Frauenmantel sammeln und Frauenmanteltee richtig zubereiten

Frauenmantel sammeln und Frauenmanteltee richtig zubereiten

Der Frauenmantel ist eines der Gewächse, die uns in der freien Natur häufig begegnen, von deren Berühmtheit viele Menschen von heute jedoch wenig wissen. Dabei glaubt man vom Frauenmantel sogar, dass er Wunder bewirken kann.

tee1 Dieser Glaube entwickelte sich aufgrund der prägnanten Taubildung auf der Pflanze, die ungewöhnlich große Tropfen ausbildet. Auf jeden Fall wurde der Frauenmantel bereits in der Antike als Heilmittel verwendet. In der christlichen Zeit wurde er der Jungfrau Maria geweiht, seitdem ist es

in manchen Gegenden Brauch, an Fronleichnam Frauenmantelkränze zu binden, die dann den Hausaltar schmücken.

Der viel benannte Frauenmantel

Der zu den Rosengewächsen gehörende Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ist im Volksmund berühmt: Er hat um die 70 volkstümliche Namen, zum Beispiel Alchemistenkraut und Gänsefuß, Herrgottsmäntelchen und Regendächle, Tränenschön und Silberkraut. Der Name Frauenmantel soll von der Blattform kommen und entstammt damit offensichtlich Zeiten, in denen man üppige Umhänge anstatt gerade geschnittener Blazermäntel trug. Das war auch schon die halbe Beschreibung: Die oft handspannengroßen Blätter bilden eine Art Rosette, die aus fünf bis neun lanzenförmigen, am Rand gezackten Teilblättern besteht. Diese falten sich gerne etwas zusammen, sodass das ganze Gebilde eine regenschirmähnliche Form annimmt. Die ganze Pflanze wird bis zu 30 Zentimeter hoch und bildet horizontal am Boden liegende Wurzeln aus, die kriechend weiterwachsen. Zwischen Mai und September entwickelt der Frauenmantel mehrere kleine hellgrün-gelbe Blüten, die von der Form her ein wenig an krause Petersilie erinnern. Die Kontur der Gesamtblüte sieht ein bisschen aus wie eine Doldenblüte, bei der die Einzelteile sich nicht auf eine gemeinsame Richtung einigen konnten.

Frauenmantel sammeln

Der Frauenmantel ist recht häufig, vom Tiefland bis in die Alpen. Er wächst auf Schutthalden und Feldern, in lichten Gebüschen und Wäldern und am liebsten auf nassen und nährstoffreichen Weiden und Wiesen. Gesammelt wird das Kraut, also die Blätter mit den Stielen. Die beste Zeit zum Sammeln ist Mai bis August, dann soll die Pflanze die meisten Wirkstoffe enthalten. Das Sammelgut kann getrocknet werden, was in dünnen Schichten so schonend geschehen sollte, dass sich die Farbe nicht verändert.

Inhaltsstoffe des Frauenmantels

Der Frauenmantel
enthält den Gerbstoff Tannin, der für die Blutreinigung zuständig sein soll und Bitterstoffe, die die Verdauung anregen. Außerdem sind Phytosterine enthalten, die das “schlechte” LDL-Cholesterin senken können, das gute HDL-Cholesterin soll unverändert bleiben.

  • Umstritten ist, ob Phytosterine aufgrund ihrer großen Ähnlichkeit mit Cholesterin Arteriosklerose auslösende Wirkungen haben, und ab welcher Verzehrmenge sich zeigen.
  • Auch Saponine sind im Frauenmantel, die im Allgemeinen schleimhautreizend wirken und sich deshalb zum Einsatz als Brechmittel oder harntreibendes Mittel eignen.
  • Außerdem sollen sie die Aufnahme anderer Wirkstoffe begünstigen, weshalb sie gerne in Teemischungen eingesetzt werden.


Frauenmanteltee richtig zubereiten

Ein Esslöffel getrocknete oder frische zerkleinerte Blätter werden mit einem Viertelliter kochenden Wasser übergossen, nach etwa 10 Minuten ziehen wird die Flüssigkeit abgeseiht und ist trinkfertig. Frauenmanteltee hat einen bitteren Geschmack, der den Mund ein wenig zusammenzieht.

Anwendungen des Frauenmanteltees

  • Die meisten Überlieferungen rund um das Frauenkraut drehen sich um Anwendungen bei einem Kinderwunsch: Frauenmanteltee soll bei unregelmäßigem Zyklus helfen, auch bei besonderen Zyklusstörungen unter Einfluss von Übergewicht. Er

    wird bei Kinderwunsch-Behandlungen eingesetzt, um die Durchblutung des Beckens zu verbessern, das soll die Reifung der Eibläschen fördern und die Gebärmutterschleimhaut aufbauen. Auch bei Erschlaffung des Unterleibs, schweren Geburten und bei Neigung zu Fehlgeburten wird er als Helfer propagiert. Ob Frauenmanteltee in der Schwangerschaft getrunken werden kann und soll, ist jedoch mehr als umstritten, wohl die Mehrzahl der Mediziner lehnt das ab. Zur Erfüllung des Kinderwunsches wird eine Kombination von Himbeerblättertee und Frauenmanteltee zum Aufbau der Gebärmutterschleimhaut empfohlen, vor dem Eisprung Himbeerblättertee und danach Frauenmanteltee, jeweils 2 bis 3 Tassen täglich. 
  • tee2_flAuch bei Menstruationsstörungen, Unterleibsbeschwerden und Wechseljahresbeschwerden wird Frauenmanteltee empfohlen. Außerdem soll er Wasser treiben und das Herz stärken, bei Wundfieber, eitrigen Wunden und schlecht heilenden Geschwüren helfen. Gut soll er auch bei Muskel- und Gliederschwäche und bei Blutarmut sein. Sogar die Brust soll gestrafft werden, wenn mit Frauenmantelsaft benetzte Umschläge aufgelegt werden. 
  • Es gibt noch eine Reihe weitere Heilkräuter, die unter anderem zur Erfüllung eines Kinderwunsches eingesetzt werden: Zum Beispiel Hopfen und Mistel, Silberkerze und Süßholz, Mönchspfeffer und Falsches Einkorn, Rebhuhnbeere, Storchenschnabel und Engelwurz, die alle ihre speziellen Anwendungsgebiete haben.  
  • Vor der unkritischen Einnahme jeglicher Heilkräuter ist jedoch eine Rücksprache mit dem Arzt auf jeden Fall empfehlenswert. Viele Heilpflanzen enthalten Wirkstoffe, die in höheren Dosen giftig sein können und außerdem viel allergenes Potenzial.