Ein Gartenhaus kann als Stauraum für Werkzeuge dienen aber ebenso für gemütliche Tage bei Regen genutzt werden, solange die Dacheindeckung passend ausgewählt wurde. Hier gibt es die Entscheidungshilfe.

Dachart

Ein entscheidender Faktor bei der Auswahl der Dacheindeckung ist die jeweilige Art beziehungsweise Form des Dachs. Besonders beliebt und verbreitet beim Gartenhaus sind:

Flachdach & Pultdach

Flachdächer weisen keine oder nur eine sehr geringe Neigung auf. Eine Steigerung davon ist das Pultdach, das für einen verbesserten Wasserabfluss mit einer stärkeren Neigung versehen ist. Beide Varianten ähneln sich stark und sind unter anderem ideal dafür geeignet, um für die Gewinnung von Sonnenenergie genutzt zu werden.

Satteldach

Satteldächer sind die klassische und am weitesten verbreitete Art des Dachs - nicht nur für das Gartenhaus. Die dreieckige Form erlaubt einen wunderbaren Wasserabfluss. Dies kann wiederum dafür genutzt werden, durch Regenrinnen Regenwasser aufzufangen und zum Gießen zu verwenden.

Stufendach

Stufendächer bestehen aus mehreren kleineren Abschnitten

beziehungsweise Dächern. Hierdurch kann architektonisch eine sehr interessante Wirkung erzielt werden. Ebenso ist es möglich, Anbauten nachträglich zu überdachen und dabei den Aufwand so gering wie möglich zu halten.

Material

Jedes Material eignet sich für verschiedene Einsatzzwecke und bringt unterschiedliche Vorzüge sowie Nachteile mit sich. Die Materialien für die Dacheindeckung sind ausgesprochen vielfältig. Unter ihnen finden sich:

Bitumenbahnen und Bitumenschindeln

Diese Variante eignet sich ideal für eine Vielzahl von Dächern, solange diese eine Neigung zwischen 15 und 85 Grad aufweisen. Bei geringeren Gefällen kann es dazu kommen, dass sich Wasser staut und Pfützen entstehen. Das trifft vor allem auf die Bitumenbahnen zu. Bei stärkeren Neigungen muss hingegen eine zusätzliche Halterung angebracht werden, um ein Verrücken zu verhindern.

Bitumenschindeln

Bei den Vorteilen handelt es sich um die folgenden Punkte:

  • einfache Anbringung
  • geringe Kosten
  • lediglich Folie als Unterlage notwendig
  • wenig Aufwand

Allerdings ist die Lebensdauer des Materials nicht allzu hoch, sodass die Dacheindeckung vergleichsweise oft erneuert werden muss

Blechdach

Eine Abdeckung mit Blech ist eine stabile

und langlebige Alternative. Die Kosten können allerdings stark variieren. Zudem gestaltet sich die Anbringung nicht ganz einfach. Wer jedoch eine beständige Dacheindeckung auf dem Gartenhaus möchte, ist damit gut beraten.

Blechdach

Dachfolie (EPDM)

Ausgesprochen günstig und praktisch ist die EPDM-Dachfolie. Die Abkürzung steht für Ethylen-Propylen-Dien-Monomer. Es handelt sich dabei um einen künstlichen Kautschuk, der sich ausgesprochen widerstandsfähig gegen eine Vielzahl von Umwelteinflüssen zeigt.

Dachpappe

Bei Dachpappe handelt es sich um ein sehr ähnliches Material wie bei Bitumen. Die Vorteile umfassen:

  • geringe Kosten
  • einfache Verlegung
  • relativ hohe Widerstandsfähigkeit

Dachpappe

Optisch ist die Dachpappe sehr einfach und dezent gehalten. Sie ist vor allem als schnelle Lösung wunderbar geeignet, muss jedoch überlappend angebracht werden. Bei sehr flachen Dächern ist sie zudem ungeeignet, da es zur Ansammlung von Wasser kommen kann, die auf Dauer das Dach durchdrücken.

Dachpfannen

Diese sind eine Art Kombination aus Ziegeln und Wellblech. Aufgrund der notwendigen Anzahl ist die Verlegung beziehungsweise Montage mit einem relativ hohen Aufwand verbunden. Selbst bei einem kleinen Gartenhausdach sollte wenigstens ein Tag eingerechnet werden.

Dachpfannen

Auch die Kosten sind vergleichsweise hoch. Dennoch zeigen sich verschiedene Vorzüge. Darunter:

  • lange Beständigkeit
  • hohe Widerstandskraft
  • optisch ansprechend und dekorativ

Faserzement

Platten oder Schindeln aus Faserzement sind lange haltbar und widerstehen Witterungseinflüssen bis zu 40 oder gar 50 Jahren. Sie sind vergleichsweise teuer, aber auch optisch ansprechend und vor allem für Satteldächer aber

auch für alle anderen Dacharten geeignet.

Holzschindeln

Die Preise für Holzschindeln bewegen sich im höheren Bereich und auch die Verlegung ist aufwendig. Allerdings sind damit mehrere Vorteile verbunden. Bei diesen handelt es sich um:

  • sehr hohe Beständigkeit
  • wenig Pflege
  • extrem lange Lebensdauer
  • gute Abdichtung

Die Investition lohnt sich also.

Tipp: Eine professionelle Montage ist empfehlenswert, damit Fehler und daraus resultierende Probleme vermieden werden können. Sie erscheint zunächst zwar teurer, rechnet sich mittel- und langfristig jedoch und spart Geld.

KSK-Dachbahnen

KSK-Dachbahnen sind besonders praktisch und wunderbar für Menschen ohne Erfahrung und handwerkliches Geschick geeignet. Die selbstklebenden Varianten sorgen schnell und einfach für eine effiziente Abdichtung. Allerdings ist der Preis pro Quadratmeter vergleichsweise hoch und die Optik erscheint eher praktikabel als ansprechend.

Kunststoff- oder Wellenprofile

Wellenprofile

Wellenprofile aus Kunststoff, Blech oder Bitumen sind sehr preisgünstig und lassen sich schnell anbringen. Optisch sind sie jedoch nicht jedermanns Geschmack. Allerdings sind sie gerade für das Gartenhaus eine gute Variante und eignen sich wunderbar für Flachdächer mit einer geringen Neigung, da die Profile für einen ausgezeichneten Wasserabfluss sorgen.

Preise im Vergleich

Eine pauschale Aussage zu den Gesamtkosten kann nicht gefällt werden. Zwar wirken einige Materialien kurzfristig günstiger. Ein umfassender Vergleich kann aber beispielsweise aufzeigen, dass Holzschindeln mit einer Lebensdauer von bis zu 80 Jahren mittel- und langfristig die beste Wahl sind.

Die jeweiligen Ausgaben für die Materialien sollten daher immer in Bezug zu den Quadratmetern und der Haltbarkeit gesetzt werden. Hinzu kommt, dass die weiteren Utensilien und gegebenenfalls Arbeitszeit eingerechnet werden muss.