Baumfreund, Philodendron selloum - Pflege-Anleitung

Baumfreund benötigt am Standort Platz, um sich auszubreitenDer Philodendron selloum stammt aus der Familie der Aronstabgewächse. Als tropischer Bewohner der Regenwälder Brasiliens treibt er neben seinen Hauptwurzeln auch Luftwurzeln. Blüten bildet er in der Zimmerkultur nur sehr selten aus, sie sind recht klein und unscheinbar. Er kann bis zu drei Meter hoch wachsen. Von seinem Stamm aus treibt er an vielen, bis zu 90 cm langen Stielen riesige, eingekerbte Blätter aus. Der Baumfreund ist eine zu Recht beliebte, eindrucksvolle und pflegeleichte Raumbegrünung.

Standort



Aufgrund seiner Wuchsfreudigkeit, ist ein Standort auf der Fensterbank eher ungünstig. Besser macht er sich in Innenräumen, allerdings in Fensternähe. Gut zu wissen für die Platzwahl: Der Philodendron selloum wächst sehr stark in die Breite. Er mag es am liebsten halbschattig. Je mehr Licht, ohne direkte, starke Sonnenbestrahlung er bekommt, desto intensiver die Blattfärbung. So kann er in Räumen mit Ost- oder Westfenstern gut in Fensternähe aufgestellt werden. Bei Räumen mit großen Südfenstern darf er gern in den Hintergrund rücken. Er kann ganzjährig im Zimmer stehen, Temperaturen zwischen 16 °C und 30 °C sind optimal. Ansonsten bevorzugt der tropische Philodendron selloum eine eher hohe Luftfeuchtigkeit und verträgt (kalte) Zugluft überhaupt nicht.

Boden

Nährstoffreiche und lockere Blumenerde ist gut geeignet für den Baumfreund. Aus Gartenerde, Kompost und Torf zu gleichen Teilen, kann man das Substrat auch selbst zusammenmischen. Zusätzlich sorgt eine Dränageschicht aus Kiesel oder Tonscherben im Topfboden für einen staufreien Wasserabfluss.

Gießen

Auch beim Wasserbedarf zeigt sich der Philodendron recht unkompliziert. In der Wachstumsphase, im Sommer und bei vielen großen Blättern liegt der Bedarf höher als im Winter. Statt stereotype, tägliche Wassergaben, sollte lieber nach Bedarf gegossen werden. Das heißt, wenn die oberste Schicht der Erde angetrocknet ist. Im Winter etwas reduzierter gießen, aber den Wurzelballen auch dann nicht ganz austrocknen lassen. Wichtig ist, kurze Zeit nach dem Gießen, die Unterschalen zu kontrollieren und gegebenenfalls zu leeren, damit die Pflanze nicht längere Zeit im Wasser steht. Ein Wassergefäß in der Nähe kann für mehr Luftfeuchtigkeit sorgen, besonders im Winter bei trockener Heizungsluft.

Kleinere Gefäße können auch durch Eintauchen mit Wasser versorgt werden. Das Gefäß einfach solange in einen Eimer mit Wasser eintauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Völlige Trockenheit übersteht der Baumfreund nicht lange. Sollte es einmal vorgekommen sein, dass die Pflanze völlig ausgetrocknet ist, muss der Wurzelballen auf jeden Fall mehrere Stunden in Wasser eingetaucht bleiben. Damit die Pflanze über ihre schönen, großen Blätter atmen kann, sollte man sie auch regelmäßig von Staub befreien. Schafwolle ist ein ideales Material dafür, es reinigt die Poren der Blätter optimal, so kann die Pflanze besser von der Luftfeuchtigkeit profitieren. Tipp: Zum Besprühen der Blätter auf jeden Fall abgestandenes, lauwarmes, weiches Wasser verwenden. Regenwasser ist optimal, falls nötig, vorher filtern.

Düngen

Auch was die Düngergaben betrifft, ist der Baumfreund eher bescheiden. In der Wachstumszeit wird alle vierzehn Tage etwas Flüssigdünger ins Gießwasser gegeben. Der Dünger sollte für Blattpflanzen sein, das heißt, mit einem Hauptanteil Stickstoff und Kalium. Auch Langzeit-Düngestäbchen für Grünpflanzen sind für Philodendren geeignet.

Typisch für Aronstabgewächse: die lange Blüte des BaumfreundsVermehren

Bei nicht kletternde Philodendren,

wie den Selloum, gestaltet sich eine vegetative Vermehrung über Stecklinge eher schwierig. Wer das Glück hat, sie durch optimale Verhältnisse, besonders in Sachen Licht und Luftfeuchtigkeit, zum Blühen zu bringen, kann es mit den Samen versuchen. Bei ausgesuchten Händlern ist Saatgut verschiedener Philodendren erhältlich. Die Samen des Philodendron selloum sind weiß und kaum 2 mm groß. Sie können ohne vorheriges Einweichen in die Aussaaterde gedrückt werden, ungefähr 0,5 bis 1 cm tief. Die Temperatur sollte nun dauerhaft mindestens um die 24 °C betragen. Bei konstant warmer Umgebungstemperatur keimen sie in 3-5 Wochen. Erst wenn die Keimlinge gute 5 cm erreicht haben, pikiert man sie in einzelne Töpfe. Danach werden sie gepflegt und versorgt, wie die erwachsenen Pflanzen auch. Ein Hinweis für die Suche nach Samen des Philodendron Selloum: Oft wird er auch unter den Namen Philodendron bipinnatifidum, zottelige Philodendron oder 'lacy tree philodendron' angeboten.

Umtopfen

Der Baumfreund ist recht wuchsfreudig. Das gilt auch für seine Wurzeln. Daher ist der Topf nach 2 bis 3 Jahren meistens so weit durchwurzelt, dass er in ein größeres Gefäß umgetopft werden muss. Um das zu kontrollieren, kann man den Erdballen ruhig einmal aus dem Gefäß herauslösen. Befinden sich bereits viele Wurzeln an den Außenseiten oder ragen die Wurzeln schon durch das Abzugsloch, wird es höchste Zeit den Baumfreund umzutopfen.
  • beste Zeit: im Frühjahr
  • altes Substrat gründlich, aber sorgfältig von den Wurzeln entfernen
  • den neuen Topf höchstens zwei Nummern größer (nicht zu groß) wählen
  • neues oder frisch angemischtes Substrat verwenden   
  • danach gut wässern und
    nicht im Wasserbad stehen lassen
Hydrokultur

Der Baumfreund ist bestens für die Hydrokultur geeignet. Allerdings ist eine Umstellung von Erd- auf Hydrokultur nicht ganz einfach und erfordert viel Sorgfalt und Pflege. Immerhin muss das gesamte Wurzelsystem von Erde auf Wasser umgestellt werden. Die Wurzeln sollten zudem bei der Umstellung keinerlei Erdanhaftungen mehr besitzen. Aufgrund seiner Wuchsfreudigkeit und Ausmaße, kann er größere Geschäftsräume und helle Flure verschönern. Er sorgt für ein gutes Klima und ist als Hydrokultur besonders pflegeleicht.

Freilandkultur

In warmen Sommermonaten kann der Baumfreund auch in einem geschützten Bereich im Freien stehen. Allerdings sollte die Temperatur in den Nächten nicht unter 16 °C absinken. Eine direkte Sonnenbestrahlung um die Mittagszeit ist zu vermeiden. Selbst in gemäßigten Klimazonen in Deutschland, wird der Baumfreund, auch mit Winterschutz, nicht lange im Freien überleben.    

Arten

Von der nicht kletternden Art des Philodendron gibt es weitere Arten bzw. attraktive Zuchtsorten des Philodendron selloum im Handel. Gegenüber den kletternden Arten sind sie jedoch eindeutig in der Minderheit:
  • Philodendron selloum inflorescence
  • Philodendron selloum Robert Chumbley´s 'Miniature Selloum'
  • Philodendron xanadu
Vorsicht: Philodendron besitzt giftige PflanzenteileKrankheiten, Schädlinge

Wenn der Philodendron selloum, wie die anderen Philodendron Arten auch, zu trocken steht, ist er anfällig für den Befall mit Schildläusen, Spinnmilben oder Thripsen. Steht er zu lange in feuchter Erde, kann dies zur Wurzelfäule führen. Daher ist es wichtig, den Baum regelmäßig auf einen möglichen Befall hin zu kontrollieren. Die Schädlinge lassen sich mit einem Tuch, dass zuvor in Spiritus getränkt wurde, leicht entfernen. Danach die Stellen mit Wasser abspülen. Bei fortgeschrittenem Befall können zusätzlich systemisch wirkende Stäbchen zum Einsatz kommen.

Giftigkeit

Bei Pflanzen aus der Familie der Aronstabgewächse ist davon auszugehen, dass alle oder Teile der Pflanze schwach bis stark giftig sind. Der Philodendron wird als eher schwach giftig eingeschätzt. Der Verzehr kann bei Mensch und Tier leichtes bis starkes Unwohlsein hervorrufen. Bei empfindlichen Menschen kann es bei Kontakt auch zu Hautreizungen führen. Verantwortlich dafür sind in der Hauptsache seine Kalziumoxalatkristalle.

Fazit der Redaktion

Mit dem Philodendron selloum kann man sich einen pflegeleichten, wunderschönen "Luftfilter" ins Haus holen. Er wächst schnell und bekommt mit zunehmendem Alter einen eindrucksvollen, besonderen Habitus. Als sowohl in die Höhe als auch Breite schnell wachsende Art ist er ein üppiger, grüner Blickfang auch im Inneren eines Raumes, vorausgesetzt es ist dort hell genug.

Wissenswertes zum Baumfreund in Kürze
  • Der Philodendron selloum gehört zu den bekanntesten Arten dieser Gattung.
  • Alle Philodendren werden unter der deutschen Bezeichnung Baumfreund zusammengefasst.
  • Es sind Blattpflanzen, die durch große oder besonders geformte Blätter auffallen. Es gibt etwa 500 Arten.
  • Philodendron selloum gehört zu den größten kultivierten Baumfreundarten.
  • Es ist eine stammbildende Art, die ursprünglich aus Brasilien stammt.
  • Es ist eine nicht kletternde Philodendronart. Sie bilden einen kurzen, gedrungenen Stamm aus, an dem eine lockere Blattrosette sitzt.
  • Auffallend sind seine sehr großen fiederteiligen Blätter. Diese können bis 90 cm lang und 60 cm breit werden und sind fingerförmig geteilt.
  • Sie sitzen an bis zu 90 cm langen Stielen.
  • Alle Baumfreunde sind pflegeleichte Pflanzen, die problemlos im warmen Zimmer gepflegt werden können.
  • Sie kommen auch mit etwas weniger Licht aus.
Standort
  • Philodendron (Baumfreund) hat große, dekorative BlätterPhilodendron selloum mag einen hellen bis halbschattigen Standort.
  • Auf ein Fensterbrett passt die Pflanze meist nicht lange, sie wird einfach zu groß. Sie sollte aber in der Nähe des Fensters stehen.
  • Zwar kommt der Philodendron mit etwas weniger Licht aus, aber im Winter wird es dann eng. Dann sollte er so nah am Fenster stehen wie es geht.
  • Die Temperaturen sollten nicht unter 16 ˚C absinken. Die Pflanze kann ganzjährig im warmen Zimmer verbleiben.
  • Am besten steht sie an einem Ost- oder Westfenster. Gegen Abend- oder Morgensonne ist nichts einzuwende.
  • Pralle Mittagssonne mag der Baumfreund nicht. Wenn man ein Südfenster hat, stellt man die Pflanze tiefer in den Raum.
  • Philodendron selloum mag eine hohe Luftfeuchtigkeit und verträgt keine kalte Zugluft.
Pflanzsubstrat
  • Das Pflanzsubstrat muss locker und durchlässig sein.
  • Am besten ist ein Gemisch aus Kompost, Lauberde und grobem Torf, alles zu gleichen Teilen.
  • Am Topfboden ist eine Drainageschicht empfehlenswert.
  • Die Pflanze sollte alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden.
Gießen und Düngen
  • Je nach Größe der Pflanze und der Anzahl und Größe der Blätter benötigt sie Wasser.
  • Viele große Blätter verdunsten gerade im Sommer eine Menge Wasser. Das muss wieder zugeführt werden.
  • Stehende Nässe wird nicht vertragen. Man gießt also vorsichtig.
  • Wenn man zu viel Wasser zugegeben hat, muss nach einigen Minuten der Untersetzer oder Übertopf geleert werden.
  • Zwischen den Wassergaben lässt man immer die oberste Erdschicht gut abtrocknen.
  • In der Ruhezeit während des Winters schränkt man das Gießen ein.
  • Man gießt wenig, nur so viel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.
  • Gedüngt wird 14-tägig mit einem Flüssigdünger, aber nur in der Wachstumszeit, vor allem im Frühjahr.
  • Der Dünger sollte viel Stickstoff und Kalium enthalten, um das Wachstum der neuen Triebe zu fördern.
Schneiden
  • Philodendron selloum sollte nicht geschnitten werden. Je älter die Pflanze wird, um so uriger sieht sie aus.
Vermehren
  • Philodendron selloum kann durch Stecklinge vermehrt werden. Man schneidet diese im Sommer, immer unterhalb eines Blattknotens.
  • Alle unteren Blätter werden entfernt. Dann steckt man den Zweig in Erde.
  • Man bewurzelt nicht im Wasserglas, den Steckling immer gleich in Erde setzen.
  • Über das Anzuchtgefäß stülpt man einen Plastikbeutel. Alles zusammen bekommt einen hellen und warmen Platz.
  • Sobald die Pflanze austreibt, hat sie Wurzeln gebildet. Man kann die Tüte dann abnehmen.
  • Vorsichtig muss man mit den Wassergaben sein, nicht zu viel gießen, aber auch nicht zu trocken halten.
Krankheiten und Schädlinge
  • Als Schädlinge können Schildläuse, Spinnmilben und Wollläuse auftreten.
Giftigkeit?
  • Der Philodendron ist nicht wirklich giftig, aber man sollte ihn nicht verzehren. Dann können alle Pflanzenteile ein starkes Unwohlsein hervorrufen.
  • Der Kontakt mit dem Pflanzensaft kann zu Hautreizungen führen.
  • Die Giftigkeit der Philodendren kommt vom Vorhandensein von Calciumoxalat-Kristallen und von löslichen Salzen der Oxalsäure.
  • Die Einnahme kann zu starken Schwellungen und zu einer Beeinträchtigung der Atemfunktion führen.