Zylinderputzer - Pflege, Überwintern, Schneiden

ZylinderputzerWegen der außergewöhnlichen Form wird der Zylinderputzer (Callistemon citrinus, Syn. Callistemon lanceolatus) auch Pfeifenputzer, Schönfaden, Lampenputzerstrauch oder Flaschenbürsterstrauch genannt. Die Gattung besteht aus mehreren sehr frostempfindlicher bis winterharter, immergrüner Sträucher und Bäume.

Blüte und Blätter

Der Zylinderputzer ist alleine von der Blüte her interessant. Es blüht nämlich je nach Art bis zu dreimal im Jahr; April/Mai, August sowie Dezember. Die 10 bis 15cm langen Blüten, die mit sehr filigranen Staubgefäßen aufwarten, sind lange haltbar und strahlen meist in rot, aber auch

in rosa und gelb. Die Blüten selbst sind eher unscheinbar grünlich, auffällig farbenfroh sind nur die langen Staubgefäße, welche die Blüten oftmals komplett bedecken.

Die Blätter sind fest und duften zart nach Zitrone (wodurch die Pflanze auch den botanischen Zusatz citrinus erhielt). Zerreibt man sie zwischen den Fingern, wird der Geruch wesentlich intensiver. Zylinderputzer sind immergrün.

Vor allem die frostempfindlichen Arten begeistern mit ihren außergewöhnlichen Blüten, so dass auch fast nur diese hier im Handel angeboten werden.

Pflege

Zylinderputzer brauchen viel Wasser, die Erde sollte immer leicht feucht gehalten werden. Sie vertragen kurzzeitige Trockenphasen von 1-2 Tagen schon, allerdings brauchen sie danach meist Monate, um sich wieder zu erholen. Ebenso empfindlich wie auf Trockenheit reagieren sie auch auf Staunässe.

Zum Gießen sollte am besten Regenwasser genommen werden, denn die Pflanze verträgt Kalk nicht gut.
Als Starkzehrer braucht sie viele Nährstoffe, daher liebt sie wöchentliche bis 14-tägige Düngergaben. Zwar überlebt sie auch ohne Nährstoffzufuhr, dies geht allerdings auf Kosten der Blühfreudigkeit.

Pflanzsubstrat

Der Lampenputzer benötigt  unbedingt kalkfreie Erde. Geeignet sind Kübelpflanzen- oder Rhododendronerde. Beiden wird aber Sand untergemischt. Das Substrat kann sauer oder neutral sein. Ideal ist eine Drainageschicht am Topfboden. Das Pflanzgefäß sollte nicht zu groß sein. Sobald es zu stark durchwurzelt ist, muss umgetopft werden. Die beste Zeit dafür ist das Frühjahr. Man pflanzt am besten wieder in den alten Topf, schneidet aber den Wurzelballen ringsum etwa 2 bis 3 cm zurück. So wird die Pflanze nicht zu groß. Wenn man Platz hat, kann man sie einfach wachsen lassen und einen größeren Topf verwenden.

Gießen und Düngen

Wichtig zu wissen ist, dass der Zylinderputzer kein kalkhaltiges Wasser verträgt. Ideal zum Gießen ist Regenwasser. Kalk im Wasser führt dazu, dass die Blätter mit der Zeit vergilben und die Pflanze kränkelt. Es muss regelmäßig gegossen werden. Der Pflanzballen darf nicht austrocknen. Allerdings darf auch kein Wasser im Untersetzer stehen. Nasse Füße führen dazu, dass die Wurzel zu faulen beginnt.  Ausgepflanzte Zylinderputzer vertragen auch Trockenheit.

Düngen ist wichtig für die Pflanzen, die viel Kraft für ihre zahlreichen Blüten benötigen. Geeignet ist normaler Blühpflanzendünger. Besser ist allerdings Spezialdünger für Kübelpflanzen. Es reicht, alle 2 bis 4 Wochen zu
düngen.

Standort

Zylinderputzer sind sonnenhungrig, benötigen daher einen vollsonnigen, hellen Standort. Ideal sind Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad Celsius.

Es sind Starkzehrer, sie brauchen daher gut nährstoff- und humusreiche Erde. Durchlässig sollte sie sein, denn Staunässe wird nicht gut vertragen, allerdings mögen sie im Sommer einen stets feuchten Boden. Am besten gedeiht die Pflanze auf normalem bis saurem

Boden. Ideal ist hier eine Mischung aus Rhododendron- und normaler Gartenerde. Für eine bessere Durchlässigkeit der Erde machen sich Rindenstücke oder Styroporkügelchen gut, welche mit beigemischt werden.

Manche stolzen Besitzer dieser schönen australischen Pflanze halten sie als reine Zimmerpflanze, was durchaus möglich ist. Allerdings zieht sie einen Sommer draussen auf der Terrasse oder im Garten doch vor und dankt dies mit einem besonders starkem Blütenflor.

Überwintern

Die meisten hier angebotenen Arten sind nicht winterhart und sollten besser frostfrei hell überwintern. Ideal sind hier Temperaturen zwischen 2-8 Grad Celsius.

Sie vertragen auch nur sehr bedingt Frost, sicherer ist es daher, sie bereits vor den ersten Frösten ins Haus zu holen. Nach draussen dürfen die exotischen Pflanzen auch erst nach den Eisheiligen im Mai. Nach der Winterruhe brauchen sie eine gewisse Eingewöhnphase und sollten nicht sofort in die pralle Sonne gestellt werden. Besser ist es, sie sich für ca. 14 Tage an einem halbschattigen Standort akklimatisieren zu lassen.
Im Winterquartier wird wenig gegossen und nicht mehr gedüngt. Ab März wieder etwas mehr Wasser geben und ab dieser Zeit kann auch wieder gedüngt werden. Düngergaben sollten bis August erfolgen. Eine spätere Zufuhr von Nährstoffen treibt das Wachstum weiter an, doch die neuen Triebe können nicht mehr stark genug werden, um den Winter zu überstehen.

Da Zylinderputzer etwas kalkempfindlich sind, empfiehlt es sich, für den Winter einen kleinen Vorrat an Regenwasser zum gießen anzulegen.

Schneiden

Zylinderputzer ist gut schnittverträglich. Da die Pflanze am vorjährigen Holz blüht, wird sie direkt nach der Blüte zurückgeschnitten. Hierbei vor allem die verblühten Trieb-Enden entfernen, da an ihnen keine Blätter oder Blüten mehr wachsen. Zudem wird der Rückschnitt benötigt, um eine bessere Verzweigung anzuregen und einen kompakteren Wuchs zu erreichen.

Ein radikaler Rückschnitt ist zwar möglich, sollte jedoch nur bei wirklich überalterten Zylinderputzern durchgeführt werden, denn das neue Durchtreiben kostet der Pflanze viel Kraft.

Schädlinge

Eher selten wird der Zylinderputzer von der weißen Fliege heimgesucht, Blattläuse sind hier schon häufiger anzutreffen.

Weiße Fliegen
Sie vermehren sich rasend schnell, eine Bekämpfung ist im Freien kaum möglich. Angebotene Spritzmittel bringen nicht viel, da die Tiere für einen Erfolg direkt angespritzt werden müssen und sie sitzen meist an den Blattunterseiten und fliegen auch schnell weg.

Studentenblumen (Tagetes) und Basilikum werden von den Schädlingen gemieden, daher diese Pflanzen am besten dicht zum Zylinderputzer setzen.

Blattläuse
Die unliebsamen Gäste wird man am Einfachsten durch das Absprühen mit einem scharfen Wasserstrahl los. Lavendel und Thymian sind bei Blattläusen nicht beliebt und werden gemieden, weshalb man seinen Zylinderputzer sinnvollerweise neben solche Pflanzen stellt.

Bekannte Arten
  • Steifer Zylinderputzer (Callistemon rigidus) - Höhe 1 bis 2,5m und 2 bis 3m breit. Wartet im Sommer mit dunkelroten Blütenähren auf mattgrünen Blättern auf. Der buschig und recht dicht wachsende Strauch ist nur bedingt winterhart, f rostfrei überwintern.
  • Zitronen-Zylinderputzer (Callistemon pallidus) - Höhe 2 bis 4m und ebenso breit. Vom späten Frühjahr bis zum Hochsommer werden cremefarbene, grün überhauchte Blüten gebildet. Die grau-grünen Blätter bilden einen schönen Kontrast dazu. Diese Art wächst strauchartig ausladend und ist nur bedingt winterhart, frostfrei überwintern.