Fadenalgen sind in Aquarien weit verbreitet und können sich massenhaft vermehren. Wenn es zu einem ausufernden Wachstum kommt, dann werden diese Wasserpflanzen schnell zu einer unerwünschten Plage. Im Aquarium entstehen Fadenalgen oft dort, wo zu große Mengen Licht auf die Wasseroberfläche treffen und wenn zu viele Nährstoffe im Wasser vorhanden sind. Mit den richtigen Gegenmaßnahmen lässt sich jedoch das weitere Ausbreiten nachhaltig unterbinden.

Allgemeine Informationen

Algen gehören zu den ältesten Wasserpflanzen auf der Erde, sodass sich im Laufe der Zeit verschiedenen Sorten entwickelt haben, welche in allen Gewässern vorkommen. Deshalb ist es praktisch unmöglich, das Aquarium ganz frei von Algen zu bekommen. Bis zu einem gewissen Maß sind Fadenalgen nützlich und dienen als Nahrungsquelle für die Bewohner des Aquariums. Bei optimalen Bedingungen können sich Fadenalgen im Aquarium extrem stark vermehren und optisch sehr
störend wirken. Darüber hinaus bilden diese Wasserpflanzen Klumpen aus, die zu verstopften Filteranlagen führen können. Außerdem können sich in diesen verklumpten Stellen kleine Fische und andere Kleinstlebewesen verfangen und verenden im Anschluss.
  • Fadenalgen sind anspruchslos und pflegeleicht
  • Sind kräftig grün eingefärbt
  • Bilden bis zu 20 cm lange Fäden aus
  • Werden durch die Wasserströmung noch in die Länge gezogen
  • Wachsen oft in der Form von verkrauteten Spinnweben
  • Bilden mit der Zeit dichte und flächendeckende Teppiche aus Fasermaterial aus
  • Tauchen auch oft als kleine, grüne Wattebäuschen auf
  • Manche sind nur kurzfädig mit Längen bis zu 5 cm, in Büscheln und pelzartig
  • Entstehen in der Regel in klarem Wasser
  • Bevorzugen alkalische pH-Werte im Wasser

Ursachen & Symptome

AquariumEs gibt verschiedene Ursachen für einen zu starken Bewuchs mit Fadenalgen. Diese tauchen recht häufig in der anfänglichen Nutzungszeit eines Aquariums auf, da sich die Wasserchemie noch nicht optimal ausgebildet hat. Außerdem steht dieser Algenart in der Anfangszeit genügend Platz für die Ausbreitung zu Verfügung, wenn bisher noch keine anderen Wasserpflanzen angesiedelt wurden. Des Weiteren beschleunigen falsche Nitratwerte und ein Ungleichgewicht bei den Nährstoffen den Wuchs der invasiven Fadenalgen. Auch die Lichtverhältnisse sind oft der Auslöser für ein ausuferndes Wachstum der Algen. Fadenalgen siedeln sich häufig an Dekorationsgegenständen an und bevorzugen Stellen mit einer gleichmäßigen Wasserströmung, deshalb sind diese oft am Wasserfilterausgang zu finden.
  • Zu wenige Wasserpflanzen im Aquarium
  • Zu viele Nährstoffe im Wasser, bedingt durch zu viel Fischfutter
  • Zu wenig oder zu viel Kohlendioxid im Wasser
  • Zu niedrige oder zu hohe Nitratwerte
  • Zu wenige Bewohner, es fehlen Fische und Wirbellose
  • Zu viele Bewohner führen ebenfalls zum Ungleichgewicht im Aquarium
  • Zu starke Beleuchtung mit zu langen Beleuchtungszeiten
  • Intensiver Sonneneinfall durch Fenster auf das Aquarium
  • Fehlende oder fehlerhafte Filtersysteme
  • Zu kleines Aquarium mit zu wenig Wasservolumen

Gegenmaßnahmen

Eine schnelle und praktische Maßnahme, um die Fadenalgen zu entfernen, ist das manuelle Abfischen. Dies sollte nicht mit den Händen passieren, um das Wasser nicht unnötig zu verunreinigen. Besser sind vorher gesäuberte Gegenstände, an denen die Fadenalgen hängen bleiben und so ganz einfach herauszufischen sind. Damit es nicht zu einem Ungleichgewicht bei den Nährstoffen im Aquarium kommt, sollten die darin
lebenden Fische nicht zu viel gefüttert werden. Eine große Hilfe bei der Bekämpfung der Ursachen ist die Bestimmung der Wasserqualität. Dieser Wert lässt sich mit einem Streifentest oder einem elektronischen Messgerät ermitteln, beides ist im Fachhandel zu erhalten. Wenn das Wasser im Becken getestet wurde, dann ist in der Regel ein Wasserwechsel fällig.
  • Fadenalgen mechanisch abfischen
  • Hilfreich sind Holzspieße oder dünne Flaschenbürsten zum Aufwickeln
  • Steine und Dekorationsgegenstände mit Bürste schrubben
  • Verbleibende Algenreste ebenfalls entfernen
  • Mindestens einen futterfreien Tag pro Woche einlegen
  • Zu hartes und alkalisches Wasser vermeiden
  • Statt Leitungswasser besser gesammeltes Regenwasser verwenden
  • Aquarium richtig bepflanzen
  • Keine langsam wachsenden Wasserpflanzen ansiedeln
  • Als Bewohner algenfressende Fische und Wirbellose einsetzen
  • Zu hohe CO2-Werte durch erhöhte Sauerstoffzufuhr ausgleichen
  • Durch Osmose-Filter gereinigtes Wasser verändert positiv die Nitrat-Werte

Wasserwechsel

GoldfischeEin regelmäßiger Wasserwechsel ist nicht nur bei der Algenvernichtung Pflicht, sondern auch für das ökologische Gleichgewicht im Aquarium wichtig. Bei diesem Vorgang sollte nicht das komplette Wasser ausgewechselt werden, sondern es ist nur ein bestimmter Prozentsatz des alten Wasserbestandes durch frisches Wasser zu ersetzen. Auf diese Weise bleibt die natürliche Wasserchemie im Becken weiterhin erhalten.
  • Einmal pro Woche 30 Prozent des alten Wassers austauschen
  • Bei extrem starken Befall 2 bis 3 Mal pro Woche Wasser auswechseln
  • Idealerweise durch Osmose gefiltertes Wasser verwenden
  • Leitungswasser hat oft falschen pH-Wert
  • Vor der Benutzung pH-Wert testen
  • Wasser entsprechend vorbehandeln

Änderung der Lichtverhältnisse

Wenn zu viel Licht auf das Aquarium fällt, dann verändern sich sowohl die Wassertemperaturen als auch die chemische Zusammensetzung des Wassers. Deshalb ist es wichtig, für eine ausreichende Beschattung zu sorgen, vor allem während der Mittagshitze im Sommer.
  • Standorte direkt am Fenster sind in den warmen Monaten nicht ideal
  • Im Sommer das Aquarium an etwas dunkleren Platz stellen
  • Während der Mittagshitze durch Rollos oder Jalousien für Schatten sorgen
  • Beleuchtung im Becken nicht zu stark einstellen und zu lange anlassen

Ast vom Weidenbaum

Eine wirksame und einfache Maßnahme zur Bekämpfung der Fadenalgen stellen Äste vom Weidenbaum dar. Diese geben bestimmte chemische Stoffe ans Wasser ab und verhindern auf diese Weise das weitere Ausbreiten der invasiven Wasserpflanzen.
  • Acetylsalicylsäure der Äste stoppt das Wachstum der Algen
  • Ein paar Äste vom Weidenbaum abbrechen
  • Alle Blätter vorher abmachen
  • Äste an mehrere Standorte ins Aquarium legen

Natürliche Fressfeinde

Wels AquariumAls tierische Gegenmaßnahme bieten sich bestimmte Aquarienbewohner an, die sich von den Fadenalgen ernähren. Dazu gehören vor allem die gefräßigen Schnecken. Allerdings haben viele Besitzer eines Aquariums bestimmte Vorurteile bezüglich der Schnecken und Angst, dass diese nicht nur die Fadenalgen, sondern auch die anderen und nützlichen Wasserpflanzen auffressen. Diese Befürchtungen sind gänzlich unberechtigt, da die meisten Schneckenarten aufgrund von zu weichen Mundwerkzeugen dazu überhaupt nicht in der Lage sind. Die unten aufgeführten Schnecken fressen nur faulige Pflanzenbestandteile, weiche Fadenalgen und übrig gebliebene Futterreste, die für die Fische gedacht waren. Dergestalt erhalten die Schnecken ein gesundes Gleichgewicht im Becken.
  • Ideal sind Posthornschnecken, Turmdeckelschnecken, blaue und goldene Apfelschnecken
  • Auch Zwerggarnelen sind im Dauereinsatz bei der Algenvernichtung tätig
  • 30 Stück eignen sich für ein 300 Liter Becken
  • Salmler, Flaggenbuntbarsche, siamesische Rüsselbarben und Harnisch Welse fressen ebenfalls Algen
  • Auch dicht bewachsene Bereiche werden so wieder blank gefressen
  • Aquarium wird auf natürliche Weise optisch algenfrei

Algenvernichter

Wenn der Algenbefall überhandnimmt, dann greifen viele Besitzer eines Aquariums zu chemischen Mitteln. Diese sollten allerdings nur im absoluten Notfall zum Einsatz kommen, da dadurch das ökologische Gleichgewicht erheblich gestört wird. Je stärker die Mittel sind und je schneller diese wirken, desto größer ist die Gefahr für die anderen Wasserpflanzen und die Bewohner des Beckens. Aus diesen Gründen sind biologische Mittel zu bevorzugen.
  • Chemische Mittel töten Fadenalgen schnell ab
  • Wasser wird zwar sauber, aber es kommt zum Ungleichgewicht im Becken
  • Besser sind biologische Mittel auf natürlicher Basis
  • Wirksam sind Fadenalgenstop und AlguMin
  • Ebenfalls biologisch vertretbar ist Fermentgetreide
  • Bedenklich sind Algenvernichter auf Basis von Fruchtsäuren
  • Zitronensäure zerstört die Zellstruktur der Algen und führt zu deren Absterben
  • Aber danach wird die Säure zum Dünger, der Phosphorgehalt steigt
  • Im Anschluss wachsen die Fadenalgen stärker als zuvor
  • Kiemen einiger Fischsorten werden durch Fruchtsäuremittel
    beschädigt