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Wann und womit Rhabarber düngen?

Rhabarber (Rheum rhabarbarum)

Richtig zubereitet ist Rhabarber ein echter Genuss. Um prächtig gedeihen zu können, benötigt er jedoch ausreichend Nährstoffe. Dabei spielt der richtige Dünger eine wesentliche Rolle.

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Organisch oder mineralisch?

Rhabarber gehört zu den Starkzehrern, benötigt also reichlich Nährstoffe. Vieles spricht für organische Dünger mit Langzeitwirkung. Aber warum sollte man ihnen den Vorzug vor mineralischen Düngern geben?

  • zersetzen sich nur langsam
  • versorgen Pflanzen längerfristig mit Nährstoffen
  • fördern Humusbildung, verbessern Bodenstruktur
  • Überdüngung kaum möglich, Auswaschungsgefahr gering
  • mineralische Dünger, höhere Nährstoffkonzentration
  • Überdüngung schnell möglich
  • Wirkung sofort, aber nur kurzzeitig
  • keinerlei Nutzen für Boden und Bodenlebewesen
  • können den pH-Wert des Bodens beeinflussen
Rhabarber (Rheum rhabarbarum)

Richtiger Zeitpunkt

Grundsätzlich sollte Rhabarber zwei- bis dreimal im Jahr gedüngt werden. Die erste Düngung sollte bereits bei der Pflanzung erfolgen. Ab dem zweiten Jahr düngt man dann vor oder mit dem Austrieb im zeitigen Frühjahr etwa zwischen Ende März und Anfang April das erste Mal. Direkt nach der Ernte Ende Juni folgt die zweite Düngergabe. Rhabarber kann auch schon im Herbst etwa zwei Wochen vor dem ersten Frost gedüngt werden.

Organische Dünger

Reifer Kompost

Kompost ist ein wertvoller Dünger, der sich bestens zum Düngen von Rhabarber eignet. Er eignet sich sowohl für eine Frühjahres- als auch Herbstdüngung. Allerdings sollte er gut abgelagert, sprich reif sein, was nach frühestens neun bis zehn Monaten der Fall ist. Dann sollte er aber auch möglichst bald verbraucht werden, denn je länger er steht, desto mehr sinkt der Nährstoffgehalt.

  • zur ganzjährigen Düngung geeignet
  • vor dem Düngen durchsieben
  • während der Wachstumsphase reichlich ausbringen
  • pro Quadratmeter etwa drei Liter
  • ca. zwei bis fünf Zentimeter dicke Schicht
  • flach in den Boden einarbeiten
  • idealerweise mit drei Händen voll Hornspänen
Kompostsilo aus Holz

Nach einer Reifezeit von sechs Monaten spricht man von „Frischekompost“. Der enthält besonders viele schnell verfügbare Nährstoffe, ist aber zum Düngen nicht geeignet, er würde die Wurzeln verbrennen. In diesem Reifezustand sollte man ihn ausschließlich zum Mulchen verwenden.

Tipp:

Eine Mulchschicht aus Laubkompost oder Grasschnitt schützt vor Austrocknung und versorgt den Rhabarber zusätzlich mit Nährstoffen.

Pflanzenjauchen

Pflanzenjauchen sind hoch effektive Dünger für starkzehrenden Rhabarber. Sie enthalten viel Stickstoff und Kalium, was für ein kräftiges Wachstum sorgt. Eine Jauche aus Brennnesseln eignet sich besonders gut zum Düngen. Doch wie stellt man sie her und worauf sollte man beim Düngen achten?

  • aus 1 kg frischen oder 250 g getrocknetem Kraut
  • Brennnesseln grob zerkleinern, mit 10 Litern Wasser ansetzen
  • in Behälter aus Kunststoff, Holz oder Steingut, kein Metall
  • an sonnigen Platz stellen, abdecken, täglich umrühren
  • gebrauchsfertig, wenn Jauche nicht mehr schäumt
  • durchsieben und verdünnen (1 Teil Jauche/ 10 Teile Wasser)
  • über das Gießwasser verabreichen
Brennnesseljauche / Brennnesselsud

Pflanzenjauchen sind eine gute Stickstoffquelle nach der Ernte. Zudem bietet sie sich für eine Folgedüngung im Frühjahr zur Hauptwachstumsphase an. Man gießt direkt auf den Wurzelbereich.

Um den strengen Geruch der Jauche während der Gärung abzumildern, kann man etwas Gesteinsmehl dazugeben.

Hornspäne, Horngries oder Hornmehl

Auch tierische Hinterlassenschaften wie Hornspäne sind ein geeigneter Dünger für Rhabarber, vorzugsweise in Kombination mit Kompost. Dabei handelt es sich um fast reine Stickstoffdünger. Die Anteile an Schwefel, Kalium und Phosphor sind vergleichsweise gering. Die Anwendung ist auch hier denkbar einfach.

  • zur Düngung im Frühjahr und Herbst
  • im Frühjahr eher Horngries oder Hornmehl
  • etwa zwei bis vier Wochen vor der Pflanzung
  • Hornspäne am besten schon im Herbst einarbeiten
  • im Pflanzgefäß auch während der Wachstumsphase
  • alle Horndünger großzügig um Pflanzen herum verteilen
  • leicht einarbeiten, anschließend gut gießen
Hornspäne

Bei diesen Düngern entscheidet die Körnung über den Wirkungsgrad. Während Hornspäne (Körnung über fünf Millimeter) eher als Langzeitdünger zu betrachten sind, wirken Horngrieß (zwischen einem und fünf Millimeter) und Hornmehl (unter einem Millimeter) schneller, dafür aber nur kurzzeitig, sie sind schneller aufgebraucht.

Tipp:

Hornspäne mit Kompost zu mischen macht insofern Sinn, dass Kompost die Freisetzung von Stickstoff beschleunigt und zusätzliche Nährstoffe und Spurenelemente liefert.

Pferdemist

Ein anderer effektiver Dünger für Rhabarber ist Pferdemist. Auch er ist reich an Nährstoffen und sollte gut abgelagert sein, mindestens ein Jahr, um eine Überdüngung zu vermeiden. Die erste Gabe Mist kann man bereits im Januar oder ab März verabreichen, denn Pferdemist kann die Pflanzen auch vor Frost schützen. Eine weitere Düngergabe ist bei Mist in der Regel nicht notwendig, weil dessen Wirkung relativ lange anhält.

Mineralische Dünger

Viele Hobbygärtner setzen auch mineralische Dünger wie Blaukorn ein. Der liefert kurzfristig viele Nährstoffe, die für Rhabarber auf Dauer jedoch nicht ausreichend sind. Zudem besteht die Gefahr einer Überdüngung und einer Auswaschung gelöster Salze ins Grundwasser. Wer diesen Dünger verwenden möchte, sollte ihn im Frühjahr während der Wachstumsphase anwenden und immer mit Bedacht einsetzen.

Blaukorn

Häufig gestellte Fragen

Kann Rhabarber mit Kaffeesatz gedüngt werden?

Ja, allerdings nur in kleineren Mengen, denn Kaffeesatz lässt den Boden leicht versauern. Am besten gibt man ihn auf den Komposthaufen und verabreicht ihn dann über den Kompost.

Kann Rhabarber dauerhaft am selben Standort stehen?

Um dauerhaft gute Erträge zu erzielen, sollte man alle acht bis zehn Jahre den Standort wechseln.

Wie äußert sich ein möglicher Nährstoffmangel?

Nährstoffmangel äußert sich in der Regel in gelb verfärbten Blättern. Ab August kann das auch ein Hinweis darauf sein, dass die Staude einzieht bzw. in die Winterruhe geht.

Autor Mandy

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