Um Schwebealgen zu Bekämpfen bieten sich unterschiedliche Methoden an, allerdings sind nicht alle gleichermaßen empfehlenswert. Wir verraten Ihnen, welche Maßnahmen am effektivsten und gleichzeitig ungefährlich für Wassertiere und -pflanzen sind.

Ursache der Algenentwicklung

Bei Schwebealgen handelt es sich meist um Blau- oder Grünanlagen, die mikroskopisch klein sind und an der Wasseroberfläche schwimmen. Das Wasser selbst bleibt klar, wohingegen die Oberfläche von einem grünlich schimmernden Schleier bedeckt ist. Schwebealgen treten meist im Frühjahr auf, da zu dieser Zeit das Nährstoffangebot im Teich besonders hoch ist. Doch nicht nur die Jahreszeit kommt als Ursache für die Algenentwicklung in Frage:

Erhöhter Phosphor-Gehalt

Ein Phosphor-Gehalt von rund 0,0035 Milligramm pro Liter kann bereits zur Algenblüte führen. Er steigt unter anderem, wenn überschüssiges Fischfutter und Fischkot auf den Boden sinken. Ebenso kann bei Regen nährstoffreiche Erde in den Teich gespült werden, wodurch sich der Phosphor-Gehalt erhöht.

Wassertemperatur und Sonneneinstrahlung

Auch die erhöhte Sonneneinstrahlung im Frühjahr und Sommer sowie die damit steigende Wassertemperatur wirken sich günstig auf die Algenentwicklung aus.

Abgestorbene Algen

Sobald die Algen absterben, sinken sie auf den Boden und bilden de Grundlage für die nächste Algenblüte im Teich. Dadurch wiederholt sich der Kreislauf und die Algenprobleme werden von Jahr zu Jahr intensiver.

Zu hoher pH-Wert

Der ideale pH-Wert eines Teiches liegt zwischen 6,8 und 8,2. Ist dieser zu hoch, begünstigt dies einen Algenbefall.

Warum Algen entfernen?

Algen sind nicht per se schlecht, denn sie entziehen dem Teich Nährstoffe, liefern aber gleichzeitig Sauerstoffe. Das Problem hierbei ist, dass sie dem Wasser über den Tag verteilt genauso viel Sauerstoff entziehen, wie sie produzieren. Dadurch entstehen starke Sauerstoffschwankungen zwischen Tag und Nacht.

Nicht zu vergessen ist, dass der Sauerstoffmangel eine Bedrohung für andere Wasserpflanzen und Fische darstellt. Schwebealgen sorgen zudem für einen erhöhten pH-Wert sowie einen niedrigeren KH-Wert (Karbonhärte). Auch diese

Faktoren sind für Fische und Co nicht günstig, Aus diesem Grund ist es ratsam, die Schwebealgen zu entfernen. Praktisch ist, dass es sich hierfür unterschiedliche Methoden anbieten:

Abschöpfen

Das Abschöpfen von Algen kann vor allem bei Teichen helfen, die sich noch in der Eingewöhnungsphase befinden, da Pflanzen und Wassertiere noch nicht für ein Gleichgewicht gesorgt haben. Es ist daher empfehlenswert, die Algen direkt von Anfang an zu entfernen, indem diese abgeschöpft werden. Im gleichen Zug bietet es sich auch an, Laub, Pollen und weitere organische Materialen zu entfernen.

UV-C-Klärer

Bei einem UV-C-Klärer handelt es sich um eine UV-C-Lampe, die die Struktur der Algen zerstört. In vielen Fällen ist solch ein Leuchtmedium bereits in die Filteranlage integriert, allerdings ist es auch möglich, es separat zu kaufen. Wichtig ist, dass der UV-C-Klärer vor dem Filter installiert wird, damit die abgestorbenen Schwebealgen vom Filter erfasst werden können. Denn die Funktionsweise eines UV-C-Klärer sieht wie folgt aus: Das Wasser wird durch das Leuchtmedium geleitet, wo die Erbinformation der Algen durch ultraviolettes Licht zerstört werden. Die Algen verklumpen und werden in weiterer Folge im Filter abtransportiert.

  • Vorteil: ungefährlich für Teich und Bewohner, leichte Handhabung
  • Nachteil: hält nur eine Saison, muss dann erneuert werden

Skimmer und Teichschlammsauger

Sowohl ein Skimmer als auch ein Teichschlammsauger sind grundsätzlich sehr empfehlenswerte Geräte und haben sich auch beim Bekämpfen von Schwebealgen als nützlich erwiesen. Der Skimmer nimmt Pollen und Algen auf, sodass sie nicht auf den Teichboden gelangen. Stattdessen werden sie im Filter abtransportiert oder im Filterkorb aufgenommen. Die Handhabung variiert je nach Modell, denn es gibt sowohl freischwimmende oder Stand-Skimmer als auch welche, die direkt an die Filterpumpe angeschlossen werden. Ein Teichschlammsauger entfernt hingegen Ablagerungen vom Boden.

Schwebealgen absaugen

Algizide

Bei Algiziden handelt es sich um Algenvernichter, die je nach Präparat unterschiedlich

wirken. Meist werden jedoch Algizide eingesetzt, die zum Verklumpen der Schwebealgen führen, sodass diese leicht vom Filter aufgenommen werden können. Algizide, wie Monolinuron oder Kupfersulfat, sind zwar sehr effektiv, allerdings auch mit Vorsicht zu genießen. Denn sie vernichten nicht nur Schwebealgen, sondern sind bei falscher Dosierung auch für Fische und Mikroorganismen schädlich.

  • Einsatz nur bei genauer Kenntnis des Teichvolumens
  • Richtige Dosierung ist entscheidend!
  • Zu viel: schädlich für Teichbewohner
  • Zu wenig: unwirksam

Phosphatbinder

Phosphat ist der Grundnährstoff von Algen, weshalb viele Teichbesitzer beim Auftreten von Schwebealgen zu einem Phosphatbinder greifen. Durch das mineralische Bindemittel wird das Phosphat gebunden, sodass der Nährstoff nicht mehr für die Algen zugänglich ist und diese schließlich verhungern. Im Gegensatz zu Algiziden sind Phosphatbinder unbedenklich für Fische und werden auch nicht von anderen Wasserpflanzen aufgenommen. Phosphatbinder gibt es in unterschiedlichen Ausführungen:

  • In Filter einsetzbar
  • Pulver: ins Wasser streuen
  • Flüssige Form: ins Wasser einbringen

Info: Der pH-Wert des Teichwassers wird durch den Einsatz eines Phosphatbinders gesenkt.

Renovierung

Mit einer Renovierung bzw. Generalsäuberung des Teiches lassen sich Schwebealgen ebenfalls vernichten. Wichtig hierbei ist, dass nicht nur das Teichwasser gewechselt wird. Denn auch das Substrat sowie die Pflanzen wirken sich auf den Nährstoffgehalt des Wassers aus und können einen Algenbefall fördern. Deswegen ist es ratsam, folgende Pflegemaßnahmen durchzuführen:

  • Wasser wechseln
  • Mulmschicht vom Teichboden entfernen
  • Alte Teicherde durch neues, nährstoffarmes Substrat ersetzen
  • z.B.: nährstoffarmer Sand
  • Pflanzen kräftig zurückschneiden und teilen
  • Anschließend in neues Substrat setzen
  • Alle Utensilien reinigen

Fressfeinde

Fressfeinde haben sich ebenfalls als nützlich erwiesen, um Algen zu bekämpfen, denn sie "funktionieren" wie ein biologischer Filter. Im Idealfall ernähren sich die Tiere vorwiegend von natürlichen Nahrungsquellen, wie eben Algen. Denn eine zusätzliche Gabe von Fischfutter würde den Nährstoffgehalt des Teiches erhöhen und sich somit wieder günstig auf die Algenentwicklung auswirken. Um die Algen zu bekämpfen, bieten sich - je nach Teichgröße - die folgenden Fressfeine an:

Kleine Teiche

  • Rotfedern
  • Goldfische
  • Wasserflöhe
  • Europäische Süßwassergarnelen
  • Teichmuscheln
  • Schnecken

Große Teiche

  • Graskarpfen
  • Silberkarpfen
  • Koi-Karpfen

Hinweis: Beim Einsatz von größeren Fischen wie Karpfen ist Vorsicht geboten, denn sie vernichten nicht nur Algen, sondern fressen auch kleinere Fische sowie weiche Teich- und Unterwasserpflanzen.

Nährstoffe reduzieren mit Wasserpflanzen

Schwebealgen im Gartenteich

Je mehr Pflanzen sich in der Teichanlage befinden, umso schneller können Nährstoffe gebunden werden und umso weniger Nahrung bleibt für Algen übrig. Deswegen ist es ratsam, stets

Wasserpflanzen zu setzen, die sich über Phosphat und Nitrat freuen. Hierfür bieten sich unterschiedliche Pflanzen an:

Schnellwachsende Teichpflanzen

  • Hornblatt
  • Wasserpest
  • Tausendblatt
  • Wasserschraube

Uferzone

  • Wasserbinse
  • Blutweiderich
  • Kleiner Rohrkolben
  • Schwertlilie

Wasseroberfläche

  • Frischbiss
  • Krebsschere
  • Wasserlinse

Hinweis: Damit die Nährstoffe aus dem Nährstoffkreislauf entfernt werden, sollten die Pflanzen regelmäßig zurückgeschnitten werden. Das Schnittgut kann anschließend auf dem Kompost entsorgt werden.

Vorbeugende Maßnahmen

Algen lassen sich zwar sehr gut vernichten, dennoch ist es natürlich immer wünschenswert, wenn sie erst gar nicht auftreten. Sie lassen sich zwar nicht zur Gänze vermeiden, allerdings gibt es effektive Vorkehrungsmaßnahmen, mit denen sich das Risiko eines Algenbefalls deutlich reduzieren lassen.

Teichform

Viele Teichbesitzer entscheiden sich für einen Teich mit Senke, da dieser am natürlichsten wirkt. Leider begünstigt solch eine Form allerdings auch, dass Mineraldünger und Gartenerde in den Teich geschwemmt werden. Dies kann sich wiederum auf den Phosphatgehalt auswirken und die Algenentwicklung begünstigen. Aus diesem Grund ist es ratsam, bei der Teichform Folgendes zu berücksichtigen:

  • Am besten Platz mit leichter Anhöhe auswählen
  • Teich mit Drainagegraben umgeben, ca. 60 cm tief
  • Graben mit grobkörnigen Bausand füllen
  • Für Wasserbewegung sorgen! (Springbrunnen oder Wasserläufe) 

Schon gewusst?: In kleinen und flachen Gewässern entstehen Algen häufiger.

Lichtverhältnisse

Hohe Temperaturen und viel Sonneneinstrahlung begünstigen die Algenentwicklung, weshalb ein Teich zu mindestens einem Drittel im Schatten liegen sollte. Als Schattenspender eignet sich beispielsweise ein großes Sonnensegel, aber auch eine hohe Teichpflanzendichte bietet Schutz vor der Sonneneinstrahlung.

Seerosen helfen gegen Schwebealgen im Gartenteich

Zudem gibt es zahlreiche Pflanzen mit großen Schwimmblättern, die nicht nur dekorativ an der Wasseroberfläche schwimmen, sondern auch Schutz vor der Sonneneinstrahlung bieten:

  • Froschbiss
  • Lotos
  • Seekanne
  • Seerose

pH-Wert

Der ideale pH-Wert des Wassers liegt zwischen 6,8 und 8,2, wobei dieser morgens meist niedriger ist als abends. Im Normalfall steigt der pH-Wert im Laufe des Tages durch äußere Einflüsse an, was wiederum ein gutes Zeichen dafür ist, dass die Teichumwelt funktioniert. Ein zu hoher pH-Wert wirkt sich jedoch günstig auf die Algenentwicklung aus, weshalb er regelmäßig kontrolliert werden sollte. Falls der pH-Wert zu hoch ist, kann er mit einfachen Maßnahmen gesenkt werden:

  • Jutebeutel mit Torf ins Wasser geben
  • Fest verbinden und am Teichrand befestigen
  • Bei Bedarf Torf nach 3 bis 4 Wochen austauschen

Alternativ kann auch ein Eichenast auf den Grund gelegt werden, denn die Eichenrinde enthält Gerbsäuren, die den pH-Wert senken. Wichtig hierbei ist, dass der Ast entfernt wird, bevor er sich zersetzt.