Majoran (Origanum majorana)Die Heimat dieses bekannten Gewürzes ist Vorder- und Mittelasien. Mittlerweile wird Majoran in ganz Europa angebaut - vor allem jedoch in Italien, Spanien und Frankreich. Weil sein Gehalt an ätherischen Ölen stark von Klima, Bodenbeschaffenheit und Jahreszeit abhängig ist, benötigt Majoran – eingebettet in leichter humusreicher Erde - einen möglichst windgeschützten, warmen und sonnigen Platz. Ursprünglich ist die Pflanze mehrjährig, in unseren Breitengraden aber aufgrund seiner Frostempfindlichkeit nur einjährig. Die Aussaat erfolgt Mitte März auf der Fensterbank oder im Frühbeet. Im Mai, nach den Eisheiligen, können die Samen auch direkt im Freiland ausgebracht werden.
Majoran gehört zu den Lichtkeimern, was bedeutet, dass die Samenkörner nur leicht angedrückt – aber nicht mit Erde bedeckt werden dürfen. Nach drei Wochen zeigt sich das erste Grün.
Die Jungpflanze ist sehr empfindlich und darf keinesfalls austrocknen. Mit zunehmendem Wachstum wird das Kraut jedoch robuster. Eine Düngung ist nicht erforderlich, und wenn, dann höchstens gelegentlich mit etwas Kompost. Überdüngte Pflanzen haben zwar mehr Blattvolumen – büßen jedoch dafür an Aroma ein. Geerntet wird kurz vor der Blüte. Die gebräuchlichste Konservierung ist das Trocknen. Dazu wird die Pflanze in Büscheln luftig aufgehängt und danach die getrockneten Blätter einfach abgestreift. Ebenso kann Majoran aber auch eingefroren (in der Eiswürfelschale gleich portioniert) bzw. in Öl oder Essig eingelegt werden. Majoran enthält ausser ätherischen Ölen auch Bitterstoffe, Gerbstoffe, Mineralstoffe und Vitamine. All dies zusammen verleiht ihm den kräftigen Duft, das schmackhafte Aroma sowie die starke Würzkraft. Deswegen ist er in der Küche auch eher sparsam zu verwenden. Sogar mitgekocht verliert er, im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern, nicht an Aroma. Er ist das Wurstgewürz schlechthin (Leberwurst, Blutwurst) wird aber heute sehr vielseitig in unseren Speisen (Fleischgerichte, Tomatensaucen, Eintöpfe, Leber, Leberknödel, Hülsenfrüchte, Kartoffelsuppe, Pizza, Schweineschmalz) sozusagen als das unentbehrliche Tüpfelchen auf dem i verwendet. In der Naturheilkunde bewährt sich Majoran als krampflösend, schleimlösend und nervenberuhigend. Als Tee zubereitet lindert er Erkältungskrankheiten und Bronchitis. In der Kosmetik dient das Kraut gegen fette und unreine Haut. Aber nicht immer wurde Majoran nur aus solch profanen Gründen geschätzt: Aphrodite veredelte das Gewürz zum Symbol für Glückseligkeit. In Griechenland war es daher Brauch Hochzeitspaaren Girlanden aus Majoran um den Hals zu legen... von Vilma-Sonja Zugmaier
|