Zaun auf Grundstücksgrenze - was ist erlaubt?

Zaun auf Grundstücksgrenze - was ist erlaubt?

Hohe Zäune auf Grundstücksgrenzen sind in der Regel genehmigungspflichtigBevor die Errichtung eines Zaunes in die Tat umgesetzt wird, sollten immer die örtlichen Vorschriften zugrunde gelegt werden. Was erlaubt ist, variiert nicht nur von Gemeinde zu Gemeinde, sondern auch oftmals innerhalb einer Gemarkung.

 

Informationen erteilen in der Regel die örtlichen Bauämter. Gespräche mit den zuständigen Sachbearbeitern und mit dem Nachbarn vor Baubeginn schützen vor späteren Nachbarschaftsstreitigkeiten.

Ist ein Zaun auf der Grundstücksgrenze erlaubt?

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Entscheidend ist hier erst einmal die Art der Grundstücke: Handelt es sich um bebaute oder gewerblich genutzte Areale, die aufeinandertreffen, muss die Einfriedung direkt auf der Grenze errichtet werden. Ein Zaun für ein Grundstück, das außerhalb eines bebauten Ortsteiles liegt, für das kein Bebauungsplan existiert, muss 50 cm ab Grundstücksgrenze zurückgesetzt werden. Somit bleibt gewährleistet, dass das Grundstück
des Nachbarn bis zur Grenze hin mit landwirtschaftlichen Maschinen bearbeitet werden kann.

Verlangt einer der beiden Parteien in einem erschlossenen Baugebiet die Einfriedung seines Grundstückes, ist der Nachbar verpflichtet, sich an den anfallenden Kosten zu beteiligen. Voraussetzung ist hier, dass eine gemeinsame Benutzung der Einfriedung erfolgt und das dürfte ja der Regel entsprechen. Dann greift der Paragraph 921 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), der die Errichtung und die Unterhaltung der gemeinschaftlichen Einfriedung vorsieht. Entzieht sich ein Nachbar dem Zaunbau, ist er trotzdem verpflichtet, die Hälfte der Kosten zu tragen. Ihm muss allerdings die Absicht zur Errichtung der Einfriedung mindestens zwei Monate vor Montagebeginn schriftlich zugegangen sein.

Welcher Zaun ist erlaubt?

Die Einfriedung muss den ortsüblichen Vorgaben entsprechen. Allgemein geht man bei einem Zaun mit einer Höhe von 1,20 m aus. Wird das Maß deutlich überschritten, etwa ab 1,50 m, dann wird der Zaun baugenehmigungspflichtig. Manche Gemeinden schreiben ein bestimmtes Material oder die Umpflanzung mit Sträuchern vor oder es sind sogar nur Hecken als Einfriedung vorgesehen. Die errichteten Zäune müssen natürlich absolut standfest und ungefährlich sein. Stacheldraht ist in der Regel verboten. Dort wo es keine detaillierten Vorgaben gibt, müssen sich die betroffenen Nachbarn auf eine bestimmte Ausführung einigen. Sollte es zu keiner Einigung kommen, muss letztendlich die örtsübliche Einfriedung zum Tragen kommen.

Somit ist ein Zaun auf der Grundstücksgrenze nicht nur erlaubt, sondern sogar vorgeschrieben, zumindest wenn es sich um einen Zaunbau innerhalb eines bebauten Gebietes einer Gemeinde handelt. Im Nachbarrechtsgesetz des jeweiligen Bundeslandes sind die genauen Vorgaben festgelegt und greifen, wenn es in der betroffenen Gemeinde keine anderslautenden Vorschriften gibt.