Baumfarne sind ein Relikt aus der Urzeit: Riesige Wälder beherrschten zur Zeit der Dinosaurier das Bild der Erde. Heute sind die exotisch anmutenden Riesen immer noch in den tropischen und subtropischen Regionen beheimatet. Auch als Zierpflanze werden sie gern kultiviert, bedürfen allerdings einer frostfreien Überwinterung. Nur wenige Arten vertragen kurzzeitig leichten Frost. Dennoch muss von einer Überwinterung im Freien abgeraten werden.

Baumfarne sind nicht winterhart

Die tropischen und subtropischen Regionen dieser Erde, vor allem die Regenwälder, sind die natürliche Heimat der Baumfarne. Die etwa 620 verschiedenen Arten der Gattung Cyathea oder auch Becherfarn sind vornehmlich in Ozeanien und Australien sowie in Mittelamerika beheimatet. Hier gibt es kein gemäßigtes Klima mit Kälte- oder sogar Frostperioden, weshalb die meisten Baumfarne nicht winterhart sind. In der Regel werden selbst Temperaturen von weniger
als fünf Grad Celsius schon schlecht vertragen.

Diese Arten vertragen leichten Frost

Einige Arten stammen aus dem gemäßigten Regenwaldklima Australiens, Neuseelands, Malaysias und angrenzender Regionen. Diese Baumfarne tolerieren kurzzeitig leichte Fröste von bis zu minus vier Grad Celsius, manchmal auch mehr. Allerdings macht diese geringfügige Kältetoleranz noch lange keine winterharten Zierpflanzen aus ihnen - eine sorgfältige, vor Frost schützende Überwinterung ist auch bei diesen Baumfarnen Pflicht. Kultivieren Sie sie möglichst in einem ausreichend großen Kübel, um die Pflanze bei Bedarf - etwa wenn eine Kältewelle ansteht - einräumen zu können.
Wie viel Frost die einzelnen Cyatheales-Arten vertragen:
  • Cyathea australis (Australischer Baumfarn): frostfest bis ca. minus sieben Grad Celsius
  • Cyathea brownii (Norfolk-Baumfarn): verträgt leichten Frost bis minus vier Grad Celsius
  • Cyathea cooperi (Schuppen-Baumfarn): verträgt leichten Frost bis minus vier Grad Celsius
  • Cyathea dealbata (Silberbaumfarn): verträgt leichten Frost bis minus vier Grad Celsius
Tipp: Neben den Cyathea-Arten gehören auch die Dicksonia-Arten zu der Gruppe der Baumfarne. Für diese gelten hinsichtlich Kälteresistenz und Überwinterung ähnliche Regeln. So ist beispielsweise der Tasmanische Baumfarn trotz seines lateinischen Namens Dicksonia antarctica nur kurzzeitig bis etwa minus zehn Grad Celsius winterhart. Dasselbe gilt für den Neuseeländischen Baumfarn Dicksonia fibrosa.

Ist das Auspflanzen in den Garten sinnvoll?

Baumfarn - CyathealesAngesichts dieser Werte erscheint ein Auspflanzen in den Garten als wenig sinnvoll - zumindest dann, wenn Sie nicht gerade in einer wintermilden Region wie beispielsweise dem Mosel-Weinbaugebiet zu Hause sind. Hier lassen sich die robusteren Baumfarne tatsächlich ganzjährig im Garten kultivieren, benötigen allerdings oft einen zusätzlichen Schutz. Sollte es jedoch einmal richtig kalt werden, so dass die Temperaturen deutlich unter Null fallen - und das womöglich noch für längere Zeit - so sind ausgepflanzte Baumfarne, selbst wenn sie dick eingepackt wurden, nicht mehr zu retten.

Kann man Baumfarne draußen überwintern?

In Südengland, wo es in manchen Regionen aufgrund des Golfstroms ganzjährig mild ist, sowie in den Mittelmeerländern sind in Parks und Gärten manchmal stattliche Cyatheales-Riesen zu sehen. Manche Arten können mehr als zehn Meter hoch werden, erreichen diese Größe jedoch im typischen mitteleuropäischen Klima mit den langen, oft schneereichen Wintern natürlich nicht. Wo es sich klimatisch anbietet, können Sie Baumfarne draußen lassen.
Allerdings sollten Sie entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen:
  • Wedel zusammenbinden oder bis zur Hälfte zurückschneiden
  • Stamm mit dicken Strohmatten einpacken
  • Wedelansätze mit Frostschutzvlies einhüllen
  • Wurzelbereich mit dicker Rindenmulchschicht abdecken
Befindet sich die Pflanze zudem in einem Topf, so sollten Sie diesen auf eine isolierende Unterlage aus Styropor oder Holz stellen, an eine wärmende Hauswand stellen und auch den Topf mit Vlies umwickeln.

Tipp: Wintersonne vertragen Baumfarne nur sehr schlecht, zumal durch ihren Einfluss ein Austrocknen droht. Stellen Sie die Pflanze deshalb nicht in die direkte Sonne, auch wenn es dort wärmer als im Halbschatten ist.

Baumfarne im Winter richtig pflegen

Eine Überwinterung, ganz gleich ob draußen oder drinnen, bedeutet für exotische Pflanzen wie die Cyatheales-Arten immer Stress. Gegen diesen müssen Sie sie durch eine gute, sorgfältige Pflege schon während der Vegetationsperiode wappnen, denn eine kräftige, gesunde Pflanze übersteht die Strapazen der kalten Jahreszeit besser. Dieser Pflegeplan hilft Ihnen dabei, Ihren Cyatheales gesund zu halten:
  • halbschattiger bis schattiger Standort, etwa unter großen Bäumen
  • windgeschützter Platz im Freien, möglichst in Gewässernähe
  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • regelmäßig gießen, dabei Stamm benetzen und Wedel besprühen
  • nährstoffreiches, kalkarmes und durchlässiges Substrat
  • zwischen Ende April und Anfang September alle zwei Wochen düngen
  • hierfür Flüssigdünger verwenden
Baumfarn - CyathealesDie Gabe von Düngemitteln stoppen Sie im September, das Gießen wird ab demselben Zeitpunkt allmählich reduziert. Achten Sie aber darauf, dass die Pflanze nicht austrocknet. Im Winter muss weniger gewässert werden, ein Düngen ist in der kalten Jahreszeit nicht notwendig.

Tipp: In der Natur wachsen Baumfarne dort, wo es viel regnet und dauerhaft eine hohe Luftfeuchtigkeit vorherrscht. Die Wasserleitfähigkeit ist bei diesen Pflanzen nur sehr schlecht ausgeprägt, weshalb das bloße Gießen des Wurzelbereiches nicht ausreicht. Stattdessen darf der Stamm nicht austrocknen und muss regelmäßig befeuchtet werden.

So überwintern Sie Cyatheales-Arten im Topf

Die beste (und sicherste) Art, Baumfarne zu überwintern, ist in einem kalten und frostfreien Raum. Dies gilt nicht nur für die über die Sommermonate draußen in einem Kübel kultivierten, sondern auch für als Zimmerpflanzen gehaltene Exemplare. Warm überwinterte Baumfarne leiden unter der trockenen Heizungsluft, vertrocknen allmählich, werden schwach und sterben schließlich ab. Stellen Sie sie stattdessen besser in einen Raum mit
  • Temperaturen zwischen fünf und maximal zehn Grad Celsius
  • ideal ist ein nicht geheizter Wintergarten o. ä.
  • hoher Luftfeuchtigkeit
Stellen Sie Cyatheales zudem nicht direkt an ein Fenster. Sonnenstrahlung bekommt ihm gerade im Winter schlecht, stattdessen darf es gern etwas dunkler sein. Ein ganz finsterer Keller ist allerdings auch keine gute Idee, ein guter Mittelweg dürfte ein nicht zu helles Treppenhaus oder der hintere Bereich eines Wintergartens oder eines Gartenhauses sein. Gießen Sie die Pflanze mäßig und vergessen Sie dabei den Stamm nicht. Auch das Einsprühen der Wedel tut Baumfarnen von Zeit zu Zeit sehr gut. Weitere Pflegemaßnahmen sind nicht notwendig.

Der richtige Zeitpunkt für das Einräumen ins Winterquartier

Räumen Sie Cyatheales jedoch nicht plötzlich und ohne jede Vorwarnung ins Winterquartier. Bereiten Sie ihn allmählich darauf vor, dann fällt der Schock für die Pflanze geringer aus. Beginnen Sie damit, die Düngung einzustellen und die Gießmengen allmählich zu verringern. Lassen Sie das Gewächs so lange wie möglich draußen, sofern die Witterung es zulässt. Spätestens Anfang bis Mitte Oktober jedoch ist es Zeit zum Einräumen ins Winterquartier, denn ab diesem Zeitpunkt können die Nächte bereits empfindlich kalt werden.

Vorbereitung auf das Ausräumen im Frühjahr

Auch das Ausräumen im Frühjahr ist behutsam vorzunehmen. Beginnen Sie etwa ab Ende März / Anfang April, die Wassermengen langsam zu steigern. Vermeiden Sie dabei jedoch eine Überwässerung, denn trotz allem Bedürfnis nach Luftfeuchtigkeit vertragen Baumfarne keine Staunässe. Ab Ende April können Sie schließlich wieder düngen. Nach draußen kann die Pflanze, sobald keine Nachtfröste mehr drohen. In den meisten Regionen dürfte dies ca. ab Mitte bis Ende Mai der Fall sein. Ist es zu diesem Zeitpunkt jedoch noch kalt und regnerisch, sollten Sie mit dem Ausräumen noch etwas warten.

Was tun, wenn die Wedel trocken und braun werden?

Baumfarn - CyathealesWenn die Farnwedel trocken werden, stehen Baumfarne vermutlich zu trocken. Schneiden Sie die braunen Wedel ab (diese werden nicht mehr grün) und besprühen Sie die Pflanze regelmäßig auch im Winter. Vermeiden Sie außerdem Heizungsluft und direktes Sonnenlicht.

Tipp: Wenn Ihnen die Optik der Baumfarne gefällt, Sie aber nach einer frostharten Pflanze suchen, sollten Sie sich unter den winterharten Palmen umschauen. Hanfpalmen beispielsweise vertragen Frost bis zu minus 25 Grad Celsius und können problemlos im Garten ausgepflanzt
werden.