Holzbalkon bauen, abdichten & streichen

Holzbalkon bauen, abdichten & streichen

Ein Holzbalkon kann das Haus verschönern oder beleben, auf jeden Fall erweitert er die Wohnfläche. Zwar nur um wenige Quadratmeter, die aber zu sehr bedeutsamen Erholungsinseln werden können, wenn der Nachwuchs den Garten mit einem gleichbleibenden Lärmpegel bespielt. Dann können die Eltern ganz in Ruhe den Kaffee auf den Balkon genießen und haben die Kinder trotzdem im Blick.

balkon8_flPlanung eines Holzbalkons

Für die Planung Ihres Holzbalkons brauchen Sie zunächst einen Architekten, Handwerksmeister oder Zimmerer, der bauvorlageberechtigt ist. Der

erstellt mit Ihnen zusammen die Planung, wenn er aus Ihrem Ort stammt, kennt er die zu berücksichtigenden Vorschriften Ihrer Landesbauordnung und einer eventuell zu beachtenden örtlichen Gestaltungssatzung. Sie sollten sich noch erkundigen, ob baurechtliche Auflagen oder Einschränkungen nach dem Bebauungsplan existieren.

Grundsätzlich gibt es zwei Konstruktionsmöglichkeiten: Bei einer auskragenden Platte durchstoßen die tragenden Balken die Außenwand des Hauses. Diese Balkonkonstruktion birgt die Gefahr, durch Wärmebrücken Energieverluste zu verursachen, auch können an den Durchbrüchen schnell Bauschäden entstehen. Das ist also eher eine Konstruktion, die man bei Altbauten findet, wo sie im Zuge einer Fassadenmodernisierung dann häufig durch eine energetisch günstigere Konstruktion ersetzt wird. Heute wird ein Balkon meist bauphysikalisch günstiger und auch preiswerter so konstruiert, dass er frei vor der Fassade steht. Die Gebäudehülle bleibt auf diese Weise unangetastet, außerdem ist der Balkon gleich schalltechnisch vom angrenzenden Raum entkoppelt. Es handelt sich hier um eine einfache Konstruktion: Der Balkon steht auf senkrechten Stützen, die waagerechte Balken tragen, auf denen die Schalung ruht, die den Boden bildet. 

Wie groß Ihr Balkon werden soll, hängt von der geplanten Nutzung ab. Haben Sie einen Garten zur Verfügung, soll der neue Balkon vielleicht nur als Austritt dienen. Dann reicht eine kleine Fläche, um kurz frische Luft zu schnappen, die Betten zu lüften oder ein wenig Sonnenzubaden. Wohnen unten die Kinder, fällt der Balkon vielleicht ein wenig größer aus, wenn die ältere Generation hier auch in Ruhe frühstücken möchte. Allerdings beschattet alles, was mehr als 90 Zentimeter herausragt, die Fenster darunter. Das kann im Extremfall sogar zusätzliche Heizenergie kosten im unteren Raum. Bei der Wahl von Form und Größe muss natürlich auch bedacht werden, dass der Balkon die Fassade völlig neu gestaltet. Er sollte also in den Ausmaßen, dem Material und der Konstruktion sorgsam auf den Stil des Hauses abstimmt werden. Sie sollten natürlich auch den Stand der Sonne in die Planung mit einbeziehen. Davon hängt zum Beispiel ab, ob der Balkon später eine zusätzliche Markise braucht, weil die Sonne auf der Südseite im Sommer unerträgliche Hitze mit sich bringt.

Als
Nächstes wird das Geländer geplant. Es kann auf dem Fußboden montiert werden oder an seiner Seite oder nur an den Pfeilern befestigt werden. Auf jeden Fall sollten Geländer nicht an der Hauswand befestigt werden, das kann zu Rissen führen. Wie das Geländer aussieht, bestimmt maßgeblich die künftige Wirkung des Hauses. Sie können wählen zwischen offenen oder geschlossenen Formen, es kommen die verschiedensten Materialien infrage: Aluminium oder Glas, Holz oder Stahl oder Kombinationen dieser Baustoffe. Auch die angebotenen Formen sind sehr vielfältig, es ist sogar denkbar, dass Sie Ihre eigene Balkonbrüstung entwerfen. Die Höhe ist

vorschrieben und richtet sich nach der Höhe des Fußbodens.

Die letzten Überlegungen bei der Planung dienen dem konstruktiven Holzschutz, so wir eine Bauweise genannt, die ein nicht wasserfestes Material wie Holz schon durch die Konstruktion vor Schäden schützt. Eine Grundidee des konstruktiven Holzschutzes ist, dass Holz am besten überhaupt nicht nass wird. Wo Wasser aufschlägt wie bei Außenbauteilen, sollte die Bauweise gewährleisten, dass das Wasser abläuft und die Feuchtigkeit schnell trocknet. Das bedeutet für Ihren Balkonbau, dass die senkrechten Stützen auf mindestens 30 Zentimeter hohe Betonsockel gestellt werden und mit einer Metallbekleidung so abgeschirmt werden, dass auch Spritzwasser nicht ans Holz kann. Auch kann der Balkon überdacht werden, ein ausreichender Überstand des Daches hält ihn fast immer trocken.

Offener Boden oder Bodenabdichtung?

balkon-glas_flDer Boden des Balkons muss Wasser aushalten. Befindet sich keine Lauffläche darunter, kann der Boden so offen gelassen werden, dass Wasser einfach durchfließt. Soll die Fläche darunter genutzt werden, muss der Balkonboden wie ein Flachdach konstruiert werden: Die Fläche bekommt ein Gefälle von 2 bis 3 Prozent und wird nach unten abgedichtet. Dazu wird direkt unter dem Gehbelag eine Dichtung aus Bitumen oder Kunststoff oder als Flüssigabdichtung aufgebracht. Das Dichtungsmaterial muss nicht nur witterungsfest sein, es sollte auch einer Belastung durch Mikroben standhalten. Ihr Zimmerer kann Ihnen die richtigen Materialien zeigen und vielleicht auch Referenzprojekte, wo diese schon verwendet werden.

Wenn es sich bei der Fußbodenfläche um eine geschlossene Ebene handelt, sollte sie abgedichtet werden, sodass die eine wasserdichte Wanne bildet. Das verhindert eine Versickerung in anliegende Bauteile, wenn zum Beispiel einmal der Abfluss verstopft ist. Dann sollte das Gefälle weg vom Bauwerk führen, eine Überlaufmöglichkeit mit Regenrinne muss auch geplant werden. Wird der Bau vorschriftsgemäß ausgeführt, können alle Hölzer verwendet werden, die als mindestens mäßig dauerhaft gegen Witterungsschäden eingestuft sind. Auch normales Bauholz könnte verwendet werden, dann ist allerdings ein vorbeugender Holzschutz mit entsprechenden Mitteln notwendig.

Ob der Balkon lange hält, liegt ansonsten bei Ihnen: Sie sollten regelmäßig den Boden reinigen, sodass sich keine nassen Ablagerungen bilden. Das Holz sollte auch jede Saison kontrolliert und im Bedarfsfall mit einem zusätzlichen Schutz versehen werden. Ist die Planung fertig, muss Ihr Balkon genehmigt werden, dazu wird der Bauantrag beim Bauamt eingereicht. Der Bauantrag enthält die Baubeschreibung, einen Lageplan, Ansichten und einen Grundriss, für die angedockte Plattform ist die Statik einschließlich Aussteifung nachzuweisen.