Ab dem Spätsommer zaubert die Spinnenblume eine filigrane Leichtigkeit in das Blumenbeet. Die Spinnenpflanze wird einjährig kultiviert und Sie können sie selbst durch Aussaat vermehren. Sie ist nicht winterhart und wird, weil sie einfach zu vermehren ist, meist nicht überwintert.

Steckbrief

  • botanischer Name: Cleome hassleriana (verbreitetste Art)
  • Familie: Cleomaceae
  • Blütenfarben: violett, rosa
  • Blütezeit: Juli - Oktober
  • Wuchshöhe: 80 - 100 cm
  • Herkunft: Südamerika (vorwiegend Bolivien, Brasilien, Argentinien, Paraguay)
  • giftig für Mensch und Tier
  • rund 300 verschiedene Arten
  • beliebte Sorten: SENORITA ROSALITA, FESCHE FANNY
  • Blütenstände mit Dornen

Standort

Spinnenblumen bevorzugen einen vollsonnigen Platz, der vor Wind geschützt ist. Sie kann zwar auch im Halbschatten angebaut werden, das geht jedoch zulasten der Blühfreude. Spinnenpflanzen passen sehr gut ins Staudenbeet, sollten aufgrund ihrer Größe jedoch in den hinteren Reihen stehen.

Im Staudenbeet sind als direkte Nachbarn folgende Pflanzen geeignet:

  • Rittersporen
  • Ringelblumen
  • Fackellilien
  • Schmuckkörbchen
  • Gräser

Die Spinnenblume kann auch im Topf bzw. Kübel kultiviert werden. Sie sollte dann ebenfalls windgeschützt und vollsonnig auf Balkon oder Terrasse stehen.

Substrat

Die Spinnenpflanze mag nährstoffreiche Böden, die jedoch durchlässig sein müssen. Sie können Gartenerde mit Kompost oder Hornspänen vermischen, um den Pflanzen eine gute Grundlage zu geben. Sollten Sie einen Gartenboden haben, der zu Staunässe neigt, arbeiten Sie als Drainage Sand in den Boden ein.

Spinnenblume - Cleome hassleriana

Hinweis: Bei einer Kultur im Kübel ist normale Blumenerde ausreichend. Sie muss nicht mehr mit zusätzlichem Dünger aufgewertet

werden.

Aussaat

Spinnenblumen sind Lichtkeimer. Sie können die Pflanzen vorziehen oder Sie streuen die Samen direkt in das Beet. Wesentlich früher blüht die Spinnenblume, wenn Sie sie geschützt vorziehen. Beginnen Sie mit der Aussaat spätestens im März.

Anleitung zur Aussaat:

  • Anzuchtschale mit Aussaaterde befüllen
  • Erde befeuchten
  • Samen gleichmäßig verteilen
  • Samen leicht andrücken

Wenn Sie die Erde vorher befeuchten, verhindern Sie, dass die Samen durch Erde, die aufgeschwemmt wird, bedeckt werden. Decken Sie die Samen mit einer transparenten Haube ab. Dadurch verhindern Sie, dass die Erde rasch austrocknet. Während der Keimdauer müssen die Samen konstant feucht bleiben.

Hinweis: Bei der Aussaat sollten die Temperaturen mindestens 18 - 20°C betragen. Stellen Sie die Anzuchtschale auf ein südseitiges Fenster, damit die Samen ausreichend Licht haben.

Pikieren

Die Keimung verläuft bei der Spinnenblume sehr schnell. Nach wenigen Tagen zeigen sich bereits die Keimblätter. Sobald die Jungpflanzen eine Höhe von sechs bis acht Zentimetern erreicht haben, können Sie sie vereinzeln. Das fördert die Wurzelbildung und es wachsen kräftige Pflanzen heran.

Verwenden Sie als Substrat eine Mischung aus Aussaat- und Blumenerde. Das Substrat sollte nährstoffreicher sein, jedoch nicht gleich zu gehaltvoll sein. Dadurch wird die Bildung von Wurzeln angeregt.

Auspflanzen

Die Spinnenpflanze ist nicht winterhart. Die vorgezogenen Pflanzen dürfen daher frühesten Mitte Mai ins Freiland, wenn keine Gefahr mehr durch Frost droht. Die Spinnenblumen werden in der Regel in Gruppen gepflanzt, wodurch sie optisch besser zur Geltung kommen. Achten Sie jedoch auch hier auf einen Pflanzabstand von mindesten 40 cm. Dadurch verhindern Sie, dass die Pflanzen um Licht und Nährstoffe konkurrieren müssen.

Spinnenblume - Cleome hassleriana

Achten Sie in der ersten Zeit nach dem Auspflanzen darauf, dass die Pflanzen ausreichend mit Wasser versorgt werden. Sobald die Spinnenblumen angewurzelt sind, können Sie die Gießmengen leicht reduzieren.

Tipp: Geben Sie den Spinnenblumen gleich einen Pflanzstab mit. Sie brechen leicht ab und ein stärkerer Regen kann die Pflanzen umlegen.

Gießen

Die Spinnenpflanze verträgt kurze Trockenperioden gut. Dies sollte jedoch die Ausnahme bleiben, denn damit sich die Pflanzen gut entwickeln können sollten sie regelmäßig mit Wasser versorgt werden. Vermeiden Sie zu feuchten Boden und gießen Sie immer nur mäßig.

Vorwiegend in den heißen Sommermonaten benötigen die Pflanzen eine ausreichende Wasserversorgung. Gießen Sie immer bodennahe und vermeiden Sie, dass Blätter und Blüten feucht werden. Egal, ob Sie die Spinnenblume im Beet im Freiland kultivieren oder in einem Topf, achten Sie darauf, dass Sie keine Staunässe bildet.

Düngung

Spinnenblumen benötigen eine regelmäßige Versorgung mit Nährstoffen. Zusätzlich zur Grunddüngung vor dem Anpflanzen sollten Sie dem Gießwasser Flüssigdünger beimischen. Gießen Sie im Abstand von zwei bis drei Wochen mit Flüssigdünger. Die Düngung wird konstant bis zum Herbst, bis die Pflanzen durch den Frost abgestorben sind, aufrecht erhalten.

Als Flüssigdünger ist handelsüblicher Dünger für Blühpflanzen geeignet. Sie können auch selbst angesetzte Brennnesseljauche zum Düngen verwenden. Sie hat zusätzlich den Vorteil, dass Sie damit Schädlingen, für die die Spinnenpflanze anfällig ist, vorbeugen können.

Brennnesseljauche ansetzen:

  • Kraut grob zerkleinern
  • Kübel zu 2/3 mit Kraut füllen
  • mit Wasser auffüllen
  • regelmäßig umrühren

Sobald das Kraut zum Großteil zersetzt ist, können Sie die Jauche im Verhältnis 1:10 dem Gießwasser zugeben.

Samen

Im Handel gibt es Spinnenblumen selten als vorgezogene Pflanzen, sondern nur als Saatgut. Wenn Sie erst einmal Spinnenblumen im Garten haben, können Sie selbst Saatgut sammeln. Etwa ab August können Sie die reifen Schoten sammeln. Die Samen können Sie aber auch einfach ausfallen lassen, sie können im Vergleich zu den Pflanzen im Freiland überwintern. Die Samen keimen im Beet, wenn die Temperatur konstant über 18°C liegt.

Rückschnitt

Einen Rückschnitt benötigen Spinnenpflanzen nicht. Es ist jedoch von Vorteil, wenn Sie regelmäßig welke Blätter und abgeblühte Blütenstände entfernen. Selbst wenn Sie Samen gewinnen wollen, beschränken Sie dies auf einige wenige Blüten, die Sie ausreifen lassen. Dadurch bleibt die Blühfreude der Spinnenblumen erhalten.

Spinnenblume - Cleome hassleriana

Überwinterung

Es ist nicht notwendig die Spinnenpflanze zu überwintern. Versuche sie zu überwintern scheitern meist daran, dass die Pflanzen zu wenig Licht bekommen. Der Aufwand sie zu

überwintern ist zudem unverhältnismäßig groß, weshalb es sinnvoller ist, bis zum Herbst Samen zu sammeln und diese wieder für die Aussaat zu verwenden.

Krankheiten

Eine Krankheit, die aus einem Pflegefehler resultiert, ist Wurzelfäule. Dabei sterben die Wurzeln durch zu viel Nässe ab, wodurch verhindert wird, dass die Pflanzen Wasser und Nährstoffe aufnehmen können. In weiterer Folge stirbt die gesamte Pflanze ab. Besonders betroffen davon sind Pflanzen im Topf. Wurzelfäule beugen Sie einfach vor, indem Sie nur mäßig gießen. Staut sich Wasser im Untersetzer an, gießen Sie es aus.

Schädlinge

Gelegentlich lassen sich auf den Spinnenpflanzen Blattläuse nieder. Durch das Düngen mit Brennnesseljauche können Sie einem Befall vorbeugen. Zudem können Sie die Pflanzen in diesem Fall abduschen, damit die Blattläuse abgewaschen werden. Die Förderung von Fressfeinden hilft ebenfalls im Kampf gegen die Blattläuse.

Spinnenpflanzen haben durch ihre giftigen Inhaltsstoffe einen natürlichen Abwehrstoff, wodurch Blattläuse eher selten sind. Dies gilt auch für Schnecken, die die Pflanzen nur selten anfressen. Erst bei Nahrungsknappheit gehen sie an die Spinnenpflanze.

Ein Problem können Dickmaulrüssler werden. Sie fressen sowohl die Blätter als auch die Wurzeln an. Vor allem Larven an den Wurzeln bedeuten meist den Tod der Pflanzen. Damit es nicht soweit kommt, kontrollieren Sie regelmäßig auf Fraßschäden an den Blättern. Finden sich dort Einbuchtungen, kontrollieren Sie die Wurzeln. Haben sich dort Larven angesiedelt, können Sie diese mit Nematoden, die Sie zum Gießwasser geben, bekämpfen.

Verwendung

Die Spinnenblumen sind ideal, um damit Beete an sehr sonnigen Plätzen zu gestalten. Sie fühlen Sie an Standorten wohl, wo andere Pflanzen durch Trockenheit und Hitze Probleme bekommen. Die Spinnenpflanze eignet sich als Gruppenpflanze, sie macht aber auch als Solitärstaude im Topf oder als Rabatte etwa bei Zufahrten eine gute Figur.

Spinnenblume - Cleome hassleriana

Spinnenblumen sind auch ideal als einjährige Unterpflanzung im Sommer. Sie kann vielen Pflanzen wie Rosen, am Boden Schatten spenden und verhindert dadurch, dass andere Pflanzen unter der Hitze leiden. Zudem ist sie für die meisten Schädlinge nicht besonders attraktiv, wodurch sie selbst auch zur Schädlingsabwehr verwendet werden kann.

Durch den Umstand, dass sie nicht winterhart ist, macht Sie nach dem ersten Frost kaum Arbeit. Die Reste werden einfach auf dem Kompost entsorgt und schon sind Ihre Beete geräumt.

Die Spinnenblume eignet sich nur bedingt als Schnittblume. Sie sollte nach dem Abschneiden sofort ins Wasser gestellt werden, weil sie sonst welk wird. Sie verträgt sich aufgrund der giftigen Inhaltsstoffe nicht mit anderen Pflanzen in der Vase.