Minierfliegen bekämpfen - biologische Mittel

Von der Minierfliege befallene Blätter und Pflanzen sollten gründlich entsorgt werdenMinierfliegen können starke Schäden an Pflanzen hervorrufen und sich bei der Bekämpfung als schwierig erweisen. Dennoch sollten chemische Produkte keine Verwendung finden, denn diese verschlimmern den Befall langfristig sogar noch.

Stattdessen bietet sich der Einsatz von biologischen Mitteln an, die in der richtigen Kombination schnelle Abhilfe schaffen.

Kontrolle

Minierfliegen selbst richten an Pflanzen keinen Schaden an. Ihre Larven hingegen können durch ihren großen Appetit ganze Laubdächer zerfressen. Ein Befall mit den

Larven der Minierfliege äußert sich durch verfärbte Fraßgänge in den Blattmitten, jedoch nicht durch Löcher. Die Ränder werden nur selten verspeist. Dabei befinden sich die Schädlinge zwischen der Blattober- und -unterfläche, sind von außen also nur schwer zu erreichen. Bei genauerer Kontrolle im Garten zeigt sich schnell, dass viele Gewächse befallen sind. Das ist kein Grund zur Panik. Minierfliegen sind weit verbreitet. Erst wenn die Besiedlung der Blätter überhandnimmt, ist ein Eingreifen sinnvoll.

Entfernung

Der erste Schritt einer biologischen Bekämpfung der Minierfliege ist die Entfernung der betroffenen Blätter. Hierzu reicht es aus, diese abzuschneiden oder abzuzupfen. Danach dürfen sie allerdings keinesfalls auf den Kompost gelangen. Von hier aus würden die lästigen Schädlinge direkt den nächsten Angriff starten. Stattdessen gilt es, das Laub sicher zu entsorgen. Dazu kann es entweder luftdicht in Plastikbeutel verpackt in den Hausmüll gegeben oder in ein geeignetes Recyclingcenter gebracht werden. Da sich die Minierfliegen schnell ausbreiten, sollten die Kontrolle und gegebenenfalls die Entfernung des Laubs etwa alle drei Tage erfolgen.

Brennnessel-Jauche

Schnell und mit wenig Aufwand herzustellen ist die Brennnessel-Jauche. Diese kann als Gießwasser benutzt werden und erfüllt gleich drei Aufgaben. Zum einen wirkt sie abschreckend auf Minierfliegen. Daher kann sie als Vorbeugung wirken und verhindern, dass sich die Schädlinge weiter im Garten ausbreiten. Die Brennnessel-Jauche kann allerdings auch zur Behandlung eines aktuellen Befalls eingesetzt werden.
Zudem wirkt der Aufguss als nährstoffreiche Lösung, die die Pflanze düngt. Gerade, wenn diese durch einen länger bestehenden Befall von Minierfliegenlarven bereits geschwächt ist, kann das den entscheidenden Unterschied zwischen erfolgreichem Bekämpfen und Eingehen bedeuten. Das Rezept für die Brennnessel-Jauche ist denkbar einfach:
  1. Einen Büschel Brennnesseln in kleine Stücke hacken oder schneiden.
  2. Die Pflanzenstücke in einen Eimer, ein Fass, eine Regentonne oder direkt in eine Gießkanne füllen.    
  3. Das gewählte Gefäß mit Wasser füllen.
  4. Diesen Aufguss für mindestens eine Woche im Freien stehen lassen.
Je größer der Brennnessel-Anteil und je länger die Mischung durchzieht, desto konzentrierter ist sie. Der Aufguss verfärbt sich nach wenigen Tagen und beginnt stark zu riechen, daher auch der Name "Jauche".

Nützlinge

Minierfliegen kommen in nahezu jedem Garten vor. Sind ausreichend Fressfeinde dieser Schädlinge vorhanden, fallen sie in der Regel allerdings gar nicht auf. Erst wenn die Nützlinge fehlen, können die schädigenden Larven überhandnehmen. Daher ist es auch wenig sinnvoll, zu chemischen Pestiziden zu greifen. Denn diese vernichten ebenso die Nützlinge. Langfristig begünstigen sie daher die Minierfliegen und andere Schädlinge, weil sich diese stärker und schneller vermehren können, als ihre Feinde. Stattdessen sollte den nützlichen Insekten ein angenehmes Umfeld bereitet werden. Es ist also auf Fallen und chemische Mittel im Garten zu verzichten. Um das natürliche Gleichgewicht schneller herzustellen, können entsprechende Nützlinge wieder in den Garten integriert werden. Am besten direkt an

der betroffenen Pflanze. Geeignet und effektiv sind:
  • Brackwespen
  • Schlupfwespen
  • Erzwespen
Schlupfwespen sind natürliche Feinde der <div align=
Miniermotten" src="/images/stories/schlupfwespe2_fl.jpg" />Diese können im Handel erworben werden und bekämpfen den Befall gezielt an der Ursache. Dazu ist nicht zu befürchten, dass sie wiederum eine Plage auslösen. Denn sobald nicht mehr ausreichend Schädlinge als Nahrung vorhanden sind, ziehen sie weiter. Tipp: Handelt es sich bei dem befallenen Gewächs um einen großen Baum, Busch oder Strauch, sollte dieser zunächst mit einem engmaschigen Netz nach außen hin abgegrenzt werden. Werden die Nützlinge unter diesem Netz auf die Pflanze gesetzt, müssen sie sich automatisch auf die Larven konzentrieren. Das beschleunigt die Wirkung.
 
Mittel mit Pyrethrum

Zeigen die Nützlinge keinen Erfolg oder können sie aufgrund einer Allergie oder der Lage auf dem Balkon nicht eingesetzt werden, steht noch ein weiteres biologisches Mittel zur Verfügung. Dabei handelt es sich um einen Auszug aus Pflanzen, genauer gesagt aus Chrysanthemen. Dieser Wirkstoff ist unter dem Namen Pyrethrum erhältlich und in einer Vielzahl von Pestiziden und Pflanzenschutzmitteln enthalten. Er wirkt stark abschreckend und austrocknend auf Schädlinge, ist für andere Tiere und Menschen aber unbedenklich. Sinnvolle Darreichungsformen bei einem Befall mit Minierfliegen sind Stäbchen, die in das Substrat gesteckt werden können und Sprays. Beide Formen haben sowohl Vor- als auch Nachteile, weswegen eine Kombination empfehlenswert ist. Die Stäbchen geben ihren Wirkstoff im Substrat frei, wo er von den Wurzeln aufgenommen wird und dann in der Pflanze von innen heraus wirkt. Das ist effektiv, da sich die Larven in den Blättern befinden. Jedoch ist, je nach Größe der Pflanze, mit mindestens einigen Tagen bis zum Einsatz der Wirkung zu rechnen. Anders beim Spray. Dieses wird äußerlich aufgetragen und wirkt sofort. Bei den Larven der Minierfliege aber nur eingeschränkt, da diese von außen nur schwer erreichbar sind.

Fette

Mit Fetten gegen Minierfliegen vorzugehen, mag merkwürdig erscheinen. Allerdings sind sie ebenso biologisch und wirksam wie das Pyrethrum. Es handelt sich genau genommen nicht um Fette, sondern Fettsäuren. Auch sie werden als Basis für Pestizide und Pflanzenschutz verwendet und sind unbedenklich für Menschen und Tiere. Bei einigen Mitteln wird explizit auf die Verträglichkeit gegenüber anderen, nützlichen Insekten geachtet. Bienen werden von diesen Produkten beispielsweise geschont.

Kombinationen

Das beste Pestizid ist gar kein Pestizid. Das sollte auch bei biologischen Mitteln und im Kampf gegen Minierfliegen gelten. So sollte zunächst eine Kombination aus Entfernung und Nützlingen versucht werden. Erst wenn dieses Vorgehen keinen Erfolg bringt, ist der Einsatz weiterer Mittel sinnvoll. Werden die Pflanzen weder zu sehr, noch zu wenig gepflegt und Nützlinge willkommen geheißen, entsteht ein natürliches Gleichgewicht und auf Mittel kann verzichtet werden.

Wissenswertes zu Minierfliegen in Kürze

Minierfliegen können durch ihre große Anzahl und ihre schnelle Ausbreitung zu einer wahren Plage werden. Wer bei der Bekämpfung auf biologische Mittel setzt, kann ihr aber schnell Herr werden und sogar langfristig weitere Befälle verhindern.
  • Minierfliegen sind Zweiflügler und gehören zur Unterordnung der Fliegen.
  • Es handelt sich um sehr kleine Fliegen, sie werden nur zwei bis drei Millimeter groß.
  • Minierfliegen ernähren sich von Pflanzensäften, die sie durch Einstiche aus den Pflanzen saugen.
  • Die Larven der Fliege richten gut zu erkennende Schäden an den Blättern der Pflanze an.
  • Es handelt sich um regelmäßige Gänge in den Blättern, welche sich durch ihre hellere Farbe abheben.
  • Die Larve frisst das innere Gewebe des Blattes und schafft sich so einen Gang.
  • Die kleine Larve ist meist am Ende des Ganges zu finden.
Durch diesen Fraß beeinträchtigen die Larven einerseits die Pflanzen in ihrem Wachstum und außerdem verunstalten sie diese. Stecklinge und Sämlinge können bei starkem Befall absterben. Besonders häufig befallen werden Aschenblumen, Chrysanthemen, Mutterkraut und verschiedene andere Korbblütler. Die Minierfliege selbst ist harmlos, außer dass sie durch die Eiablage für eine Weiterverbreitung sorgt.
  • Wenn die Anzahl der befallenen Blätter nicht so hoch ist, entfernt man am besten die betroffenen Blätter und vernichtet sie (nicht auf den Kompost), damit die Larven sich nicht weiterentwickeln können.
  • Mit gelben Leimtafeln kann man die erwachsenen Tiere fangen und so den Befall kontrollieren. Die Tafeln sollten regelmäßig ausgetauscht werden.
  • Als zuverlässige Gegner der Minierfliege haben sich Schlupfwespen erwiesen. Sie parasitieren die Fliegenlarven, indem die Weibchen mit ihrem Legebohrer jeweils ein Ei in eine Larve legen.
Die Wespe schlüpft im Inneren der Larve und frisst sie von innen her auf. Die Minierfliege verpuppt sich und wird erst jetzt vollkommen abgetötet. Die voll entwickelte Schlupfwespe schlüpft aus der Minierfliegenpuppe. Mit dem Einsatz der Schlupfwespen sollte bei Sichtbarwerden der ersten Fraßpunkte oder Miniergänge an den Blättern begonnen werden. Ihr Einsatz ist von März bis Oktober möglich. Bei starkem Befall werden etwa 5 erwachsene Schlupfwespen pro qm benötigt. Die Wespen kann man direkt über das Internet beziehen.