Wenn ein Rhabarber mehrere Jahre an einem Standort steht, verbraucht sich das Substrat. Hierdurch kommt es zu einem schwächeren Wuchs und geringeren Erträgen. Zudem wird das Gewächs anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Selbst durch eine regelmäßige Düngung kann der Verbrauch des Starkzehrers nicht ausgeglichen werden. Bei einem Umsetzen muss die Wurzeltiefe des Rheum rhabarbarum jedoch zwingend berücksichtigt werden.

Wurzeltiefe

Die Blüte des Rhabarbers kann eine Höhe von bis zu zwei Metern

erreichen. Je älter die Pflanze ist und je länger sie an einem Standort steht, umso höher wird der Blütenstand. Vorausgesetzt, die Bedingungen an dem Standort sind optimal und das Gewächs wird ausreichend mit Nährstoffen versorgt.

Was hat das aber nun mit der Wurzeltiefe des Rhabarbers zu tun?

Die Höhe der Blüten ist ein guter Anhaltspunkt dafür, wie tief die Wurzeln der Pflanze reichen. Denn auch diese gewinnen an Tiefe und Ausbreitung, je länger das Gewächs am selben Standort steht. Abhängig von der Erdbeschaffenheit und dem Alter des Gewächses sind Tiefen von bis zu etwa zwei Meter möglich. Das erklärt auch, warum sich der Rhabarber als hartnäckige Pflanze erweist.

Ausgraben

Rhabarber bildet als Starkzehrer vergleichsweise tiefe Wurzeln aus. Das macht die Pflanze zum einen sehr robust und widerstandsfähig. Zum anderen stellt es die Nährstoff- und Flüssigkeitsversorgung sicher und macht aus dem Rheum rhabarbarum ein pflegeleichtes Gewächs. Trotz dieser Vorteile und dem geringen Aufwand für die Kultur des Rhabarbers benötigt er größere Mengen Nährstoffe.

Rhabarber - WurzeltiefeNach etwa zehn Jahren am gleichen Standort ist das Substrat daher verbraucht. Auch eine regelmäßige Düngung und die Nährstoffzufuhr durch die Pflanzenteile des Rhabarbers reichen dann nicht mehr aus, um das Gewächs umfassend zu versorgen. Ein Standortwechsel oder aber die Gabe von frischem Substrat muss erfolgen, um weiterhin einen guten Ertrag

sicherzustellen. Hierfür muss jedoch bekannt sein, wie tief und breit der Rhabarber wurzelt.

Beim Ausgraben sollte daher auf die folgenden Faktoren geachtet werden:

Abstand

Der Abstand zu der Pflanze sollte 30 bis 50 Zentimeter betragen. Der erste Spatenstich wird also im Idealfall einen halben Meter von dem Gewächs ausgeführt.

Breite und Lockerung

Aufgrund des Durchmessers von einem Meter gestaltet sich das Ausgraben des Gewächses vergleichsweise aufwendig. Durch das Auflockern der Erde kann das Substrat und damit auch das Gewicht auf schonende Art und Weise entfernt werden. Hierbei sollte vor allem darauf geachtet werden, dass jeweils nur dünne Schichten der Erde mit einer Harke aufgelockert und entfernt werden. Anderenfalls könnten die Wurzeln verletzt werden.

Tiefe

Als Faustregel gilt, dass zweieinhalb Spatenlängen ausgehoben werden sollten. Besser noch ist eine Tiefe von 70 bis 80 Zentimetern. Durch diese Tiefe wird ein Großteil der Wurzeln erhalten und die Pflanze kann sich schnell regenerieren und problemlos neue Wurzeln austreiben.

Tipp: Nach dem Ausgraben des Rhabarbers sollten die abgetrennten Wurzelenden für einige Stunden an der Luft trocknen dürfen. Hierdurch wird das Risiko für die Bildung von Schimmel und Fäulnis reduziert.

Pflanzloch vorbereiten

Rhabarber - WurzeltiefeOb der Rhabarber an einen neuen Standort gesetzt oder

lediglich das Substrat erneuert wird - in jedem Fall sollte das Pflanzloch entsprechend vorbereitet werden. Ebenso wie bei dem Ausgraben des Rheum rhabarbarum sind dabei einige Punkte zu beachten. Bei diesen handelt es sich um:

1. Schritt

Tiefe und Umfang: Um der Pflanze ausreichend Raum zu geben, muss das Pflanzloch wenigstens 70 Zentimeter tief sein und sollte einen Durchmesser von 60 bis 100 Zentimeter aufweisen. Insgesamt sollte dem Rhabarber ein Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen. Das ist bereits aufgrund der Länge und Ausmaße von Stangen und Blättern erforderlich.

2. Schritt

Frisches Substrat und organische Düngemittel tragen entscheidend zur Nährstoffversorgung und der Gesundheit des Gewächses bei. Mit Kompost angereicherte, frische Erde sollten daher den Boden des Pflanzlochs bedecken. Nach dem Befeuchten des frischen Substrats und dem Einsetzen der Pflanze sollten damit auch das gesamte Pflanzloch befüllt werden.

3. Schritt

Die Erde sollte in schmalen Schichten eingefüllt und dabei immer wieder verdichtet werden. Auf diese Weise werden die Wurzeln geschont und dem Gewächs wird Halt gegeben. In die oberen Schichten können zudem Pflanzenteile und Reste des Rhabarbers eingearbeitet werden. Diese dienen als organischer Langzeitdünger.

Der Aufwand für das Umsetzen des Rhabarbers mag zunächst groß erscheinen, er ist jedoch nur aller sieben bis zehn Jahre erforderlich. Je besser die Pflanze gedüngt und das Erdreich gepflegt wird, umso seltener ist ein Umpflanzen von Nöten.