Plattenbeläge werden in den meisten Fällen nass, also in ein Bett aus Beton oder Mörtel, verlegt. Bei Terrassen und anderen Anwendungen im Außenbereich kann das aber nachteilig sein und ist meist hinsichtlich des Aufwands überhaupt nicht nötig. Hier erfahren Sie, wie Sie Natursteinplatten, wie beispielsweise Polygonalplatten oder Schieferplatten verlegen und dabei auf die teuren und aufwändigen zementären Baustoffe verzichten.

Die Alternative zu Beton

Bruchsteinplatten ohne Mörtel verlegen - geht das überhaupt? Ja, es geht! Der Beton dient ja letztlich nur dazu, die Platten an Ort und Stelle festzuhalten. Einfacher, günstiger und in vielen Fällen sogar dauerhafter gelingt das mindestens ebenso, indem die Natursteinplatten in ein Bett aus Splitt gelegt werden. Ist der Rand der verlegten Fläche in seiner Lage fixiert, sichern sich die Platten gegenseitig gegen unbeabsichtigtes Verschieben. Und das nicht nur bei Polygonalplatten, sondern auch bei Rechteck- oder Quadratplatten. Wie die Arbeiten umgesetzt werden, lässt sich an Hand der folgenden Schritte leicht nachvollziehen.

HINWEIS: Im Allgemeinen lässt sich die Anleitung auch problemlos anwenden, um Schieferplatten zu verlegen. Insgesamt sollte dann allerdings besonders sorgfältig gearbeitet werden, da

Schiefer deutlich stärker dazu neigen, unter Spannung zu brechen, zu zersplittern oder "aufzuschiefern", sich also in ihre einzelnen Schichten aufzuspalten.

Unterbau

Unterbau zum Bruchsteinplatten verlegenWährend ein Verlegen in Mörtel in aller Regel auf massiven Betonbodenplatten erfolgt, benötigt die Verlegung in Schotter diesen soliden, aber auch teuren Unterbau dagegen nicht. Stattdessen reicht es aus, den Untergrund so zu ertüchtigen, dass er tragfähig ist, sich unter Einwirkung von Wasser und Frost nicht bewegt und zuletzt natürlich eben genug ist, um die Verlegung zu ermöglichen.
Die hier benannten Schritte sind nur dann erforderlich, wenn nicht ohnehin bereits durch eine Neubaumaßnahme oder Ähnliches ein tragfähiger Unterbau vorhanden ist.

Erforderliche Materialien und Hilfsmittel

  • Minibagger, alternativ Spaten, Spitzhacke und Schaufel
  • Eimer, Schubkarren etc.
  • Wasserwaage
  • Richtscheit, Setzlatte oder andere gerade Latte mit ca. 2m Länge
  • Plattenrüttler

Vorgehen

  • Vorhandenen Untergrund 80cm tief ausheben
  • Aushub fachgerecht entsorgen, z.B. auf Aushubdeponie, alternativ Entsorgung über Landschaftsgärtner, Erdbauunternehmen oder Ähnliche
  • Aushub allseitig ca. 40 Zentimeter über Belagskante hinaus erstellen
  • Frostsicheren, also Wasser ableitenden und zugleich tragfähigen Unterbau einbringen, Material z.B. KFT ("Kombinierte Frostschutz- und Tragschicht"), oder Mineralbeton
  • Eingebautes Material nach ca. 30 Zentimeter Schichtdicke mit Plattenrüttler verdichten, anschließend weitere Schichten bis zur Sollhöhe aufbringen
  • Oberkante Unterbau festlegen wie folgt: geplante Oberfläche der Bruchsteinplatten abzüglich Plattendicke, abzüglich fünf Zentimeter für Verlegebett der Natursteinplatten

HINWEIS: Als möglicher Unterbau wird Mineralbeton angeführt. Trotz des Namens handelt es sich dabei um keinen klassischen, zementgebundenen Beton. Stattdessen ist Mineralbeton ein Gemisch unterschiedlicher Schotter-Korngrößen, das sich durch seine Zusammensetzung sehr gut verdichten und somit tragfähig gestalten lässt.

Vorbereitung der Verlegung

Ist der Unterbau erst einmal geschaffen, können Frost, aufsteigende Bodenfeuchte und zugleich sich sammelndes Niederschlagswasser dem folgenden Belag aus Natursteinplatten nichts mehr anhaben. Nun gilt es, für das spätere Verlegen der Platten die passenden Voraussetzungen zu schaffen. Zu diesen Voraussetzungen gehört eine Sicherung des Belagsrands gegen Verschieben, sowie die Herstellung eines exakten Planums, auf dem die Platten dann in einer Ebene und ohne Schwellen und Stolperstellen liegen.

Erforderliche Materialien und Hilfsmittel

  • Eimer
  • Hammer
  • Rechen / Richtscheit
  • Wasserwaage
  • Richtschnur
  • Zimmermannsnägel oder andere Heringe
  • Eventuell Kelle
  • Maßband / Meterstab

Die Randsicherung

Randsicherung für BruchsteinplattenUm den Rand der Terrasse gegen Bewegungen zu sichern, die sich dann auf die gesamte Fläche auswirken, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Der Randwinkel

Komplett ohne Mörtel kommt der Einsatz eines Randwinkels aus. Meist aus Kunststoff bestehend, handelt es sich bei ihm um ein Winkelprofil, dessen aufragender Schenkel den Platten als Anschlag dient. Der waagerechte Schenkel ermöglicht über eine Perforation die Befestigung im Untergrund über lange Zimmermannsnägel oder spezielle Heringe:

  • Genaue Lage der Terrassenkante
    einmessen
  • Winkelprofile auslegen und gemäß Maßergebnis ausrichten
  • Hilfsmittel: Richtschnur über zwei Heringe für gerade Linienführung spannen
  • Sicherungselemente vorsichtig einschlagen und dabei Lage der Profile überprüfen

Der Mörtelkeil

Wer zwar für die Plattenfläche kein Mörtelbett wählen möchte, aber für Details durchaus zu diesem Werkstoff greifen kann, der kann sich alternativ mit einer Mörtelkante abhelfen. Zwar wird diese erst nach dem Verlegen der Platten erstellt, für eine bessere Übersichtlichkeit wird diese Variante aber bereits hier erläutert:

  • Für Außenbereichsarbeiten geeigneten Mörtel nach Herstellerangabe anmischen
  • Äußerste Plattenreihe nochmals auf genaue Positionierung hin prüfen
  • Mörtel auf frostsicherem Unterbau neben Randplatten aufbringen und zur Platte hin keilförmig aufstreichen
  • Idealerweise Keiloberkante knapp unter Plattenoberkante halten

Randsteine

Einen besonders hohen Aufwand erfordert das Setzen von Randsteinen. Dafür ermöglichen Sie aber auch neben der Schaffung von sehr gutem Halt gleichzeitig eine optische Randbegrenzung der mit Polygonalplatten ausgestatteten Fläche. Ausreichend sind Rabattensteine geringer Höhe, da sie bei korrekter Ausführung der Arbeiten nur geringen seitlichen Druck aufnehmen müssen:

  • Richtschnur über Heringe spannen, dabei Ausrichtung der Terrassenkante und gewünschte Oberkante von Rabatten und Plattenbelag berücksichtigen
  • Geeigneten Außenbereichsmörtel nach Herstellerangaben erstellen
  • Mörtelbatzen im Bereich der Plattenenden auf Frostsicheren Unterbau aufbringen
  • Rabattensteine lose auf Mörtelbatzen stellen, ausrichten und leicht festdrücken
  • Rabatten mittels Gummihammer ausrichten, leicht in Mörtelbett einhämmern bis gewünschte Lage erreicht ist

HINWEIS: Man mag sich nach den Angaben zu den Randsicherungen zu recht Fragen, ob diese Methoden nach außen hin optisch ansprechend sind. Dazu sei bereits an dieser Stelle angemerkt, dass nach Abschluss der Arbeiten ein Wiederverfüllen des Überstands des frostsicheren Unterbaus mit Erdreich erfolgen kann. Nach erneuter Begrünung ist der Überstand des Unterbaus ebenso wenig sichtbar, wie die Sicherung des Terrassenrands.

Das Planum

IBruchsteinplatten verlegenst der Rand der Terrassenfläche gesichert, wird die finale Ebene erstellt, auf der die Platten dann gelegt werden. Hierzu dient feiner Split, so genannter Edelsplit. Ist die Oberfläche ohne Fehlstellen und Hügel erstellt, lassen sich darauf alle gängigen Plattenmaterialien bis hin zu Schieferplatten verlegen, ohne spätere Unebenheiten oder Stolpergefahren befürchten zu müssen.

HINWEIS: Immer wieder liest man davon, dass Terrassen für eine funktionierende Entwässerung im Gefälle von Rund zwei bis drei Prozent geneigt werden sollen. Ist das gewünscht, muss die Richtschnur in der Folgenden Beschreibung in Richtung des gewünschten Gefälles geneigt werden. Bei der Verlegung im Splittbett kann Niederschlagswasser aber auch über Plattenfugen versickern, so dass insbesondere bei Polygonalplatten und anderen Platten großer Fugenbreite die Neigung weniger entscheidend ist. Auch kleinere Terrassen können recht gut ohne Gefälle ausgerichtet werden, da sich insgesamt weniger Wasser sammeln kann.

Erforderliche Materialien und Hilfsmittel

  • Richtscheit
  • Wasserwaage
  • Rechen
  • Eimer
  • Schaufel
  • Richtschnur mit Heringen

Vorgehen

  • Edelsplit, Körnung idealerweise bis maximal 3-5 Millimeter auf den Unterbau zwischen die Randbegrenzungen aufbringen und grob verteilen
  • Exakte Zielhöhe mit Richtschnur am Plattenrand einrichten

TIPP: Richtschnur so einrichten, dass Schnur Oberkante Richtscheit angibt, wenn Splitbelag Sollhöhe erreicht hat

  • Wasserwaage auf Richtscheit aufstellen und im Bereich des Terrassenrands in der Höhe nach Richtschnur ausrichten
  • Split mit Richtscheit waagerecht oder dem erstellten Gefälle der Schnur folgend abziehen
  • Übermengen Split abnehmen, bei Fehlstellen zugeben und Bereich erneut abziehen
  • Richtscheit kreuzweise von den Terrassenseiten her abziehen, um Wellen bei Arbeiten in einer Richtung zu beseitigen

Die Verlegung

Bruchsteinplatten verlegenNun gilt es zuletzt, die gewünschten Platten auf dem erstellten Planum und zwischen die schon vorhandenen Randbegrenzungen einzulegen. Wir gehen der Einfachheit halber davon aus, dass Platten ohne Bruch oder Sägeschnitte eingelegt werden können.

Erforderliche Materialien und Hilfsmittel

  • Richtscheit
  • Wasserwaage
  • Richtschnur mit Heringen
  • Gummihammer

Vorgehen

  • Die gewählten
    Platten von einer Seite der Terrasse her vorsichtig in das Splitbett legen und leicht andrücken
  • Bei leichten Unebenheiten im Split Platten mit Gummihammer vorsichtig in waagerechte Lage klopfen
  • Lage über Richtscheit und Wasserwage an Hand Richtschnur regelmäßig kontrollieren
  • Gewünschte Fugenbreite zwischen Platten per geeignetem Abstandhalter, z.B. Holzleiste oder spezifischem Kunststoffformteil sicherstellen, provisorische Abstandhalter später entfernen
  • Im Randbereich bei nicht in vollen Platten auslaufender Fläche Steine mittels Trennschleifer und geeigneter Steinscheibe zuschneiden, dabei Kanten anphasen nicht vergessen
  • Nach Verlegen aller Bruchsteinplatten Fugen mit geeignetem Fugensand verfüllen, dazu Sand auf die Terrassenfläche geben und mit Besen in alle Richtungen einfegen, Vorgang nach einigen Tagen wegen Setzungen des Sands wiederholen

TIPP: Beim Schieferplatten Verlegen kann das Zurichten der Randplatten mit einem spitzen Hammer einfacher von Statten gehen, als mit technischen Hilfsmitteln! Man sollte sich aber vorher unbedingt an einem Reststück mit der Technik vertraut machen! Für die Erstellung gleichwertiger Fugen können Spezielle Abstandhalter verwendet werden, die lediglich in der unteren Hälfte der Plattendicke ansetzen und somit nach Verfüllen der Fugen nicht in Erscheinung treten. Sie verbleiben dauerhaft in den Fugen und stabilisieren die Fläche vor allem während der Erstellung und bis zum Abschluss der Verfugungen gegen Verschiebungen der Platten gegeneinander.

Warum überhaupt Fugen?

Bruchsteinplatten Fugen reinigenUnbedarfte Leser mögen sich nun die Frage stellen, warum die Steinplatten überhaupt mit Fugen verlegt werden. Dicht gestoßen wären sie doch deutlich lagesicherer und zugleich nochmals harmonischer in der Optik der Steinfläche.
Die Fugen zwischen den Platten erfüllen mehrere Funktionen:

  • Drainagemöglichkeit für Niederschlagswasser
  • Entkoppelung der Platten untereinander, ansonsten bei (Kipp-)Bewegung einer Platte auch Bewegung benachbarter Platten
  • Ausgleichsmöglichkeit bei Maßtoleranzen der Platten zueinander

Zudem sind Fugen auch durchaus dazu in der Lage, die eine oder andere Ungenauigkeit der Ausführung zu kaschieren. Zwar unterstellen wir hier jedem Heimwerker eine gewissenhafte und genaue Arbeit, aber selbst Profis sind vor Fehlern nicht gefeit und nutzen die Vorteile von Plattenfugen dann gerne für sich.