Strelitzien kommen ursprünglich aus den südlichen Regionen von Afrika. 1773 gelangten sie erstmals nach Europa und wurden von London aus an zahlreiche botanische Gärten weitergegeben. Es dauerte nicht lange, eroberten die Exoten, die aufgrund ihrer Blütenform auch Papageienpflanze genannt werden, die heimischen Terrassen. Mit der richtigen Pflege überstehen die Paradiesvögel den Winter und können bei geeigneten Bedingungen in Innenräumen blühen.

Winterruhe

Die Strelitzie ist mehrjährig, allerdings nicht winterhart. Die kühleren Wintermonate nutzt auch sie, um in dieser Zeit ihrer Kräfte zu sammeln und neue Blüten für die nächste Saison zu bilden. Sie stellt im Winter auch auf Sparflamme um, weil sie neben der geeigneten Temperatur zum Blühen auch nicht die richtigen Lichtverhältnisse hat. Es ist daher durchaus sinnvoll der Strelitzie im Winter eine Pause zu gönnen.

Dennoch müssen nicht die ganzen Monate bis zum Sommer auf die Blütenpracht verzichtet werden. Wer der

Pflanze geeignete Bedingungen bietet, kann sich im zeitigen Frühjahr schon an den ersten Blüten erfreuen.Etwas anders verhält es sich, wenn die Pflanzen generell im Zimmer gehalten werden und auch im Sommer nicht ins Freie gestellt werden. In diesem Fall wählen die Pflanzen den Zeitpunkt ihrer Ruhephase selbst aus, die meist unmittelbar nach der Blühzeit beginnt. Die Ruhephasen sind allerdings deutlich kürzer, wodurch die Pflanzen zwei und manchmal sogar drei Mal pro Jahr blühen können.

Winterquartier

Damit die Pflanzen den Winter unbeschadet überstehen, ist vor allem bei der Übersiedelung vom Freien in die Innenräume auf geeignete Bedingungen zu achten. Das ideale Winterquartier hat folgende Eigenschaften:

  • Temperatur zwischen 10° und 15°C
  • hell (kein Fenster an der Nordseite)
  • mittlere Luftfeuchtigkeit

Strelitzien vertragen ohne Probleme eine Temperatur bis zu 5°C, müssen jedoch entsprechend häufiger gegossen werden. Als Winterquartiere eignen sich daher beispielsweise diese Bereiche:

  • Treppenhaus
  • Schlafzimmer
  • Hausflur
  • helle und frostfreie Garagen

Findet ein Temperaturwechsel statt, sollten die empfohlenen Temperaturen eingehalten werden, denn nur so kann die Pflanze in den Modus der Winterruhe gehen und genug Kräfte für die nächste Saison sammeln. Ab etwa Mai kann sie wieder ins Freie gestellt werden. Beim Überwintern sollte zudem ein Ort gewählt werden, an dem die Luftfeuchtigkeit nicht zu niedrig ist. Plätze über Heizungen sind völlig ungeeignet. Selbst Strelizien die als Zimmerpflanzen gehalten werden, sollten nicht direkt über der Heizung stehen.

Strelitzia reginae - Paradiesvogelblume - KönigsstrelitzieEin Sonderfall bei den Möglichkeiten ist der Wintergarten. In den Wintergarten kann die Pflanze ab etwa Januar gestellt werden. Vorher sollte sie ebenfalls den passenden Bedingungen überwintert werden. Wird die Pflanze zu früh in den warmen und hellen Wintergarten gestellt, kann das bei ihr einen Blühstress auslösen. Das führt dazu, dass im Sommer, die Blüte deutlich geringer ausfällt oder gar ausbleibt.

Tipp: Die Strelitzien können auch ganzjährig im Wintergarten gehalten werden und sorgen dort für ein tropisches Ambiente.

Begrenzt kann die Strelitzie auch in einem Gewächshaus überwintert werden. Da die Pflanze nicht winterhart ist, muss das Gewächshaus aber zwingend frostfrei sein.

Pflanzen vorbereiten

Kommen die Pflanzen von der Terrasse in das Winterquartier, sollten sie vorab überprüft werden, ob sich darauf Schädlinge befinden oder sie möglicherweise Krankheiten haben. Befallene oder kranke Pflanzenteile werden entfernt, handelt es sich um einen problematischen Befall wie Schildläuse oder Blattläuse müssen diese erst bekämpft werden, bevor die Pflanze ins Winterquartier kommt.

Anderenfalls können sich Schädlinge oder Krankheiten auch auf andere Pflanzen ausbreiten.

Tipp: In der obersten Erdschicht befinden sich nicht selten Krankheiten oder Schädlinge. Bevor die Strelitzie in ihr Winterquartier übersiedelt wird diese Schicht etwa 1 - 2 cm abgetragen und durch Blumenerde ersetzt.

Gesunde Pflanzen werden anschließend von alten bzw. abgestorbenen Pflanzenteilen befreit. Verblühte Blüten werden abgeschnitten und auch alte braune Blätter entfernt. Jetzt sind die Pflanzen optimal für das Winterquartier vorbereitet.

Gießen

Strelitzien sind immergrün und benötigen für den Erhalt der Blätter im Winter ausreichend Wasser. Der Wurzelballen muss immer feucht sein, die oberste Erdschicht darf aber gelegentlich austrocknen. In jedem Fall muss Staunässe vermieden werden, denn dadurch können die Wurzeln faulen, was zum Absterben der Pflanze führt.

Tipp: Gießen Sie in kleinen Mengen, dafür jedoch häufig. So wird verhindert, dass sich Staunässe bildet, der Wurzelballen trocknet jedoch nie vollständig aus und Sie können die Pflanze regelmäßiger auf Schädlingsbefall oder Krankheiten kontrollieren.

Strelitzia reginae - Paradiesvogelblume - Königs StrelitzieBis zu einer Temperatur von 5°C kann die Strelizie problemlos überwintert werden. Allerdings muss die Gießmenge bzw. die Frequenz beim Gießen erhöht werden, wenn die Strelizien unter 10°C überwintert werden. Der Wasserbedarf ist bei kühleren Temperaturen deutlich höher und kommt es zu einer Unterversorgung, bildet die Pflanze nicht so viele Blütenanlagen bzw. die Blätter sterben ab.

Düngen

Während der Winterruhe sollte gänzlich auf eine Düngung verzichtet werden. Das würde nur dazu führen, dass sie viele Blätter bildet, jedoch keine Blütenanlagen. Erst im späten Frühjahr kann mit den ersten Düngergaben begonnen werden. Ideal ist ein Flüssigdünger für Blühpflanzen.

Umtopfen

Da die Pflanze nicht winterhart ist, kommt sie erst aus dem Winterquartier, wenn keine Gefahr mehr durch Frost droht. Bevor sie wieder ins Freie kommt, wird sie allerdings umgetopft, wenn dies notwendig ist. Umtopfen sollten Sie die Pflanzen in folgenden Fällen:

  • Topf wurde zu klein
  • Pflanze soll geteilt werden
  • Schädlings- bzw. Krankheitsbefall im Winterquartier

Der neue Topf sollte mindestens doppelt so groß sein, wie der bisherige Wurzelballen. Dadurch wird sichergestellt, dass sie genug Platz hat, sie wieder auszubreiten. Wird die Pflanze aufgrund von Schädlingen und Krankheiten umgetopft, sollte ein neuer Topf mit Untersetzer verwendet werden. Schädlinge und Krankheiten können am Topf verbleiben und werden so wieder auf das neue Substrat bzw. die Pflanze übertragen. Damit die Pflanzen einen guten Start in die neue Saison haben, sollte ein geeignetes Substrat verwendet werden. Dies ist eine Mischung aus:

  • Lehmerde
  • Lauberde
  • Komposterde
  • verrotteter Stallmist
  • Sand

Die einzelnen Bestandteile werden zu gleichen Teilen abgemischt, wobei der Anteil an Sand etwas kleiner sein kann.

Tipp: Stellen Sie die Strelitzie nach dem Umtopfen nicht gleich ins Freie in die pralle Sonne. Gewöhnen Sie die Pflanzen langsam an die direkte Sonne, sonst kann es zu einem Sonnenbrand auf den Blättern kommen.

Krankheiten und Schädlinge

Im Winterquartier können der Strelitzie einige Krankheiten und Schädlinge gefährlich werden. Beim Gießen sollte die Pflanze daher regelmäßig kontrolliert werden. Zu den häufigsten Gefahren im Winterquartier gehören:

  • Blattläuse
  • Wollläuse
  • Schildläuse

Strelitzia reginae - Paradiesvogelblume - Königs Strelitzie

Steht die Strelitzie beim Überwintern zu warm, kann sich auf den Blättern auch der Septoria-Pilz bilden. Dieser ist an rostroten Flecken auf den Blättern zu erkennen. Betroffene Blätter werden umgehend entfernt und die Pflanze sollte an einem Platz im optimalen Temperaturbereich für den Winter gestellt werden. Unterschiedliche Läuse sollten frühzeitig bekämpft werden. Manchmal reicht es die Pflanzen in die Dusche leicht schräg zu stellen und die Blätter abzuduschen, sodass das Wasser nicht in den Topf läuft, sondern direkt in die Duschwanne. Vorbeugend kann die Pflanze auch alle paar Wochen mit einem Sud aus Lavendelblüten besprüht werden. Der Sud hat eine begrenzte Wirkung gegen Pilzinfektionen und kann auch die Schädlinge vergrämen, damit sie sich erst gar nicht auf der Pflanze niederlassen.

Pflegefehler im Winterquartier

Ein Grund, warum die Strelitzie den Winter im Quartier nicht überlebt, sind Pflegefehler, die sie in der Winterruhe nicht oder nur schwer verkraftet. Folgende Probleme sollten vermieden werden:

  • Zugluft
  • Staunässe
  • zu hohe oder zu geringe Luftfeuchtigkeit

Vor allem bei einer Überwinterung in Stiegenhäusern kann Zugluft immer wieder zu einem Problem werden. Da die Pflanzen nicht winterhart sind, sind sie gegenüber kalter Luft sehr empfindlich. Sobald die Außentemperaturen unter 5°C absinken, muss die Pflanze unbedingt vor Zugluft geschützt werden.

Ein weiteres Problem ist die Luftfeuchtigkeit, die in den Innenräumen nur schwergehalten werden kann. Meist ist es viel zu trocken, weil die Heizung die Luft trocknet. Um dem begrenzt entgegen zu wirken, können Wasserschalen in der Umgebung der Pflanzen aufgestellt werden. In den Untersetzern sollte sich jedoch kein stehendes Wasser bilden, da die Staunässe zur Wurzelfäule führen kann. In sehr trockenen Räumen helfen meist Wasserschalen auch nicht mehr und die Blätter müssen regelmäßig besprüht werden.