Steckbrief vom Zaunkönig - Nahrung, Brutzeit, Fütterung im Winter

Steckbrief vom Zaunkönig - Nahrung, Brutzeit, Fütterung im Winter

Der Zaunkönig mit dem wissenschaftlichen Namen Troglodytes troglodytes gehört zur Ordnung der Sperlingsvögel und wird den Singvögeln untergeordnet. Er zählt zur Familie der Zaunkönige der Gattung Troglodytes und zur Art des Zaunkönigs.

In Europa ist er der drittkleinste Vogel und ist noch heute unter den Namen Schneekönig bekannt, da er genauso im Winter voller Lebensfreude trällert. Auch in vielen Erzählungen, Sagen und Märchen ist der Zaunkönig vertreten, wo er bekannt ist für seine List und Schlauheit.

Das rostbraun gebänderte Gefieder bietet dem

Zaunkönig die optimale Tarnung im Unterholz. Der Schwanz ist meist hochgestellt, was ein charakteristisches Merkmal für den Vogel ist. Der Schnabel ist leicht gebogen und spitz, wobei der untere Teil gelblich und der obere Teil schwarz-braun gefärbt ist.

Über dem Auge ist undeutlich ein cremefarbener Strich zu sehen, der an den dunklen Ohrdecken endet. Männchen und Weibchen sind mit dem gleichen Federkleid ausgestattet, so dass eine Unterscheidung schwer wird. Das einzige Unterscheidungsmerkmal sind die Flügellängen, wobei die Flügel des Männchens zwischen 4,9 und 5,3 Zentimeter und beim Weibchen zwischen 4,5 bis 4,8 Zentimeter lang sind.

Nahrung und Nahrungserwerb vom Zaunkönig

In der Hauptsache besteht die Nahrung des Zaunkönigs aus tierischen Bestandteilen, wobei seine Lieblingsspeisen Milben, Weberknechte, Spinnen, Tausendfüßler, Asseln und kleine Krebstiere sind. Aber auch Insekten und deren Eier sowie Larven sind wahre Leckerbissen für diesen Kleinvogel.

Bei den Insekten bevorzugt der Zaunkönig vor allem Mücken, Fliegen, Schmetterlinge, Stechmücken, Gerad-, Netz- und Hautflügler, Ameisen, den gemeinen Ohrwurm sowie kleine Libellen und Nachtfalter. Ebenfalls stehen auf seinem Speiseplan Weichtiere und Kaulquappen, eher seltener vertilgt er auch kleine Samen, Holunder-, Brom- und Himbeeren.

Selbst vor den Trauben macht der Zaunkönig keinen Halt, wobei ihn selbst Obstnetze nicht hindern können. Kleintiere, die im
flachen Wasser leben, gehören ebenso zur Nahrung.

Der Zaunkönig begibt sich bei seiner Beutesuche vorwiegend auf den Boden, an den Gewässerrand, ins Reisig und Wurzelwerk. Sehr selten wird im Geäst von Bäumen und Sträuchern nach Beute gesucht.

In direkter Nähe zum Gewässer befinden sich meistens die Nahrungshabitate, da hier das Angebot am größten und sogar im Winter vorhanden ist. Schnell ist er ins Unterholz geschlüpft und dringt mit seinem spitzen Schnabel selbst in die kleinsten Fugen und Ritzen von Rinde und sogar in Astlöcher vor. Dort findet er dann Larven, Spinnen und Insekten.

Da die Teile von Chitin unverdaulich sind, würgt er diese wieder als Gewölle heraus. Grundsätzlich sucht das Weibchen die Nahrung stets in Bodennähe, wohingegen sich das Männchen in das Geäst von hohen Bäumen begibt.

Die Brutzeit vom Zaunkönig

Wie viele seiner Artgenossen ist auch der Zaunkönig in seinem ersten Lebensjahr geschlechtsreif. Allerdings bevorzugt er nicht die monogame Brutehe, sondern lebt meistens mit mehreren Weibchen zusammen. Ende April bzw. Anfang Mai findet in Mitteleuropa die erste Brut statt, die zweite folgt größtenteils im Juni oder Juli.

Gleich mehrere Nester fertigt das Männchen im Rohbau nach seiner Ankunft im neuen Brutrevier im Frühjahr an. Für die Fertigstellung ist dann das ausgewählte Weibchen verantwortlich, welches das Nest mit Federn, Wolle und Moos auspolstert.

In der Regel befinden sich die Nester nicht

höher als zwei Meter im dichten Buschwerk, unter Baumwurzeln oder Bruchholz sowie unter ausgespülten Bachufern. Aber auch Verstecke in Hecken, in alten Mauern, Stallungen und Co. werden gerne für die Nistplätze gewählt.

Das erste Ei legt das Weibchen etwa nach fünf bis sechs Tagen der Kopulation und jeden Tag folgt vor Sonnenaufgang das nächste, bis das Gelege vollständig ist. Fünf bis acht Eier liegen dann im Nest, die allein vom Weibchen für 14 bis 18 Tage bebrütet werden.

Die Winterfütterung vom Zaunkönig

Auch der Zaunkönig findet sich an den Futterstellen ein, er gehört zu den Weichfressern und bevorzugt sein Futter auf dem Boden liegend. Haferflocken und feine Sämereien, wie winziger Erdnussbruch, Negersaat und Mohn werden gerne vom Zaunkönig angenommen. Ebenfalls ist er gegen Äpfel und Birnen im Winter nicht abgeneigt.