Pflanzen und Gartentipps

Giftsumach (Gifteiche, Giftefeu) erkennen, behandeln & bekämpfen

Der Giftsumach im Pflanzenlexikon Otto Wilhelm Thomés (von 1885).

Mit der lateinischen Bezeichnung rhus toxicodendron hat der Botaniker Otto Wilhelm Thomé den Giftsumach Ende des 19. Jahrhunderts in sein Lexikon zur Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgenommen. Heimisch sind die Giftsumachgewächse jedoch in Nordamerika, wo fünf Arten unterschieden werden – darunter Giftefeu (poison ivy) und Gifteiche (poison oak).

Verbreitung in Deutschland und Mitteleuropa

Mit der Kolonialisierung gelangten die Pflanzen nach Europa und verbreiteten sich als vereinzelte Sträucher auf sandigen Böden und sonnigen Weideflächen oder als Kletterpflanzen in Wäldern. Auch in Deutschland traten die Kräuter auf und wurden wegen ihrer Wirkstoffe Urushiol, Fisetin und Gallussäure in die Naturheilkunde einbezogen. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts geriet der Giftsumach hierzulande mehr und mehr in Vergessenheit, da die Schulmedizin gänzlich auf ihn verzichtete. Angepflanzt wurde er nur noch zu Anschauungszwecken in botanischen Gärten, wobei ein stellenweises Auftreten in privaten Gärten natürlich nicht auszuschließen ist.

Gefahr für die Gesundheit

Wilde Giftsumachpflanzen sorgen heute in der Regel für Negativschlagzeilen: Entweder, weil Spaziergänger oder Wanderer über allergische Hautreaktionen klagen. Oder, weil sich Haus- und Hoftiere an ihnen vergiftet haben. Denn allein die Berührung mit den unscheinbaren, dreiteiligen Blättern, kann bereits spürbare Folgen haben: Kleinstmengen des Urushiols lösen auf der Haut juckende Rötungen und bisweilen blasenartige, verbrennungsähnliche Reaktionen aus. Die meisten Menschen sind auf den Wirkstoff allergisch. Knabbern Pferde, Hasen, Kaninchen oder kleinere Nager an der Pflanze, nehmen sie das Urushiol in den Körper auf und erleiden eine schwere Vergiftung. Zuerst entzündet sich der Mund- und Rachenraum, dann kommt es zu Magen- und Darmbeschwerden. Im schlimmsten Fall überleben die Tiere nicht.

Medizinische & fachmännische Hilfe nötig

Da der Verzehr von Giftsumach auch bei Menschen tödliche Folgen haben kann, rät die Informationszentrale gegen Vergiftungen der Uni Bonn, beim Auftreten der genannten Symptome sofort einen Arzt aufzusuchen. Erste Gegenmaßnahme beim Augen- oder Hautkontakt ist das gründliche Spülen und Waschen mit Wasser. Beim unfreiwilligen Verzehr hilft es, große Mengen Flüssigkeit aufzunehmen, um die Wirkstoffe zu verdünnen.

Damit Ihr den Kontakt mit der Pflanze vermeiden und sie eindeutig erkennen könnt, fasse ich zum Schluss die wichtigsten äußeren Merkmale für Euch zusammen:

  • bis zu 1 Meter hohe Sträucher oder Kletterpflanzen, die kleine Bäume überwuchern können
  • Äste verlaufen aufsteigend und tragen langstielige, wechselständige, dreiteilige Blätter
  • Blütezeit von Mai bis Juni, Blüten sind fünfzählig und zweihäusig mit gestielten, haarigen Rispen
  • grün-weiße Kronblätter mit rotem Fleck im Zentrum
  • erbsengroße Steinfrüchte mit gelber Färbung

Die Bekämpfung von Giftsumach in Gärten oder auf Grundstücken solltet Ihr nicht selbst übernehmen. Da die Herbizide Glyphosate, Triclopyr und 2,4-D angewendet werden müssen, ist ein Fachmann zu kontaktieren, der in der Lage ist, sich vor der Pflanze wie vor den chemischen Bekämpfungsmitteln zu schützen. Voraussetzung dafür ist der so genannte Nachweis der Sachkunde für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Der Kontakt zu einem solchen Fachmann müsste von der jeweiligen Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung vermittelt werden. Gibt es eine ortsansässige Gruppe des Naturschutzbundes, könnt Ihr auch sie um Auskunft bitten.

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