Pelargonien sind pflegeleichte Pflanzen und attraktive Dauerblüher. Umgangssprachlich sind diese besser bekannt unter der Bezeichnung Geranien. Pelargonien tragen die botanische Bezeichnung Pelargonium und stammen ursprünglich aus dem Süden von Afrika. Die bunten Blühpflanzen sind nicht winterhart, vertragen aber aufgrund ihrer Herkunft die Sommerhitze sehr gut. Deshalb eignen sie sich hervorragend für Balkonkästen, Pflanzkübel und Blumenampeln.

Standort & Pflanzsubstrat

Pelargonien bevorzugen warme Lagen, damit diese eine schöne Blüte ausbilden können. An zu dunklen und kalten Standorten verkümmern die Blumen allmählich. Zu schwere und lehmige Böden vertragen die Geranien ebenfalls nicht, genauso wie langanhaltende Trockenheit. Aufgrund der filigranen Eigenschaften der Blumen eignen sich keine exponierten Standorte.
  • Optimal sind sehr sonnige und geschützte Standorte
  • Brauchen mehrere Sonnenstunden pro Tag
  • Auf gut durchlässiges und nährstoffreiches Pflanzsubstrat achten
  • Substrat sollte ausreichend Wasser speichern
  • Ideal ist spezielle Geranienerde mit vielen Nährstoffen
Tipp: Die Blüten sind sehr filigran und empfindlich, deshalb ist ein Schutz vor zu starkem Regen empfehlenswert. Ansonsten kleben die zarten
Blütenblätter nach einem heftigen Regenguss zusammen und sterben im Anschluss ab.

Pflanzen

Geranie - Pelargonie pelargoniumPelargonien haben sich in den hiesigen Breitengraden zu beliebten Balkonpflanzen entwickelt. Zwar ist auch das Anpflanzen in einem Gartenbeet machbar, allerdings müssen diese Exemplare dann wegen der fehlenden Winterhärte rechtzeitig vor dem Wintereinbruch in ein frostfreies Winterquartier umgesiedelt werden. Das Pflanzen ist erst dann möglich, wenn die Nächte komplett frostfrei sind. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, dass die einzelnen Exemplare nicht zu dicht nebeneinander stehen. Ansonsten behindern sich die Geranien gegenseitig beim Wachstum, da diese sich stark in alle Richtungen ausbreiten.
  • Eignen sich für Ampeln, Blumenkästen und Kübel
  • Frühestens Mitte/Ende Mai anpflanzen, nach den Eisheiligen
  • Nicht zu dicht ansiedeln, etwa 4 Pflanzen auf 1 Meter
  • Wurzelballen sollte sich vorher mit Wasser vollsaugen können
  • Drainageschicht im Pflanzgefäß auslegen, als Schutz vor Staunässe
  • Ideal ist eine 2-3 cm dicke Kiesschicht
  • Erde gut andrücken und im Anschluss wässern
  • Nicht für Hydrokultur geeignet

Gießen & Düngen

Für ein reges Wachstum und eine reichhaltige Blüte sind Pelargonien auf viele Nährstoffe und ausreichende Wassergaben angewiesen. Längere Trockenperioden sind zu vermeiden, diese schwächen die Geranien nur unnötig. Allerdings nie direkt über die Blätter und Blüten gießen, da ansonsten ein Nährboden für Krankheiten gelegt wird, zum Beispiel steigt dabei die Gefahr von Pelargonienrost. Die aparten Pflanzen gehören zu den Starkzehrern, für die Ausbildung der reichen Blüte benötigen diese deutlich mehr Nährstoffe als vergleichbare Balkonpflanzen.
  • Regelmäßig und reichlich gießen
  • Auf gleichmäßig feuchtes Pflanzsubstrat achten
  • Staunässe unbedingt vermeiden
  • Erst gießen, wenn oberste Bodenschicht trocken ist
  • Bei großer Sommerhitze morgens und abends gießen
  • Stets nur von unten gießen
  • Ideal sind spezielle Geraniendünger
  • Langzeitdünger einsetzen, bereits beim Pflanzen
  • Während der Blütezeit zusätzlich Flüssigdünger verabreichen
  • Alle 1-2 Wochen düngen

Schneiden

Geranien lassen sich mehrmals pro Jahr beschneiden, dadurch werden ein kompakter Wuchs und eine vermehrte Blütenbildung angeregt. Ein Rückschnitt ist ein wichtiger Teil der Pflege, dabei wird die Pflanze zunächst kleiner gehalten. Auf Dauer führt dieser aber zu einer dichten und formschönen Verzweigung.
  • Rückschnitt vor der Überwinterung ansetzen
  • Ideal ist September oder Oktober, zeitig vor der Winterruhe
  • Gut ist auch der beginnende Frühling für das Schneiden
  • Altes Laub und verwelkte Blüten entfernen
  • Ebenso neue und helle Triebe zurückschneiden
  • Pro Stängel etwa 2-3 Augen stehen lassen
Tipp: Wenn die Pflanze zu viele neue Triebe ausbildet, dann sollten einige dieser Triebspitzen gestutzt werden.

Überwintern

Geranie - Pelargonie pelargoniumPelargonien sind nicht frosthart und würden den Winter draußen nicht überstehen. Deshalb müssen die Pflanzen entweder mit ihrem Gefäß in ein geeignetes Winterquartier umziehen oder aus dem Gartenbeet ausgegraben werden. Im späten Herbst ist es an der Zeit, die Geranien auf ihre Winterruhe vorzubereiten. Dann sind die meisten Blätter der Geranie bereits abgefallen sind, aber die Blüten können noch weiter blühen. Im Winterquartier müssen kühle Temperaturen herrschen, wenn es zu warm ist, dann treiben die Pflanzen vorzeitig aus. Je dunkler die
Lichtverhältnisse im Winterquartier sind, desto niedriger sollten die Temperaturen sein. Während der Winterruhe die Pflanzen nicht komplett austrocknen lassen.
  • Blumenkübel ins frostfreie Winterquartier umsetzen
  • Bei Kultivierung im Garten Pflanzen aus der Erde holen
  • Vorsichtig vorgehen, um feine Wurzeln nicht zu verletzen
  • Nach dem Ausgraben zu jeweils 2-3 Stück in kleine Töpfe legen
  • Mit Gemisch aus Blumenerde und Sand bedecken
  • Zum Lagern ist dunkler Raum ideal
  • Optimal sind kühle Temperaturwerte, bis maximal 10° C
  • Zwischendurch leicht gießen

Vermehren

Pelargonien lassen sich einfach in Eigenregie vermehren und kultivieren. Eine Vermehrung ist sowohl durch Aussaat, Stecklinge und Teilung möglich:

Aussaat

Pelargonien lassen sich bereits in der Wintersaison drinnen vorziehen und dann nach dem Ende der Spätfröste nach draußen umziehen. An frostfreien Tagen lassen sich die noch jungen Pflänzchen tagsüber zum Abhärten nach draußen stellen, müssen aber abends wieder hereingeholt werden.
  • Ab Januar vorziehen
  • Samen in Anzuchterde im Anzuchtgefäß ausbringen
  • Leicht mit Substrat bedecken und gleichmäßig feucht halten
  • Bei den ersten Blättern in kleine Töpfe einzeln umtopfen
  • Ideal ist heller, aber noch kühler Standort
  • Ab Ende Mai Umzug an den endgültigen Standort im Freien

Stecklinge

Geranie - Pelargonie pelargoniumEine Vermehrung durch Stecklinge ist eine einfache und schnelle Methode, um neue Pflanzen zu erhalten. Allerdings sollte die Mutterpflanze stark und gesund sein, um diese nicht unnötig zu belasten. Nach einigen Wochen bilden sich normalerweise die ersten Wurzeln aus, dann können die Stecklinge einzeln in ein Pflanzgefäß umziehen und nach und nach mehr gegossen werden. Bei der Anzucht von Stecklingen im Herbst sollten diese bei kühlen, aber frostfreien Temperaturen überwintern. Das Pflanzsubstrat wesentlich trockener halten als bei Stecklingen im Frühling. Zum Frühlingsbeginn die jungen Pflanzen wieder heller und wärmer stellen, nach den letzten Spätfrösten nach draußen umziehen.
  • Sowohl im Frühling als auch im Herbst möglich
  • Stecklinge unterhalb des Blattknotens abschneiden
  • Ca. 5-10 cm lang, ohne Blütenansatz
  • Untere Blätter, Blütenstiele und Knospen entfernen
  • Oberhalb 2-3 Blätter erhalten lassen
  • Stecklinge etwa 2 cm tief in Anzuchterde stecken
  • Ausreichend Platz zum Nachbarn lassen
  • Substrat vorsichtig andrücken und leicht angießen
  • Zu Anfang Erde nur mäßig feucht halten
  • Ideal ist helles Ost- und Westfenster als Standort
  • Direkte Sonnenbestrahlung vermeiden
  • Überwintern bei 5-10° C

Teilung

Bei mehrjährigen Pelargonien ist eine Teilung der Mutterpflanze möglich, allerdings nur, wenn diese über ein gesundes und starkes Wachstum verfügt.
  • Etwa alle 4-5 Jahre teilen
  • Im April durchführen, vor dem Beginn des Austriebs
  • Substrat entfernen und Wurzel vorsichtig teilen
  • Teilstücke mit genüg Abstand einzeln erneut einpflanzen
  • Regelmäßig, aber nicht übermäßig gießen

Beliebte Sorten

Pelargonien sind extrem vielseitig und bieten bei der Blüte, den Blättern und der Wuchsform viel Abwechslung. Die Sorten lassen sich in verschiedene Gruppen unterteilen, welche durch bestimmte Eigenschaften definiert werden:

Aufrecht wachsende Geranien

Geranie - Pelargonie pelargoniumDie aufrecht stehenden Sorten bilden fleischige Blätter aus, mit leicht behaarten Stängel. Die Wuchshöhe beträgt bis zu 35 cm und die Blüten verführen in einer wahren Formen- und Farbenpracht.
  • Bilden halb gefüllte und voll gefüllte Blüten aus
  • Blühen in Pink, Violett, Weiß, dazu noch Orange-, Rot- und Rosatöne
  • Grandeur Light Pink Splash
  • Farbenfrohe Graffiti-Sorten
  • Stellar-Sorten mit sternförmigen Blüten

Hängegeranien

Hängende Geranien eignen sich ideal für Balkonkästen und Blumenampeln, diese können bis zu 1,50 m lang werden. Diese Pelargonien verfügen über selbstreinigende Eigenschaften, das bedeutet, dass verblühte Pflanzenteile von ganz allein abfallen und nicht per Hand entfernt werden müssen.
  • Wachsen stark
  • Cascade-Sorten
  • Ville de Paris

Duftgeranien

Die Blätter der duftenden Geranien verströmen einen angenehm-würzigen Duft, der je nach Sorte stark variieren kann. Mit diesen intensiven Duftnoten lassen sich Mücken und Wespen vertreiben. Die Wuchshöhe kann bis zu 40 cm betragen, die Blüten sind entweder ein-oder zweifarbig. Allerdings sind diese recht klein und spielen bei den Duftgeranien eine nebensächliche Rolle.
  • Chocolate Peppermint riecht nach Schokolade
  • Queen of Lemons verführt mit Zitronenduft
  • Purple Unique hat ein Aroma von Weingummis
  • Bourbon riecht angenehm nach Rosen
  • Lady Plymouth betört mit
    Pfefferminzduft
  • Orsett ist pfeffrig-zitronig
  • Blätter eignen sich zum Aromatisieren von Getränken und Speisen

Blattschmuck Geranien

Diese Sorten verzaubern mit ihren auffälligen und farbenprächtigen Blattzeichnungen. Die Wuchshöhen liegen zwischen 20-30 cm.
  • Weißer, gelber oder grüner Blattschmuck
  • Robuste Pelgardini-Sorten

Edelgeranien

Die Edelpelargonien werden normalerweise für die Zimmerhaltung kultiviert, ideal ist ein heller Standort mit ganzjährig warmen Temperaturwerten. Der Wuchs ist aufrecht und kompakt, die Blätter sind am Rand gezackt.
  • Clarion Violet blüht in leuchtendem Pink mit dunklem Auge
  • Velvet Red in samtigem Purpurviolett

Krankheiten & Schädlinge

Geranie - Pelargonie pelargoniumBei Pflegefehlern werden die Geranien deutlich anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Zu den Ursachen für Krankheiten zählen oft dauerhaft nasse Blätter. Als Vorbeugemaßnahme deshalb die Pflanzen stets von unten und nicht direkt über die Blätter gießen. Extrem kühle Witterung, ein andauernder Lichtmangel und übermäßiges Düngen schwächen ebenfalls das Immunsystem der Pelargonien. Schädlinge lassen sich mit umweltfreundlichen Hausmitteln bekämpfen, allerdings muss die Behandlung oft wiederholt werden, da diese sehr hartnäckig sein können. Wenn es zu einem besonders starken Befall gekommen ist, dann sind die betroffenen Pflanzenteile komplett zu entfernen. Ansonsten breiten sich die Schädlinge extrem schnell aus und befallen im schlimmsten Fall auch die benachbarten Pflanzen.
  • Anfällig für Blattläuse, Thripsen und Weiße Fliegen
  • Schädlinge mit Spüli-Lauge abwaschen
  • Lauge darf nicht auf das Substrat gelangen
  • Erde mit Folie abdecken
  • Anfällig für Pelargonienrost, eine ansteckende Pilzerkrankung
  • Es bilden sich braune Flecken auf der Blattoberseite aus
  • An den Blattunterseiten kommt es zu braun-gelb verfärbten Pusteln
  • Befallene Pflanzen entsorgen, diese sind nicht mehr zu retten
  • Grauschimmel lässt sich ebenfalls nicht bekämpfen
  • Es bilden sich grau-schwarze Flecken aus
  • Dazu noch ein grauer Pilzrasen
  • Im anfänglichen Stadium betroffene Pflanzenteile sofort entfernen
  • Bakterienwelke äußerst sich durch ölige Flecken auf Blättern
  • Befallene Blätter welken, verfärben sich schwarz und sterben ab
  • Gleiches Vorgehen wie bei den anderen Krankheiten