Million-Bells, Zauberglöckchen - Pflege und Überwintern

ZauberglöckchenCalibrachoa, Million-Bells oder Zauberglöckchen - wie auch immer dieser Angehörige der Nachtschattengewächse bezeichnet wird, er ist ein Blickfang. Mit der großen Blütenpracht und den dicht wachsenden, hängenden Trieben ist das Zauberglöckchen ideal für die Kultur in der Ampel. Auch in Kübel gezogen ist sie jedoch ein anziehender Schmuck. Vorausgesetzt natürlich, sie erhält einen passenden Standort und die richtige Pflege. Denn ihre Ansprüche sind zwar klein, wollen und müssen aber dennoch erfüllt werden.

Standort

Je sonniger, desto besser. Dem Zauberglöckchen bekommt am besten

ein vollsonniger Platz Richtung Süden. Bekommt sie diesen, zeigt sie eine besonders üppige und lange Blütenpracht. Auch im Halbschatten kann sie aber noch gut gedeihen. Allzu geschützt muss der Standort der Million-Bells nicht sein, mäßiger Wind und Regen haben der Calibrachoa nur wenig an. Selbst die Blüten halten diesen Einflüssen in der Regel gut stand.

Kultur in Ampel oder Kübel

Million BellsWeil das Zauberglöckchen hängend wächst und ihre Triebe eine Länge von bis zu einem halben Meter erreichen können, ist die Kultur in einer Ampel ideal. Auch im Kübel kann sie jedoch gut gedeihen, wenn dieser hoch genug ist oder zusätzlich auf ein Podest gestellt wird.

Substrat

Die Ansprüche an das Substrat sind bei der Calibrachoa recht einfach zu erfüllen. Locker und nährstoffreich soll er sein. Zu Staunässe und Verfestigung darf er hingegen nicht neigen. Optimal ist Kübelerde, die mit Kompost angereichert und mit Sand, Kies oder Kokosfasern aufgelockert wird. Auch Blumenerde eignet sich allerdings, wenn sie gut durchlässig ist und regelmäßig gedüngt wird.

Gießen

Bedingt durch ihren sonnigen Standort kann das Zauberglöckchen einen sehr hohen Wasserverbrauch haben. Zugleich schadet ihm Staunässe aber schnell. Optimal ist es daher, schwemmend zu gießen oder die Ampel im Wasser unterzutauchen, bis keine Luftblasen mehr aus der Erde aufsteigen. Um dauerhaft nasse Erde zu vermeiden, sollte das Pflanzgefäß über einen guten Ablauf verfügen oder aber mit einer Drainageschicht ausgestattet werden. An heißen Tagen kann trotz des intensiven Wässerns eine Wiederholung notwendig sein. Hierfür wird am besten kalkarmes, weiches Wasser verwendet. Regenwasser ist ideal, abgestandenes Leitungswasser eignet sich jedoch auch. Tipp: Weil ein schwemmendes Gießen notwendig ist, sollte sich unter Ampel oder Kübel nichts befinden, das wasserempfindlich ist.

Eigentümlicher Zauber: Million-Bells mit ihren verschiedenen FarbenDüngen

Fast ebenso groß wie der Wasserverbrauch, ist auch der Nährstoffbedarf des Zauberglöckchens. Aller zwei Wochen sollte die Million-Bells gedüngt werden. Hierfür bieten sich flüssige Volldünger an, die direkt dem Gießwasser beigesetzt werden. Als Alternative mit geringerem Aufwand können auch Langzeitdünger in Stäbchenform verwendet werden. Wichtig ist in jedem Fall, dass ein Mittel für Blühpflanzen gewählt wird. Tipp: Auf die Farbe der Blüten achten. Verblassen diese, fehlt der Calibrachoa Eisen.

Verschneiden

Einer der wohl angenehmsten Unterschiede zu anderen blühenden Balkonpflanzen ist die Beschaffenheit der Million-Bells Blüten. Diese müssen nach dem Verwelken nicht einzeln von Hand entfernt werden, sondern werden schlicht von neuen Knospen überwachsen und 'verschwinden'. Ein gelegentliches Ausdünnen und ein schonender Rückschnitt des Zauberglöckchens sind dennoch sinnvoll, da diese Maßnahmen die Blühkraft nochmals stärken und die Blütenpracht intensivieren können. Hierfür reicht es

vollkommen aus, schlicht einige Zentimeter jedes Triebes zu kürzen.

Vermehren

Die Calibrachoa kann auf zwei Wegen vermehrt werden. Zum einen durch Samen, zum anderen durch Stecklinge. Da bereits die Gewinnung der Samen sehr umständlich sein kann, ist die Vermehrung durch Stecklinge deutlich einfacher. Wer dennoch selbst säen möchte, kann die Samen im Herbst gewinnen. An den verwelkten Blüten bilden sich rundliche Fruchtkörper. Diese sind zu entfernen, sobald sie braun und trocken sind. Im kommenden Frühjahr, etwa ab März, dürfen sie vorgezogen werden. Die Fruchtkörper öffnen sich während des
Winters von allein, nur die Samen müssen noch herausgeschüttelt werden. Auf Anzucht- oder Petunienerde gesät, werden sie nur leicht bedeckt und angefeuchtet. An einem hellen, warmen Ort keimen sie nun sehr schnell.

Die Vermehrung über Kopfstecklinge funktioniert ähnlich, allerdings werden die erforderlichen - etwa 10 cm langen triebe - am besten im Sommer gewonnen. Sie werden ebenfalls in feuchte Petunien- oder Blumenerde gesteckt, hell und warm gestellt. Tipp: Bei der Vermehrung über Stecklinge alle Blätter etwa hälftig abschneiden, das treibt das Wurzelwachstum voran.
 
Überwintern

Das erwachsene Zauberglöckchen selbst ist nur einjährig und muss daher gar nicht überwintert werden. Anders verhält es sich bei den jungen Trieben, die zur Vermehrung gezogen wurden. Diese können hell bei Temperaturen zwischen 12 °C und 18 °C im Haus überwintert werden. Die Erde darf hier nicht austrocknen aber ebenso wenig nass sein. Gedüngt wird während der kalten Jahreszeit nicht.

Werden manchmal mit Petunien verwechselt: Zauberglöckchen alias Million-BellsUmtopfen

Ein Umtopfen ist nur dann notwendig, wenn es eine Vermehrung über Stecklinge gibt. Im Frühjahr werden die Jungpflanzen schlicht in größere Pflanzgefäße gesetzt. Mehr ist bei dieser Maßnahme nicht notwendig.

Typische Pflegefehler, Krankheiten und Schädlinge

Das Zauberglöckchen ist robust, kann aber dennoch unter Blattläusen und Weißen Fliegen leiden. Fallen diese Schädlinge an den Blättern auf, schaffen zwei Maßnahmen Abhilfe - die jedoch nicht zusammen angewendet werden dürfen. Zum haben sich Insektizide auf der Basis von Neem- oder Niemöl als effektiv erwiesen. Zum anderen beseitigen die natürlichen Fressfeinde die Parasiten schnell. Geeignet sind hier Marienkäfer und Schlupfwespen. Auch Krankheiten können an der Calibrachoa auftreten Vergleichsweise häufig treten Eisenmangel und Welke auf. Diese werden meist von Pflegefehlern verursacht. Der Eisenmangel macht sich durch verblassende Blütenfarben und Blätter bemerkbar und kann durch einen entsprechenden Dünger schnell ausgeglichen werden. Die Welke äußert sich, wie der Name bereits verrät, durch welkende Blüten und Blätter. Die Ursache hierfür liegt in der Regel an Staunässe. Eine Drainage und angepasstes Gießverhalten beugen dem vor und können auch im Schadensfall Abhilfe schaffen.

Häufige Fragen
  • Ist das Zauberglöckchen giftig? - Als Angehöriger der Nachtschattengewächse ist auch das Zauberglöckchen wie so viele seiner Verwandten giftig für Menschen und Tiere. Leben im Haushalt kleine Kinder und Haustiere, sollten sich die Million-Bells also außerhalb deren Reichweite befinden. Vorsicht ist auch bei abfallenden Blätter und Blüten geraten.
  • Warum blühen die Million-Bells nicht? - Für die kräftezehrende Blütenpracht benötigt die Calibrachoa reichlich Sonne, Wasser und Nährstoffe. Steht sie zu dunkel, erhält nicht ausreichend Wasser oder bleibt das Düngen aus, lässt auch die Blühkraft nach. Ebenso kann aber auch zu feuchte Erde der Grund für fehlende Blüten sein.
Wissenswertes zu Million Bells in Kürze

Millionen kleine Glöckchen bedeutet die Übersetzung des englischen Namens des Zauberglöckchens. Die Pflanze überzeugt vor allem durch ihre Blütenpracht. Obwohl Calibrachoa ein Nachtschattengewächs ist, liebt sie die Sonne. Es handelt sich um eine Hängepflanze, die sich gut im Balkonkasten oder in der Hängeampel macht. Auch als Bodendecker ist sie geeignet. Die unzähligen Blüten breiten sich ringsum am Boden aus. Bei guter Pflege blüht Million-Bells von Mai bis in den September hinein. Die Pflanze ist in vielen Blütenfarben erhältlich, in Weiß, Pink, Blauviolett, Orangerot, Dunkelrot, Gelb, Aprikot und zweifarbigen Sorten.

Blühwunder für den Balkon: Million BellsVerwechslungsgefahr
Fälschlicherweise werden Million-Bells als Zwergpetunien bezeichnet. Es handelt sich allerdings um eine eigene Pflanzengattung. Der Vorteil gegenüber von Petunien ist, dass sie unempfindlicher gegen Wind und Regen sind als diese.

Standort
  • Das Zauberglöckchen ist ideal für einen vollsonnigen Standort. Nur dort kann sich der Blütenreichtum voll entfalten.
  • Mit einem halbschattigen Standort kommt die Pflanze klar, allerdings gibt es nicht ganz so viele Blüten.
  • Schatten ist dagegen ungünstig.
Pflanzsubstrat
  • Der Boden sollte unbedingt nährstoffreich und gut durchlässig sein. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden.
  • Eine Drainage am Topfboden ist empfehlenswert.
  • Ideal ist Petunienerde, um spätere Eisenchlorosen auszuschließen.
  • Man sollte die Pflanzen nicht zu dicht setzen, damit sie sich gut ausbreiten können.
Gießen und Düngen
  • Million-Bells benötigt viel Wasser. Während der Blüte sollte regelmäßig gegossen werden.
  • Bei großer Hitze kann es sogar notwendig sein, zweimal am Tag zu gießen, morgens und abends.
  • Auch benötigt die Pflanze viele Nährstoffe, damit sich die zahllosen Blüten auch öffnen.
  • Am besten nutzt man einen gebräuchlichen Flüssigdünger für Blühpflanzen.
  • Außerdem sollte beim Pflanzen gleich Langzeitdünger in die Erde eingearbeitet werden. Die Million-Bells sind Starkzehrer.
  • Wenn sich die jüngsten Blätter aufhellen, sollte man zusätzlich Eisendünger verwenden. Das empfiehlt sich besonders bei hartem Gießwasser.
Schnitt
Relativ unempfindlich: Million-Bells im BalkonkastenDurch einen Rückschnitt kann man die Blüte noch fördern.

Überwintern
  • Das Zauberglöckchen ist einjährig. Eine Überwinterung bringt deshalb nichts.
  • Wer es dennoch versuchen möchte, sollte die Pflanze hell stellen, bei ca. 14/15 ˚C. Es muss regelmäßig gelüftet werden.
  • Gießen sollte man nur ganz spärlich. Außerdem ist die Pflanze im Winterquartier ein Blattlausmagnet. Man muss also regelmäßig kontrollieren.
  • Im zeitigen Frühjahr kräftig zurück schneiden und etwas wärmer stellen.
  • Auch wieder etwas mehr gießen, damit sie beginnt auszutreiben.
  • Beim Ausstellen erst langsam an die Sonne gewöhnen. Oftmals gelingt die Überwinterung nicht.
  • Erfahrene Hobbygärtner schaffen es aber regelmäßig, ein Versuch lohnt also.