Der Erdbeerbaum, Arbutus unedo, ist grundsätzlich nicht winterhart. Ihn während der kalten Jahreszeit im Freien zu lassen, ist deshalb auch keine gute Idee. Eis und Schnee können ihm ganz schnell erhebliche Schäden zufügen. Dennoch kann die Überwinterung im Freien möglich sein. Abhängig ist dies von der jeweiligen Sorte, dem konkreten Standort und dem Alter des Baums. Der Handel in Mitteleuropa führt zwischenzeitlich nämlich durchaus Züchtungen, die bis zu einer Temperatur von minus 15 Grad Celsius im Freien überleben können. In Spanien oder Portugal ist das meist kein Problem. Deutsche Winter sind im
Durchschnitt aber erheblich kälter.

Die Standortfrage

Auch in Deutschland unterscheiden sich die Winter von Region zu Region zum Teil erheblich. Anders ausgedrückt: Um bestimmen zu können, ob das Bäumchen eventuell einen Winter im Freien überlebt, muss man genau wissen, in welcher Winterhärtezone man lebt. Zudem spielt das sogenannte Mikroklima im Garten eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ganz allgemein lässt sich allerdings sagen, dass sich auch für angeblich winterharte Erdbeerbäumchen nur ganz wenige Gebiete in Deutschland für die Überwinterung im Freien eignen.

Das Alter

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch das Alter des Bäumchens. Dabei gilt: Junge oder relativ junge Erdbeerbäume eignen sich definitiv nicht für die Überwinterung im Garten. Sie sind unter keinen Umständen winterhart. Etwas anderes sieht das hingegen mit Bäumchen aus, deren Holz bereits gut ausgereift ist und die demzufolge auch einige Jahre auf dem Buckel haben. Genaue Angaben, ab welchem Alter man über eine Freiland-Überwinterung nachdenken kann, sind leider nicht möglich, da sich Pflanzen grundsätzlich unterschiedlich entwickeln.

Sichere Seite

Inzwischen dürfte klar geworden sein, dass der Verbleib eines Erdbeerbaums im Freien eine sehr unsichere Angelegenheit ist. Das Risiko ist jedenfalls sehr groß, dass er dadurch erheblichen Schaden nimmt. Es empfiehlt sich deshalb auf Nummer sicher zu gehen. Und das bedeutet, dass das Bäumchen nicht im Garten überwintert, sondern ein Winterquartier bezieht, in dem es sicher vor Frost und Schnee untergebracht werden kann.

Im Winterquartier überwintern

westlicher Erdbeerbaum - Arbutus unedoFür das Überwintern eines Erdbeerbaums eignen sich grundsätzlich alle geschlossenen
Räume. Es versteht sich freilich von selbst, dass diese bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen. Die wichtigsten Voraussetzungen sind:
  • Temperaturen in einem Rahmen von drei bis acht Grad Celsius
  • trockener Raum
  • möglicher Lichteinfall (Fenster)
  • Möglichkeit der Durchlüftung
Als ein ideales Winterquartier für Erdbeerbäume haben sich Wintergärten erwiesen. Sie bringen alles mit, was es braucht, damit der Baum die kalte Jahreszeit sicher übersteht. Besitzt man keinen Wintergarten, bieten sich beispielsweise Kellerräume oder Treppenhäuser an. Sie sollten unbedingt die obigen Voraussetzungen erfüllen und dürfen auf gar keinen Fall geheizt werden.

Überwintern konkret

Das Erdbeerbäumchen wird bereits im Frühherbst in sein Winterquartier verbracht. Der ideale Zeitpunkt dafür ist meist Anfang bis Mitte Oktober. Dadurch lässt sich am ehesten ausschließen, dass der Baum durch erste Nachtfröste geschädigt wird. Er verbleibt dazu natürlich in seinem Pflanzgefäß. Daraus folgt zwangsläufig, dass er dort auch im Freien untergebracht war. Ein im Garten gepflanzter Baum kann zwar grundsätzlich auch ausgegraben und überwintert werden. Jedoch bestehen dann größere Gefahren. Auf gar keinen Fall sollte ein ausgegrabener Baum zum Überwintern in ein Pflanzgefäß verfrachtet werden. Mehr Erfolg verspricht es, den Wurzelballen samt Erdreich mit einem Flies komplett zu umschließen.

Viel Ruhe

Den größten Gefallen tut man seinem Erdbeerbäumchen, wenn man es im Winterquartier weitgehend in Ruhe lässt. Für Pflege- oder Schnittmaßnahmen ist es jetzt bereits zu spät. Allenfalls sollte man das Gewächs ab und an etwas gießen. Doch Vorsicht: Zu viel Wasser schadet. Ein paar wenige Spritzer Wasser reichen vollkommen aus. Die Pflanze befindet sich schließlich in einer Ruhephase und benötigt deshalb nur sehr wenig Flüssigkeit. Ganz verzichten kann und muss man auf die Gabe von Dünger. Der kann im schlimmsten Fall sogar konterproduktiv sein.

Lüften und Temperatur

Wichtig ist beim Überwintern, unbedingt darauf zu achten, dass die Temperaturen im Raum nicht über acht Grad Celsius steigen. Sollte es beispielsweise wegen zu kalter Außentemperaturen notwendig sein, das Treppenhaus oder den Keller zu heizen, hilft nur ein Standortwechsel. Überhaupt empfiehlt sich eine regelmäßige Temperaturkontrolle. Und auch die Zufuhr von frischer Luft kann nicht schaden. Gelüftet werden sollte allerdings jeweils nur kurz und nur dann, wenn draußen keine arktischen Verhältnisse herrschen. Zu kalte Luft kann der Pflanze Schaden zufügen. Sie sollte übrigens auch nicht direkt in der Zugluft stehen - und zwar unabhängig von den Temperaturen draußen.

Nach der Überwinterung

westlicher Erdbeerbaum - Arbutus unedoGeht der Winter zu Ende und zeichnet sich der Frühling ab, muss Arbutus unedo wieder langsam an die höheren Temperaturen und an größere Lichtmengen gewöhnt werden. Etwa ab Februar, spätestens jedoch ab März, sollte er von seinem Winterquartier an ein Fenster an der Südseite in der Wohnung umziehen. Mit dem Umzug kann auch damit begonnen werden, das Bäumchen etwas mehr zu gießen. Dabei sollte die Wassermenge langsam schrittweise gesteigert werden. Ab März bzw. April kann der Erdbeerbaum täglich stundenweise in Frei verbracht werden - entweder direkt in den Garten oder auf dem Balkon. Auch diese Zeitspanne wird Schritt für Schritt gesteigert. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte er jedoch bis etwa Mitte Mai die Nächte nicht im Freien verbringen, da immer noch Nachtfröste drohen
können.