentliches Austrocknen reagiert die Pflanze empfindlich. Im Wasser stehen darf der Topf aber auch nicht.
  • Um die reichen Blüten zu erhalten, muss sehr viel gedüngt werden. Am besten 1 bis 2 Mal pro Woche mit Blaukorn oder handelsüblichem Flüssigdünger.
  • Bevor man den Enzianbaum ins Winterquartier bringt, können die Triebe etwas eingekürzt werden, müssen aber nicht.
  • Der Rückschnitt erfolgt im zeitigen Frühjahr, so Ende Februar, Anfang März. Man sollte nicht zu stark zurückschneiden, vor allem nicht bei jungen Pflanzen.
Wenn man zu viel schneidet, wird der Neuaustrieb gefördert und für die Blüten reicht es dann nicht mehr. Auch kann es zu einer Verzögerung der Blüte kommen. Ältere Pflanzen kann man etwas stärker schneiden.