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Bitumenflecken: 6 Tipps zum entfernen

Sie haben schwarze, klebrige Flecken auf Kleidung, Händen oder am Auto entdeckt? Vermutlich handelt es sich dabei um Bitumen oder Teer. Nicht verzweifeln! Ein einfaches Hausmittel bietet seine Lösekraft an.

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Bitumen und Teer

Schwarze, klebrige Flecken können sowohl Teer als auch Bitumen sein. Zwar wird Teer inzwischen als gesundheitsschädlich eingestuft und nicht mehr eigensetzt. Doch immer noch kann er uns im Alltag begegnen. Als Belag auf alten Straßen oder als Kleber, Imprägnierung oder in Dachpappe in älteren Häusern, sogar in Innenräumen. Bitumen ist eine teerartige Masse, die natürlich oder aus Erdöl gewonnen wird. Er findet aktuell noch Verwendung. Optisch lassen sich beide Materialien kaum unterscheiden. Für die Fleckenentfernung ist das auch nicht entscheidend, denn die Vorgehensweise ist deckungsgleich.

Tipp:

Wenn Sie die Vermutung hegen, dass in Ihren vier Wänden Teer verbaut ist, sollten Sie dem unbedingt nachgehen. Denn die Dämpfe, die er vor allem unter Wärmeeinwirkung in hohem Maße absondert, gelten als krebserregend.

Bitumenflecken auf Haut

Vorbeugen ist die beste Lösung. Langärmlige Bekleidung und die Nutzung von Handschuhen, falls praktikabel, bieten Schutz vor Flecken. Sollten dennoch Spitzer an die Haut gelangen, muss schnellstens mit deren Entfernung begonnen werden. Denn solange die Flecken noch frisch sind, lassen sie sich einfach mit Wasser abwaschen. Bereits eingetrocknete Flecken gehen nur schwer ab. Doch mit folgenden Fetten werden Sie auch diese los:

  • Butter
  • Margarine
  • Speiseöl

Die verunreinigten Hautpartien werden mit einem dieser Fette gründlich eingerieben und dann mit reichlich Wasser abgespült. Hartnäckige Reste lassen sich mit dem anschließenden Einsatz einer Bürste und Seife zum Verschwinden bringen.

Tipp:

Versuchen Sie nicht, Bitumenflecken mit herkömmlichen Lösungsmitteln wie beispielsweise Aceton zu entfernen. Gegen die schwarze, klebrige Masse entwickeln sie kaum Reinigungswirkung, reizen aber die Haut.

Butter

Bitumenflecken auf Kleidung

Bei allen Arbeiten mit bitumenhaltigen Materialien ist das Tragen alter Anziehsachen wärmstens zu empfehlen. Denn Bitumenspritzer sind kaum zu vermeiden. Zudem ist nicht garantiert, dass sie sich restlos entfernen lassen. Die besten Aussichten auf porentiefe Reinheit haben Sie auch hier mit Öl. Die Anleitung im Detail:

  1. Reiben Sie die fleckige Stelle möglichst frühzeitig mit Öl ein, denn je älter der Fleck ist, desto schwerer lässt er sich entfernen.
  2. Lassen Sie das Öl ein wenig einwirken.
  3. Spülen Sie die Stelle anschließend mit Wasser aus.
  4. Waschen Sie danach die Wäschestücke normal in der Waschmaschine.

Im Internet werden einige Geheimmittel geteilt, die diese Art von Flecken ebenfalls gut beseitigen sollen. Doch bevor Sie zu Waschbenzin, Terpentinöl und Co. greifen, vergewissern Sie sich, dass der Stoff Ihres Kleidungsstücks den Kontakt mit ihnen unbeschadet übersteht.

Tipp:

Der zusätzliche Einsatz von Gallseife kann helfen, Fleckenreste noch besser aus dem Stoff zu lösen. Allerdings ist dieses altbewährte Fleckenmittel nicht für alle Stoffarten zu empfehlen. Beachten Sie dazu die Angaben auf der Verpackung der Gallseife.

Bitumenflecken auf Autolack

Schwarze Flecken am Auto kommen eher selten vor. Wenn, dann entstehen sie meist im Sommer. Dann nämlich können Straßenbeläge sehr heiß werden. Die Bestandteile Teer oder Bitumen verlieren ihre feste, stabile Form. Unter dem Druck von Reifen können sich kleine, weiche Stücke vom Straßenbelag lösen und zunächst an Reifen kleben bleiben. Durch die Drehbewegung der Räder gelangen sie später auch an anderen Stellen des Fahrzeugs, wo sie dank ihrer Klebekraft bleiben und bei abkühlenden Temperaturen eintrocknen. Alle Autoflecken werden mit Butter, Margarine oder Speiseöl entfernt.

  • zuerst Fett auf den Fleck einreiben
  • zehn Minuten einziehen lassen
  • anschließend die Stelle gründlich mit Wasser und Spülmittel reinigen
  • für empfindlichen Lack nur ein weiches Tuch verwenden
  • bei hartnäckigen Resten Lack mit Lackpolitur polieren
Tipp:

Verwenden Sie ausschließlich reine Fette. Bei fetthaltigen Mitteln, wie beispielsweise Cremes, besteht die Gefahr, dass der Lack durch die weiteren Inhaltsstoffe angegriffen wird.

Autolack

Bitumenstücke auf Autorädern

Bitumenstücke auf Reifen fallen meist nicht auf, da sie sich farblich nicht absetzen und zudem versteckt in Rillen festsitzen. Doch die nächste Hitze wird sie garantiert zum Schmelzen bringen. Kommen dann die Räder beim Fahren in Bewegung, sind erneute Flecken am Lack vorprogrammiert. Haben Sie also Flecken am Lack entdeckt, sollten Sie gleich auch die Reifen kontrollieren. Da Sie aus robustem Material gefertigt sind, dürfen Sie hier auch eine stabile Bürste einsetzen. Leidenschaftliche Motoradfahrer sollten im Sommer auch ihre Motoradbekleidung auf Flecken absuchen.

Flecken auf Beton selbst entfernen

Dort wo Bitumen für Bau- und Handwerksarbeiten verwendet wird, ist auch Beton meist nicht weit. Es sollte tunlichst vermieden werden, dass Betonflächen Bitumenspritzer abbekommen. Denn die Beseitigung dieser Flecken in Eigenregie ist aufwendig. Je nach Lage und Anzahl der Flecken bieten sich mehrere Methoden an:

  • Chemische Entfernung: Das chemische Mittel wird auf die Flecken gegeben. Nach vorgegebener Einwirkungszeit kann das Bitumen mit einem Spachtel vom Untergrund abgelöst werden. Ideal für kleinere Flächen.
  • Mechanische/manuelle Entfernung: Mit Hammer, Meißel und viel Muskelkraft werden die Bitumenstücke von der Fläche abgelöst.
  • Entfernung mit Wärme: Die Bitumenschicht wird zuerst mit einem Gasbrenner angewärmt. Anschließend wird das weich gewordene Material mit einem Spachtel entfernt.
Tipp:

Besteht die verunreinigte Fläche aus Natursteinen, sollten Sie im Handel ein spezielles Reinigungsmittel für Natursteine besorgen. Andere Mitteln sind möglicherweise zu aggressiv.

Beton professionell reinigen lassen

Es ist möglich, eine Fachfirma mit der Fleckenbeseitigung zu beauftragen. Diese professionelle Fleckenentfernung geht ins Portemonnaie. Sie spart andererseits eigene Zeit und Mühe und garantiert fachmännisches Vorgehen. Es werden zwei unterschiedliche Verfahren eingesetzt:

Trockeneisstrahlen

  • Trockeneis (in Pelletform) wird mit hohem Druck auf die Flecken „geschossen“
  • dadurch wird die Temperatur des Bitumens plötzlich stark abgesenkt
  • das Material zersplittert umgehend und kann abgesammelt werden
  • der Beton wird geschont, da seine Formstabilität nicht verändert wird

Feinstrahlen

Das verwendete Strahlgut hat schneidende Kanten. Beim Auftreffen auf das Bitumenmaterial wird dieses schichtweise abgeschliffen. Die Prozedur wird so lange ausgeführt, bis auch der letzte Rest abgeschliffen worden ist.

Tipp:

Ersparen Sie sich die mühsame bzw. teure Fleckenbeseitigung, indem Sie vor dem Beginn der Arbeiten alle nahen Betonbereiche lückenlos abdecken.

Autor Heim-Redaktion

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