Garten

Spargel im Garten anbauen – 10 Dinge, die Ihr beachten müsst

Spargel fühlt sich im Garten an einem sonnigen Platz mit lockerem Boden wohl.

Für frischen Spargel werden stolze Preise aufgerufen, das kann sich nicht jeder dauernd leisten. Dabei ist Spargel so gesund, dass wir in der Spargelsaison am besten täglich Spargel essen sollten (bei normaler Gesundheit, es gibt Ausnahmen). Gute Argumente, das köstliche Gemüse im eigenen Garten anzubauen, wenn sowieso nicht die ganze Gartenfläche gebraucht wird. Wie wir es gemacht haben, letztes Jahr hatten wir die erste Ernte. Hier ein kleiner Anbauplan:

  • (1) Dem Gartenbesitzer stellt sich zunächst die Frage, ob sich so ein Spargelanbau im Garten von den Mengen her überhaupt lohnt. Durchaus, kann man dazu sagen, ein einmal angelegtes Spargelbeet erzeugt bis zu 12 Jahre lang köstlichen Spargel.
  • (2) Die Vorbereitung beginnt mit der Standortsuche, die deshalb gut überlegt sein will, das Spargelbeet wird diesen Platz lange Zeit besetzen. Ihr braucht einen sonnigen Platz mit lockerem wasserdurchlässigen Boden, da Spargel keine Staunässe verträgt. Der beste Boden für Spargel ist leicht und sandig und hat einen pH-Wert zwischen 5,5 und 6. Wenn Ihr die Beete für weißen Spargel von Nord nach Süd anlegt, sorgt das für gleichmäßiges Wachstum auf beiden Seiten des Hügels. Bei Beeten in Ost-West-Richtung kann auf der Südseite der Hügel etwas früher geerntet werden als auf der Nordseite. Grünem Spargel ist das egal.
  • (3) Im Spätherbst wird der Boden für den Spargelanbau vorbereitet. Für den Spargel wird ein 1 bis 1,5 Meter breites und etwa 25 cm tiefes Beet angelegt. In der Mitte dieses Beetes hebt Ihr nun einen 50 cm breiten Graben mit einer Tiefe von ca. 25 cm aus, der mit nährstoffreichem Humus und ein wenig Sand zur Bodenverbesserung gefüllt wird. Für den Humusanteil wird die ausgehobene Erde mit Kompost und/oder verrotteten Stallmist gemischt, wenn die Bodenanalyse es ansagt, wird eine Vorratsdüngung Phosphat und Kalimagnesium eingebracht. Diese Schicht sollte etwa 10 cm dick sein und wird mit der Grabegabel gut durchmischt. Anschließend wird der Pflanzgraben mit Mulch abgedeckt.
  • (4) Im Frühjahr braucht Ihr Spargel-Setzlinge. Ihr könnt die Setzlinge aus Samen ziehen oder einjährige Jungpflanzen kaufen. Diese gibt es meist beim Gärtner in Eurem Ort oder auch zum Bestellen über das Internet, z. B. von der Firma Spargel-Erdbeeren Springensguth GbR aus 33415 Verl, www.spargelnet.de.
  • (5) Je nach Witterung beginnt zwischen März und Mai die Saat. Zuerst wird die Mulchschicht vom Boden entfernt. Jetzt setzt Ihr die Jungpflanzen in einem Abstand von mindestens 30 cm in vorbereitete Pflanzlöcher und bedeckt sie mit ca. 5 cm Erde. Ihr müsst dabei darauf achten, die Wurzeln des Setzlings nach allen Seiten sorgfältig auszubreiten. Für Grünspargel wird meist eine Doppelreihe angelegt, Bleichspargel wird einreihig gesetzt. Der Abstand zwischen zwei Reihen sollte 50 cm betragen, wollt Ihr eine zweite Doppelreihe angelegen, sollte sie in 1,5 Meter Abstand angelegt werden. In den nächsten Monaten füllt Ihr den Graben dann völlig mit Erde auf, die Wurzelköpfe der Spargelpflanzen sollten etwa 15 cm unter der Erdoberfläche liegen.
  • (6) In der nächsten Zeit sollte die Oberfläche dann unkrautfrei und locker gehalten werden, wichtig ist ausreichend Wasser, das gerade die neu eingesetzten Pflanzen dringend benötigen. Etwa zwei Monate nach der Pflanzung, meist im Juni, sollten die Spargelpflanzen gedüngt werden. Im ersten Jahr entwickelt der Spargel bis zu 1,5 Meter hohe Stauden, die im Herbst absterben. Ihr solltet die vertrockneten Triebe ab November abschneiden. Der Wurzelstock im Boden treibt im Frühjahr wieder aus, die Triebe können in den nächsten Jahren bis zu 2 Meter hoch werden.
  • (7) Im zweiten Jahr wird die Spargelfläche im Frühjahr gedüngt, dazu solltet Ihr etwa 2 kg Kompost pro Quadratmeter einsetzen. Dann müsst Ihr das Beet an der Oberfläche auflockern, ohne die Wurzelköpfe der Pflanzen zu beschädigen. Wieder wird während der Saison das Unkraut und im November das Spargellaub entfernt. Während des zweiten Jahres könnt Ihr immer mehr Erde anhäufen, sodass sich die Spargelstängel immer unter der Erde befinden. Wenn Ihr weißen Spargel ernten wollt, sollen durch das Anhäufen kleine Wälle über den Spargelpflanzen entstehen, denn der Lichtentzug sorgt dafür, dass der Spargel weiß bleibt. Wer lieber grünen Spargel isst, kann auf das mühsame Anhäufen deshalb verzichten.
  • (8) Wer weißen Spargel ohne Mühe ernten möchte, kann als Alternative zum Erdwall nur leicht anhäufeln und den Spargel mit einem Tunnel aus schwarzer Spargelfolie überbauen, etwa 50 cm breit und mindestens 30 cm hoch, mit aufklappbaren Seiten für die Ernte. Das ist allerdings eine Möglichkeit, die den Garten nicht gerade dekorativer macht.
  • (9) Im dritten Jahr kann zum ersten Mal geerntet werden, wann, hängt von den Temperaturen im Frühjahr ab. Sobald die Sonne die Erde erwärmt, werden sich die ersten Spargel zeigen. Grünspargel wächst aus dem Beet und wird geerntet, wenn er 20 bis 30 cm lang ist, sehr dünne Stangen dürfen stehen bleiben, sie stärken die Pflanzen für die nächste Ernte. Weißer Spargel reckt die Köpfe aus seinem Erdwall. Die könnt Ihr nun einzeln und mit viel Fingerspitzengefühl so weit von Erde befreien, dass das Spargelmesser zum Einsatz kommen kann, um die Stangen möglichst tief abzustechen. Das Ernteloch sollte sofort mit Erde aufgefüllt und an der Oberfläche geglättet werden.
  • (10) Spargel wird deshalb nur bis zum Johannistag, dem 24.6. geerntet, weil die restlichen Triebe der Spargelpflanze bei der Regeneration für die nächste Ernte helfen, wenn sie auswachsen dürfen. Nach der Ernte wird nun gedüngt (nie vorher, sonst würde der Spargel nach Dünger schmecken), im November das Laub entfernt, nächstes Jahr wächst der nächste Spargel. Wenn das Spargelbeet nach etwa einem Jahrzehnt verbraucht ist (merkt man an der Ernte), solltet Ihr das nächste Spargelbeet an einer ganz anderen Stelle anlegen, der Boden des alten Spargelbeetes ist jetzt ausgelaugt.

Wir haben uns für den bequemen Grünspargel entschieden, uns schmeckt er ohnehin besser als die Bleichlinge. Auch von den Inhaltsstoffen ist der grüne Spargel, der beim Wachsen Licht bekommt, dem weißen Spargel übrigens überlegen: Er enthält wesentlich mehr Vitamin C und Karotin.

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