Vogelhecke anlegen - Pflanzen für Vogelschutzhecke

Vogelhecke anlegen - Pflanzen für Vogelschutzhecke

Der junge Gärtner hat anfangs meist eine recht idealtypische Vorstellung von einem durchgestalteten und ordentlichen Garten, der auch so bleibt.

hecke5 flVon der er sich im Laufe der Jahre verabschiedet, je größer die Akzeptanz für die Wildheit der Natur wird, desto eher ist der inzwischen erfahrene Gärtner dann auch bereit, in seinem Garten natürlicher Eigendynamik Raum zu geben. Ein solches Denken entspricht auch dem Trend der Zeit, das neu erwachte Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge fordert wieder

mehr natürliche Vielfalt.

Ökologisch sinnvoll ist auf jeden Fall eine Vogelschutzhecke, hier ein kurzer Überblick darüber, welche Pflanzen für Vogelschutzhecke geeignet sind und wie Sie eine Vogelhecke anlegen:

Wodurch zeichnet sich eine Vogelschutzhecke aus?

Vogelhecken bzw. Vogelschutzhecken oder Vogelschutzgehölze bestehen aus Früchte tragenden Hecken, die für einzelne Vogelarten oder generell für unsere Singvögel eine besondere Bedeutung haben. Meist sind das frei wachsende Hecken aus einheimischen Heckenpflanzen, die unübertrefflich in das Ökosystem der Umgebung eingebunden sind. Dadurch sind sie eine natürliche Nahrungsgrundlage für viele einheimische Vögel, die ihre Blüten, Knospen, Früchte und manchmal auch Blätter verwerten.

Die einheimischen Heckenpflanzen beherbergen in Ihren Blättern auch viele Insekten und ihre Larven, wiederum Nahrung für viele einheimischen Vogel-Arten. Wenn diese Hecken ausreichend frei wachsen können, nisten unsere Vögel gerne in diesem insektenreichen Hecken. Sie brauchen die Insekten dringend zur Aufzucht der Jungvögel, die eiweiß- und vitaminreiche Insektennahrung kann sehr schlecht durch menschliches Vogelfutter ersetzt werden.

Das zeigt sich in den ökologisch unsinnig angelegten Parks vieler Großstädte, wo mancher Elternvogel Mühe hat, genügend Insekten zu finden und deshalb auf das allerorts ausgestreute Brot zurückgreift. Häufig werden Brötchenkrümel ausgestreut, also weißes Feinbackwerk, das für den Jungvogel einen noch geringeren Nährwert hat als für den Menschen. Er braucht ja nur einige Krümel, um satt zu werden, und hat dann kaum Vitamine aufgenommen. Deshalb muss sich der Vogelschutz in vielen Großstädten um junge Vögel kümmern, die wegen Rachitis weder fliegen noch laufen können.

Denn wenn im Umfeld heimischer Vögel nur (exotische) Ziergehölze wie Kirschlorbeer oder Zypressen oder Thuja zu finden sind, finden unsere Vögel kaum Nistmöglichkeiten und Nahrung. Außerdem haben viele einheimische Heckenpflanzen Dornen oder Stacheln, für die Vögel ein wirksamer Schutz vor Fressfeinden, den sie in importierten Gewächsen ebenfalls nicht finden.
Vogelschutzhecken mit richtig ausgewählten Pflanzen gehören deshalb in jeden naturnahen und ökologisch ausgerichteten Garten, wo sie die heimische Lebenswelt erhalten helfen.

Pflanzen für eine Vogelschutzhecke

vogel9 pcEs gibt verschiedenste einheimische Heckenpflanzen und Heckensträucher, die Vögeln und meist auch noch anderen Wildtieren als Lebensraum dienen. Diese Pflanzen können nach weiteren Eigenschaften unterschieden werden, die Ihnen helfen, Ihre gärtnerischen Gestaltungswünsche zu erfüllen: Schnell wachsende einheimische Vogelschutzpflanzen sind Feld-Ahorn und Hainbuche, Schwarzer Holunder und Salweide, eine gute Wahl, wenn der Sichtschutz rasch einige Höhe erreichen soll. Die Holunderblüten können zu Holunderblütensirup und -tee und zu köstlichen Holunderküchlein verarbeitet werden, die Salweide schmückt Ihr Heim mit ihren Palmkätzchen.

Eine immergrüne Vogelschutzhecke können Sie mit Buchsbaum und Eiben, Feuerdorn, Mahonie und dem Gemeinem Wacholder anlegen. Dann können Sie auch gleich

eigene Wacholderbeeren ernten, für den Wildbraten oder wenn Sie Ihren eigenen Wacholderschnaps herstellen möchten.

Es gibt zahlreiche Vogelschutzgehölze, deren Erzeugnisse nicht nur Vögeln schmecken, sondern auch vom Menschen gerne gegessen, verarbeitet oder zu Heilzwecken genutzt werden:
  • Haselnuss, Rote und Schwarze Johannisbeere, Stachelbeere und Kratzbeere werden einfach geerntet und gegessen. Ebenso wie die Echte Brombeere, die an einer Kletterhilfe wächst oder die Heidelbeere, die als kleinere Abgrenzung gesetzt werden kann.
  • Kornelkirsche und Sanddorn, Berberitze und Bocksdorn, Schlehe und Scheinquitte, Weißdorn, Wildapfel, Wildbirne und Felsenbirne können vom Menschen zu Heilzwecken oder für Wildfruchtmarmeladen genutzt werden.
  • Auch die Hagebutten zahlreicher Rosensträucher wie Heckenrose, Bibernell-Rose und Wein-Rose können zu Marmelade verarbeitet werden, Sie sollten den Vögeln jedoch immer einige Früchte übrig lassen.
Weitere Heckensträucher tragen Früchte, die nur von den Vögeln gerne gegessen werden. Für den Menschen sind die Früchte entweder giftig oder die Verwertung lohnt sich einfach nicht, dafür haben diese Sträucher schöne Blüten und Blätter zu bieten:
  • Zu ihnen gehören die Rote oder Gewöhnliche Heckenkirsche, der Rote Holunder und der Kreuzdorn, die Rote Heckenberberitze und der Liebesperlenstrauch und der Gemeine Liguster. Auch die Echte Mehlbeere, Pfaffenhütchen, Rotdorn und die Schneeball-Arten Gewöhnlicher Schneeball und Wolliger Schneeball dekorieren den Garten nicht nur, sondern helfen den Vögeln.
  • Dann könnten Sie noch die Gewöhnliche Schneebeere, die Gewöhnliche oder Späte Traubenkirsche, Korb-Weide, Rotbuche und Flieder einplanen, teilweise richtige Bäume, die eine Vogelschutzhecke sehr gut ergänzen.
  • Als schnell wachsender mittelgroßer Baum ist die Vogelbeere bzw. Eberesche eine echte Vogelfreundin, ihre Früchte werden von über 50 Vogelarten genutzt.
hecke4 flPflegeleichte Vogelhecke

Mit den Gehölzen der Vogelschutzhecke haben Sie nur wenig Arbeit, denn sowohl das Laub der Vogelschutzhecke als auch das Laub der Bäume und Sträucher in ihrem Umfeld sollte im Herbst möglichst auf dem Boden liegen bleiben. Das Laub vermodert und lässt viele Vögel Insekten und Würmer finden, außerdem düngt es den Boden. Auch beschnitten werden die Vogelschutz-Hecken so zurückhaltend wie möglich, weil in jedem Ast nisten Insekten nisten, die die Vögel ernähren. Eine vorbildliche Vogelhecke darf sich richtig dicht entwickeln, so wird sie zum sicheren Schutz für die Vögel.