Wenn weder Gardine, noch Vorhang oder Rollos gewünscht sind, kann Sichtschutzfolie eine sinnvolle Alternative sein. Sichtschutzfolien sind in vielen Variationen erhältlich. Von spiegelnden Ausführungen, über weiße und farbige Ausführungen findet sich für jeden Bedarf und Geschmack das Passende. Wie die Anbringung erfolgen muss, kann jedoch ebenfalls unterschiedlich ausfallen.

Statikfolien und selbstklebende Folien als Sichtschutz

Am häufigsten finden sich selbstklebende beziehungsweise statische Sichtschutzfolien im Handel (Adhäsionsfolie). Die Anbringung dieser Sichtschutzfolien gestaltet sich sehr einfach, da kein Kleber für die Montage erforderlich ist. Das hat auch den Vorteil, dass sich die Blickschutzfolien bei
Bedarf schnell und rückstandsfrei wieder ablösen lassen. Für das Anbringen werden die folgenden Utensilien benötigt:
  • Glasreiniger und Mikrofasertuch
  • Maßband
  • Stift
  • Cuttermesser oder scharfe Schere
  • Lineal
  • schnittfeste Unterlage
  • Sprühfasche, destilliertes Wasser und Geschirrspülmittel
  • Klebeband
  • Rakel
blaues Rakel - rote KlebefolieWenn diese samt der Folie bereitliegen, ist wie folgt vorzugehen:

1. Das Fenster wird gründlich gereinigt. Finden sich darauf hartnäckigere Verschmutzungen, wie beispielsweise Farbflecken oder ausgehärtete Spritzer, kann zur Entfernung ein Ceranfeldschaber oder ein Glasschaber verwendet werden.

2. Mit einem Maßband wird die Glasscheibe genau vermessen. Dabei ist es wichtig, den Dichtungsgummi am Rand nicht mitzumessen, sondern wirklich nur das Glas.

3. Die Maße werden Lineal und Stift auf die Sichtschutzfolie übertragen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Maße auf dem Trägerpapier angezeichnet werden.

4. Mit einem Cuttermesser oder einer scharfen Schere wird die Folie passend zugeschnitten. Erfahrungsgemäß ist ein Cuttermesser die bessere Wahl, weil sich damit einfacher saubere Schnittkanten erzeugen lassen. Kommt das Messer zum Einsatz, muss natürlich auf einer schnittfesten Unterlage gearbeitet werden. Zudem sollte ein Lineal oder ein Brett als Schnitthilfe verwendet werden - das Messer wird schlicht an der aufgelegten Kante entlanggezogen.

5. Eine saubere Sprühflasche wird mit destilliertem Wasser gefüllt. Pro Liter Wasser werden zwei Tropfen handelsübliches Spülmittel zugegeben.

6. Mit diesem Gemisch wird die Fensterscheibe vollständig befeuchtet.

7. Auf die Ecken des Trägerpapiers wird jeweils ein Stück Klebeband geklebt. Das erleichtert das Ablösen des Trägerpapiers. Mit dieser "Griffhilfe" wird das Papier abgelöst. Das kann sich etwas schwierig gestalten und ist in etwa mit dem Ablösen der Trägerfolie bei doppelseitigem Klebeband zu vergleichen.

8. Wenn das Trägerpapier vollständig

abgezogen ist, wird das Wasser-Spülmittel-Gemisch darauf gesprüht. Auch die Folie sollte vollständig befeuchtet sein. Es hilft, nicht nur die Folie, sondern auch die eigenen Finger mit der Lösung zu befeuchten.

9. Die Folie wird von oben nach unten an dem Fenster ausgerichtet und leicht angedrückt. Sie sollte gerade an allen Kanten anliegen. Danach werden Folie und Fenster nochmals mit dem Wasser-Spülmittel-Gemisch befeuchtet.

10. Mit dem Rakel werden nun Feuchtigkeit, Luftblasen und Falten herausgestrichen. Der Rakel wird in der Mitte der Sichtschutzfolie aufgesetzt und von hier nach rechts und nach links gezogen, bis sich keine Blasen mehr unter der Folie finden. Die an den Rändern austretende Feuchtigkeit wird mit einem Lappen weggewischt.

Klebefolie schneidenNach einer Trocknungszeit von zwei Tagen kann das Fenster bei Bedarf wie gewohnt abgewischt und geputzt werden. Bis dahin sollten größere Krafteinwirkungen auf der Folie jedoch vermieden werden. Neben den bloßen Sichtschutzfolien, die durch Farben, Muster oder eine milchige Tönung unerwünschte Blicke fernhalten sollen, finden sich auch Sonnenschutzfolien. Sie haben eine spiegelnde Oberfläche und reflektieren dadurch einen gewissen Anteil der Sonnenstrahlung. Dadurch kann vermieden werden, dass sich die Räume im Sommer zu stark aufheizen. Einige Ausführungen bieten zudem eine Isolierung gegen Wärmeverlust im Winter.

In der Regel sind die Folien durch ihre spiegelnde Oberfläche von innen durchsichtig, verhindern jedoch von außen Einblicke. Das gilt bei den meisten Varianten allerdings nur solange, bis im Raum das Licht eingeschaltet wird. Ist der Innenraum beleuchtet, kann von außen hereingeschaut werden.

Tipp: Wer auch bei eingeschaltetem Licht einen verlässlichen Sichtschutz möchte, sollte lieber auf milchige oder farbige Sichtschutzfolien setzen. Ein potenzieller Nachteil bei diesen ist jedoch, dass durch sie auch der Blick von innen nach außen eingeschränkt wird.

Sichtschutzfolie - innen oder außen anbringen?

Ob es sich um eine reine Sichtschutzfolie oder eine Sonnenschutzfolie handelt, wichtig ist in jedem Fall zu wissen, ob die Folie innen oder außen angebracht werden muss. Reine Sichtschutzfolien werden in der Regel auf der Innenseite der Scheibe angebracht. Bei Sonnenschutz- und Sichtschutzfolien kann es aber notwendig sein, sie auf die Außenseite der Scheiben aufzubringen. Wichtig ist das Anbringen auf der äußeren Scheibenseite, weil sich anderenfalls das Fensterglas stark erhitzen und begründet durch starke Temperaturunterschiede reißen und brechen kann.

Tipp: Hier ist genau auf die Angaben des Herstellers zu achten.

Sichtschutzfolien ablösen - so geht's

Wenn die Sichtschutzfolie nicht mehr ansehnlich ist oder bei einem Umzug abgelöst werden muss, mühen sich viele Menschen mit einem Schaber ab. Ein spezieller Glasschaber kann auch gute Dienste leisten, das Ablösen gestaltet sich damit jedoch verhältnismäßig schwierig und langwierig.
Klebefolie rakeln
Beim Ablösen gibt es jedoch einen einfachen Trick, für den nur die folgenden Schritte notwendig sind:

1. Ein Gemisch aus Wasser und Spülmittel wird auf das Fenster beziehungsweise auf die Folie aufgetragen. Die Folie sollte vollständig befeuchtet werden.

2. Eine nichtklebende, wasserdichte Folie wird über die Scheibe gelegt. Sie kann mit Klebeband am Rahmen befestigt werden, um das Verdunsten der Feuchtigkeit zu vermeiden.

3. Nach etwa drei Stunden Einwirkzeit kann damit begonnen werden, die Sichtschutzfolie an den Ecken und Rändern abzulösen. Hierbei kann der bereits erwähnte spezielle Glasschaber gute Dienste leisten.

Sollte sich die Folie nur stückweise gut ablösen lassen, kann das Einweichen mit dem Wasser-Spülmittel-Gemisch auch mehrfach wiederholt werden. Die Folie wird eingeweicht, die Feuchtigkeit einwirken gelassen und dann wird die Sichtschutzfolie soweit wie möglich abgelöst, bevor sie erneut eingeweicht wird. Gerade bei größeren Fensterscheiben ist dieses Vorgehen empfehlenswert, weil dadurch weniger hartnäckige Rückstände am Glas verbleiben und die Entfernung insgesamt mit geringerem Aufwand verbunden
ist.