Beerenwein selber machen & herstellen

Beerenweine aus Weinbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren oder anderen Beeren sind recht leicht herzustellen. Wichtig ist, dass die Früchte reif und gesund sind.

Matschige und faulige Früchte dürfen auf keinem Fall verwendet werden.

Jeder Gartenbesitzer kann aus einigen Pfund Beeren heute seinen eigenen Wein herstellen. Die Hauptarbeit übernehmen winzige kleine Hefepilze, die im Prinzip auf jeder Frucht vorhanden sind. Unsere Aufgabe ist es, den Gärungsverlauf richtig abzuwickeln und den fertigen Wein rechtzeitig in Flaschen zu füllen.

Als Zutaten für den selbstgemachten Beerenwein werden außer den
Beeren noch Wasser, Milchsäure, Zucker, Reinzuchthefe, Hefenährsalz, Kaliumpyrosulfit und Antigel benötigt. Antigel ist ein Antigeliermittel, das dafür sorgt, dass das gepresste Obst flüssig bleibt und nicht zu Gelee wird.

Arbeitsschritte am Beispiel von Schwarzen Johannisbeeren

Die Beeren werden gepflückt, gewaschen und entstielt. Für einen Liter Saft benötigt man knapp 1,5 Kilogramm Beeren. Das Obst wird zusammen mit Wasser erhitzt, mindestens auf 50 Grad. Dann fügt man das Antigel hinzu und lässt alles 12 Stunden ruhen. Nach dieser Zeit ist die Maische entstanden, ein Obstbrei, der die Grundlage des Beerenweines darstellt. Die Maische presst man durch einen Leinenbeutel oder einen Trubsack. Der so entstandene Saft wird mit Zucker und Kaliumpyrosulfit gemischt. Dazu gibt man die Reinzuchthefe und das Nährsalz. Dieser Saft kommt in das Gärgefäß. Der Gärverschluss wird aufgesetzt, das Gefäß luftdicht verschlossen. Die Gärung findet am besten bei Zimmertemperatur statt. Man sollte den Gärverschluss im Auge haben, damit er nicht austrocknet und Luft an den Wein kommt.

Dass die Gärung des Beerenweins abgeschlossen ist, erkennt man daran, dass sich keine Gasbläschen mehr bilden. Der Gärbehälter sollte an einen kühleren Ort gebracht werden. Dort können sich die Hefe und die Trubstoffe absetzen.

Ist das geschehen, wird der Beerewein in ein anderes Gefäß umgefüllt. Dabei setzen sich die letzten Trubstoffe ab und der Wein trennt sich vom Bodensatz. Man muss den Vorgang (Abstich) wiederholen, bis der Wein klar ist. Bleibt der Wein trübe oder treten andere Weinfehler auf, muss man davon ausgehen, dass bei der Weinherstellung Fehler gemacht wurden, so genannte Weinfehler.

Weinfehler

Der bekannteste Weinfehler ist der so genannte Braune Bruch, eine bräunliche Verfärbung des Weines und ein leichter Sherry-Geschmack. Ansonsten kann der Wein bitter sein oder eben trüb. Allerdings gibt es Gegenmaßnahmen für fast alle Weinfehler.

Mengenangaben

4 Kilogramm Früchte, 5 Liter Wasser zugeben, 20 ml Antigel dazu, plus 3 Kilogramm Zucker und 1 Gramm Kaliumpyrosulfit, 1 Flasche Reinzuchthefe und 4 Gramm Hefenährsalz

Gefrorene Früchte

Wer keinen Garten hat und somit keine frischen Früchte verwenden kann, der sollte es einmal mit Tiefkühlbeeren probieren. Die bekommt man ganzjährig in Supermärkten. Beachten sollte man, dass einige Beeren mehr Aroma haben als andere. Himbeeren haben einen dominanten Geschmack. Erdbeeren verlieren schnell ihr Aroma.

Der Wein aus gefrorenen Früchten ist ein toller Sommerwein, sehr erfrischend, vor allem, wenn er gut gekühlt getrunken wird. Um die Fruchtigkeit zu betonen, sollte eine Maischegärung durchgeführt werden.