Ein übermäßiger Algenwuchs im Teich ist nicht nur ein optisches Problem, sondern verursacht teils erhebliche Probleme innerhalb des Mini-Ökosystems. Zudem ist die grüne Plage nur schwer zu entfernen, weshalb so mancher Teichbesitzer nur zu gern auf die Unterstützung von algenfressenden Fischen zurückgreift. Welche häufig angebotenen Arten tatsächlich Algen fressen und welche diese Erwartung nicht erfüllen, lesen Sie in unserem Beitrag.

Teichfische als Algenfresser

Manchmal allerdings helfen alle Vorsichtsmaßnahmen und die schönste Bepflanzung nichts. In diesem Fall machen sich die fünf hier aufgeführten Fischarten sowohl als Algenvernichter sowie auch als Zierfisch im Gartenteich gut. Allerdings dürfen Sie auch bei diesen Arten nicht erwarten, dass sie den Algenbewuchs vollständig beseitigen und das Wasser von allein wieder klar wird: Das schaffen auch ausgesprochene Algenvernichter-Fische nicht. Hier hilft ebenfalls nur eine Kombination aus

Ursachenbeseitung, geeigneter Teichbepflanzung und gut überlegter Fischbesetzung.

Graskarpfen (Ctenopharyngodon idella)

Graskarpfen - Ctenopharyngodon idellaDie großen und schweren Graskarpfeneignen sich sehr gut zur Algenbekämpfung, denn sie ernähren sich ausschließlich von Algen und anderen Unterwasserpflanzen. Doch Vorsicht: Aufgrund ihrer Größe eignen sie sich nur für wirklich große Gartenteiche. Achten Sie außerdem auf eine sehr üppige Bepflanzung, da diese Fische unersättlich sind und bei Nahrungsmangel auch gern Zierpflanzen oder die Uferbepflanzung anfressen. Füttern Sie bei Bedarf mit frisch gemähtem Gras zu.

  • Größe / Länge: bis zu 120 Zentimeter, bis zu 40 Kilogramm Gewicht
  • Futter: Wasserpflanzen, Algen
  • Vermehrung: ab Temperaturen von 20 °C, vermehren sich sehr schnell
  • Teichgröße: mindestens 20 Quadratmeter pro Fisch
  • Wasserqualität: hoher Sauerstoffgehalt, gut sind hierfür Wasserfall, Springbrunnen und / oder Bachlauf

Moderlieschen (Leucaspius delineatus)

Moderlieschen - Leucaspius delineatusAuch das heimische Moderlieschen ist eine algenfressende Fischart mit geradezu gigantischem Appetit. Die kleinen, silbrigen Fischchen sind zudem gut zu beobachten, da sie meist dicht unter der Oberfläche schwimmen, sich gern zwischen den Wasserpflanzen verstecken und gelegentlich auch dicht über der Wasseroberfläche schwirrende Mücken jagen.

  • Größe / Länge: bis etwa 10 Zentimeter
  • Futter: Phyto- und Zooplankton, Algen, Mücken
  • Vermehrung: Wassertemperaturen über 18 °C, Eiablage an Wasserpflanzen
  • Gruppengröße: Schwarmfisch, mindestens 10 bis 12 Fische
  • Teichgröße: mindestens 2000 Liter
  • Teichtiefe: mindestens 80 Zentimeter (für Überwinterung! Teich darf nicht durchfrieren)
  • Wasserqualität: hoher Sauerstoffgehalt, geringer Nitratgehalt

Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus)

Rotfeder - Scardinius erythrophthalmusRotfedern sind ebenfalls emsige Algenvertilger und daher gut für die Vernichtung von Algenbewuchs geeignet. Allerdings fressen diese hübschen Fische auch sehr gern andere Wasserpflanzen, weshalb ein solcher Bestand schnell dezimiert wird und Sie mit etwas Pech keine Pflanzen mehr im Teich haben. Beugen Sie am besten mit einer regelmäßigen Fütterung und der bevorzugten Pflanzung von Wasser- und Uferpflanzen mit ledrigen,

breiten Blättern vor. Rotfedern bevorzugen zarte, feinfiedrige Gewächse.
  • Größe / Länge: 20 bis 35 Zentimeter
  • Aussehen: roter Rücken, rote Flossen
  • Futter: Insekten, Zooplankton, kleine Wirbellose, Wasserpflanzen, Algen
  • Vermehrung: in flachem Wasser (ca. 20 Zentimeter Tiefe)
  • Teichtiefe: mindestens 70 Zentimeter
  • Gruppengröße: mindestens 5 Stück, bestenfalls 10 bis 15 Stück
  • Wasserqualität: sauerstoffreich, leichte Strömung, Filter und Pumpe notwendig

Tipp: Anhand der Rücken- und Flossenfärbung der Rotfedern können Sie die Wasserqualität abschätzen: Ist diese gut und das Wasser sauerstoffreich, zeigt sich die arttypische rote Färbung besonders kräftig. Sie verblasst jedoch bei schlechter Qualität des Wassers, was Sie als Alarmsignal nehmen sollten - die empfindlichen Fische gehen dann schnell ein, zudem wird ein Algenbewuchs gefördert.

Silberkarpfen (Hypophthalmichthys molitrix)

Silberkarpfen - Hypophthalmichthys molitrixDer in freier Natur bis zu einem Meter lang werdende Silberkarpfen ist aufgrund seiner Gefräßigkeit in manchen Gewässern durchaus zum Problem geworden. Einst zur Algenbekämpfung ausgesetzt, frisst er bei Nahrungsmangel auch andere Wasserpflanzen - was kahle Seen und Teiche sowie daraus resultierend Sauerstoffmangel zur Folge hat. Achten Sie also stets darauf, dass die urig aussenden Fische stets genug zu fressen haben und füttern Sie gegebenenfalls zu.

  • Größe / Länge: bis zu 60 Zentimeter
  • Futter: Phytoplankton, guter Algenfresser
  • Gruppengröße: mindestens vier Tiere
  • Teichgröße: mindestens 20.000 Liter
  • Teichtiefe: mindestens 80 Zentimeter, besser mehr
  • Wasserqualität: hoher Sauerstoffgehalt, stehende bis leicht fließende Gewässer

Wimpelkarpfen (Myxocyprinus asiaticus)

Auch der in China beheimatete Wimpelkarpfen - aufgrund seines charakteristischen Aussehens manchmal als Fledermausfisch bezeichnet - ist ein sehr guter Algenvertilger. Allerdings eignet er sich, wie alle Karpfen, nur für große Gartenteiche und hat zudem recht spezielle Ansprüche an die Wasserqualität. Im Gegensatz zu vielen anderen Teichfischen braucht diese Art ein möglichst sauberes, nitratarmes Wasser und einen leicht sauren pH-Wert. Wenn Sie Wimpelkarpfen halten möchten, sollten Sie auf die Einhaltung dieser Voraussetzungen achten, da die Tiere sonst schnell krank werden und sterben.

  • Größe / Länge: in der Regel 40 bis 60 Zentimeter, in Ausnahmefällen mehr
  • Futter: Phytoplankton, guter Algenfresser
  • Gruppengröße: mindestens fünf Tiere, gut mit Koi zu vergesellschaften
  • Teichgröße: mindestens 20.000 Liter
  • Teichtiefe: mindestens 80 Zentimeter, besser mehr
  • Wasserqualität: hoher Sauerstoffgehalt, nitratarmes Wasser, pH-Wert leicht sauer bis neutral

Angebliche Algenfresser im Gartenteich

Im Internet sowie im stationären Fachhandel werden verschiedene Fischarten als ideale "Algenfresser" angepriesen, die den Gartenteich frei von lästigen Algen und damit das Wasser klar und sauber halten würden. Leider ist das zwar ein schöner Wunschtraum, funktioniert aber in der Praxis nicht. Einige der "wasserreinigenden" Fische fressen kaum Algen oder eignen sich gar nicht für den Gartenteich, weil sie ganz andere Lebensbedingungen brauchen.

Diese Fischarten gelten als algenfressend, was sie aber aus

unterschiedlichen Gründen gar nicht sind:
  • Nase (Chondrostoma nasus): ist in (stark) fließenden Gewässern heimisch
  • Goldelritze (Pimephales promelas): frisst hauptsächlich Insekten, Wasserflöhe, kleine Krebse
  • Gründling (Gobio gobio): frisst Krebse, Würmer und andere Kleintiere vom Teichgrund

Tipp: Ihren Gartenteich halten Sie am besten algenfrei, indem Sie die Ursachen für den Algenwuchs bekämpfen. Dazu gehören vor allem ein hoher Nährstoffgehalt des Wassers (z. B. durch Sickerwasser aus dem benachbarten Rasen geschwemmte Düngemittel) und eine hohe Wassertemperatur. Letzteres lässt sich etwa vermeiden, indem Sie die Wasseroberfläche beschatten, etwa mit Hilfe von höherwüchsigen Wasser- und Uferpflanzen.

Was noch hilft: Weich- und Krebstiere

gemeine Teichmuschel - Anodonta anatinaNeben Fischen fressen auch Wasserschnecken, Teichmuscheln und heimische Krebstiere gern Algen. Vor allem diese Arten werden gern für besagten Zweck im Gartenteich gehalten:

  • Europäische Süßwassergarnele (Atyaephyra desmaresti)
  • Kleine Sumpfschnecke (Galba truncatula)
  • Posthornschnecke (Planorbarius corneus)
  • Spitzschlammschnecke (Lymnaea stagnalis)
  • Sumpfdeckelschnecke (Viviparidae)
  • Teichmuschel (Anodonta cygnea)

Doch Vorsicht: Die Tierchen vermehren sich bei guten Bedingungen sehr schnell, was rasch zu Nahrungsmangel führen kann. In der Folge fressen sie nicht nur die unerwünschten Algen, sondern auch andere, erwünschte Wasserpflanzen kräftig an. Daher sollten Sie den Besatz nicht allzu groß werden lassen und gegebenenfalls überzählige Schnecken herausfischen.