Granatapfelbaum - Pflege, Schneiden, Überwintern

Granatapfelbaum - Pflege, Schneiden, Überwintern

Der Granatapfel wird auch Punischer Apfel genannt, was von dem botanischen Namen Punica abgeleitet wurde. Zu dieser Gattung gehören verschiedene Arten frostempfindlicher Sträucher und Bäume, welche eine Höhe zwischen 20 und 400cm erreichen können. Nur wenige Arten und Sorten sind winterhart. Die Pflanzen glänzen mit leuchtend roten oder orangefarbenen, teilweise auch gelben und weißen Blüten von Juli bis August und den sich danach bildenden essbaren Früchten.

Dieses Ziergehölz ist recht robust, allerdings durch die mangelnde Winterhärte und den hohen Nährstoff- sowie Wasserverbrauch auch recht pflegeintensiv. Dennoch entschädigen die Blüten und die

leckeren Granatäpfel für alle Mühen.

Standort

Der Granatapfelbaum ist sonnenhungrig und liebt daher einen vollsonnigen, wenn doch etwas windgeschützten Standort. Im Halbschatten gedeiht er notfalls auch, allerdings geht dieser Mangel an Sonne auf Kosten der Fruchtbildung. Es werden weniger Früchte gebildet, die auch nicht so aromatisch wie die in der vollen Sonne gereiften Granatäpfel sind.

An den Boden stellt die Pflanze wenige Ansprüche, nur tiefgründig sollte er sein. Gerade bei Kübelpflanzen ist daher ein hoher Topf sinnvoll. Staunässe sollte vermieden werden, kurzzeitige Trockenphasen werden notfalls toleriert, wenn auch nicht gemocht. Besser ist es, das Substrat in den Sommermonaten gleichmäßig feucht zu halten.

Der Granatapfelbaum liebt es, den Sommer draussen zu verbringen, obwohl er oft auch als Zimmerpflanze angepriesen wird. Es ist durchaus möglich, ihn ganzjährig in der Wohnung zu halten, wobei er dort in der Regel weniger intensiv blüht und auch weniger Früchte trägt, als seine Artgenossen, die im Sommer draussen sein dürfen. Zudem ist er als reine Zimmerpflanze etwas anfällig für Spinnmilben.

Pflege

In den Wachstumsmonaten, also vor allem im Sommer, benötigt der Granatapfelbaum sehr viel Wasser und Nährstoffe; er gehört zu den Starkzehrern. Vor allem bei in Kübeln gehaltenen Pflanzen sollte im Sommer täglich gegossen und einmal in der Woche gedüngt werden.

Bei Kübelpflanzen sollte der Topf nicht zu groß gewählt werden. Alle 2 bis 4 Jahr wird umgetopft. Entscheidend ist hier der Zeitpunkt, wenn die Erde des alten Topfes völlig durchgewurzelt ist

Schneiden

Im Herbst beim einräumen in das Winterquartier werden alle Triebe um ca. die Hälfte eingekürzt und äußerst schwache sowie sehr alte Triebe dabei gleich ganz entfernt.

Im zeitige Frühjahr vor dem Neuaustrieb noch vor
dem ausräumen aus dem Winterquartier kann der Granatapfelbaum mit der Gartenschere gut noch einmal in Form gebracht werden. Zudem können gleich noch weitere unerwünschte und störende Triebe entfernt werden.

Überwintern

Wenige Arten und Sorten sind winterhart und können ausgepflanzt den Winter gut draussen verbringen. Für ein wenig Schutz mittels Reisig oder Laub sind jedoch vor allem noch junge Pflanzen dankbar.

Die etwas frostempfindlichen Exemplare sollten vor den ersten starken Frösten wahlweise in ein kühles und dunkles oder ein wärmeres und helles Winterquartier umziehen. Hier gilt: je heller die Überwinterungsmöglichkeit, desto wärmer sollte es auch sein. Idealerweise wäre eine Raumtemperatur von 2-10 Grad Celsius. Nur frostfrei muss es sein. Im Winter werden Granatapfelbäume wie die meisten so überwinternden Pflanzen nur spärlich gegossen und nicht gedüngt. Ab März fängt man dann langsam wieder an, etwas mehr zu gießen und auch zu düngen. Nach den

Eisheiligen im Mai können sie wieder in den Garten gebracht werden.

Granatäpfel selbst ziehen

Zwar ist es eher selten, dass man von einer selbst gezogenen Pflanze wirklich einmal Granatäpfel ernten kann, doch ist die Pflanze auch ohne Fruchtbildung vor allem durch die auffälligen Blüten ein Hingucker und sie lässt sich recht leicht selbst ziehen.

Die Kerne werden entfernt und vom Fruchtfleisch gesäubert. Dann in einem Glas mit warmen Wasser ca. zwei Tage quellen lassen, um sie danach in Töpfe mit Anzuchterde zu legen. Nach 2-3 Monaten können die ersten Keimlinge erwartet werden, wenn die Erde bis dahin gleichmäßig feucht gehalten wird.
Eventuell zu eng sitzende Pflänzchen werden vereinzelt und dürfen ihren endgültigen Standort mit viel Licht beziehen. Der Standort sollte zwar hell sein, allerdings reagieren die noch jungen Pflanzen empfindlich auf pralle Sonne

Arten

Punica granatum
Höhe 40 bis 400cm und 30 bis 100cm breit werdender, aufrecht wachsender Strauch, der etwas stachelig ist. Die Art trumpft mit im Frühjahr bronzefarbener Belaubung auf, welche im Laufe des Sommers vergrünt. Auffällig sind auch die leuchtend orangefarbenen Trichterblüten im Sommer, welche ein wenig an die Blüten der Engelstrompete erinnern. Gilt als sehr frostempfindlich.
Punica granatum nana
Kleinwüchsige Unterart der Punica granatum. Der Strauch wird nur 20cm hoch und blüht besonders überreich. Dementsprechend viele kleine Granatäpfel werden gebildet.
Punica nana racemosa
Etwas größer und robuster als die Punica nana. Gilt auch in unseren Breiten als winterhart, wenn sie ein wenig Schutz durch eine Reisigschicht oder Laubdecke bekommt.

Sorten

`California Sunset: Blüht mit eher pfingstrosenähnlichen, dicht gefüllte Blüten in orange-rosa. Danach Bildung von besonders großen runden Früchten. Nur wenig frosthart, daher frostfrei im Haus überwintern.
`Flore pleno: Gängigste Sorte, welche hauptsächlich mit gefüllten Blüten auftrumpft. Nicht frostsicher.
`Legrelli: Fällt durch ganz besonders große, außergewöhnlich weiss gerandete Blüten auf. Nicht winterhart.