Zantedeschia rehmannii, aethiopica - Pflege der Calla

Zimmerkalla: Zantedeschia mit gelb-weißen BlütenZantedeschien zeichnen sich durch ihre charakteristische Blüte aus: Der eigentliche Blütenkolben wird von einem farbenprächtigen Hochblatt umschlossen, das fast alle Farben im Spektrum einschließt. Einige Arten blühen im Sommer, andere im Winter.

Wichtig für die Pflanze ist jedoch immer die richtige Pflege, vor allem was die Ruhezeit angeht. Denn nur dann, wenn sie Bedingungen wie in ihrer Heimat vorfindet, blüht eine Calla jedes Jahr auf ein Neues.

Steckbrief
  • botanischer Name: Zantedeschia
  • andere Namen: Calla, Kalla, Zantedeschie, Calla-Lilie
  • gehört

    zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae)
  • ausdauernde, krautige Pflanze
  • Blätter: pfeilförmig, dunkelgrün (einige Arten auch gesprenkelt)
  • Blüten: Blütenkolben mit auffällig gefärbtem Hochblatt
  • Blütezeit: je nach Art entweder im Sommer oder Winter
  • Wuchshöhe: 20-50 cm
Arten und Vorkommen

Alle acht Arten der Zantedeschia sind in Afrika heimisch. Sie kommen hauptsächlich in den Provinzen Südafrikas vor, wachsen aber auch weiter nördlich. Die sommerblühenden Arten gedeihen in warmen Gebieten, in denen es vorwiegend im Winter regnet. In Gegenden mit Sommerregen blühen die Zantedeschien (beispielsweise Zantedeschia aethiopica) im Winter. Ist im Handel von einer Zimmerkalla die Rede, bedeutet dies meist, dass diese Art keine Fröste verträgt. Verschiedene Sorten nach Blütenfarbe:
  • Florex Gold: Gelb
  • Pacific: dunkles Rosa
  • Picasso: weißes Hochblatt mit purpurnem Grund
  • Black Pearl: dunkles Pink
Verschiedene Weißtöne und kräftige Farben zeichnen die Zantedeschia-Blüten ausTipp: Callas sind in nahezu allen Farben erhältlich. Von Reinweiß über Cremeweiß, Gelb, Apricot, Orange, Hellrot, Dunkelrot, Purpur, Pink, Rosa, Violett bis fast Schwarz und sogar zweifarbig.

Standort

Die Pflege einer Zimmerkalla fängt schon bei dem richtigen Standort an. Den optimalen Standort zu finden, ist manchmal gar nicht so einfach. Denn einerseits benötigt die Pflanze so viel Licht wir möglich, andererseits können die Blätter leicht verbrennen, wenn sie der Mittagssonne ausgesetzt sind. Standorte über einer Heizung (oder insgesamt sehr warme Standorte) wirken sich ungünstig auf die Blühphase aus, die ab 25 °C deutlich kürzer ausfällt.
  • Lichtbedarf: sehr hoch (keine Mittagssonne)
  • Temperatur: Beginn der Wachstumsphase zwischen 12 und 15 °C
  • Blühphase: um 15-20 °C
  • Boden: gut durchlässige Erde mit hohem Kompostanteil
Gießen

Nach der Ruhephase sollte zunächst mäßig gewässert werden. Bevor das nächste Mal gegossen wird, muss die Erde unbedingt schon gut abgetrocknet sein. Fängt die Pflanze dann stärker an zu wachsen, erhöht man die Wassergaben langsam, bis sich die Blätter voll ausgebildet haben. Ab diesem Zeitpunkt wird der Calla so viel Wasser gegeben, dass der Wurzelballen permanent leicht feucht ist. Bilden sich Blüten, hat es sich bewährt, den ganzen Topf in einen mit Wasser gefüllten Untersetzer zu stellen. Sobald das Wasser aufgesaugt ist, wird der Untersetzer wieder neu befüllt. Am Ende der Blütezeit reduziert man die Gießwassermenge dann schrittweise. Beginnen die Blätter einzutrocknen, wird das Gießen völlig eingestellt. Tipp: Für das Gießen der Calla gibt es keinen festen Zeitplan. Am besten wird die Erde alle paar Tage mit den Daumen kontrolliert. Mit der Zeit bekommt man dann meist ein recht gutes Gefühl für den Wasserbedarf.

Pflegeunterschiede Zantedeschia aethiopica und rehmannii

Zantedeschien kommen in der Natur ausschließlich in Afrika vor. Dort wachsen sie in sumpfigen Gebieten, die während der Dürreperiode vollständig austrocknen. In dieser Zeit legt die Calla ihre Ruhephase ein. Sie vertrocknet und wirft all ihre Blätter ab. Dieser Rhythmus muss auch eingehalten werden,

wenn die schöne Pflanze in der Wohnung kultiviert wird. Wann die Zantedeschia blüht, hängt von der Regenzeit in ihrer Heimat ab. Als Zimmerpflanze wird für gewöhnlich die Zantedeschia aethiopica kultiviert. Die Gewöhnliche Calla blüht in der Regel zwischen Januar und April, ab Mai geht sie dann in ihre Ruhephase über.

Zantedeschia aethiopica (Gewöhnliche Calla, Zimmerkalla)
  • Ruhephase: Mai bis August
  • kann im Topf verbleiben (regengeschützt im Freien)
  • ab September: langsam wieder gießen
  • Oktober bis Dezember: kühler und heller Standort (12-15 °C)
  • ab Januar: 15-20 °C, viel Wasser
  • windgeschützt
Zantedeschia aethiopica ist die verbreitete ZimmerkallaTipp: Neuzüchtungen wie die Zantedeschia aethiopica Crowsborough können im Winter auch im Freien verbleiben. Sie sind bis etwa -20 °C winterhart. Im Unterschied zur Zantedeschia aethiopica blühen Zantedeschia rehmannii, auch Rehmann-Calla genannt, im Sommer. Sie sind daher gut
als Kübelpflanzen geeignet und können auch ins Freie gepflanzt werden, allerdings müssen sie im Winter dann wieder nach drinnen.

Zantedeschia rehmannii (Rosafarbene Calla, Rehmann-Calla)
  • Ruhephase: Oktober bis März
  • alle vertrockneten Blätter abschneiden
  • Knolle aus der Erde holen
  • auf Zeitungspapier oder in Stroh lagern
  • kühl (frostfrei) und trocken (beispielsweise im Keller)
  • ab März wieder eintopfen
  • zunächst im Zimmer vorziehen
  • langsam mit dem Gießen beginnen
  • kann ab Mitte Mai wieder ins Freie
Düngen

Fängt die Zantedeschie an, nach der Ruheperiode wieder neu auszutreiben, wird sie alle 14 Tage mit einem flüssigen Blühpflanzendünger über das Gießwasser mit Nährstoffen versorgt. Wenn sich erste Blüten bilden, wird das Düngen auf einmal pro Woche erhöht. Ab Ende der Blühphase das Düngen komplett einstellen.

Schneiden

Bei der Pflege der Calla ist ein Schnitt nur in sehr begrenztem Maße vorgesehen. Prinzipiell kommt sie komplett ohne einen Schnitt aus. Doch spart die Pflanze Kraft, wenn verblühte Triebe herausgeschnitten werden. Die Zantedeschia bildet dann vermehrt neue Blüten aus.

Umtopfen

Zu Beginn der Wachsumsperiode kann eine Zantedeschia aethiopica bei Bedarf in ein größeres Pflanzgefäß umgetopft werden. Dabei wird die Wurzelknolle (samt Rhizomen) ein paar Zentimeter tief in das Substrat eingesetzt. Die Rehmann-Calla wird in der Regel im Herbst aus der Erde genommen und im Frühjahr wieder neu eingepflanzt.
  • Zeitpunkt: Spätsommer
  • Wurzelknolle vorsichtig ausgraben
  • Substrat: lockere Erde mit hohem Kompostanteil
  • Knolle in gleicher Position einsetzen
  • Pflanztiefe: 5 cm
  • mit Substrat bedecken
  • vorsichtig andrücken
  • leicht angießen
  • erst ab Mitte Mai ins Freiland stellen
Zantedeschia-Neuzüchtungen können auch bunte Blüten besitzenVermehren

Ist die Zantedeschia aethiopica im Herbst verwelkt, können größere Pflanzen durch Teilung vermehrt werden. Die Calla bildet Rhizome aus, die sich seitlich der Hauptknolle bilden. Gut bewurzelte Seitensprosse können mit einem scharfen, sauberen Messer abgetrennt und in separate Töpfe gepflanzt werden. Eine Anzucht aus Samen funktioniert zwar auch, doch vergehen bis zur ersten Blüte häufig Jahre. Rhizome der Rehmann-Calla werden am besten vor dem Wiedereintopfen im März geteilt.

Ruhephase

Die Zantedeschia aethiopica hat ihre Ruhephase nicht im Winter, sondern in unseren Sommern. Nach der Wachstumsphase und Blüte wird daher die Pflanze am besten ab Mai an einen sonnigen Ort im Freien gestellt. Dort darf ruhig die Sonne für mehrere Stunden am Tag scheinen, da sich die Pflanze auf ihre unterirdischen Pflanzenteile zurückgebildet hat. Wichtig: In der Ruhephase unbedingt vor Regen schützen! Da die Pflanze in dieser Zeit nahezu kein Wasser aufnimmt, würde die Wurzel schnell verfaulen. Zantedeschia rehmanii wird im Herbst aus der Erde genommen und kühl sowie trocken überwintert. Tipp: Ein kurzer Regenschauer während der Ruhezeit ist völlig unproblematisch für die Gewöhnliche Calla. Bei Dauerregen muss sie aber unbedingt an eine trockene Stelle gesetzt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Eine Zantedeschie ist anfällig für unterschiedliche Krankheiten und Schädlinge. Eine wichtige Rolle spielt ein gutes und sauberes Substrat. Ist dies von minderer Qualität, so können schnell Erreger wie Pilze, Viren oder Bakterien auf die Pflanze übertragen werden. In diesem Fall sollte rasch ein geeignetes Fungizid oder Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Blattläuse und Spinnmilben können auch mit Hausmitteln abgetötet werden.

Fazit der Redaktion

Eine Zimmerkalla ist eine sehr dekorative Pflanze, die aber vergleichsweise anfällig für Erkrankungen ist. Wird viel Wert auf gutes Substrat gelegt und zudem die Ruhephase eingehalten, wird sie einem Blühpflanzenliebhaber lange Freude bereiten.Zantedeschia rehemannii oder Zentedeschia aethiopica sind besser unter der Bezeichnung Zimmerkalla bekannt. Die Pflanzen stammen ursprünglich aus Afrika, hauptsächlich aus Südafrika und fallen durch ihre einzigartig geformten Blüten auf.

Wissenswertes zur Zantedeschia in Kürze

Es gibt drei unterschiedliche Arten von Zimmerkalla, eine winterblühende und zwei sommerblühende. Sie unterscheiden sich in der Blütezeit und in den Wurzelorganen. Die winterblühende Zantedeschia aethiopica mit ihren breiten, weißen Hochblättern hat fleischige Rhizome. Die beiden anderen Arten besitzen keine Rhizome, sondern Knollen.

Sorten nach Farben
  • Zantedeschia 'Black Magic' Fluoro (Gelb),
  • 'Sunrise' (Orange/Rot),
  • 'Pacific' und 'Pink Persuasion' (beide Dunkelrosa),
  • Die Zimmerkalla fühlt sich im Sommer auch im Freien wohl'Mango' und 'Treasure' (beide Orange),
  • 'Dominique' (Rot),
  • 'Purple Heart' ® (Violett)
  • und 'Hot Chocolate' ® (Violett fast Schwarz)
Standort
  • Zimmerkalla mögen einen hellen Standort, am besten auch in der Sonne.
  • Sie dürfen es nicht zu warm haben. Für warme Zimmer sind sie nicht geeignet. Der Name ist also etwas irreführend.
  • Gerade in der Wachstumszeit sind Temperaturen um die 15 °C ideal.
  • Im Sommer kann man die Zimmerkalla ins Freie stellen.
  • Sie passt sich den Temperaturen an, sollten aber vor Regen geschützt aufgestellt werden, denn sie haben dann ihre Ruhezeit.
  • Vor den ersten Frösten muss sie aber wieder ins Haus, am besten in einen geschützten Raum oder ein helles Gewächshaus
Pflanzsubstrat
  • Als Pflanzsubstrat eignet sich eine mittelschwere, humose Erdmischung.
  • Man kann Mistbeet-, Kompost- oder Gartenerde nutzen und diese mit Torf und Sand mischen.
  • Notfalls tut es auch Einheitserde. 
Gießen und Düngen
  • Während der Wachstumszeit im Winter und im Frühjahr muss man die Erde gleichmäßig feucht halten.
  • Ab Ende Mai beginnt dann die Ruhezeit, während der man die Wassergaben stark einschränkt. Die Pflanze wird fast trocken gehalten.
  • Die Rhizome dürfen allerdings nicht vollständig austrocknen. Nach dem Umtopfen im Juli oder August führt man wieder mehr Wasser zu.
  • Man gießt aber mäßig und lässt die Erde zwischen den Wassergaben gut abtrocknen.
  • Wenn die Pflanzen beginnen, stärker zu wachsen, erhöht man die Wassermengen, bis sich die Blätter voll entwickelt haben. 
  • Zu Beginn der Blüte kann man die Zantedeschia in einen mit Wasser gefüllten Untersetzer stellen.
  • Geht die Blütezeit zu Ende, werden die Wassergaben eingeschränkt. Wenn die Blätter vergilben, hört man ganz damit auf.
  • Gedüngt wird lediglich im Winter und Frühjahr, also während der Wachstumszeit. Gut geeignet ist ein normaler Flüssigdünger.
  • Man beginnt, sobald sich die Blätter der Zantedeschia voll entwickelt haben und düngt 14-tägig.
  • Zu Beginn der Blütezeit erhöht man auf eine wöchentliche Nährstoffgabe. 
Überwintern
  • Wenn nur noch die Knollen oder Rhizome übrig sind, kann man diese aus der Erde nehmen.
  • Man lässt sie einige Zeit abtrocknen und gibt sie dann in ein Gefäß mit Sand und stellt sie trocken und frostfrei.
  • Der Keller ist ein guter Aufbewahrungsort.
Krankheiten und Schädlinge
  • Zimmerkalla sind anfällig für Spinnmilben und Blattläuse.
  • Besonders während der Überwinterung finden Spinnmilben ideale Bedingungen um sich auszubreiten.