Ein Stahlbalkon oder eine Stahlterrasse sind die ideale Lösung für alle, die an ihrem Eigenheim bislang ohne Balkon auskommen müssten. Sie lassen sich nämlich relativ einfach auch noch im Nachhinein am Gebäude anbringen. Allerdings braucht es dafür unbedingt Fachleute. Und die Kosten hängen neben der Größe ganz wesentlich von den baulichen Gegebenheiten ab. Vorab ein Festpreisangebot einzuholen ist deshalb ratsam.

Balkonarten

Wird ein Balkon schon beim Bau eines Hauses integriert, ist er meist direkt in die Fassade eingelassen und damit Teil des Hausaufbaus. Hat man darauf jedoch verzichtet und möchte nachträglich einen Balkon oder eine Terrasse anbringen, muss eine spezielle Konstruktion an der Fassade angebracht werden. Im Wesentlichen kommen heute dafür zwei Varianten zum Einsatz - der Hängebalkon und der Stehbalkon. Der Hängebalkon wird
dabei an der Fassade verschraubt, er hängt also an ihr. Es kommen mindestens zwei Zugstangen und zwei Deckenzuganker zum Einsatz. Beim Stehbalkon erfolgt zwar auch eine Verankerung an der Fassaden, jedoch wird er im Wesentlichen von zwei Stützen getragen, die wiederum auf Fundamenten stehen. Ein Stehbalkon ist daher deutlich belastbarer als ein Hängebalkon und auch leichter anzubringen. Allerdings wird dafür unbedingt ein Fundament aus Beton.

Material

Die Rahmen der Balkone, die nachträglich angebracht werden, sind heute entweder aus Stahl oder aus pulverbeschichtetem RAL Aluminium gefertigt. Mitunter gibt es auch eine Mischung aus beiden Materialien. Der Balkonbelag, also die Fläche, auf der man steht, ist in der Regel aus Holz wie zum Beispiel Douglasie gearbeitet. Aluminium ist als Material für die Rahmenkonstruktion heutzutage die erste Wahl. Der Grund: Es ist nur etwa ein Drittel so schwer wie Stahl. Zur Montage eines Alu-Balkons wird daher meist kein schweres Gerät wie etwa eine hydraulische Hebebühne benötigt. Das spart Zeit und Kosten. Außerdem können Aluminiumbalkone bei Bedarf leichter wieder abmontiert werden, da bei ihnen alle Verbindungen meist nur verschraubt und nicht wie bei Stahlbalkonen verschweißt worden sind.

Rechtliches

Wer nachträglich einen Balkon an seinem Haus anbringen möchte, braucht dafür eine Genehmigung der unteren Baubehörde. Das bedeutet, dass bei der Gemeinde oder der Stadt ein Bauantrag eingereicht werden muss. Zu diesem Bauantrag gehört zwingend ein Bauplan, aus dem genau hervorgeht, wie der Balkon aussieht, wie er konstruiert ist und welche Abmessungen er hat. Zudem muss garantiert sein, dass von dem Anbau keine Gefahr zum Beispiel für Passanten ausgeht. Letztlich sind also relativ umfangreiche Planungsmaßnahmen notwendig, die meist nur ein Architekt durchführen kann. Zwar können Stahl- und Aluminiumbalkone problemlos als fertige Bausätze in unterschiedlichen Größen gekauft werden. Was genau aber möglich ist, muss unbedingt ein Profi ermitteln. Dabei spielen dann nicht zuletzt statische Faktoren eine große Rolle. Unter normalen Umstände werden Anträge zum Bau eines Balkons meist ohne weitere Auflagen genehmigt.

Kostenzusammensetzung

Stahlbalkon - StahlterrasseEin ganz wesentlicher Faktor bei den Kosten für so eine Balkonkonstruktion ist natürlich die Größe. Je größer der Balkon sein soll, desto mehr Material wird benötigt und umso höher die Kosten. Darüber hinaus spielen natürlich auch noch die baulichen Gegebenheiten eine Rolle. Kurzum: Eine belastbare, allgemeine Aussage über die tatsächlichen Kosten zu treffen, ist praktisch unmöglich, da dabei zu viele individuelle Faktoren eine Rolle spielen. Grundsätzlich setzen sich die Gesamtkosten aus folgenden Einzelkosten zusammen:
  • Kosten für die Planung
  • Gebühren für den Bauantrag
  • Kosten für das Herausbrechen einer Türöffnung im Mauerwerk
  • Kosten für eine Balkontüre
  • Kosten für die Balkonkonstruktion
  • Kosten für die Montage der Konstruktion
  • bei Stehbalkonen zusätzlich Kosten für das Fundament aus Beton
Natürlich ist es mehr als empfehlenswert die Gesamtkosten schon vor der Beauftragung zu ermitteln. Das geschieht am besten in der Zusammenarbeit mit dem planenden Architekt. Er kann genau Auskunft darüber geben, welche Größe möglich ist und was eventuell an zusätzlichen Arbeiten anfällt. Anhand dieser Angaben und unter Berücksichtigung eigener Vorstellungen holt man dann konkrete und verbindliche Festpreisangebote ein. Idealerweise sucht man sich ein Unternehmen, das alle notwendigen Arbeiten erledigt und auch entsprechende Balkone führt.

Tipp: Passende Unternehmen in seiner Region findet man im Internet oder in den Gelben Seiten. Es sollten vorab mindestens drei Angebote eingeholt werden.

Kostenbeispiel

Um eine ungefähre Vorstellung davon zu bekommen, was da an Kosten für so einen Balkon auf einen zukommen kann, wollen wir uns kurz die Preise für Balkon-Bausätze ansehen. Berücksichtigt wird dabei lediglich das Material. Die Montage muss jeweils gesondert bezahlt werden. Übrigens sollte diese zwingend von Profis
ausgeführt werden. Von einer Selbstmontage kann aus Sicherheitsgründen nur abgeraten werden. Wie bereits erwähnt spielt die Größe des Balkons bei den Kosten eine erhebliche Rolle. Wichtig dabei sind die sogenannte Auskragung, also der Abstand von der Fassadenmauer zum Balkongeländer, und die Breite.

Hängebalkone
Ein Hängebalkon aus pulverbeschichtetem Aluminium und mit Douglasienbelag kostet bei einer Auskragung von 1,5 Metern und einer Breite von 2,5 Metern rund 6 500 Euro. Bei einer Auskragung von 2,5 Metern und einer Breite von rund 5 Metern steigen die Kosten für den Bausatz auf etwa 12 000 Euro. Hinzu kommt jeweils noch die Umsatzsteuer von derzeit 19 Prozent.

Stehbalkone
Ein Alu-Stehbalkon mit einer Auskragung von 1,5 Metern und einer Breite von 2,5 Metern schlägt in etwa mit 6 000 Euro zu Buche. Die größere Version mit einer Auskragung von 2,5 Metern und einer Breite von 5 Metern kostet knapp 11 000 Euro. Auch dabei handelt es sich wieder um Nettopreise, auf die noch die Umsatzsteuer aufgeschlagen werden muss.

In den Kosten sind jeweils alle Materialien enthalten, die für die Montage des Balkons benötigt werden. Bei einem Stehbalkon muss allerdings berücksichtigt werden, dass es dafür ein Fundament aus Beton braucht, um die Stützen tragen zu können. Je nach Größe kann man für so ein Fundament mit Kosten zwischen 200 und 500 Euro kalkulieren.

Checkliste

Stahlbalkon - StahlterrasseUm tatsächlich ein tragfähiges Angebot einholen zu können, müssen bereits im Vorfeld einige Fragen geklärt werden. Am wichtigsten dabei ist natürlich die Frage nach den Abmessungen der Konstruktion. Diese sind einerseits von den persönlichen Wünschen und andererseits von den baulichen Gegebenheiten abhängig. Außerdem sollte in Absprache mit dem Architekten besprochen werden, ob eine Hänge- oder ein Stehbalkon errichtet werden soll - und natürlich kommt der Frage nach dem Material, also ob Stahl oder Aluminium, eine gewisse Bedeutung zu. Um einen passenden Anbieter zu finden, tut man gut daran, sich an einer Checkliste zu orientieren. Diese Checkliste sollte folgende Punkte beinhalten:
  • Bietet das Unternehmen komplette Bausätze an?
  • Montiert es den Balkon auch?
  • Bricht es eine Türöffnung aus dem Mauerwerk und setzt eine Balkontüre?
  • Muss die Türe separat gekauft werden oder kann der Betrieb sie liefern?
  • Gießt die Firma bei Bedarf auch gleich ein Fundament?
  • Kann sie Referenzen vorweisen?
  • Lassen sich im Internet Kundenbewertungen finden und wie sehen die aus?
Ein seriöses Unternehmen wird sich vor der Erstellung eines Angebots immer zuerst ein Bild direkt vor Ort machen, um die tatsächlichen Gegebenheiten zu sehen. Das Angebot sollte auf jeden Fall so gestaltet sein, dass es alle Eventualitäten berücksichtigt. Es sollte auf jeden Fall schriftlich erfolgen und eine detaillierte Auflistung aller vereinbarten Leistungen enthalten. Darüber hinaus empfiehlt es sich dringend, bereits bei der Angebotseinholung verbindlich abzuklären, wann der Betrieb die Arbeiten ausführen kann.

Tipp: Es ist besser und einfacher ein einziges Unternehmen mit allen anfallenden Arbeiten zu betrauen. Das spart in der Regel Ärger und auch erheblich an Zeit.