Elefantenfuss, Beaucarnea recurvata - Umtopfen, Krankheiten und Schädlinge

Gerne neigen Hobbygärtner dazu, den Elefantenfuß wegen seiner Anspruchslosigkeit etwas zu vernachlässigen. Oft merken sie erst, dass etwas nicht stimmt, wenn die sonst so robuste Pflanze zu kränkeln beginnt. Neben dem richtigen Standort und der geeigneten Versorgung des Elefantenfußes mit Wasser und Nährstoffen gehört auch das regelmäßige Umtopfen, um die Pflanze vital und bis ins hohe Alter bei bester Gesundheit zu halten. Eine sehr wichtige Rolle hierbei spielt das passende Substrat. Denn nur so kann sich der Flaschenbaum ausreichend gut entwickeln und ist gegen Krankheiten und Schädlinge geschützt.

Wann muss der Elefantenfuß umgetopft werden?

Eine

sehr einfache Methode, um zu erkennen, wann der Elefantenfuß einen größeren Topf benötigt, ist die Kontrolle der Wurzeln. Jedes Jahr im Frühjahr sollte Beaucarnea recurvata deshalb aus dem Topf gezogen werden. Bilden die Wurzeln bereits ein feines Netz an der Außenseite des Wurzelballens, ist es Zeit für frische Erde und einen etwas größeren Topf. Kein sicheres Zeichen sind dagegen Wurzeln im Abzugsloch. Bei der einen oder anderen Pflanze wachsen manchmal ein paar einzelne Wurzeln in die Länge, ohne dass das übrige Substrat bereits vollständig durchwurzelt ist. Deshalb sollte immer der ganze Wurzelballen vor dem Umtopfen begutachtet werden.

Verbrauchte Erde erkennen

Wer mit sehr kalkhaltigem Wasser gießt, erhöht damit langsam aber sicher den Kalkgehalt im Substrat. Da der Elefantenfuß jedoch ein leicht saures Bodenmilieu bevorzugt, sind hohe pH-Werte nicht gut für seine allgemeine Gesundheit. Ein sicheres Anzeichen für eine Versalzung ist eine weiße oder gelbliche Verkrustung auf der Oberfläche des Substrates. Auch krustige Ablagerungen an der Außenseite von Tongefäßen deuten auf diese Missstände hin. In diesen Fällen ist es sinnvoll, den Beaucarnea recurvata bei nächster Gelegenheit von der alten Erde zu befreien und in frisches Substrat zu setzen. Einen größeren Topf benötigt die Pflanze deshalb nicht unbedingt.

Umtopfen

Beaucarnea recurvata kann recht lange in ein und demselben Gefäß kultiviert werden, wenn mit kalkarmem Wasser gegossen und regelmäßig gedüngt wird. Trotzdem wird der Elefantenfuß nach einiger Zeit sein Wachstum verlangsamen und die Pflanze ihre übliche Vitalität verlieren. Das liegt daran, dass die Wurzeln sich im Pflanzgefäß ausbreiten, immer mehr Platz beanspruchen und somit die Erde verdrängen. Deshalb müssen alle Pflanzen in regelmäßigen Abständen in größere Gefäße und frisches Substrat getopft werden.

1. Jungpflanzen umtopfen
Bis der Elefantenfuß seine endgültige Größe erreicht hat, wächst er schneller und muss deshalb öfter umgetopft werden. Der ideale Zeitpunkt für das Umtopfen ist das zeitige Frühjahr, also zwischen Ende Februar und Anfang März. Am einfachsten gelingt das Umtopfen bei gut abgetrocknetem Wurzelballen, denn in diesem Fall lässt sich die alte Erde einfacher aus den Wurzeln herausschütteln.
  • Zeitpunkt: zeitiges Frühjahr
  • eventuelle Verkrustungen auf der Oberfläche des Ballens entfernen
  • Topfgröße: 2 bis 4 cm größerer Durchmesser als vorher
  • Drainageschicht in den neuen Topf geben (Tonscherben, Kies etc.)
  • nur saubere Töpfe verwenden (potenzielle Krankheitsüberträger)
  • Tontöpfe vor dem Einpflanzen für einige Zeit wässern
  • etwas frisches Substrat auf die Drainageschicht geben
  • Pflanze einsetzen und mit Substrat auffüllen
  • Erde vorsichtig mit dem Finger oder einem Löffel in den Spalt schieben
  • leicht angießen
In den folgenden zwei bis drei Wochen sollte der Elefantenfuß vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Eine in hochwertiges Substrat gesetzte Pflanze erholt sich in der Regel schnell vom Stress, der durch das Umtopfen oder Entfernen einiger Wurzeln entstanden ist, und wird bald wieder kräftig austreiben.

2. Umtopfen älterer Pflanzen
Steht der Elefantenfuß in hochwertigem Substrat, muss er

nur alle vier bis fünf Jahre umgetopft werden. Exemplare, die in normale Einheitserde gepflanzt wurden, benötigen jährlich frische Erde.
  • alle abgestorbenen Wurzeln und Pflanzenteile abschneiden
  • bei Bedarf (Platzmangel) können auch lebende Wurzeln entfernt werden
  • maximal etwa 10% der lebenden Wurzeln schneiden
  • übrige Bedingungen wie bei Jungpflanzen
Tipp: Festsitzende Wurzeln können mit einem langen, dünnen Messer vom Topf gelöst werden. Sind bereits viele kräftige Wurzeln aus dem Abzugsloch gewachsen, ist es immer besser, den Pflanztopf zu zerschlagen oder zu zerschneiden, als die Wurzeln zu zerstören.

3. Substratwechsel bei sehr großen Pflanzen
Hat der Elefantenfuß bereits stattliche Größen erreicht, ist es oft aus Platzgründen nicht mehr möglich, ihn in ein größeres Pflanzgefäß umzutopfen. Trotzdem benötigt die Pflanze ab und zu frisches Substrat. In diesen Fällen ist es eine Option, einen Erdwechsel an der Oberfläche des Wurzelballens vorzunehmen. Das empfiehlt sich jedoch nur, wenn dadurch die Wurzeln der Pflanze nicht oder nur sehr wenig beschädigt werden.
  • mit einem Löffel vorsichtig die alte Erdschicht abkratzen
  • möglichst viel Substrat entfernen, ohne die Wurzeln zu beschädigen
  • mit Substrat bis zur ursprünglichen Höhe auffüllen
  • gleich eine kleine Menge Langzeitdünger beimischen
  • Düngemenge nicht zu hoch ansetzen
4. Wurzeln bei Altpflanzen beschneiden
Auf Dauer ist das Ersetzen der oberen Erdschicht kein adäquater Ersatz für das Umtopfen. Die Wurzeln wachsen weiter und füllen irgendwann das komplette Pflanzgefäß aus. Das hat zur Folge, dass sie nicht mehr ausreichend Wasser und Nährstoffe aufnehmen können. Aus diesem Grund ist es unumgänglich, die Wurzeln des
Flaschenbaumes zu beschneiden, wenn kein größeres Pflanzgefäß möglich ist.
  • Wurzelballen vor dem Umtopfen gut wässern
  • Elefantenfuß aus dem Pflanzgefäß nehmen
  • auf Zeitungspapier stellen
  • mit einem scharfen, sauberen Messer außen ringsum dicke Scheiben abschneiden
  • Dicke: etwa 2 bis 3 cm
  • Pflanzgefäß gründlich reinigen
  • danach in den alten Topf zurücksetzen
  • mit hochwertigem Substrat auffüllen
Tipp: Nach dieser radikalen Maßnahme ist es sehr wichtig, für ideale Standort- und Wachstumsbedingungen zu sorgen, damit der Elefantenfuß den Schock übersteht.

Substrat

Ideal für die Pflege des Elefantenfußes ist ein gut durchlässiges Substrat mit einem pH-Wert zwischen 5,8 und 6,8. Da die Pflanze wegen ihres langsamen Wachstums selten umgetopft werden muss, sollte sehr viel Wert auf hochwertige Erde gelegt werden. Billige Einheitserden aus dem Supermarkt eignen sich nur bedingt, denn sie gewährleisten meist die Nährstoff- und Wasserregulierung nicht über einen längeren Zeitraum. Zudem ist es wichtig, dass das Substrat eine gewisse Pufferkapazität leisten kann. Wenn der Elefantenfuß mit normalem, kalkhaltigem Leitungswasser gegossen wird, kann der pH-Wert schnell ins Alkalische abdriften (pH-Wert über 7). Das bekommt dem sonst so anspruchslosen Gewächs auf Dauer schlecht.

Ein perfekt angepasstes Substrat ist ganz einfach selbst zu mischen. Die Herstellung ist nicht schwer und als Belohnung erhalten Sie eine dauerhaft wüchsige und gesunde Pflanze, die dazu auch gegen Krankheiten und Schädlinge weitestgehend resistent bleibt. Das selbst hergestellte Substrat hat einen weiteren Vorteil: Es sackt im Laufe der Zeit nicht zusammen und verdichtet sich damit nicht. So kann auf ein Umtopfen im Jahresrhythmus verzichtet werden.

Substratmischung:
  • 4 Teile Torfsubstrat, Torfmoos oder leicht saures Humussubstrat
  • 2 Teile tonhaltige Ackererde
  • 1 Teil Sand
  • 1 Teil Lavagranulat, Bimskies oder Blähton
Tipp: Bei gekauften Blumenerden sollten Sie darauf achten, dass der pH-Wert auf der Verpackung angegeben ist. Er sollte zwischen 5,8 und 6,8 liegen, damit sich der Flaschenbaum gesund entwickeln kann.

Krankheiten und Schädlinge

Gelegentlich kommen auch am robusten Elefantenfuß Schädlinge und Krankheiten vor. Das ist vor allem in den trockenen, warmen Wintermonaten der Fall, wenn die Wohnung beheizt wird. Zudem sind diverse Pflegefehler daran beteiligt, wenn Beaucarnea recurvata kränkelt.

1. Schädlinge
  • Gemeine Spinnmilbe: Spinnmilben sind leicht an den Gespinsten in den Blattachseln erkennbar, manchmal treten auch gebuchtete Fraßstellen an den Blatträndern auf.
  • Schildläuse: Diese Parasiten verstecken sich recht gut und sind deshalb nicht immer sofort erkennbar. Ein deutliches Anzeichen für einen Befall mit Schildläusen ist am Honigtau erkennbar, das sind kleine klebrige Tröpfchen, die an Blatträndern hängen. Die Schildläuse selbst sitzen mit ihren gewölbten Rückenschildern in der Regel tief in den Blattachseln oder auf der Blattunterseite.
  • Thripse: Stark befallene Pflanzen verlieren an Vitalität und zeigen Wachstumsstörungen, die Blätter sterben langsam ab.
  • Schmier- und Wollläuse: Die Schädlinge sind an einem feinen Gespinst, das an winzige Wattebäusche erinnert, zu erkennen.
Bekämpfung:
Da viele dieser Schädlinge erst dann erkennbar sind, wenn der Elefantenfuß bereits deutliche Krankheitserscheinungen zeigt, ist eine regelmäßige Kontrolle besonders wichtig. Verformte Blätter, Gespinste, Verdickungen und Verkorkungen der Blätter sowie eine Gelbfärbung des Laubs sind erste Anzeichen für einen Befall. Besonders im Anfangsstadium sind die meisten Parasiten noch gut unter Kontrolle zu bringen.
  •  Blätter mit feuchtem Tuch abwischen
  • vor allem die Blattunterseiten
  • alternativ unter der Dusche abbrausen
  • sichtbare Parasiten mit feuchtem Wattestäbchen entfernen
Werden die ersten Anzeichen jedoch übersehen und die Parasiten nicht sorgfältig entfernt, reichen herkömmliche Methoden zur Bekämpfung nicht mehr aus. Die Schädlinge sind in der Lage, sich binnen kurzer Zeit fortzupflanzen. Bei den geringsten Anzeichen einer massiven Ausbreitung ist deshalb oft ein Pflanzenschutzpräparat unumgänglich, um den Elefantenfuß zu retten. Insektizide gibt es als Spray, in Flüssigform oder auch als Kombinationsprodukt mit Dünger. Für eine Bekämpfung ist es jedoch sehr wichtig, den Schädling genau zu identifizieren. Bei bestimmten Parasiten sind auch biologische Mittel wie Schlupfwespen möglich. Diese sollten in geschlossenen Wohnräumen den Kontaktgiften vorgezogen werden. Zudem reagiert der Flaschenbaum empfindlich auf bestimmte Mittel. Lassen Sie sich deshalb ausführlich im Fachhandel beraten, bevor Sie ein solches Mittel einsetzen.

2. Erkrankungen und Schadbilder
Werden die unteren Blätter des Blattschopfes im Laufe der Zeit gelb und sterben danach ab, ist das kein Grund zur Beunruhigung. Das ist auch in der freien Natur ganz normal, solange der Elefantenfuß weiterhin vital bleibt und regelmäßig frisches Grün austreibt. Die abgestorbenen Blätter können vorsichtig abgezogen werden. Darunter erscheint zunächst ein weißer Stammabschnitt, der mit der Zeit verholzt und wie der übrige Flaschenbaum aussieht.
  • junge Blätter werden gelb: Meist ist ein zu ausgiebiges Gießverhalten schuld. Eventuell ist es bereits zu einem Wurzelschaden durch Staunässe gekommen. Auch ein Temperaturschock kann ein Verwelken auslösen, wenn im Winter beispielsweise zu lange gelüftet wird.
  • schlaffe Neuaustriebe: Kontrollieren Sie den Standort auf Lichtmangel. Diese langen, farblosen Triebe deuten auf einen Mangel an Licht hin. Eventuell muss der Elefantenfuß an einen helleren Standort gebracht werden.
  • vertrocknete Blattspitzen: Da der Elefantenfuß nicht empfindlich auf niedrige Luftfeuchtigkeit reagiert, liegt in diesem Fall meist ein Wassermangel vor. Gießen Sie die Pflanze entweder in etwas kürzeren Abständen oder tauchen Sie den Wurzelballen gelegentlich im Sommer. Dabei muss Staunässe unbedingt vermieden werden.
Fazit

Am besten kontrolliert man den Wurzelballen jährlich im Frühjahr auf die Durchwurzlung. Jüngere Pflanzen benötigen meist jährlich einen etwas größeren Topf. Ein älterer Elefantenfuß muss nur noch in Abständen von drei bis fünf Jahren umgetopft werden. Ist kein größeres Pflanzgefäß mehr möglich, kann jährlich die oberste Substratschicht erneuert und alle paar Jahre ein Wurzelschnitt vorgenommen werden. Wichtig ist ein sehr hochwertiges Substrat.