Grabschmuck für die Totengedenktage
Allerseelen, Allerheiligen und das Totenfest sind traditionelle Totengedenktage, die unabhängig vom Religionsbekenntnis ganz besonderer Anlass sind, unserer lieben Verstorbenen zu gedenken. Sie sind ein wichtiger Teil unserer Kultur und wollen gewürdigt werden.
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Schon seit jeher und in allen Lebenssituationen drücken Menschen mit Pflanzen ihre Gefühle aus. Eine liebevolle Bepflanzung des Grabes, aber auch Gestecke, Kränze und Blumensträusse sind äussere Zeichen unserer Achtung, unseres Gedenkens, der Verbundenheit, der Erinnerung und der Dankbarkeit. Das persönlich gestaltete Grab ist ein Ort für die Trauer der Angehörigen und Freunde, ein Platz zum Innehalten, zum Besinnen und für stille Zwiegespräche - und wird von vielen Menschen als Gelegenheit wahrgenommen, dem Verstorbenen noch einen letzten kleinen Dienst erweisen zu dürfen.
Was Begonien, Fuchsien und Tagetes für den Sommer waren, sind Chrysanthemen mit ihren vielen warmen, gedeckten Farben für den Herbst. Wenn es nicht allzu frostig wird blühen sie speziell an etwas geschützteren Stellen bis zur ersten klirrenden Kälte - manchmal sogar bis in den Dezember hinein. Beinahe kaum mehr wegzudenken beim herbstlichen Grabschmuck ist inzwischen die Herbstheide (Erica gracilis) mit ihren weiss-, rosa- oder rötlich blühenden Sorten geworden. ...
Je feuchter und nebeliger das Wetter ist, umso besser stehen ihre Chancen bis zum Frost durchzuhalten, denn ganz austrocknen sollte ihr Wurzelballen nie. Diesbezüglich unproblematischer ist die Besenheide, weil sie bedeutend weniger Wasser benötigt. Traditionell werden auch Stiefmütterchen gepflanzt. Sie blühen bis November, ruhen im Winter und erwachen im Frühling aufs Neue. Alle Pflanzen kann man sortenrein oder gemixt direkt in die Erde und auch in Schalen pflanzen. Kombinieren kann man Heidgewächse und Blumen sehr gut mit dazwischen gesteckten Zweigen und Triebspitzen von Wacholder, Zypressen, Eiben, Latschen, Thujen oder Tannen. Das unterstreicht nicht nur die Stimmung dieser Tage - sondern schützt zugleich sowohl die Pflanzen als auch den Boden etwas vor Frost.
Wer bei der Pflanzung im Herbst gleich reichlich Zwiebelchen von Frühlingsblühern wie Schneeglöckchen, Tulpen oder Narzissen zwischen die Pflanzen steckt, wird einige Monate später mit einer kleinen, blühenden Frühlingsidylle auf dem Friedhof bedacht.
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Grabschmuck mit Moospolstern und Gestecken
Alte Bräuche pflegt, wer traditionelle Friedhofspflanzen verwendet, die fast alle Symbolcharakter besitzen. Als fixe, widerstandsfähige winterharte, immergrüne Pflanzen eignen sich kleine Gehölze wie z.B. Buchsbaum, Zwergwacholder, Zwerglatschen, Zwergeiben oder Bodendecker: Fetthenne, das kleine Immergrün, Efeuü Der Friedhofklassiker Efeu steht wie der Buchsbaum, die Eibe und das Immergrün für Dauer, Unsterblichkeit, ewiges Leben. Und für Treue ü auch über den Tod hinaus. Aber auch Blumen besitzen Symbolkraft. Sie strecken sich der Sonne entgegen und öffnen dabei ihren Blütenkelch als Sinnbild für die Befreiung der Seele nach dem Tod.
Wintergrüne Zweige sorgen für warmes Grün. Einen typischen Grabschmuck für die Totengedenktage im November stellt der schlichte, natürliche Waldkranz dar, der mit seinen Nadelzweigen, Zapfen, Moos, Baumschwämmen, Disteln, Laub oder auch kleinen Holzscheiben ganz in die herbstliche, fast winterliche Atmosphäre dieser Tage passt. Blautanne eignet sich ideal für winterliche Arrangements oder Kränze, da sie gedämpfte Lebendigkeit auf die Gräber bringt. Die üblichen Gestecke bestehen aus Koniferengrün oder Islandmoos, verziert mit Schleifen und Zapfen, Korkenzieherhasel, Disteln, Efeu und Rebranken. Mit etwas Geschick lassen sich mit Rohlingen aus Steckmasse und Wickeldraht herkömmliche Symbole wie Kreuze, Kränze oder Herzen auch leicht selber herstellen. Das Rohmaterial dazu liefert uns der herbstliche Wald bzw. der ohnehin fällige Rückschnitt im Garten: Wacholder, Zypressen, Buchsbaum, Thujen usw. gemixt mit Efeu oder Moos, Zapfen, Beeren eventuell harmonisch kombiniert mit frischen Schnittblumen oder Trockenblumen.
Besonders schlicht, zart und lieblich wirken gewundene Efeuzweige, in die man Rosenblüten steckt.
Bereits im Mittelalter war es Brauch, die Gräber mit Kerzen (Jesus Christus ü das Licht der Welt) zu schmücken. Heute ist dies ein weit verbreitetes, liebevolles Ritual. Die Geste, eine Kerze für Verstorbene zu entzünden ist ein Ausdruck öffentlicher Trauer und soll unseren Lieben sagen: üIch war bei dir ü ich hab dich nicht vergessen.ü Berührend zu sehen, wie sich dann in der Dämmerung der Friedhof in ein warmes Lichtermeer verwandelt - weil sie alle, alle in unseren Herzen weiterlebenü
von Vilma-Sonja Zugmaier
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