Zwergpfeffer, Peperomia obtusifolia richtig pflegen

Die Peperomia obtusifolia gibt es in den unterschiedlichsten Blattfarben: rein grüne Blätter, mit gelb-grünem Laub oder auch weiß-grün gefleckte oder gestreifte Varianten, die teilweise rot umrandet sind. Auch die Wuchsformen unterscheiden sich leicht. Einige Zwergpfeffer wachsen strikt aufrecht, andere breiten sich eher kriechend aus, während wiederum andere mit ihren leicht hängenden Trieben perfekt als Ampelpflanze einzusetzen sind. Zwar ist die krautige Pflanze recht robust, allerdings stellt sie bestimmte Ansprüche an ihre Bewässerung. Nur mit dem richtigen Gießverhalten kann die Peperomie auch gut gedeihen und eine Bereicherung für den Hobbygärtner darstellen.

Kurzer Steckbrief

  • botanischer Name: Peperomia obtusifolia
  • andere Namen: Peperomie,

    Pfeffergesicht, Zierpfeffer, Fleischige Peperomie, Magnolienblättriges Pfeffergesicht
  • gehört in die Pflanzengattung der Pfeffergewächse (Piperaceae)
  • immergrüne, krautige Pflanze
  • Blätter: fleischig, glänzend, meist elliptische Form mit stumpfer Spitze
  • Triebe sind oft purpurfarben
  • weißliche Blütenkolben zwischen Frühsommer und Herbst
  • Wuchshöhe: etwa 15 bis 30 cm

Sorten und Vorkommen

Der Zwergpfeffer, botanisch Peperomia, gehört zu den Pfeffergewächsen und ist mit über 1500 Arten fast überall in den tropischen Gebieten der Erde verbreitet. Die meisten Peperomia-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen von unterschiedlicher Größe und Aussehen als Aufsitzer (epiphytisch) auf größeren Bäumen, manche auch terrestrisch. Die meisten Zierpfeffer sind in den Regen- oder Nebelwäldern Mittelamerikas heimisch. Einige Zwergpfefferarten können Wasser speichern und zählen damit zu den sukkulenten Pflanzen. Eine der bekanntesten und beliebtesten Arten des Zwergpfeffers ist die Peperomia obtusifolia, auch Fleischige Peperomie genannt. Diese Art besticht mit ihren stumpfen, runden, fleischigen Blättern, es gibt Varietäten mit grünen oder farbigen Blättern.
  • Peperomia obtusifolia 'Alba': Jungblätter in hellem Zitronengelb, färben sich später etwas dunkler
  • Peperomia obtusifolia 'Albo marginata': graugrüne Blätter mit silbrig weißen Rändern
  • Peperomia obtusifolia 'Greengold': cremefarbene Flecken auf graugrünen Blättern
  • Peperomia obtusifolia 'Variegata': hellgelbe oder cremefarbene Bänder auf grünem Laub
  • Peperomia obtusifolia 'Minima': Zwergform mit nur 3 cm großen Blättern

Standort

Der Standort für einen Fleischigen Zwergpfeffer sollte so hell wie möglich ausfallen, aber nicht in der vollen Sonne sein. Da die aparte Blattschmuckpflanze in vielen unterschiedlichen Blattfärbungen vorkommt, gilt hier die Regel: Je bunter das Laub ist, umso heller sollte die Pflanze stehen. Grüne Sorten vertragen nicht ganz so viel Sonne wie buntlaubige Peperomia-Sorten. Im Sommer kann der Zierpfeffer alternativ zu seinem üblichen Platz in der Wohnung auch nach draußen auf die Terrasse oder den Balkon gestellt werden. Bedingung hierfür ist, dass die Temperaturen nicht mehr deutlich unter 15 Grad (vor allem in der Nacht) sinken und er einen vor der Mittagssonne geschützten Platz bekommt. Alle Peperomien benötigen ganzjährig ein warmes Klima und vertragen keine kalten Temperaturen.
  • Lichtbedarf: sonnig bis sehr heller Halbschatten
  • keine direkte Mittagssonne im Sommer
  • Temperatur: 18 bis 24 Grad
  • verträgt keine starken Temperaturschwankungen
  • frei von Zugluft
  • gerne hohe Luftfeuchtigkeit
  • rotlaubige Sorten auch am beschatteten Südfenster
  • grünlaubige Sorten besser am Ost- oder Westfenster

Gießen

Peperomien vertragen keine nassen Wurzeln, denn die meisten Arten wachsen epiphytisch und haben daher kein ausgeprägtes Wurzelsystem , da sie keinen permanenten Zugriff auf das Wasser im Boden haben. Ihre Stängel oder Blätter sind mehr oder weniger saftig oder fleischig verdickt, um dem Austrocknen des Substrates entgegenzuwirken. Staunässe verursacht in kurzer Zeit Fäulniserscheinungen. Zu intensives Gießen gehört zu einem der häufigsten Pflegefehler und ist die Ursache dafür, dass die Pflanzen absterben. Deshalb wird der Zwergpfeffer regelmäßig mit wenig Wasser gegossen, etwa einmal in der Woche reicht im Normalfall aus. Alternativ kann die Pflanze auch alle zwei bis drei Wochen durchdringend gegossen werden. Überschüssiges Wasser muss nach fünf Minuten unbedingt aus dem Untersetzer entfernt werden. Das Substrat sollte zwischen den

einzelnen Gießintervallen immer gut austrocknen können.

Tipp: Am besten gießt man das Wasser in den Untersetzer, damit die Blätter nicht nass werden.

Düngen

Gedüngt wird die Peperomia obtusifolia in der Wachstumszeit zwischen April und August regelmäßig alle drei bis vier Wochen mit handelsüblichem Grünpflanzendünger in schwachkonzentrierter Form über das Gießwasser. Zu reichliche Nährstoffgaben verursachen ein weiches und unnatürliches Wachstum. Oft ist die Folge, dass die Pflanze später keine ausreichende Standfestigkeit mehr hat und das Gewebe zusammenbricht.

Substrat/Umtopfen

Das Substrat für den Zwergpfeffer sollte gut durchlässig für Luft und Wasser sein. Da die Pflanzen kein ausgeprägtes Wurzelsystem haben, reichen relativ kleine Pflanzgefäße aus. Deshalb muss die Peperomie auch nur selten umgetopft werden. Am besten wird das Pfeffergesicht jedes Jahr im Frühling vorsichtig aus dem Pflanztopf gezogen und das Wurzelwachstum begutachtet. Ist die Erde noch nicht sichtbar durchwurzelt, ist kein Umtopfen notwendig. Erst dann, wenn außen am Ballen Wurzeln erkennbar sind, benötigt die Pflanze ein leicht größeres Gefäß und mehr Substrat. Vor dem Umtopfen sollte der Zwergpfeffer gegossen werden. Dann verbindet sich das frische Substrat besser mit dem Wurzelballen. Peperomia obtusifolia kommt gut mit flachen Schalen oder auch Ampeln zurecht.
  • 3 Teile handelsübliche Blumenerde
  • Teil Sand
  • 1 Teil Torferde
  • 1 Teil Splitt, Lavagranulat oder feines Blähtongranulat
  • alternativ handelsübliche Kakteenerde mit Torfmoos
  • zunächst eine Drainageschicht einfüllen
Je größer der Topf für das Pfeffergesicht wird, umso grober sollte das Substrat gekörnt sein, damit eine gute Durchlässigkeit für Luft und Wasser gewährleistet ist. Ab Gefäßdurchmessern von über 15 cm ist deshalb das Beimengen
von grobem Lavagestein, Blähton oder auch etwas Orchideensubstrat (grobe Rinde) sinnvoll.

Tipp: Wächst das Pfeffergesicht trotz regelmäßiger Bewässerung nicht gut, kommt wahrscheinlich nicht genügend Luft an die Wurzeln. Ein gröberes Substrat schafft Abhilfe.

Pflege

Der Zwergpfeffer ist nicht besonders pflegeintensiv. Einige Sorten bevorzugen eine hohe Luftfeuchtigkeit, deshalb freuen sich die krautigen Pflanzen über ein gelegentliches Einsprühen mit zimmerwarmem, weichem Wasser. Meist ist das jedoch nur in den Wintermonaten notwendig, wenn die Heizung die Luft austrocknet.

Tipp: Die Blätter der leicht sukkulenten Pflanze haben an der Oberseite Spaltöffnungen. Blattglanzspray verstopft diese Öffnungen, was dazu führt, dass sich die Blätter schwarz färben.

Schneiden

Der Zwergpfeffer gehört zu den "Easy care"-Pflanzen, die nur wenig Pflege benötigen. Ein regelmäßiger Schnitt muss bei der fleischigen Pflanze nicht durchgeführt werden. Welke Blätter oder Blütenstände sollten regelmäßig entfernt werden. Dazu ist normalerweise kein Werkzeug notwendig, da die saftigen Stängel leicht mit der Hand herausgebrochen werden können. Wird das Pfeffergesicht zu groß für die Fensterbank, kann es im Frühjahr zurückgeschnitten werden.
  • dazu Enden der Triebe schneiden
  • seitliche Triebe entfernen
  • alle kranken oder welken Blätter und Blüten herausnehmen

Vermehren

Obwohl sich einige Arten des Pfeffergesichts (vor allem die einjährigen Sorten) durch Samen vermehren, ist die übliche Prozedur die vegetative Vermehrung durch Stecklinge. Es gibt etwa ein Dutzend Sorten von Peperomia obtusifolia, die als Zimmerpflanzen kultiviert werden. Diese können leicht in zwei Gruppen unterteilt werden: bunte Sorten und nicht veränderte Sorten.

1. Kopfstecklinge
Veränderte Zuchtsorten werden durch Kopfstecklinge vermehrt, da sie durch Blattstecklinge ihre besonderen Merkmale verlieren. Eine der häufigsten buntlaubigen Sorten ist die Peperomia magnoliifolia, die laut neuester Lehrmeinung auch zu den Fleischigen Peperomien gehört. Zudem gibt es Varietäten mit rot-gelb gerandeten oder cremeweiß panaschierten Blättern. Auch rein grüne Sorten können über Kopfstecklinge vermehrt werden.
  • Zeitpunkt: Frühjahr oder zeitiger Sommer
  • Triebspitze mit guter Farbentwicklung auswählen
  • Länge: mindestens zwei Blattpaare und wachsende Spitze (etwa 7 cm)
  • unteres Blattpaar entfernen
  • Trieb knapp unter dem unteren Auge kappen
  • (unterhalb der entfernten Blätter)
  • scharfes, sauberes Messer benutzen
  • Substrat: Gemisch aus Torf oder Torfmoos, Sand und Perlite
  • Topfgröße: maximal 9 cm
  • alternativ Pflanzschale
  • Pflanzabstand (in Schalen): mindestens 3 cm
  • mit einem Holzspieß oder Stift ein Loch ins Substrat machen
  • Steckling einsetzen
  • Tiefe: maximal bis kurz unter das erste Blattpaar
  • Erde leicht andrücken
  • nur leicht angießen
  • Pflanztopf in durchsichtige Plastiktüte stellen
  • gegebenenfalls mit Holzspießen stützen
  • Temperatur: um 18 Grad
  • keine direkte Sonne
  • alternativ zunächst in einem Glas mit Wasser bewurzeln
Im Sommer wird der Steckling zur Bewurzelung an einen warmen, hellen Platz im Zimmer gestellt. Direkte Sonneneinstrahlung muss unbedingt vermieden werden. In den Wintermonaten hat es sich bewährt, die Pflanzschale auf eine Fensterbank über der Heizung zu stellen, da die Erde zur Ausbildung der Wurzeln schön warm sein sollte. Zeigen die Jungpflanzen nach etwa fünf Wochen erste Anzeichen von Wachstum und es bilden sich neue Blätter, werden sie gegebenenfalls in 9-cm-Töpfe vereinzelt und wie ausgewachsene Exemplare gepflegt.

2. Blattstecklinge
Nicht veränderte Sorten (also grünblättrige Arten) können auch durch Blattstecklinge vermehrt werden. Dazu wird ein gesundes, kräftiges Blatt möglichst tief am Trieb geschnitten, ohne den Trieb selbst über Gebühr zu verletzen. Am besten funktioniert das mit einer sauberen Rasierklinge.
  • Substrat: Kakteenerde, Anzuchterde oder Gemisch aus Torf und Sand
  • Blatt mit dem Stiel leicht in die Erde drücken
  • Erde nur ganz leicht feucht halten
  • nasses Substrat führt zum Faulen des Blattes
  • in den ersten zwei Wochen in durchsichtige Plastiktüte stecken
  • warm und hell aufstellen
  • keine direkte Sonne
Sobald sich kleine Pflänzchen am Blattrand gebildet haben, die ausreichend bewurzelt sind, können diese abgetrennt und in lockeres Substrat gepflanzt werden. Da die Peperomia obtusifolia kein ausgeprägtes Wurzelsystem bildet, reichen relativ kleine Pflanzgefäße aus. Wichtig ist, gleich zu Beginn eine Drainageschicht einzufüllen, damit keine Staunässe entsteht.

Überwintern

Der Zwergpfeffer ist eine immergrüne Pflanze, die in der Regel keine Winterruhe einlegt. Deshalb unterscheidet sich die Pflege nicht wesentlich von der in den übrigen Monaten. Die Temperaturen sollten auch in der kalten Jahreszeit nicht unter 18 Grad abfallen, sonst drohen Kälteschäden. Aufgrund des geringen Lichtangebotes wächst die Pflanze ab Mitte November deutlich langsamer. Ab September wird das Düngen eingestellt und erst wieder im April langsam begonnen. Auch die Gießwassermengen werden leicht reduziert.

Krankheiten und Schädlinge

Parasiten kommen nur selten auf der Fleischigen Peperomie vor. Hauptursachen für das Erkranken und Absterben der Pflanze sind Pilze, Bakterien oder Viren, die durch zu hohe Wassermengen hervorgerufen werden, sowie das Verfaulen der Pflanze durch Staunässe.
  • Schildläuse mit Seifen-Spiritus-Lauge bekämpfen
  • Spinnmilben unter der Dusche abbrausen
  • verblassende Blätter: meist durch zu intensive Sonneneinstrahlung verursacht
  • gehemmtes Wachstum und welkes Aussehen: mehrere Ursachen möglich. Tritt auf, wenn die Pflanze zu kalt steht, zu viel gegossen wurde oder das Substrat schlecht luftdurchlässig ist
  • untere Blätter werden heller: meist Nährstoffmangel an Stickstoff oder Kalium
  • Pflanze verliert Blätter: oft ein Anzeichen für zu hohe Düngemengen, frische Erde notwendig
  • Flecken auf den Blättern: Überwässerung oder Wasser auf den Blättern
Besteht der Verdacht, dass die Wurzeln durch Überwässerung faulen, sollte die Pflanze über einem Zeitungspapier aus dem Gefäß geholt und die Erde abgeschüttelt werden. Sind die Wurzeln noch nicht sichtbar, können sie vorsichtig unter der Brause von restlicher Erde befreit werden. So ist es einfacher, zu bestimmen, welche Wurzelteile abgestorben oder faul sind. Alle kranken oder welken Pflanzenteile abschneiden und die gesunden Teile der Peperomie in frisches, grobkörniges Substrat einsetzen. In der Regel wächst der Zwergpfeffer innerhalb kurzer Zeit wieder kräftig an.

Fazit

Der Zwergpfeffer gehört zu den pflegeleichten Pflanzenarten, die sich hervorragend für Anfänger oder auch solche Gärtner eignen, die ihre Gewächse gerne einmal vergessen. Peparomia obtusifolia verzeiht auch schon einmal den einen oder anderen Pflegefehler, insofern sie nicht zu nass gehalten wird. Staunässe gehört zu den Pflegefehlern, die den sicheren Tod der Pflanze bedeuten.