Wer an Hortensien denkt, sieht meist sofort ihre üppigen, blütenbesetzten Dolden vor seinem geistigen Auge. Sie sind so etwas wie das Markenzeichen dieser eher anspruchslosen Pflanze. Vor allem aber sind sie in jedem Ziergarten eine wahre Pracht. Kein Wunder also, dass die Gartenhortensie in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt hat. Dass sie ausgesprochen pflegeleicht ist, dürfte auch geholfen haben.

Bauernhortensie

Wenn hierzulande von Hortensien die Rede ist, geht es meist um Hydrangea macrophylla, die Bauern- oder auch Gartenhortensie. Beide Bezeichnungen haben sich im Deutschen eingebürgert, meinen aber stets dieselbe Pflanzenart. Die Bauernhortensie kann sowohl im Kübel als auch direkt im Freien kultiviert werden und erreicht eine Größe von bis zu zwei Metern. Von Juni bis Oktober bildet sie ausgesprochen große Dolden mit Blüten aus. Die Blütenblätter sind meist blau, violett, rosafarben, rot oder weiß. Zwischenzeitlich gibt es im Fachhandel eine ganze Reihe von Sorten zu kaufen. Die vier beliebtesten und am weitesten verbreiteten sind:
  • Alpenglühen
  • Endless Summer
  • Masja
  • Tovelit
Tipp: Wer sich den ganzen Sommer über an den Blüten der Hortensie erfreuen möchte, entscheidet sich am besten für die Sorte Endless Summer. Sie blüht nämlich mehrfach und damit tatsächlich einen Sommer lang.

Pflanzzeit

Die ideale Pflanzzeit für Gartenhortensien ist das späte Frühjahr. Am besten man bringt sie nach den sogenannten Eisheiligen Mitte Mai aus. Auf jeden Fall sollte sichergestellt sein, dass keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Andererseits empfiehlt es sich, nicht zu lange zu warten, damit die Wurzeln genügend Zeit haben, um anwachsen zu können bevor der erste Frost im Herbst kommt. Spätestens Ende Juli sollte die Hortensie deshalb draußen im Garten in der Erde sein.

Standort

Bauernhortensie - Gartenhortensie - Hydrangea macrophylla
Der richtige Standort ist bei Hortensien bereits die halbe Miete. Die Pflanzen mögen es halbschattig und geschützt. Auf gar keinen Fall sollten sie der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Das gilt natürlich erst recht für die besonders ausgeprägte Mittagssonne. Ideal ist es, Gartenhortensien unterhalb und in direkter Nachbarschaft von höher wachsenden Gehölzen zu pflanzen. Diese spenden nämlich Schatten und schützen die empfindlichen Blüten der Hortensie vor Wind. Möglich ist auch ein Standort in unmittelbarer Nähe zu einer Hausmauer, wenn die nicht gerade auf der Sonnenseite liegt. Noch einmal: Wie alle Pflanzen benötigen auch Gartenhortensien Licht. Bei zu viel Sonne verbrennen sie jedoch sehr schnell. Deshalb sollte man unbedingt auf genügend Schatten achten.

Boden

Mindestens ebenso wichtig wie der Standort für das Gedeihen von Hortensien sind die Bodenverhältnisse. Der Boden sollte auf jeden Fall locker und sehr humus- bzw. nährstoffreich sein. Ist er zudem noch leicht sauer, wird sich die Pflanze später ohne Wenn und Aber wohlfühlen. Im Prinzip kommt sie freilich auch mit alkalischen Böden zurecht, allerdings darf ein pH-Wert von 7,5 nicht überschritten werden. Ein zu hoher pH-Wert kann nämlich bei allen Hortensienarten sogenannte Chlorosen verursachen, was wiederum zur Folge hat, dass sich die Blätter gelb verfärben und absterben. Bestehen Zweifel beim pH-Wert des Bodens misst man am besten mit einem Teststreifen, der im Fachhandel erhältlich ist, nach. Wichtig ist darüber hinaus, dass der Boden keinen oder nur sehr wenig Lehm enthält. Ein guter Wasserabfluss muss zwingend gewährleistet sein.

Einpflanzen

Das Einpflanzen der Gartenhortensie im Freien beginnt im Grunde schon bevor man den Spaten ansetzt. Es empfiehlt sich nämlich dringen, die Pflanze vorab gut zu wässern. Anschließend geht man wie folgt vor:
  • mit dem Spaten ein Pflanzloch ausheben, das mindestens doppelt so groß ist wie der Wurzelballen
  • das ausgehobenen Erdreich mit Kompost vermischen und die Erde im Pflanzloch gründlich auflockern
  • am
    Boden des Pflanzlochs eine Kiesschicht anlegen, um später Staunässe zu vermeiden, und dann auf diese Schicht etwas Aushub geben
  • dann die Pflanze so in das Pflanzloch setzen, dass der Wurzelballen oben nach Möglichkeit mit der Bodenoberfläche abschließt
  • anschließend den restlichen Aushub in die Mulde füllen und gut andrücken
Tipp: Sofort nach dem Einpflanzen sollte die Hortensie gründlich gegossen werden. Sinnvoll kann es auch sein, einen sogenannten Gießrand um die Pflanze herum anzulegen. Dieser hilft dabei, dass das Wasser auch tatsächlich die Wurzeln erreicht und nicht ins Nirgendwo hin wegläuft.

Pflege

Wie bereits erwähnt ist die Bauern- bzw. Gartenhortensie relativ anspruchslos und sehr pflegeleicht. Am wichtigsten ist es, sie regelmäßig zu gießen. Hortensien mögen es feucht haben einen ausgesprochen großen Wasserbedarf. Gleichzeitig muss Staunässe unbedingt vermieden werden, da diese zum Verfaulen der Wurzeln führen würde. Ideal ist ein stets etwas feuchter Boden um die Pflanze herum. Auf gar keinen Fall sollte der Boden austrocknen.

Neben Wasser benötigt die Hortensie während der Sommermonate auch regelmäßig Dünger. Am besten eignet sich dafür organischer Flüssigdünger, den man direkt ins Gießwasser gibt. Die Düngung sollte im Sommer so lange erfolgen bis die Wachstumsphase beendet ist. Das ist normalerweise Ende August der Fall. Die Gartenhortensie muss nicht zwingend geschnitten bzw. zurückgeschnitten werden. Es reicht vollkommen aus, im Frühjahr abgestorbene Triebe zu entfernen.

Kübelkultivierung

Bauernhortensie - Gartenhortensie - Hydrangea macrophyllaWer keinen Garten besitzt oder im eigenen Garten nicht den passenden Standort für die Bauernhortensie hat, kann sie auch prima in einem Pflanzkübel kultivieren. Wichtig dabei: Der Kübel muss ausreichend groß sein. Die doppelte Größe des Wurzelballens sollte es schon sein. Außerdem sollte eine Drainageschicht aus Blähton oder Tonscherben angelegt werden. Als Substrat eignet sich handelsübliche Pflanzerde, die man gerne mit etwas Humus anreichern kann. Ansonsten gelten die Pflegehinweise zur Freilandkultivierung.

Tipp: Hortensien im Kübel sollte während der Sommermonate auf die Terrasse oder den Balkon in den Halbschatten gestellt werden.

Überwintern

Grundsätzlich ist die Gartenhortensie winterhart. Sie kann also auch bei Eis und Schnee im Boden verbleiben. Allerdings empfiehlt es sich, sie zumindest mit etwas Laub oder einem Pflanzenvlies vor zu starkem Frost zu schützen. Das gilt vor allem für junge Pflanzen im ersten Jahr nach der Ausbringung. Bauernhortensien im Kübel werden zum Überwintern im Herbst in einen kühlen und trockenen Raum gebracht, wo sie bis zum Mai des Folgejahres verbleiben. Die Hortensie muss dabei regelmäßig gegossen werden. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass die Pflanze im Winter naturgemäß einen deutlich geringeren Wasserbedarf hat
als im Sommer. Der Boden darf freilich auch während dieser Phase nicht austrocknen.

Krankheiten und Schädlinge

Alle Hortensienarten sind ausgesprochen robust und widerstandsfähig. Gegenüber Krankheiten und einem Schädlingsbefall erweisen sie sich als weitgehend immun. Dennoch ist beides natürlich auch nicht vollkommen ausgeschlossen. Auftreten können:
  • echter Mehltau
  • Chlorose
  • Schildläuse
  • Spinnmilben
Bei einem Befall mit echtem Mehltau hilft nur die Behandlung mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel. Bei einer Chlorose muss der Boden überprüft und gegebenenfalls für eine Senkung des pH-Werts mit Torf gesorgt werden. Schildläuse und Spinnmilben kommen sehr selten bei Bauernhortensien vor. Wenn doch, empfiehlt sich die Behandlung mit einem spezifischen Pflanzenschutzmittel.

Vermehrung

Bauernhortensie - Gartenhortensie - Hydrangea macrophyllaGartenhortensien lassen sich ausgesprochen leicht vermehren. Die Vermehrung geschieht dabei über sogenannten Kopfstecklinge. Dazu schneidet man einfach mit einer scharfen Gartenschere oder einem scharfen Messer bis zu höchstens 15 Zentimeter lange Triebspitzen ab. Die beste Zeit dafür ist der Juni oder der Juli. Die Triebspitzen dürfen Blätter haben, aber keine Knospen. Bei der Vermehrung geht man wie folgt vor:
  • Anzahl der Blätter um die Hälfte reduzieren
  • dann den Steckling einfach in nährstoffarmes Substrat in einem Pflanzgefäß stecken
  • eine transparente Plastiktüte darüber stülpen, um eine Treibhausatmosphäre zu erzeugen
  • das Ganze dann an einen hellen Standort bringen
  • das Erdreich stets gleichmäßig feucht halten
Unter normalen Umständen werden die Stecklinge bereits nach wenigen Wochen Wurzeln ausbilden. Sobald dies geschehen ist, erfolgt die Umpflanzung in ein größeres Pflanzgefäß.

Blaufärbung

Blau ist eine ungemein beliebte Farben bei Gartenhortensien. Von Natur aus gibt es bei dieser Pflanze allerdings gar keine blauen Blüten. Deren Blaufärbung hat vielmehr mit der Zusammensetzung des Bodens zu tun. Sie wird also erst im Garten hervorgerufen. Das funktioniert allerdings nur mit Sorten, die normalerweise rosafarbene Blüten ausbilden. Bei weißen und roten Blüten ist hingegen jede Mühe vergebens. Um blaue Blüten zu erhalten, muss der Boden zwingend sauer sein und Aluminium enthalten.

Ideal ist ein pH-Wert von 4,0 bis 4,5. Erreicht das vorhandene Erdreich diese Werte nicht, kann man in das Pflanzloch spezielle Rhododendronerde geben, die sich genau in dem geforderten sauren Spektrum bewegt. Aluminium wiederum muss extern dem Boden zugeführt werden. Entweder man verwendet ein Blaufärbemittel oder Kalialaun. Beides ist in der Apotheke erhältlich. Wichtig ist ebenfalls, dass die Pflanze anschließend nur mit Regenwasser gegossen wird. Bis die Blaufärbung eintritt dauert es ein wenig. Meistens ist sie erst im zweiten Jahr voll ausgeprägt. Das Warten darauf lohnt sich allerdings.