Algen im Gartenteich mit FroschDie kleinen Algen lassen sich nicht oder nur extrem schwer aus dem Wasser fischen. Nur mit einer entsprechenden Filteranlage kann Abhilfe geschaffen werden.

Ursachen für trübes, grünes Wasser

Die Grünfärbung des Teichwassers kommt von einer explosionsartigen Vermehrung der vorhandenen Algen. Man spricht von einer „Algenblüte“. In Extremfällen kann man nur noch wenige Zentimeter tief ins Wasser blicken, dann ist alles trüb.

Ein gesunder Teich hilft sich selbst. Wenn er das nicht tut, ist das ökologische Gleichgewicht gestört, irgendwas ist nicht in Ordnung. Meist sind zu viele Nährstoffe im Wasser. Dafür gibt es verschiedenste Gründe:
  • Viel Schlamm am Boden – durch abgestorbene Pflanzenteile, Blätter
  • Abgestorbene Pflanzen im und am Wasser
  • Fischkot und Reste von Fischfutter – je mehr Fische im Teich, umso mehr Nährstoffe
  • Viel Regen, der Erde und Dünger aus dem Garten in den Teich spült
  • Brunnenwasser – enthält oft sehr viel Phosphor
  • Zu wenig
    Pflanzen, die für den Abbau der Nährstoffe verantwortlich sind
  • Viel Sonnenlicht
  • Wenig Schwimmpflanzen
  • Kein Teichfilter

Sofortmaßnahmen

Mit Sofortmaßnahmen lässt sich zwar schnell Abhilfe schaffen, aber langfristig bringen sie nicht viel. Wichtig ist es, die Ursache für die Algenblüte herauszufinden. Die muss abgestellt werden. Das dauert meist länger. Deshalb muss erst einmal schnell etwas getan werden, um das völlige Umkippen des Teiches zu verhindern.

UVC-Vorklärer

Wenn das Wasser im Teich gefiltert wird, also ein Filter eingebaut ist, der es klärt, kann mit einem UVC-Vorklärer allerhand erreicht werden. Dieser muss vor dem eigentlichen Filter montiert werden. Entscheidend dabei ist die Größe, also die Wattzahl der UVC-Lampe. Je tausend Liter Wasser werden 1 bis 2 Watt benötigt. Sind Fische im Teich, sind es 2 bis 3 Watt je tausend Liter, bei Koiteichen sogar 4 bis 5 Watt.

Im UVC-Klärer werden die Schwebealgen durch UV-Licht „verklumpt“. Diese Bündel können durch den Teichfilter ausgefiltert werden. Mit den größeren Teilchen hat der Filter nicht das Problem, welches es bei den mikroskopisch kleinen Algen gibt. Die flutschen einfach durch.

Tipp: UV-Lampen sollten jährlich gewechselt werden, auch wenn sie mit einer Zeitschaltuhr regelmäßig ausgeschaltet werden

Algenbekämpfungsmittel

Es gibt unterschiedliche Algenbekämpfungsmittel. Bei allen sollte man sich unbedingt an die Bedienungsanleitung halten. Überdosierungen müssen vermieden werden. Chemische Flockungsmittel mit dem Wirkstoffen Eisenchlorid bzw. Aluminiumsalze wirken recht gut. Sie sorgen dafür, dass die Schwebealgen durch Zusammenballung zu großen Flocken zusammenkleben und so können sie durch den Teichfilter entsorgt werden.

Sinken die Flocken auf den Teichboden, dienen sie im Nachhinein anderen Algen wieder als Nährstoff. Flockungsmittel wirken schnell und sind ungefährlich für andere Teichbewohner.

Wasserwechsel

Hier streiten sich die Gelehrten. Einige empfehlen den regelmäßigen Wasserwechsel, andere sagen: „bloß nicht“. Neues Wasser soll neue Nährstoffe in den Teich bringen. Es kommt sicher auf das Wasser an sich an. Regenwasser ist oft recht sauer. Leitungswasser kann sehr hart sein. Es kommt immer darauf an, wo das Wasser herkommt. Brunnenwasser kann sehr gut sein, aber auch sehr phosphorhaltig. Hier hilft nur ein Wassertest.

Ursachen beseitigen

Algen im Gartenteich mit FroschLangfristig hilft nur, die Ursache für das grüne Wasser herauszufinden und diese anzustellen. Die Wasserwerte geben Auskunft, was nicht stimmt. Dafür muss nicht unbedingt eine Wasserprobe zur Untersuchung eingeschickt werden, es reicht auch ein Wasser-Analyse-Set. Dieses gibt es mit guten Anleitungen im Handel. Eine gute Wasserqualität zeichnet sich durch folgende Werte aus:
  • pH-Wert – 7 bis 8
  • Nitrit (NO2) < 0,15 mg/l
  • Nitrat (NO3) < 0,50 mg/l
  • KH-Wert – 5 bis 12
  • GH-Wert – 8 bis 12
Sind die Werte ermittelt und verglichen, können Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Um die Werte auszugleichen, können Wasseraufbereiter genutzt werden. Es gilt, den Nährstoffüberschuss abzubauen, allen voran die Phosphate, die ein Grundnahrungsmittel für Algen darstellen.
Dafür gibt es unterschiedliche Methoden:

Zu wenig Bewuchs um den Teich und im Teich
  • schnellwüchsige Wasserpflanzen einsetzen, sowohl Schwimm- als auch Unterwasserpflanzen. Sie sind Nahrungskonkurrenten. Nährstoffe, welche die Pflanzen verbrauchen, stehen den Algen nicht mehr zur Verfügung. Auch den Teichrand bepflanzen. Pflanzen sind absolut notwendig, soll das Wasser sauber bleiben.
Zu viel Sonnenlicht, vor allem bei recht flachen Teichen
  • Wasserfläche beschatten, z.B. durch Schwimmpflanzen oder Sonnensegel
Zu viel Schlamm am Teichboden
  • hat meist unterschiedliche Ursachen
  • Laub, welches im Herbst in das Wasser gefallen und abgesunken ist. Verrottendes Laub produziert jede Menge Nährstoffe
  • Durch Regen in den Teich gespülte Erde aus dem Garten
  • Staub, der sich absetzt, vor allem Blütenstaub. Dieser ist sehr nährstoffhaltig.
  • Teicherde – zum Pflanzen
Schlamm beseitigen, per Hand oder mit einem Schlammsauger, am besten im zeitigen Frühjahr. Keine Erde oder Teicherde im Teich verwenden, sie enthalten zu viele Nährstoffe. Laub täglich abfischen,
bevor es versinken kann. Noch besser ist ein Laubschutznetz über den Teich gespannt.
  • Zu viele Fische – Bestand prüfen und die Fische, die zu viel sind, herausfischen. Pro 1.000 Liter Wasser sollten nicht mehr als 3 kg Fisch enthalten sein. Fischkot enthält jede Menge Nährstoffe, je mehr Fische, umso mehr Kot. Ein Teich ohne Fische ist von der Wasserqualität her deutlich besser und leichter stabil zu halten. Außerdem siedeln sich viele andere Lebewesen an, die bei Fischen im Wasser keine Chance hätten.

  • Nicht verwertetes Fischfutter. Was die Fische nicht in den ersten Minuten Fressen, sinkt zu Boden und bleibt dort liegen. Eine weiter Nährstoffquelle. Phosphatarmes Fischfutter verwenden und nur wenig füttern. Die Fische sollen sich selbst Futter fangen, so bleiben sie sportlich.

  • Tote Fische oder Tiere im oder am Wasser – durch die Verwesung entstehen massenhaft Nährstoffe. Die Tiere müssen raus aus dem Wasser.

  • Abgestorbene Pflanzen – beim Zersetzen werden viele Nährstoffe frei, also, Pflanzen entfernen

  • Abgetötete Algen, z.B. Fadenalgen, wenn diese sich zersetzen, werden ebenfalls jede Menge Nährstoffe frei. Die Algen müssen abgefischt werden, sonst bilden sie die Grundlage für eine erneute Algenplage.

  • Schlechte Wasserklärung durch fehlenden Filter. Gerade in Fischteichen muss ein Filter für gute Wasserqualität sorgen. Bei der Auswahl sollte man sich von einem Fachmann beraten lassen.

  • Zu viel saures Regenwasser im Teich. Wasserwechsel, etwa 30 Prozent austauschen. Nährstoffarmes Wasser nutzen oder, wer das nicht zur Verfügung hat, ein Stabilisierungsmittel verwenden.

Vorbeugen

Algen im Gartenteich mit FroschVorbeugen ist immer besser als Heilen. Deshalb gilt es, zu viele Nährstoffe im Teich zu verhindern bzw. zu vermeiden. Das fängt schon bei der Planung des Teiches an, beim Standort z.B. oder ob man den Teich etwas erhöht gestaltet, so dass keine Erde ins Wasser gespült werden kann.
  • Teich so planen, dass Teile davon beschattet werden. Laubabwerfende Gehölze in der Nähe bringen Probleme mit sich (fallendes Laub im Herbst, Blütenstaub im Frühjahr). Besser sind immergrüne Gehölze.

  • Teiche werden gern in eine Senke gebettet. Das sieht zwar gut aus, hat aber den Nachteil, dass bei starken Regenfällen häufig Erde aus den Beeten ringsum ins Wasser gespült wird. Besser ist also, den Teich etwas erhöht zu verwirklichen.

  • Unbedingt eine Kapillarsperre einrichten, so dass das Wasser von der Erde ringsum getrennt ist. Wasser und Erde dürfen keinen Kontakt haben. Die Sperre muss auch funktionstüchtig sein, also immer mal überprüfen!

  • Viele Pflanzen am und im Teich entziehen dem Wasser Nährstoffe, welche sie für ihr Wachstum benötigen. Diese stehen dann den Algen nicht mehr zur Verfügung. Die Pflanzen fungieren als biologischer Filter. Zwar sind schnellwachsende Pflanzen günstig, aber sie dürfen auch nicht wuchern. Das beschert wieder Probleme, wenn auch anderer Art. Schwimmpflanzen sind außerdem ideal zum Beschatten der Wasserfläche.

  • Teichpflege – regelmäßige Teichpflege kann verhindern, dass Nährstoffe in den Teich gelangen. Die Pflanzen müssen regelmäßig nach abgestorbenen Teilen untersucht werden. Diese sind zu entfernen, denn beim Zersetzen bilden sie neue Nährstoffe. Laub abkeschern, bevor es auf den Boden sinken kann. Am besten, im Herbst täglich herausfischen. Haben sich die Blätter mit Wasser vollgesogen, sinken sie. Dann bekommt man sie nur noch sehr schwer heraus.

  • Einen entsprechenden Filter installieren, vor allem, wenn Fische im Teich leben.


Tipp: Häufig wird ein UVC-Vorklärer empfohlen oder einfach Lampen, die ein UV-C-Licht abstrahlen. Durch die Pumpe wird das Wasser in einen speziellen Behälter geleitet und dort massiv bestrahlt. Das Licht tötet Algen, außerdem Keime und Sporen, aber leider auch Bakterien. Deren Aufgabe ist es, die Algen zu zersetzen und giftiges Nitrit in harmloses Nitrat umzuwandeln. Jedes Ding hat also zwei Seiten, aber das ist ja bekannt. Vielleicht sollten erst harmlosere Methoden probiert werden, bevor man zu solch einschreitenden Maßnahmen greift! Meist reicht eine Filteranlage mit Umwälzpumpe, um die Grünfärbung des Teiches zu vermeiden.

Fazit
Teichwasser ist niemals absolut klar, zumindest gesundes nicht. Das ist auch gar nicht notwendig. 1 Meter Sichttiefe ist im Regelfall ausreichend. Färbt sich das Teichwasser grün, deutet das auf Schwebalgen hin. Unter guten Bedingungen vermehren sich diese rasch und das Wasser wird immer grüner. Es gilt, die Ursache herauszufinden. Meist sind einfach zu viele Nährstoffe im Wasser, welche die Algen zur Entwicklung benötigen. Senkt man die Nährstoffe, werden die Algen ausgehungert. Sie sterben ab, sollten aber aus dem Wasser entfernt werden, denn sich zersetzende Algen liefern jede Menge neue Nährstoffe. Oft sind es Fische, die für den Nährstoffeintrag sorgen, durch Kot, Futterreste und tote Exemplare. Aber auch Erde, Regenwasser, Laub, Blütenstaub, Sonne, fehlende Pflanzen können Ursache sein. Ein Teich macht Arbeit, darüber muss man sich von Anfang an klar sein. Wer sich nicht regelmäßig kümmert, muss sich nicht wundern. Chemie bringt meist eine schnelle Hilfe, die aber nicht dauerhaft ist. Ganz im Gegenteil, nach einer Erstbesserung verschlimmert sich die Lage meist. Vorsicht vor diesen schnellen Lösungen. Lieber langfristig denken!