Dem gepflegten Erscheinungsbild von Terracotta-Töpfen sind durch äußere Einflüsse Grenzen gesetzt. Bilden sich unansehnliche Kalkränder und eine grüne Patina, ist dieser Vintage-Look nicht nach jedermanns Geschmack. Nach einer Behandlung mit einfachen Hausmitteln sind Ihre wertvollen Tongefäße wie aus dem Ei gepellt. Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie Ihre Blumentöpfe gekonnt reinigen. Profitieren Sie von diesen Tipps rund um die beste Pflege und Reinigung.

Was zeichnet Terracotta aus?

Blumentöpfe aus Terracotta stehen bei kreativen Gärtnern hoch im Kurs. An ihr authentisches, mediterranes Flair reichen Gefäße aus Kunststoff, Stein oder Beton nicht heran. Überdies punktet die besondere Herstellung aus Ton mit einem besonderen Vorteil für
Wachstum und Vitalität der darin angesiedelten Pflanzen. Der deutsche Name ist abgeleitet aus dem Italienischen "terra cotta" und bedeutet wörtlich übersetzt "gebrannte Erde".

In der Tat werden Terracotta-Töpfe über einen Zeitraum von etwa 24 Stunden aus Tonerde gebrannt bei Temperaturen von bis zu 1.000 Grad Celsius. Dieses Verfahren entzieht den Poren das Wasser, damit das Material aushärtet. Ein anschließendes Wasserbad von 2 bis 3 Stunden kühlt die Gefäße nicht nur ab, sondern erzeugt eine zuverlässige Witterungs- und Frostbeständigkeit. Gleichwohl bleibt das Material leicht porös und damit luftdurchlässig. Daher verschmachten die Wurzelballen von Pflanzen in Terracotta-Töpfen selbst bei praller Sonneneinstrahlung im Hochsommer nicht so schnell, wie in Blumentöpfen aus Kunststoff oder glasierter Keramik.

In Publikationen ist immer wieder nachzulesen, dass in Terracotta vorhandene organische Säurerückstände einen negativen Einfluss auf das Pflanzenwachstum nehmen. Tatsächlich ist die Absenkung des pH-Wertes im Substrat kaum messbar. Fernerhin wird die ohnehin minimale Säureansammlung mit dem Gießwasser durch die poröse Topfwand nach außen geschwemmt.

Wie entstehen die unerwünschten Beläge?

Schon in der ersten Garten- und Balkonsaison breitet sich auf neuen Terracotta-Töpfen eine weißliche oder grüne Patina aus. Die häufigsten Ursachen haben wir im Folgenden zusammengefasst:
  • Hartes Gießwasser hinterlässt in den Poren Kalkrückstände
  • Übergeschwapptes Wasser verdunstet auf den Außenwänden und lagert Kalkreste ab
  • Angesammelte Mineralien und Pflanzenreste fungieren als Nährboden für Moos und Algen
Von Grünspan sind vornehmlich Ton-Töpfe betroffen, die sich an halbschattigen bis schattigen und kühl-feuchten Standorten befinden. Die Kombination aus mineralischem Nährboden und lichtarmen Lagen bietet grünen Sporenpflanzen ideale Lebensbedingungen, da sie als wurzellose Gewächse nicht auf Erde angewiesen sind.

Tipp: Blumentöpfe aus hochwertiger, handgearbeiteter Impruneta-Terracotta zeichnen sich zwar aus durch eine garantierte Frostbeständigkeit und lange Lebensdauer. Vor unansehnlichen weißen und grünen Belägen sind die
Premium-Blumentöpfe dennoch nicht gefeit.

Kalkränder und Grünspan entfernen - So gelingt es

Auf kostspielige Reinigungsmittel können Sie verzichten, um Ihre Terracotta-Töpfe von Belägen zu befreien. Im gut sortierten Haushalt stehen zwei Mittel griffbereit, die sich für die Reinigung von Blumentöpfen gut bewährt haben. Die richtige Anwendung erläutern wir im Folgenden Schritt für Schritt:

Vorbereitungsarbeiten

Entfernen Sie im ersten Schritt das gesamte Substrat aus dem Blumentopf. Hartnäckige Wurzelreste schaben Sie mit der stumpfen Seite eines Messers ab, damit das Tonmaterial nicht beschädigt wird. Gute Dienste leistet hier die grobe Seite eines Topfreiniger-Schwamms aus der Küche. Eine erste Grobreinigung mit klarem, möglichst heißem Wasser verstärkt die Wirkung folgender Reinigungsmittel.

Essigwasser
Essig-EssenzEssig nimmt es sowohl mit Kalk als auch mit Grünspan auf. Somit genügt ein Mittel die effektive Reinigung ohne Einsatz von Chemie. So machen Sie es richtig:
  • Essig mit Wasser vermischen im Verhältnis 1 : 4 (250 ml Essig auf 1 Liter Wasser)
  • Bei leichter Verunreinigung den Topf mit dem Essigwasser einsprühen und einige Minuten einwirken lassen
  • Stark verschmutzten Terracotta-Topf für einige Stunden in Essigwasser legen
Ist ein Blumentopf zu groß, um ihn in Essigwasser zu legen, geht es dem Schmutz etappenweise an den Kragen. Tränken Sie ein Tuch in die Flüssigkeit und legen es für einige Stunden auf die zu reinigenden Stellen. Fahren Sie so fort, bis alle betroffenen Stellen behandelt sind.

Mit einer weichen bis mittelstarken Bürste lassen sich Kalkflecken, Moos- und Algenbeläge anschließend problemlos entfernen. Um letzte Essig-Reste aus den Poren zu entfernen, spülen Sie den sauberen Blumentopf zu guter Letzt bitte gründlich mit klarem Wasser durch. Idealerweise verwenden Sie hierzu gesammeltes Regenwasser oder abgekochtes Leitungswasser, um erneuten Kalkablagerungen nicht sogleich wieder Tür und Tor zu öffnen.

Tipp: Hausgärtner mit eigenem Teich legen verschmutzte Terracotta-Töpfe einige Tage so tief ins Wasser, dass sie vollständig bedeckt sind. Die Beläge weichen auf und lassen sich mit einer Bürste entfernen. Alternativ nehmen Blumentöpfe aus Ton ein Wasserbad von 3 bis 7 Tagen im weichen Wasser der Regentonne.

Natron
Als Backzutat ist Natron in jedem Haushalt ein Begriff. Weniger bekannt ist die schlagkräftige Wirkung auf Ablagerungen, die einen Terracotta-Blumentopf verschandeln. So wenden Sie das Hausmittel zur Reinigung von Tongefäßen fachmännisch an:
  • Wasser leicht erwärmen und je Liter einen Teelöffel Natron einrühren
  • Terracotta-Topf hinein legen und 2 bis 3 Stunden einweichen
  • Herausnehmen und mit einer Bürste gründlich abschrubben
Sofern der betroffene Blumentopf lediglich von Kalkablagerungen überzogen ist, erübrigt sich zumeist die anschließende Reinigung mit einer Bürste. Im Natron-Wasser löst Kalk sich ganz von alleine vollständig auf.

Tipps für die Vorbeugung - Patina ade

Terracotta-TöpfeUnansehnlichen Ablagerungen können Sie wirksam vorbeugen. Auf kostspielige Imprägnierungsmittel aus dem Fachhandel müssen Sie hierzu nicht zurückgreifen, denn für diesen Zweck steht ein Hausmittel bereit. Einfaches Leinöl genügt vollkommen, damit Ihre neuen Blumentöpfe vor Kalkrändern und Grünspan geschützt sind. Tragen Sie das rein natürliche Öl gleich nach dem Erwerb auf den Innen- und Außenseiten auf, noch bevor das Gefäß zum ersten Mal mit Wasser oder Erde in Kontakt kommt. Unterziehen Sie Terracotta-Töpfe in jedem Jahr dieser Behandlung, werden Sie sich nicht mit der Reinigung herumplagen müssen. Zusätzlich beugen Sie Ablagerungen auf Ton-Gefäßen so vor:
  • An einem sonnigen, warmen und regengeschützten Standort aufstellen
  • Einen Platz auf der Wetterseite vermeiden (in Europa die Westseite)
  • Töpfe auf Füße stellen, damit Wasser rasch ablaufen kann
  • Pflanzen vornehmlich gießen mit gefiltertem Regenwasser oder gut abgestandenem Leitungswasser
  • Beim Umtopfen penibel alle Wurzel- und Erdreste entfernen
  • Verwelkte Blüten ausputzen, bevor die Blütenblätter abfallen und an der Topfwand haften
    bleiben